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Lesedauer 4 Min.

Ressence: die Neuheit zur Watches and Wonders 2026

Die Essenz der eigenen Philosophie und zudem ein erstes Mal für die Marke
Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence 

Mit der Type 11 präsentiert Ressence zur Watches and Wonders 2026 ein Modell, das als kondensierte Essenz der eigenen Philosophie verstanden werden kann. „The Watch of the Now“ ist dabei nicht als futuristische Vision gedacht, sondern als bewusst zeitgenössische Interpretation mechanischer Uhrmacherei, die auf das Wesentliche reduziert, aber technisch hochentwickelt und konsequent neu gedacht ist. Im Zentrum dieser Neuheit steht ein entscheidender Meilenstein für das Unternehmen: das erstmals vollständig von Ressence entwickelte und konzipierte Manufakturwerk RW-01. Dieses Kaliber wurde von Grund auf dafür geschaffen, das patentierte Anzeigeprinzip der Marke, das sogenannte Ressence Orbital Convex System (ROCS), direkt anzutreiben. Damit gelingt erstmals eine vollständige Integration von Werk und Anzeige, die bisher durch die Nutzung modifizierter Fremdwerke getrennt waren.

Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence 

Zwischen Vertrautem und Innovation

Die Type 11 wirkt auf den ersten Blick überraschend klassisch, zumindest im Kontext von Ressence. Das 41 Millimeter große Gehäuse aus Grade-5-Titan besitzt klar definierte Bandanstöße und eine runde, fast organisch wirkende Silhouette. Mit einer Höhe von nur 11 Millimetern bleibt die Uhr trotz ihrer technischen Komplexität ausgesprochen tragbar. Über dem Gehäuse ist ein doppelt gewölbtes Saphirglas mit innenliegender Antireflexbeschichtung verbaut, darunter befindet sich ein ebenfalls gewölbtes Titan-Zifferblatt. Diese dreidimensionale Architektur ist essenziell für die Funktion des ROCS-Systems, das auf rotierenden, exzentrisch angeordneten Scheiben basiert. Wie für Ressence typisch, verzichtet die Type 11 vollständig auf klassische Zeiger, eine Krone oder konventionelle Indizes. Stattdessen zeigen drei rotierende Satelliten Stunden, Minuten, Sekunden und die Gangreserve an. Die Gravuren sind mit Superluminova gefüllt und sorgen für ausgezeichnete Ablesbarkeit, auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Erhältlich ist besagte Neuvorstellung in den drei Farbvarianten Pine, Sky und Latte, die jeweils mit unterschiedlich gestalteten keramischen Mikrokugeln für die Gangreserveanzeige kombiniert werden. Ergänzt wird das Modell durch vier Armbandoptionen: Leder, Kautschuk, Hybrid sowie ein besonders leichtes Titan-Milanese-Band.

 

Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence 

Zeit ohne Zeiger

Das Herzstück jeder Ressence-Uhr ist das patentierte ROCS. Auch in der Type 11 kommt die neueste Generation ROCS 11.1 zum Einsatz. Dieses System ersetzt klassische Zeiger durch ein orbital rotierendes Anzeigeprinzip, bei dem sich die einzelnen Hilfszifferblätter kontinuierlich mitdrehen. Insgesamt besteht die Konstruktion aus 67 Zahnrädern und 18 Kugellagern und ist auf maximale Präzision sowie flüssige Bewegungsabläufe ausgelegt. Die Feinmechanik ist dabei nicht nur funktional, sondern auch visuell integraler Bestandteil der Uhr. 

Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence 

Patentierte Gangreserveanzeige mit Mikrokugeln

Eine der auffälligsten und ansprechendsten Innovationen des Modells ist die neu entwickelte, patentierte Gangreserveanzeige. Statt klassischer Skalen oder Zeiger nutzt Ressence hier eine Reihe keramischer Mikrokugeln in zwei kontrastierenden Farbtönen. Diese Kugeln bewegen sich entlang einer Anzeige und visualisieren den Energiezustand der Uhr auf intuitive Weise. Beim Aufziehen, sei es automatisch durch den Rotor oder manuell über den Gehäuseboden, treten helle Kugeln hervor, während dunkle zurückweichen. Nimmt die Energie ab, kehrt sich dieser Effekt um.

 

 

Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence 

Neues Manufakturkaliber 

Mit dem RW-01 betritt Ressence erstmals die Welt der vollständig eigenständig entwickelten Uhrwerke. Das automatische Kaliber arbeitet mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde, verfügt über 40 Lagersteine und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Seine Architektur unterscheidet sich deutlich von klassischen runden Werken. Stattdessen basiert es auf einer dreieckigen Struktur mit drei zentralen Kreisen, zwei Federhäusern und einer zentralen Unruh. Diese Geometrie greift bewusst die visuelle Sprache des Zifferblatts auf und schafft eine gestalterische Einheit zwischen Werk und Anzeige. Ein besonderes Merkmal ist die vereinfachte Aufzugsmechanik. Das RW-01 verzichtet auf eine klassische Aufzugszone und erlaubt ein freies, kontinuierliches Aufziehen über einen Hebel auf dem Gehäuseboden. Auch die Zeiteinstellung erfolgt über diesen Mechanismus, wodurch eine Krone vollständig überflüssig wird. 

 

Ressence Type 11, ausgefallene Titanuhr mit Automatikwerk

Ressence Type 11

© Ressence

Technik und Tragekomfort

Mit einem Gesamtgewicht von nur 49 Gramm inklusive Armband bleibt die Type 11 bemerkenswert leicht. Das Gehäuse aus Grade-5-Titan trägt wesentlich dazu bei, ebenso wie die kompakte Bauhöhe. Die Wasserdichtheit beträgt drei Bar, was für den Alltag ausreichen sollte. Die Bedienung erfolgt vollständig über den Gehäuseboden, der neben dem Einstellmechanismus auch ein Sichtfenster für das Werk integriert. Insgesamt besteht die umgerechnet rund 24.900 Euro teure Uhr aus 439 Komponenten – ein beachtlicher Wert, der die technische Komplexität hinter dem minimalistischen Erscheinungsbild eindrucksvoll unterstreicht.

Fazit

Mit der Type 11 gelingt Ressence ein bemerkenswerter Schritt in der eigenen Entwicklung. Erstmals verschmelzen Werk und Anzeige zu einer echten Einheit, ohne dabei die charakteristische Designsprache der Marke zu verwässern. Die Uhr wirkt zugänglicher als frühere Modelle, ohne an technischer Raffinesse einzubüßen. Sie ist sicherlich weniger experimentell als andere Ressence-Modelle, aber vielleicht gerade deshalb die bisher klarste und vollständigste Umsetzung der Markenphilosophie. 

 

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