Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 8 Min.

Hands-On: Robotic One, die bisher konsequenteste Uhr von Robot

Mit der neuen Robotic One legt die tschechische Uhrenmarke Robot ihre bisher luxuriöseste und am konsequentesten gestaltete Uhr vor. Wir gehen Hands-On mit dem Chronographen, der an die großen Zeiten des tschechischen Kubismus erinnert.
Robot: Robotic One Wristshot

Robot: Robotic One 

© WatchTime

Als tschechischer Hersteller mit einer eigenen Designsprache hat sich Robot in den letzten Jahren auf dem umkämpften Markt der hochwertigen Mechanikuhren etabliert. Jetzt schlägt die Marke ein neues Kapitel auf: Mit dem Chronographen Robotic One bringt Robot zum ersten Mal ein Modell heraus, dessen Bezeichnung vom Markennamen abgeleitet ist. Vor allem aber setzt sich die Uhr in der Gestaltung deutlich vom Gewohnten ab. Für uns Grund genug, die Robotic One für ein Hands-On genauer unter die Lupe zu nehmen.

Robot: Robotic One mit silberfarbenem Zifferblatt

Robotic One: Die Gehäuseform erinnert an einen Roboterkopf.

© Robot

Tschechische Designtradition

Europäisches Design wird seit langem von großen Designnationen wie Italien, Dänemark und Deutschland bestimmt. In den letzten Jahren hat sich daneben auch tschechisches Design eine kleine, aber spannende Nische erobert. Tschechisches Design bildete sich im frühen 20. Jahrhundert mit der Gründung der tschechoslowakischen Republik nach dem Ende des Ersten Weltkriegs langsam heraus, unter anderem bei Alltagsgegenständen, beim Wohnen, aber auch in Typografie und Plakatkunst. Man nahm die Moderne und konkret den Funktionalismus als Projektionsfläche, schuf aber einen ganz eigenen Stil: weniger dogmatisch, weniger industriell-kühl, dafür aber mit kleinen visuellen Überraschungen, mit leichter Ironie, vielleicht Humor. Prag und Brünn wurden zu wichtigen Zentren der europäischen Avantgarde. Eine Sonderrolle spielte der Kubismus, der sich in Tschechien nicht auf die Malerei beschränkte, sondern sich dank Gestaltern wie Pavel Janák und Josef Gočár auf Innenraumgestaltung und Möbel ausweitete.

Robot: Robotic One Wristshot mit tschechischem Holzspielzeug

Tschechisches Design: Die Robotic One mit tschechischem Holzspielzeug

© WatchTime

Der Roboter wurde in der Tschechoslowakei erdacht

Als ich die Robotic One zum ersten Mal in der Hand hielt, musste ich sofort an diese Hintergründe denken. Dank ihres eindeutig asymmetrischen Gehäuses hebt sich die Uhr sofort von den gewohnten runden und rechteckigen, kissen- und tonneauförmigen Gehäusen ab. Mit ihrer Form, ihren Farben und dem Reichtum an Details hat sie unverkennbar etwas Verspieltes, ohne dabei unernst zu sein. Aber schauen wir der Reihe nach.

Das Gehäuse erinnert mit ein bisschen Fantasie an den Kopf eines Roboters – zumindest an einen Roboter, wie man ihn sich im frühen 20. Jahrhundert vorgestellt hat. Das ist beabsichtigt, denn der Begriff „Robot“, im Deutschen „Roboter“, ist tschechischen Ursprungs. Josef Zajíček, der Gründer der gleichnamigen Uhrenmarke, wählte ihn in Anlehnung an den großen tschechischen Nationaldichter Karel Čapek, der ihn in seinem 1921 in Prag uraufgeführten Theaterstück „R.U.R.“ erstmals verwendete. Dort bezeichnet der Begriff von der fiktiven Firma R.U.R hergestellte menschenähnliche Gestalten, die mit großer Kraft und einem starken Gedächtnis ausgestattet sind. Sie werden als recht- und willenlose Arbeiter eingesetzt und rebellieren später gegen die echten Menschen. Das Stück wurde ein Riesenerfolg, nicht nur in der Tschechoslowakei: Ab 1922 über 180-mal am New Yorker Broadway aufgeführt und bis 1923 in 30 Sprachen übersetzt, brachte er das Wort „Roboter“ in die Welt.

