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Bye bye Labubu und Hermès-Anhänger: Ab jetzt ziert die Royal Pop von Swatch Taschen und Co.

Warum die neue Swatch x Audemars Piguet nicht mehr nur als Taschenuhr funktioniert
Swatch x Audemars Piguet – Royal Pop, bunte Taschenuhr aus Kunststoff mit Handaufzugswerk im Stil der Royal Oak

Swatch x Audemars Piguet – Royal Pop

© Swatch 

Mode lebt davon, Regeln zu brechen. Objekte werden längst nicht mehr ausschließlich dort getragen, wo sie ursprünglich vorgesehen waren. Rihanna trägt eine 670.000 Euro teure Armbanduhr um den Hals, Designer-Pochettes wandern an den Hosenbund und Stofffiguren im Labubu-Stil baumeln plötzlich an Taschen, deren Preis schnell dem einer kleinen Eigentumswohnung entspricht. Und nun? Nun folgt gewissermaßen das Revival der Taschenuhr. Genauer gesagt die neue Kollaboration zwischen Swatch und Audemars Piguet, die Royal Pop. Vieles spricht dafür, dass dieser Zeitmesser wohl kaum am Handgelenk getragen wird. Stattdessen dürfte er schon bald an Taschen, Gürtelschlaufen, Rucksäcken, dem eigenen Hals oder sogar Matcha-Bechern und Golftaschen auftauchen. Das eigentlich Spannende daran: Wirklich neu ist diese Idee nicht.

Swatch x Audemars Piguet – Royal Pop, bunte Taschenuhr aus Kunststoff mit Handaufzugswerk im Stil der Royal Oak

Swatch x Audemars Piguet – Royal Pop

© Swatch

Rückkehr der Pop-Idee

Wer sich ein wenig tiefer mit der Geschichte von Swatch beschäftigt, erinnert sich möglicherweise an die Pop-Kollektion der späten 1980er-Jahre. Dabei handelte es sich um Uhren, deren Gehäuse sich vom Band lösen und per Clip-System an Kleidung oder Accessoires befestigen ließ. Damals war das vor allem praktisch gedacht. Heute beschreibt diese Mischung aus Funktion, Ironie und modischer Übertreibung ziemlich präzise, wie Luxusaccessoires mittlerweile funktionieren. Die Uhr wird nicht mehr nur getragen, sie muss inszeniert werden. Hier einige Möglichkeiten:

Taschenanhänger

Lange Zeit galt der Taschenanhänger eher als Randerscheinung modischer Exzentrik. Dann kamen die Hermès-Charms. Darauf folgten Labubus, Mini-Plüschfiguren, Anime-Anhänger und schließlich alles, was irgendwo zwischen Ironie, Nostalgie und Luxus oszilliert. Das Ergebnis: Taschen wirken heute oft wie persönliche Moodboards voller Karabiner, Accessoires und baumelnder Gegenstände, die eher an weihnachtlichen Baumschmuck erinnern. Und genau hier passt die neue Kollaboration erstaunlich gut hinein. Vor allem deshalb, weil die Uhr selbst bereits mit Gegensätzen spielt. Luxusreferenz trifft Kunststoff, Haute Horlogerie trifft Popkultur, Bewerbungsprozess trifft Swatch-Store-Schlange. Es erscheint daher beinahe unvermeidlich, dass auf der nächsten Fashion Week irgendwo zwischen übergroßen Sonnenbrillen und demonstrativ zerknitterten Designerhemden eine Royal Pop an einer Tasche befestigt auftaucht. Nicht primär, um die Zeit abzulesen, sondern weil Luxus heute einfach anders funktioniert.

