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Eine Patek-Philippe-Legende kommt unter den Hammer

Phillips versteigert eine der seltensten Weltzeit-Armbanduhren überhaupt – die Ref. 2523 „South America“ mit Cloisonné-Emaillezifferblatt
Patek Philippe Ref. 2523, Goldene Weltzeituhr mit Emaillezifferblatt von Patek Philippe
Patek Philippe Ref. 2523
© Phillips

Wenn außergewöhnliche Vintage-Uhren den Auktionsmarkt erreichen, richtet sich die Aufmerksamkeit der internationalen Sammlerszene sofort auf Genf. Bei der anstehenden Phillips Geneva Watch Auction wird eine der bedeutendsten Weltzeit-Armbanduhren der Geschichte versteigert: eine Patek Philippe Ref. 2523 aus 18 Karat Gelbgold mit polychromem Cloisonné-Emaillezifferblatt „South America“. Die Kombination aus historischer Relevanz, künstlerischer Ausführung und extremer Seltenheit macht besagten Zeitmesser zu einem der begehrtesten Sammlerobjekte der Uhrmacherei. Mit einem Schätzwert von über fünf Millionen Schweizer Franken gehört das Stück schon jetzt zu den spektakulärsten Losen der Auktion.

 

Patek Philippe Ref. 2523, Goldene Weltzeituhr mit Emaillezifferblatt von Patek Philippe

Patek Philippe Ref. 2523

© Phillips

Mit der Ankündigung für die Geneva Watch Auction XXIII setzt Phillips in Association with Bacs & Russo ein starkes Ausrufezeichen im Markt für hochkarätige Sammleruhren. Im Mai kommt dort eine Patek Philippe Ref. 2523 in 18 Karat Gelbgold mit polychromem Cloisonné-Emaillezifferblatt „South America“ unter den Hammer. Dabei handelt es sich um eine Uhr, die selbst im exklusivsten Kreis bedeutender Vintage-Patek-Philippe-Referenzen eine Ausnahmeposition einnimmt. Der Schätzwert liegt bei über 5 Millionen Schweizer Franken.

Eine Ref. 2523 von höchster Sammlerqualität

Die 1953 hergestellte Uhr gehört zu den berühmtesten Weltzeit-Armbanduhren von Patek Philippe. Sie markiert die zweite Generation der seriell produzierten Weltzeit-Armbanduhren des Hauses und folgte auf die frühere Ref. 1415. Gegenüber ihrer Vorgängerin tritt sie mit einem größeren, für die Zeit markanteren 36-Millimeter-Gehäuse auf und besitzt ein zentrales konstruktives Merkmal, das sie bis heute unverwechselbar macht: die zweite Krone bei neun Uhr, mit der sich der Städtering auf dem Zifferblatt drehen lässt. Diese Mechanik geht auf das Weltzeitsystem von Louis Cottier zurück, jenem Genfer Uhrmacher, der 1931 die Grundlage für die moderne Weltzeituhr schuf. Die Konstruktion erlaubte es, die Zeit in den wichtigsten Städten der Welt auf einen Blick abzulesen – ein technischer und praktischer Fortschritt, der damals wie heute fasziniert. Doch bei der hier angebotenen Uhr ist es nicht allein die Konstruktion, die ihren Rang begründet. Es ist vor allem das Zifferblatt.

Patek Philippe Ref. 2523, Goldene Weltzeituhr mit Emaillezifferblatt von Patek Philippe

Patek Philippe Ref. 2523

© Phillips

Cloisonné-Emaille als uhrmacherische Kunstform

Im Zentrum des Zifferblatts befindet sich eine fein ausgearbeitete Karte Südamerikas aus Cloisonné-Emaille. Diese Technik gehört zu den anspruchsvollsten dekorativen Verfahren des traditionellen Kunsthandwerks. Dabei werden hauchdünne Golddrähte von Hand in Form gebracht, um die Konturen des Motivs zu definieren. Die so entstehenden Felder werden anschließend mit farbiger Emaille gefüllt und mehrfach im Ofen gebrannt, bis eine dichte, glänzende, glasartige Oberfläche entsteht. Gerade Vintage-Cloisonné-Zifferblätter aus der Mitte des 20. Jahrhunderts besitzen eine Tiefe, Farbsättigung und Leuchtkraft, die selbst viele moderne Arbeiten kaum erreichen. Das liegt nicht nur an den historischen Emaillemischungen, sondern auch an den damaligen handwerklichen Verfahren. Im Fall der Südamerika-Karte kommt eine zusätzliche erzählerische Qualität hinzu: Im Pazifik westlich des Kontinents ist ein stilisiertes Schiff zu sehen, während im Atlantik ein Fisch oder Wal auftaucht. Diese kleinen dekorativen Details verleihen dem Zifferblatt Bewegung, Charme und eine fast spielerische Lebendigkeit.

