Chopards gelungenste Mille Miglia – jetzt in Speed Silver
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Liebe zum Motorsport: Chopards neuer Mille Miglia Classic Chronograph kommt in Speed Silver
Stuttgart, Mercedes-Benz Museum. Zwischen einem 300 SL Flügeltürer und dem teuersten je versteigerten Auto der Welt – dem 1955er 300 SLR Uhlenhaut Coupé, einst für rund 135 Millionen Euro verkauft – stellt Chopard eine Uhr vor, die sich von ihrer Umgebung nicht einschüchtern lässt. Im Gegenteil: Sie gehört genau hierher. Wer einen passenderen Rahmen für die Präsentation einer Motorsport-Hommage sucht, wird ihn kaum finden. Das Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ist kein neutraler Veranstaltungsort, sondern ein Tempel der Automobilgeschichte. Und Karl-Friedrich Scheufele, Co-Präsident von Chopard, war persönlich angereist – ein Zeichen, das man nicht überlesen sollte. Sein Urteil über die neue Edition fiel knapp und eindeutig aus: Dies sei die gelungenste Mille Miglia Edition, die man heute bekommen könne. Ein starkes Statement. Aber eines, das dieser Chronograph belegen kann.
Seit 1988: Eine Partnerschaft, die man ernst nehmen muss
Bevor man sich dem Objekt selbst zuwendet, lohnt ein kurzer Blick zurück – denn die Mille Miglia Kollektion von Chopard hat eine beständige Vergangenheit. Seit 1988 begleitet das Genfer Haus das legendäre Straßenrennen als Hauptsponsor und offizieller Zeitnehmer. Das sind fast vier Jahrzehnte gelebte Verbindung zwischen Haute Horlogerie und Motorsportkultur. In dieser Zeit ist eine Kollektion entstanden, die sich vom reinen Sponsoring-Accessoire längst emanzipiert hat. Die Mille Miglia Uhren tragen das Erbe der Veranstaltung in sich: ihre Romantik, ihren Wagemut, ihr Bewusstsein für Geschichte. Frühe Editionen der Kollektion setzten noch stark auf klassische Chronographengestaltung mit deutlichen Retro-Anleihen. Was sich über die Jahre entwickelt hat, ist ein immer präziseres Gespür für die Balance zwischen historischer Referenz und zeitgemäßer Uhrmacherei – zwischen dem Gefühl einer anderen Epoche und dem handwerklichen Anspruch der Gegenwart. Mit der Speed Silver-Edition erreicht diese Entwicklung einen neuen Höhepunkt.
Karl-Friedrich Scheufele im Mercedes Benz Museum Stuttgart
Chopard„Speed Silver": Eine Farbe mit Geschichte
Der Name ist kein Zufall. Er verweist auf ein konkretes Kapitel der Motorsportgeschichte: die Silberpfeile. Was heute als Symbol für Präzision und deutschen Ingenieursgeist gilt, hat seinen Ursprung in einer Notlösung der denkbar pragmatischsten Art. Beim Eifelrennen 1934 auf dem Nürburgring überschritt der neue Mercedes-Benz W 25 bei der technischen Abnahme das vorgeschriebene Gewichtslimit um genau ein Kilogramm. Rennleiter Alfred Neubauer ließ kurzerhand die bis dahin übliche, weiße Lackierung über Nacht abschleifen – übrig blieb das blanke Aluminium der Karosserie. Das Fahrzeug entsprach nun dem Limit, und die auffällige silberne Optik in Verbindung mit der überlegenen Leistung auf der Strecke begründete einen Mythos. „Silberpfeil" – den Namen verwendeten fortan sowohl Mercedes-Benz als auch Auto Union, und er steht bis heute für eine Ära deutschen Motorsports, die ihresgleichen sucht. Diese Geschichte trägt der neue Mille Miglia Classic Chronograph Speed Silver in sich. Nicht als aufgeklebtes Narrativ, sondern als gestalterische Leitlinie.
Chopard Mille Miglia Classic Chronograph in Speed Silver
ChopardDas Gehäuse: Lucent Steel und handwerkliche Konsequenz
Das 40,5 Millimeter große Gehäuse ist in Lucent Steel gefertigt, der hauseigenen Stahllegierung von Chopard, die sich durch besonders hohe Polierfähigkeit und Langzeitstabilität der Oberfläche auszeichnet. Lünette, Krone und Drücker folgen demselben Material. Die Oberflächen wechseln zwischen Polierung und Satinierung, ein Wechselspiel, das die Proportionen betont und Licht gezielt einsetzt. Was auf den ersten Blick wie rein ästhetische Entscheidungen wirkt, hat bei genauerem Hinsehen durchweg funktionale Entsprechungen. Die gerändelten Drücker sind von Fahrzeugpedalen inspiriert – und tatsächlich sind sie im Handling angenehm griffig, ohne theatralisch zu wirken. Die gekerbte Krone liegt sicher zwischen den Fingern. Und dann ist da noch ein Detail, das Kenner schätzen werden: Die Gehäusehörner sind angeschweißt, nicht gegossen und werden erst nach dem abschließenden Schliff angelötet. Das ist ein Zeichen für konsequentes Finish-Denken, das über das Sichtbare hinausgeht – und für eine Fertigungstiefe, die in dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit ist.