Schreibtischuhr

Wem das Prinzip der klassischen Taschenuhr zu unpraktisch erscheint, dürfte Gefallen an der spielerischen Umsetzung des Pop-Konzepts finden. Denkbar wäre ein zusätzlicher Aufsatz, der den Zeitmesser kurzerhand in eine kleine Tischuhr verwandelt und damit selbst den tristesten Büroalltag in ein farbenfrohes Kollaborations-Spektakel überführt. Fest steht dabei schon jetzt, dass neben arbeitsrelevanten Themen auch das Accessoire schnell zum Gesprächsthema werden dürfte. Dem aktuellen Hype entsprechend empfiehlt es sich allerdings, den Arbeitsplatz während Kaffee- oder Mittagspausen nicht allzu sorglos unbeaufsichtigt zu lassen, andernfalls könnte zur Wiederbeschaffung womöglich erneut das Zelt vor dem Store aufgebaut werden müssen.

Für Rennfahrer

Alle Liebhaber, die mit Bedauern feststellen mussten, dass der eigene Sportwagen über keine mechanische Uhr verfügt, dürfen nun optimistisch in die Zukunft blicken. Sobald die endgültige Trennung vom klassischen Duftbaum vollzogen ist, kann der Platz am Innenspiegel für die neue Kollaboration vorbereitet werden. Je nach Lackierung dürfte sich sogar das passende Modell finden lassen, und im Zweifel kann natürlich auch das Fahrzeug mit entsprechender Folie farblich an die Uhr angepasst werden. Vorsicht ist lediglich bei besonders ambitionierten Kurvenfahrten geboten: Ist das Band zu lang und sind die G-Kräfte zu stark, besteht durchaus die Gefahr, dass Gérald Gentas ikonisches Design plötzlich auch die eigene Stirn ziert.

Umbau-Projekt

Für alle Begeisterten, die sich eigentlich eine Armbanduhr im Stil der Royal Oak erhofft hatten, gilt nach der gestrigen Präsentation dennoch: kein Grund, auf die nächste Moon-Swatch zu warten. Schließlich wäre es keineswegs das erste Mal in der Uhrengeschichte, dass eine Taschenuhr zur Armbanduhr umfunktioniert wird. Bereits im frühen 20. Jahrhundert wurden Taschenuhren teilweise mit Bandanstößen versehen, ein Lederriemen montiert und fertig war die Armbanduhr. Noch heute tauchen solche Umbauten regelmäßig auf dem Vintage-Markt auf. Renommierte Manufakturarbeit lässt sich kaum günstiger ans Handgelenk bringen – ein Gedanke, der durchaus Parallelen zur aktuellen Neuvorstellung erkennen lässt. Passend dazu kursieren bereits erste Angebote im Internet: Lederbänder und 3D-gedruckte Lösungen sollen die neue Royal Pop tatsächlich ganz klassisch am Handgelenk tragbar machen.

Warum das erstaunlich gut zu Audemars Piguet passt

So absurd die Vorstellung zunächst klingt: Ganz fremd ist diese Form kultureller Neuausrichtung für Audemars Piguet nicht. Die Royal Oak stellte 1972 selbst einen Regelbruch dar. Eine Luxusuhr aus Stahl mit sichtbaren Schrauben und industrieller Ästhetik galt damals als Provokation. Die Swatch-Kollaboration übersetzt dieses Prinzip lediglich in eine neue Generation von Konsumcodes. Weniger Ehrfurcht, mehr Lockerheit, extrovertiertes Auftreten und spielerische Gestaltung. Weniger Safe, mehr Straße. Vielleicht liegt genau darin die größte Stärke dieser Kooperation. Sie nimmt die Uhr ernst genug, um ihre Geschichte zu respektieren, aber nicht so ernst, dass man keinen Spaß mehr mit ihr haben dürfte. Und während andere Luxusmarken weiterhin versuchen, künstlich Distanz aufzubauen, akzeptiert Swatch etwas, das die Modewelt längst verstanden hat: Menschen wollen Objekte heute nicht nur besitzen, sondern sichtbar in ihren Alltag integrieren. Möglichst kreativ, möglichst individuell und auch unkompliziert.

Oder anders gesagt:

Die nächste Royal Oak blitzt vielleicht nicht mehr unter der Manschette hervor, sondern baumelt an einer Birkin oder als Anhänger am Safe-Schlüssel.

 

Entdecken Sie jetzt die Neuheiten im Detail: Swatch x Audemars Piguet: So sieht die Kollaboration aus

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