Die seltenste Variante der seltenen Varianten

Schon die Ref. 2523 an sich ist außerordentlich selten. Insgesamt wurden wohl nur zwischen 29 und 36 Exemplare über alle Zifferblattvarianten und Gehäusematerialien hinweg hergestellt. Innerhalb dieser ohnehin verschwindend kleinen Produktionszahl gelten die Cloisonné-Emaillevarianten als die begehrtesten und visuell eindrucksvollsten Ausführungen. Bekannt sind drei Kartendesigns: Eurasien, Nordamerika und Südamerika. Von diesen gilt die Südamerika-Version als die seltenste. Nach heutigem Kenntnisstand existieren nur zwei Exemplare in 18 Karat Gelbgold mit diesem Motiv. Die nun bei Phillips angebotene Uhr ist damit nicht nur eine von zwei bekannten Gelbgold-Ausführungen, sondern auch die einzige, die jemals öffentlich auf einer Auktion angeboten wurde. Gerade dieser Umstand verleiht dem Stück einen fast mythischen Charakter. Hier wird folglich nicht einfach eine gefragte Ref. 2523 angeboten. Vielmehr ergibt sich eine Gelegenheit, die viele Sammler nur ein einziges Mal in ihrem Leben erleben dürften.

Patek Philippe Ref. 2523, Goldene Weltzeituhr mit Emaillezifferblatt von Patek Philippe

Patek Philippe Ref. 2523

© Phillips

Dokumentierte Historie und starke Provenienz

Zusätzliche Bedeutung erhält die Uhr durch ihre dokumentierte Historie. Laut einem Auszug aus dem Archiv von Patek Philippe vom 4. März 2026 wurde sie 1953 mit einem „enamel dial, South America“ und applizierten Stundenmarkierungen aus Gelbgold gefertigt. Zum Verkauf kam es am 3. Februar 1958. Öffentliches Aufsehen erregte dieses konkrete Exemplar zuletzt im Oktober 1988 bei einer Auktion in New York. Dass der Zeitmesser nun nach fast vier Jahrzehnten wieder auf die Auktionsbühne zurückkehrt, macht das Ereignis umso bemerkenswerter. Phillips betont darüber hinaus den bemerkenswert guten Erhaltungszustand: Das Gehäuse sei scharf geblieben, das Emailzifferblatt makellos, die Farben lebendig und die feinen Details hervorragend bewahrt. Gerade bei Cloisonné-Emaillezifferblättern ist der Erhaltungszustand von zentraler Bedeutung. Kleinste Schäden, Spannungsrisse oder Restaurierungen können die Bedeutung eines Stücks massiv beeinflussen.

Ein Höhepunkt der Geneva Watch Auction: XXIII

Die Uhr wird als Los 27 in der Phillips Geneva Watch Auction am 9. und 10. Mai 2026 angeboten. Angesichts der Seltenheit, der Historie und der Marktdynamik rund um hochkarätige Vintage-Patek-Philippe-Uhren dürfte sie zu den meistbeachteten Losen der Auktion zählen. Dass Phillips in den vergangenen Jahren wiederholt Rekordergebnisse für Spitzenstücke erzielt hat, verleiht dem Auftritt zusätzliche Schärfe. Doch unabhängig vom finalen Zuschlag ist bereits jetzt klar: Diese Uhr ist weniger ein gewöhnliches Auktionslos als ein museumswürdiges Objekt.

Patek Philippe Ref. 2523, Goldene Weltzeituhr mit Emaillezifferblatt von Patek Philippe

Patek Philippe Ref. 2523

© Phillips
Uhren Auktion Patek Philippe Weltzeituhren Haute Horlogerie Luxusuhren

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