Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Lieblingsuhr: Reinhard Reichel

Reinhard Reichel, Direktor des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte
Reinhard Reichel, Direktor des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte
© PR

UHREN-MAGAZIN: Herr Reichel, welche Uhr ist Ihre Lieblingsuhr? Reinhard Reichel: Ich kann zwar täglich über 400 Uhren im Deutschen Uhrenmuseum Glashütte betrachten und bestaunen, meine Lieblingsuhr aber bleibt die Astronomische Kunstuhr von Hermann Goertz, die im Foyer unseres Museums steht. Weshalb hat sie diese große Bedeutung für Sie? Zum einen ziehe ich den Hut vor den mathematischen und konstruktiven Leistungen von Hermann Goertz – die Uhr besteht aus genau 1756 Uhrwerk- und Zifferblattteilen. Und ich darf auch mit gewissem Stolz berichten, dass Bruno Reichel, der Bruder meines Großvaters, als Mitarbeiter der Kunsttischlerei Arthur Guricke Glashütte das wunderschöne Mahagonigehäuse nach dem Entwurf von Goertz angefertigt hat.

Ihre Vorfahren waren ja auch in der Uhren- und Rechenmaschinenindustrie Glashüttes tätig, Sie haben als Betriebsmittelkonstrukteur der Glashütter Uhrenbetriebe gearbeitet. Wie haben Sie den Wandel zur heutigen Uhrenindustrie erlebt? Die Wiedervereinigung und damit die Öffnung der Grenzen wird für mich zeitlebens ein Ereignis von außergewöhnlicher Tragweite bleiben. Ein Glücksumstand für die Glashütter Uhrmacher damals war die Renaissance der Mechanik. Die erhalten gebliebenen Fertigkeiten und Fähigkeiten, solche Uhren herzustellen, waren günstige Voraussetzungen für das Überleben. Nach ursprünglich 72 arbeiten zurzeit etwa 1400 Beschäftigte in über zehn Uhrenfirmen, und wöchentlich kommen weitere dazu. Welche Bedeutung hat es für Sie, der Leiter des Deutschen Uhrenmuseums Glashütte zu sein? Nach der Wiedervereinigung war unklar, wie es in Glashütte weitergeht. Ich selbst habe 1992 die Kündigung erhalten, da die Abteilung, in der ich gearbeitet habe, personell reduziert wurde. Als man mich dann fragte, ob ich nicht Leiter des Uhrenmuseums werden wolle, habe ich stark gezweifelt – als Konstrukteur "hinter dem Brett" sollte ich jetzt in aller Öffentlichkeit auftreten. Ich habe es bisher keinen Tag bereut. Stets neue Besucher aus nah und fern, die Verbindung zu ehemaligen Glashüttern und Uhrenfreunden, die Gespräche mit Sammlern, Uhrmachern, Auktionatoren und Journalisten und vor allem das Begutachten der Glashütter Uhren aus allen Epochen machen diese Tätigkeit so interessant. Das Schönste ist aber, dass unsere Präsentation im Museum nicht in der Vergangenheit endet, sondern dass wir mit Stolz auf die jetzige blühende Industrie verweisen können. Gibt es für Sie überhaupt einen Tag ohne Uhren? Umso älter man wird, umso häufiger möchte man manchmal die Zeit anhalten, also sinngemäß die Uhr abnehmen. Sei es im Urlaub, mit Familie, mit meiner lieben Enkeltochter. Aber es ist leider Theorie, wir können die Zeit nicht anhalten. Nicht nur mir kommt es so vor, dass die Uhren immer schneller gehen – und das auch in Glashütte, der Stadt der Präzisionsuhren.

Fragen: Gwendolyn Benda

Die "Lieblingsuhr" ist eine Artikelserie des UHREN-MAGAZINS über Persönlichkeiten mit besonderem Bezug zur mechanischen Uhr. Worin liegt die Faszination der Mechanik? Wie kommt man überhaupt dazu, sich mit mechanischen Uhren auseinanderzusetzen? Welche ist die Lieblingsuhr dieser Person? Um diese – und manchmal auch völlig andere – Themen drehen sich die Gespräche.

Uhren-Magazin Archiv

Neueste Beiträge

Microbrands und Traditionsmarken: Das war die Uhrenreise Genf 2026 - Besuche bei Artya, Bulgari, Hublot, Marco Tedeschi, Nivada und Roger Dubuis
Es war das erste Highlight des WatchTime-Uhrenjahres 2026: Die Uhrenreise nach Genf und Umgebung führte uns zu so spannenden und unterschiedlichen Marken wie Nivada, Roger Dubuis, Artya, Marco Tedeschi, Bulgari und Hublot.
13 Minuten
15. Mai 2026
Royales Chaos: Wenn ein Swatch-Drop zum globalen Ausnahmezustand wird
Swatch x Audemars Piguet: Tage langes Campieren, Ohnmachten, Schlägereien – und Reseller-Preise bis 7.000 Euro. Was steckt dahinter?
4 Minuten
16. Mai 2026
Ebel lanciert zum 115-jährigen Jubiläum die Sport Classic Taupe – die Kunst der leisen Perfektion
Mit einem Zifferblatt in Taupe verfeinert Ebel die Sport Classic – und zeigt, wie subtil sich Designgeschichte in eine moderne Uhr übersetzen lässt.
3 Minuten
Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

- Marke im Fokus
Top Thema: Stowa Black Forest Kollektion – Zwischen Tradition und Naturphänomenen

Stowa Black Forest Kollektion – Zwischen Tradition und Naturphänomenen

- Top Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Union Glashütte: Belisar Chronograph Mondphase und Belisar Chronograph Sport
Union Glashütte erweitert sein Angebot bei einem seiner beliebtesten Modelle: Den Belisar Chronograph Mondphase mit Vollkalenderfunktion gibt es jetzt mit durchbrochenem Zifferblatt, der Belisar Chronograph Sport ist ab sofort auch mit stählernem Gliederband erhältlich.
3 Minuten
Quadratisch, praktisch und auf Spur: Union Glashütte bringt neue Averin-Chronographen
Mit ihrer markanten Form, kraftvollen Farbgebung und einer klaren, instrumentenhaften Gestaltung treten die neuen Averin-Chronographen gewohnt selbstbewusst in Erscheinung.
3 Minuten
28. Apr 2026
Summer Vibes: Tutima Glashütte setzt die Segel mit der Seven Seas S
Neben einem glänzend weißen Zifferblatt steht eine türkisfarbene Variante mit texturierter Oberfläche zur Wahl. Technisch punkten beide Modelle mit einer Wasserdichtheit bis 500 Metern und den hochwertigen Ausstattungsmerkmalen, die von der Taucheruhrenlinie bekannt sind.
3 Minuten
14. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige