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Vacheron Constantin: Geheimprojekt Superuhr

Vacheron Constantin: Doppelkalender zeigt die Monate und Kalenderwochen des Jahres an.
Vacheron Constantin: Doppelkalender zeigt die Monate und Kalenderwochen des Jahres an.
© PR
Mit großen Worten kündigt Vacheron Constantin eine sensationelle neue Uhr an. In einer Pressemitteilung, die Chronos und Watchtime.net exklusiv erhalten haben, spricht die Genfer Manufaktur von der "wichtigsten Uhr der Welt", die "den größten Beitrag zur Weiterentwicklung der mechanischen Uhrmacherei seit den 1920er Jahren" darstelle. Erst im September will Vacheron Constantin die komplette Uhr der Öffentlichkeit vorstellen. Wir wissen bereits über bestimmte Details Bescheid. Es handelt sich um ein Einzelstück, das ein nicht genannter Sammler in Auftrag gegeben hat. In einem Zeitraum von acht Jahren haben drei Uhrmacher von Vacheron Constantin an diesem Projekt gearbeitet. Die Uhr verfügt über einen ewigen Kalender, der verschiedene neuartige Funktionen steuert. Sie besitzt laut Vacheron zwei Zifferblätter. Das eine wird umrahmt von einem sogenannten Jahreszeitenkalender, der aus drei konzentrischen Ringen besteht: Der äußerste gibt alle 366 Tage des Jahres an, unteilt nach Monaten. Der mittlere zeigt die Abschnitte der 12 Tierkreiszeichen, der innere die vier Jahreszeiten.
Vacheron Constantin: Jahreszeitenkalender, der aus drei konzentrischen Ringen besteht.
Vacheron Constantin: Jahreszeitenkalender, der aus drei konzentrischen Ringen besteht. © PR
Sommer- und Wintersonnenwende sowie die beiden Zeitgleichungen im März und September sind mit roten Markierungen versehen. Die Tatsache, dass sie nicht jedes Jahr am exakt selben Tag stattfinden – Frühlingsanfang ist normalerweise am 20. März, kann aber auch am 19. oder 21. März sein –, ist mit mehreren Strichen berücksichtigt. Ein zentraler goldener Zeiger mit einer Sonne als Gegengewicht wird sich auf diese Anzeigen richten. Zwei Kreissegmente, die an einer anderen Stelle auf einem der beiden Zifferblätter untergebracht sind, zeigen die Uhrzeit von Sonnenauf- und -untergang sowie die Länge von Tag und Nacht an. Diese Funktionen machen nur dann Sinn, wenn die Uhr auf einen bestimmten Ort, zum Beispiel den Wohnort des Besitzers der Uhr, berechnet sind. Da es sich um eine Auftragsarbeit handelt, wird das der Fall sein. Die angegebenen Tageslängenzeiten auf der Uhr lassen darauf schließen, dass der Auftraggeber aus leicht südlicheren Gefilden stammt als Deutschland: Während der Tag in Süddeutschland Mitte Juni etwa 16 Stunden und gegen Weihnachten 8 Stunden lang ist, reicht die Skala der Uhr nur von 9 bis 14. Stammt unser Sammler vielleicht aus Peking, Tokio oder dem Norden der USA?
Vacheron Constantin: Die Anzeige von Sonnenauf- und -untergang.
Vacheron Constantin: Die Anzeige von Sonnenauf- und -untergang. © PR
Von meinem Kollegen Dr. Zhixiang Ding, dem Chefredakteur von Chronos China, habe ich erfahren, dass die Uhr auch die Äquation oder Zeitgleichung anzeigt. Das ist die Differenz zwischen der offiziellen, politischen Zeit und der Sternzeit. Der Zeitpunkt des echten Sonnenhöchststands zu Mittag kann vom offiziellen zwischen 14 Minuten Nachgang und 16 Minuten Vorgang abweichen; nur viermal im Jahr stimmen beide überein.
Vacheron Constantin: Die geheime Superuhr zeigt auch die Zeitgleichung oder Äquation an.
Vacheron Constantin: Die geheime Superuhr zeigt auch die Zeitgleichung oder Äquation an. © PR
Mein Kollege Joe Thompson, der Chefredakteur von WatchTime, unserem Schwestermagazin in New York, berichtet auf unserer englischsprachigen Website www.watchtime.com über ein weiteres Feature der Uhr: einen Doppelkalender für das ewige Kalendarium, der zum einen die Monate von Januar bis Dezember, zum anderen die Wochen von eins bis 52 anzeigt.
Außerdem war zu erfahren, dass die Uhr auch über über sechs Tonfedern verfügen soll, mit denen ein "Alarm" geschlagen wird. Dabei lässt sich anwählen, ob dieser Alarm als Westminster-Carillon, das heißt, mit mehreren Tönen, geschlagen wird, oder "normal". Im letzteren Fall wird eine – weitere – Tonfeder, aber nur diese, genutzt. Der Alarm selbst kann sowohl eine reguläre Alarmfunktion sein als auch eine Grande oder Petite Sonnerie. Vacheron Constantin legt großen Wert darauf, dass der gesamte Mechanismus vollständig im eigenen Haus entwickelt und produziert wurde. Die Marke hat sich in seinem Atelier Cabinotiers seit einigen Jahren auf Auftragsarbeiten spezialisiert: Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann sich von der Manufaktur im Prinzip jeden erdenklichen Mechanismus bauen lassen – vorausgesetzt, das Ergebnis passt zur Firmenphilosophie von Vacheron Constantin. Leider stimmen die meisten dieser Auftraggeber einer Veröffentlichung nicht zu, sodass nur wenige dieser Uhren bekannt sind. In diesem Fall werden wir die Uhr im September zu Gesicht bekommen. Ich vermute, dass Vacheron Constantin außerdem ausgehandelt hat, die ein oder andere Komplikation künftig auch für kommerzielle Produkte nutzen zu dürfen. Das macht die Nachricht erst richtig interessant. buc
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