Robot: Robotic One Designskizze

Designskizze der Robotic One 

© Robot

Wie ein Roboterkopf: das asymmetrische Gehäuse

Nun bringt Robot, die tschechische Uhrenmarke mit dem urtschechischen Namen, einen Chronographen auf den Markt, der Robotic heißt und aussieht wie ein Roboterkopf. Unweigerlich erkennt man in der kleinen Sekunde bei 9 Uhr und dem 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr die Augen des Humanoiden. Das Gehäuse ist ein unregelmäßiges Vieleck, das im oberen Drittel mit 43,2 mm Breite seine breiteste Auswölbung hat und sich dann nach unten hin wieder verjüngt. Entlang der Längsachse ist es fast symmetrisch, aber so richtig dann doch nicht. Denn da, wo die Krone sitzt, macht die äußerste Linie einen Knick und läuft dann organisch Richtung Bandanstoß aus. Auch die rechte Flanke ist bewusst asymmetrisch designt; gekrönt wird das Ganze durch die in Form und Farbe unterschiedlichen Drücker.

Schön gemacht ist die Veredelung des Edelstahlgehäuses. Seine großflächige Vorderseite ziert ein schöner Sonnenschliff, dessen Strahlen nach außen in alle Richtungen weglaufen. Die kissenförmige Lünette ist auf der Seite poliert, ihre Oberseite wiederum geschliffen, aber nach einem anderen Muster als die Gehäusevorderseite. Deren Rand weist eine polierte Fase auf, an die sich der satinierte Seitenteil anschließt. Als Material hat Robot 904L-Edelstahl gewählt: Er ist im Vergleich zum dem meistens für Uhrengehäuse verwendeten 316L-Edelstahl korrosionsbeständiger, auch und gerade gegen Salzwasser. Alles ist sehr hochwertig gemacht, und überhaupt ist das eine Uhr, bei der es sehr viele liebevolle Details zu entdecken gibt.

Robot: Robotic One Detail Ziffern

Die für die Robotic One gestalteten Ziffern sind vom tschechischen Kubismus beeinflusst.

© Robot

Arabische Ziffern, vom tschechischen Kubismus inspiriert

Das setzt sich auf dem Zifferblatt fort. Dieses ist bei unserem Modell silberfarben galvanisiert – es gibt noch zwei andere Farbvarianten – und mit senkrechten Strichen satiniert. Den Blick darauf erlaubt ein entspiegeltes Saphirglas. Für die neun arabischen Stundenzahlen hat Robot eine Typografie kreiert, die an den tschechischen Kubismus erinnert. Besonders eindrücklich zeigt sich das bei der Zwei, aber auch bei den spitzen Winkeln von Vier und Sieben und dem kurzen Dach der Fünf. Ein interessantes Detail ist die Ziffer 10: Ihre untere linke Ecke musste wegen des Hilfszifferblatts der kleinen Sekunde angeschnitten werden. Das würde bei einer anderen Uhr vielleicht wie ein Fehler wirken, weil alle anderen Zahlen nicht angeschnitten sind. Beim asymmetrischen Design dieser tschechischen Uhr stört es aber gar nicht. Auch die 31 Zahlen auf der Datumsscheibe entsprechen, mit Ausnahme der Eins, der Logik der Stundenziffern – nur dass sie stärker in die Länge gezogen sind.

Was die Ablesbarkeit betrifft, so ist diese für die Uhrzeit auch bei Nacht gegeben. Dafür sorgt Leuchtmasse auf den Stundenzahlen sowie auf den gefrästen und von Hand polierten Zeigern für Stunden und Minuten.

Robot: Robotic One Detail Logo

Die gewölbten Buchstaben des Markenschriftzugs leuchten im Sonnenlicht blau.

