Louis Vuitton Camionnette: Nostalgie mit mechanischem Herz
LVMH Watch Week 2026
Im letzten Jahr war es ein Heißluftballon, der als Tischuhr abhob. Bei der LVMH Watch Week 2026 rollt die kreative Fantasie nun auf vier Rädern heran. Die neue Louis Vuitton Camionnette Tischuhr ist kein Zeitmesser im klassischen Sinn, sondern ein Objekt, das Erinnerung, Mechanik und Vorstellungskraft miteinander verschraubt. Im Zentrum steht ein historisches Nutzfahrzeug: die legendären Lieferwagen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwischen den Ateliers in Asnières und den ersten Kunden der Maison pendelten. In ihrem Laderaum lagen keine Pakete, sondern Träume aus Holz und Leder – die ersten Louis-Vuitton-Trunks auf dem Weg in die Welt. Genau dieses Bild nimmt La Fabrique du Temps Louis Vuitton auf und übersetzt es in eine Uhr, die mehr erzählt als misst.
Louis Vuitton Camionnette
Louis VuittonEin Fahrzeug als Zeitkapsel
Die Silhouette der Camionnette ist sofort lesbar: kantig, selbstbewusst, unverkennbar aus einer Epoche, in der das Automobil noch Abenteuer versprach. Saffrangelb und ein tiefes, sibyllinisches Blau zitieren historische Farbwelten der Maison. Auf den Seiten stehen Orte, die für Louis Vuitton mehr sind als Adressen: Asnières, Genf, Champs-Élysées. Keine Dekoration, sondern Wegmarken einer Geschichte, die vom Kofferbau zur Haute Horlogerie führt. Vom Monogramm-Blütenornament auf der Motorhaube über die silberne Kühlermaske mit flammend blauem LV-Logo bis hin zu den mit Monogrammen verzierten Felgen – jedes Detail wirkt bewusst gesetzt. Selbst die Reifen tragen das LV-Signet. Die Kennzeichenplakette „LV 1854“ erdet dieses Fantasieobjekt historisch. Die Objektlänge beträgt 35,3 cm.
Louis Vuitton Camionnette
Louis VuittonWo sonst der Fahrer sitzt, schlägt das Herz
Der eigentliche Zauber beginnt im Inneren. Dort, wo man den Fahrer vermuten würde, sitzt das schlagende Herz der Uhr: die Unruh. Sichtbar durch Fenster und eine gläserne Kuppel, verbindet sie Automobil- und Uhrmacherkosmos auf eine ebenso einfache wie geniale Weise. Die Zeitanzeige selbst offenbart sich unter der Haube – dort, wo einst der Motor gearbeitet hätte. Zwei rotierende Zylinder mit aufgedruckten Ziffern zeigen Stunden und Minuten an, jeder mit eigener Geschwindigkeit. Es ist eine Lösung, die technisch überzeugt und zugleich die Illusion wahrt: Das entwickelte Uhrwerk 1839 MV.7417/101 stammt von L’Epée 1839, einem der großen Namen für hochkomplexe Tischuhren – oder in der Haute Horlogerie besser bekannt als Objects of Time. 218 Bauteile, Handaufzug, acht Tage Gangreserve – solide Mechanik, bewusst sichtbar gemacht.
Louis Vuitton Camionnette
Louis VuittonDer Kofferraum als Schlüssel zur Geschichte
Im Heck der Camionnette liegt ein Miniatur-Monogramm-Koffer. Maßstäblich perfekt, materialgetreu, fast rührend in seiner Selbstverständlichkeit. Er erfüllt genau das, wofür Koffer gemacht wurden: Er transportiert etwas Wertvolles. Öffnet man ihn, kommt der Schlüssel zum Aufzug zum Vorschein – geformt wie die historischen Beschläge der Trunks. Ein schöner Gedanke: Zeit wird hier nicht per Krone justiert, sondern wie früher ein Motor per Hand zum Leben erweckt.
Zwei Versionen, zwei Maßstäbe
Die Standardversion bleibt trotz aller Detailverliebtheit erstaunlich sachlich. Aluminium, Stahl, Gummi, sieben Kilogramm Gewicht – ein Objekt, das man als Sammler ernst nehmen kann, ohne Ehrfurcht zu simulieren. Preis: 68.000 Euro. Ganz anders die High-End-Version, limitiert auf 15 Exemplare. Hier wird die Camionnette zur fahrenden Juwelenarbeit mit fast 42 Karat: Hand-guillochiertes Damier-Muster, 1.695 Diamanten, Saphire in den Rückleuchten, ein LV-Monogram-Star-Cut-Diamant auf der Haube. Allein das Guilloché beansprucht 15 Stunden Handarbeit. Das Gewicht steigt mit Goldbeschichtung auf 17 Kilogramm, der Preis auf 650.000 Euro.
Mehr Objekt als Uhr – und genau deshalb überzeugend
Die Camionnette existiert in einem eigenen Raum, irgendwo zwischen Kunstobjekt, Erinnerungsträger und mechanischem Manifest. Aus einem funktionalen Lieferwagen wird eine Ikone, aus Mechanik ein Märchen.