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Lesedauer 3 Min.

Marke, Design, Technik: Was macht Uhren heute begehrlich?

Die Podiumsdiskussion zum Thema "Marke, Design, Technik: Was macht Uhren heute begehrlich?"
© PR
Woran orientiert man sich beim Uhrenkauf zuerst? Spielt die Marke die wichtigste Rolle, ist es das Design oder die Technik, sprich: das Uhrwerk? Darüber diskutierten auf der Munichtime 2018 vier namhafte Experten: der CEO von A. Lange & Söhne, Wilhelm Schmid, der Uhrendesigner Simon Husslein (u.a. Nomos und Ventura), der Markenstrategieberater Klaus-Dieter Koch (BrandTrust, Nürnberg) und der Uhrensammler und -journalist Gisbert L. Brunner. Moderiert wurde die Diskussion von Rüdiger Bucher, Chefredakteur Chronos und internationaler Redaktionsdirektor der Ebner-Uhrenmedien. Hier können Sie sich die Podiumsdiskussion in voller Länge anschauen:
Einige Statements der Teilnehmer:
Uhrenjournalist Gisbert Brunner bei der Podiumsdiskussion auf der Munichtime 2018
Uhrenjournalist Gisbert Brunner © PR
„Was bei Immobilien die Lage ist, ist bei Uhren die Marke. Die Marke ist ein ganz entscheidendes Kriterium. Das zweite ist die Optik. Optik muss Zukunft haben, langlebig sein. Bei exaltierten Designs ist mir die Halbwertszeit zu kurz. Das dritte ist die Haptik: Eine Uhr muss mir gefallen, wenn ich sie anfasse. Ich muss das Gefühl haben, dass ich sie am Handgelenk tragen will. Das vierte ist das Innenleben. Im Moment wird eine Uhr von vielen mehr wegen der Optik als wegen des Innenlebens gekauft. Ich selbst sehe das Innenleben schon noch als von großer Bedeutung an.“ Gisbert L. Brunner „Die Taschenuhr war rund. Wollte sich die Armbanduhr emanzipieren, musste sie anders werden. Der erste, der das nachhaltig tat, war Louis Cartier 1904 mit der Santos.“ Gisbert L. Brunner
Uhrendesigner Simon Husslein bei der Podiumsdiskussion, Munichtime 2018
Uhrendesigner Simon Husslein © PR
„Für mich als Gestalter beginnt der Gestaltungsprozess beim Absender. Das ist die Marke, aber das sind vor allem die Menschen, die diese Marke prägen. Und nur über Fragestellungen wie „Was wollen diese Menschen, wohin soll sich die Marke entwickeln?“ kann man sinnvoll einen Gestaltungsprozess beginnen. Das Ganze in Kombination mit dem Werk: Ohne das Werk zu kennen, zu verstehen, was es macht, wohin es die Uhr positionieren wird, braucht man mit dem Design nicht anzufangen." Simon Husslein „Retro kann im Idealfall etwas sehr Positives sein, nämlich dass man sich Impulse aus der Vergangenheit, die einen gestalterischen Wert kreiert haben und die man aus der zeitlichen Distanz heraus neu bewertet, herauspicken kann.“ Simon Husslein
Lange-CEO Wilhelm Schmid im Gespräch mit Rüdiger Bucher bei der Podiumsdiskussion auf der Munichtime 2018
Lange-CEO Wilhelm Schmid mit Rüdiger Bucher © PR
„Immer das Design. Wir fangen mit einer Idee an. Und erst, wenn wir eine Idee visualisiert haben, beziehen wir die Konstruktion mit ein. Diese hat dann die oft schwierige Aufgabe, die Ideen, die wir haben – die Uhr soll möglichst flach, möglichst klein sein – umzusetzen. Dann kann es sein, dass man im Design Abstriche machen muss.“ Wilhelm Schmid auf die Frage, ob bei A. Lange & Söhne am Anfang des Entwicklungsprozesses das Design oder das Werk steht „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir alle zehn Jahre etwas bringen müssen, was vorher keiner vermutet hätte. Und in dem Augenblick muss man damit leben, dass mindestens genauso viele einen hassen wie andere – hoffentlich – einen lieben. Aber nur aus diesem Diskurs heraus kann man die Marke weiterentwickeln und zukunftsfähig machen.“ Wilhelm Schmid
Klaus-Dieter Koch bei der Podiumsdiskussion auf der Munichtime 2018
Markenexperte Klaus-Dieter Koch © PR
"Aus unserer Sicht ist das Design der Diener der Marke. Der Designer und das Design dürfen sich nie über die Marke stellen. Sondern das Design muss die Marke innerhalb der gewohnten Muster und Erwartungen ausfüllen und – das gehört auch dazu – brechen. " Klaus-Dieter Koch „Man kann nicht unbeeinflusst von Marken kaufen. Eine Marke hat eine Orientierungsfunktion und sie stimuliert die Lust. Man ist stolz, wenn man sich ein Produkt einer tollen Marke kauft, von der man schon lange geträumt hat." Klaus-Dieter Koch „Eine Marke sollte Grenzen überschreiten, technologisch, in den Formen, im Ausdruck, in der Werbung, aber man muss die Grenzen kennen. Und wer sie nicht kennt, befindet sich in der Hochrisikozone und läuft Gefahr abzustürzen.“ Klaus-Dieter Koch
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Klaus-Dieter Koch, Gisbert L. Brunner, Wilhelm Schmid, Simon Husslein, Rüdiger Bucher
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion: Klaus-Dieter Koch, Gisbert L. Brunner, Wilhelm Schmid, Simon Husslein, Rüdiger Bucher © PR
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