© Robot

Klares Orange und verstecktes Blau

Das zweite, was einem nach der ungewöhnlichen Gehäuseform ins Auge fällt, sind die Farben. Während die orangefarbenen Elemente einen klaren Kontrast zu den Silber- und Stahltönen bilden, entdeckt man das Blau erst auf den zweiten Blick. Dass die fünf aufgesetzten Buchstaben des Markennamens gebläut sind, sieht man wegen ihrer Wölbung schon dann, wenn man die Uhr etwas hin und her bewegt. Um zu erkennen, dass auch die Skalenringe der Hilfszifferblätter und die Minuterie auf dem Rehaut metallisch blau glänzen, braucht man schon richtig gutes Licht, sonst wirken sie schwarz. Es ist eines der vielen Details der Robotic One, die Spaß machen: Je mehr man sich mit der Uhr beschäftigt, desto mehr Feinheiten lassen sich entdecken. Und sie machen einen Teil der Hintergründigkeit aus, die tschechisches Design oft auszeichnen.

Robot: Robotic One mit Kautschukband in Orange

Robot: Robotic One mit Kautschukband in Orange

© WatchTime

Schweizer Design by Marcus Eilinger

Dabei wurde die Robotic gar nicht von einem tschechischen Designer gestaltet. Verantwortlich ist der Schweizer Designer Marcus Eilinger, der in Uhrenkreisen kein Unbekannter ist: Er hat bereits für IWC, Tudor, Zenith und H. Moser & Cie. gearbeitet und schuf zuletzt für Leica die ZM 11. Auch mit Robot hat er bereits eine Limited Edition gestaltet, die dem aus Prag stammenden Schriftsteller Franz Kafka gewidmet war. Mit viel Einfühlungsvermögen ist es ihm hier gelungen, Anleihen bei den oben beschriebenen tschechischen Designstilen zu nehmen und sie auf eine aktuelle Armbanduhr zu übertragen.

Designer Marcus Eilinger bei Robot

Der Schweizer Designer Marcus Eilinger gestaltete die Robotic One.

© Robot

Weitere Details gibt es auf der Rückseite zu entdecken. Hier findet sich ein 6-eckiger Boden, der die Gehäuseform zitiert und mit einem runden Saphirglasfenster ausgestattet ist. Die sechs Schrauben, von denen der Boden gehalten wird, sind nach einem von Robot vorgegebenem Design gestaltet und müssen mit einem Spezialschraubendreher geöffnet werden, den Robot in der Verpackung mitliefert. Ihre Form findet man auf der Krone wieder.

Robot: Robotic One Rückseite

Robot: Robotic One Rückseite

© WatchTime

Schweizer Automatikwerk, in Tschechien vollendet

Hinter dem Fenster findet sich Schweizer Uhrmacherkunst, und zwar in Form des Automatikkalibers R11242. Es basiert auf dem L110 von La Joux-Perret und wird von den Werkespezialisten aus La Chaux-de-Fonds nach Vorgaben von Robot individualisiert. Dazu gehören der skelettierte Rotor, der mit dem Robot-Logo geschmückt ist und die Positionierung des Datums bei 6 Uhr inklusive der erwähnten besonderen Typografie. Die Automatikbrücke zieren Genfer Streifen, ein gebläutes Schaltrad und thermisch gebläute Schrauben runden die Finissierung ab. Die Feinregulierung und das Einschalen der Werke in die Gehäuse erfolgen durch die Uhrmacherinnen und Uhrmacher im Robot-Studio im nordöstlich von Prag gelegenen Nové Město nad Metují.

Robot: Robotic One Werk

Durch den Glasboden sieht man das Chronographenkaliber L110 von La Joux-Perret.

© Robot

Das Gliederband, ebenfalls aus 904L-Edelstahl gefertigt, harmoniert gut mit Form und Veredelung des Gehäuses. Seine oben U-förmigen, unten geraden Glieder sind auf der Oberseite und den Seiten senkrecht gebürstet und an den Rändern poliert. Das Band ist ein Handschmeichler und schmiegt sich flexibel ans Handgelenk. In die Schließe, die man mit zwei Drückern bequem öffnen kann, ist eine Verlängerung integriert, die sich mithilfe eines innen platzierten Drückers leicht aktivieren lässt. So kann man etwa einen weiteren Zentimeter herauslassen. Darüber hinaus kann man das Band dank eines Schnellwechelsystems einfach und ohne Werkzeug abnehmen und durch ein anderes ersetzen. Dafür gibt es an jeder Innenseite einen Drücker. Robot hat dafür zwei zusätzliche Bänder in petto, die auf die Farben der Robotic One abgestimmt sind: ein blaues Alligatorband und ein Kautschukband in Orange.