Mit 12,88 Millimetern Bauhöhe und einem Gewicht, das am Handgelenk angenehm präsent, aber nicht aufdringlich ist, findet diese Uhr ihre Balance zwischen Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit. Dass sie bis 50 Meter wasserdicht ist, schließt den Kreis.
Das Zifferblatt: Ein Silber, das man nicht vergisst
Das silberfarbene Messingzifferblatt, galvanisiert und mit Opalin-Finish ist die Seele dieses Modells. Es erinnert in seiner Matte an die silbergraue Lackierung der Silberpfeil-Ära – und es tut das ohne Übertreibung. Grauer Transferdruck setzt Akzente und sorgt gleichzeitig für sehr gute Ablesbarkeit: Die Chemin-de-Fer-Minuterie ist sauber ausgeführt, die Tachymeter-Skala rahmt das Zifferblatt mit historisch passendem Gestus.
Stunden- und Minutenzeiger sind rhodiniert und mit Grade X1 Superluminova beschichtet – eine Lumineszenzgüte, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen funktioniert. Der Chronographenzeiger im Zentrum trägt eine rote Spitze. Dieses Detail wiederholt die Farbe des unverwechselbaren Mille Miglia Logos in der Zifferblattmitte – ein subtiles, aber präzise gesetztes Verbindungselement zwischen Uhr und Wettbewerb. Die drei Zähler verteilen sich klassisch: kleine Sekunde bei 3 Uhr, 12-Stunden-Zähler bei 6 Uhr, 30-Minuten-Zähler bei 9 Uhr. Das Datum erscheint zwischen 4 und 5 Uhr – eine Position, die das Gesamtbild nicht stört. Neu bei dieser Edition ist das Saphirglas in Boxform. Es ist keine Kleinigkeit: Die gewölbte Form verbessert die Ablesbarkeit aus flachen Winkeln, verleiht dem Zifferblatt optische Tiefe und erzeugt – je nach Lichteinfall – schimmernde Reflexe, die an Windschutzscheiben vergangener Rennsportepoche erinnern. Ein Retro-Signal, das mit Bedacht gesetzt wurde.
Auf dem Sichtboden in Saphirglas sind zwei gekreuzte Flaggen abgebildet.
ChopardDas Kaliber: COSC-zertifiziert und souverän
Im Innern arbeitet ein mechanisches Automatikkaliber mit 28.600 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz), 37 Lagersteine und einer Gangreserve von 54 Stunden. Die Architektur geht auf die Basis des ETA A322-11 zurück, das Chronographenkaliber mit Automatikaufzug hat einen Gesamtdurchmesser von 28,60 mm, verfügt über 37 Lagersteine und schlägt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz). Das Kaliber ist von der Offiziellen Schweizer Chronometerprüfstelle COSC zertifiziert. Der Sichtboden in Saphirglas gewährt Blick auf das Werk – und auf zwei gekreuzte Flaggen: eine schwarz-weiß karierte Zielflagge und eine in den deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold. Diese Gestaltung macht die Exklusivität der Edition auch auf der Rückseite lesbar.
Denn die Speed Silver ist explizit für den deutschen Markt konzipiert – ein Alleinstellungsmerkmal, das selten so konsequent umgesetzt wird. Das perforierte schwarze Kalbslederarmband mit grauer Naht komplettiert den Auftritt. Die Perforierung ist ein klassisches Rennsport-Motiv, die graue Naht nimmt die Zifferblattfarbe auf. Geschlossen wird es von einer Dornschließe in Lucent Steel – eine bewusste Entscheidung gegen Faltschließen-Beliebigkeit.
Hands-on Bild: Chopard Mille Miglia Classic Chronograph in Speed Silver am Handgelenk
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Hands-on Bild: Chopard Mille Miglia Classic Chronograph in Speed Silver
WatchTimeWo steht die Speed Silver?
In der langen Geschichte der Mille Miglia Editionen bei Chopard, nimmt die Speed Silver eine besondere Position ein. Sie versucht nicht, mit Komplikationstiefe zu beeindrucken, sondern greift die historische Verankerung auf, handwerklich konsequent, ästhetisch präzise. Die Glaskuppel, das finale Finishing an Bandanstößen und Gehäuse, die COSC-Zertifizierung des Kalibers und die Exklusivität für den deutschen Markt – all das macht diese Edition zu mehr als einer Jahreslimitierung.
Und 11.300 Euro sind für das, was diese Uhr bietet, ein Preis, der sich rechtfertigen lässt. Nicht günstig, aber fair. Karl-Friedrich Scheufele hat recht: Die Referenz 168619-3019 ist die gelungenste Mille Miglia Edition, die man derzeit kaufen kann. Dass er das inmitten historischer Rennfahrzeuge wie dem Modell von Sir Stirling Moss gesagt hat, passt zur Uhr. Beides gehört zusammen.