Robot: integrierte Bandverlängerung der Robotic One

Integrierte Bandverlängerung: Wenn man auf den Knopf drückt, kann man das Band um etwa einen Zentimeter erweitern.

© Robot

Der Preis für die Robotic One liegt, je nach Mehrwertsteuer, bei rund 8.000 Euro. Das mag auf den ersten Blick hoch erscheinen. Aber die Robotic One hat, wie beschrieben, viel zu bieten: eine außergewöhnliche, in der Tradition tschechischen und tschechoslowakischen Designs wurzelnde Gestaltung, konsequent durchdachte Details, eine hochwertige Verarbeitung und ein leistungsfähiges Schweizer Chronographenwerk mit Automatikaufzug. Auf dem schweizerisch, deutsch und japanisch geprägten Uhrenmarkt stellt sie eine wertvolle Bereicherung dar.

Robot: Robotic One mit blauem Krokoband

Robot: Robotic One mit blauem Krokoband

© WatchTime
Edelstahl Uhren Uhren bis 10.000 Euro

Neueste Beiträge

Stowa: Neue Fieldwatch-Linie Terra für den Einsatz an Land
Mit der neuen Terra erweitert Stowa sein Portfolio erstmals um eine speziell auf Outdoor-Einsätze an Land ausgelegte Fieldwatch. Die 38-Millimeter-Uhr kombiniert Magnetfeldschutz, 20 bar Wasserdichtigkeit und eine reduzierte Gestaltung mit drei naturinspirierten Farbvarianten.
4 Minuten
18. Mai 2026
Royales Chaos: Wenn ein Swatch-Drop zum globalen Ausnahmezustand wird
Swatch x Audemars Piguet: Tage langes Campieren, Ohnmachten, Schlägereien – und Reseller-Preise bis 7.000 Euro. Was steckt dahinter?
4 Minuten
16. Mai 2026
Microbrands und Traditionsmarken: Das war die Uhrenreise Genf 2026 - Besuche bei Artya, Bulgari, Hublot, Marco Tedeschi, Nivada und Roger Dubuis
Es war das erste Highlight des WatchTime-Uhrenjahres 2026: Die Uhrenreise nach Genf und Umgebung führte uns zu so spannenden und unterschiedlichen Marken wie Nivada, Roger Dubuis, Artya, Marco Tedeschi, Bulgari und Hublot.
13 Minuten
15. Mai 2026
Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

- Marke im Fokus
Top Thema: Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

- Top Thema
Hotspot: Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

- Hotspot

Das könnte Sie auch interessieren

Die besten Uhren unter 5.000 Euro - Der aktuelle Kaufratgeber für eine spannende Preisklasse
Im Preisbereich bis 5.000 Euro tut sich gerade viel: Hier findet man technisch und gestalterisch starke Lösungen, darunter Manufakturkaliber, "echte" GMT-Funktionen, hohe Gangreserven und eigenständige Designs. Wir zeigen die besten Uhren.
9 Minuten
Breitling lanciert die Navitimer B02 Chronograph 41 Cosmonaute Artemis II
In der limitierten Sonderedition verbindet Breitling historische Raumfahrt-DNA mit einem Zifferblatt aus echtem Meteoritengestein und schlägt damit die Brücke von der Mercury-Atlas-7-Mission zur heutigen Artemis II.
3 Minuten
21. Apr 2026
Union Glashütte: Belisar Chronograph Mondphase und Belisar Chronograph Sport
Union Glashütte erweitert sein Angebot bei einem seiner beliebtesten Modelle: Den Belisar Chronograph Mondphase mit Vollkalenderfunktion gibt es jetzt mit durchbrochenem Zifferblatt, der Belisar Chronograph Sport ist ab sofort auch mit stählernem Gliederband erhältlich.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige