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Lesedauer 4 Min.

Chrono24: Was die Watches & Wonders 2026 für den Uhrenhandel bedeutet

Rolex stoppt die „Pepsi“, Cartier belebt die Roadster neu – und der Sekundärmarkt reagiert sofort. Neue Chrono24-Daten zeigen, wie drastisch es ist.
Frontaufnahme der Cartier Roadster mit Armband
©  Cartier

Der Sekundärmarkt reagiert schneller als je zuvor. Das wird nun ganz deutlich. Die Watches & Wonders 2026 zeigt einmal mehr, dass die spannendsten Geschichten nicht nur auf den Messeständen entstehen – sondern vor allem danach. Neue Daten von Chrono24 liefern einen selten klaren Blick darauf, wie schnell und drastisch sich der globale Sekundärmarkt für Luxusuhren anpasst. Dabei treten zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen aufschlussreiche Dynamiken zutage: das Aus einer legendären Uhr und die Wiedergeburt eines Klassikers. Im Zentrum stehen zwei Modelle, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch denselben Effekt auslösen: eine massive Verschiebung von Angebot und Nachfrage innerhalb weniger Tage.

Zwei Versionen der Rolex OYSTER PERPETUAL GMT-MASTER II "Pepsi"

GMT-Master II mit klassischer „Pepsi“-Lünette und moderner Keramik – eine Ikone, die 2026 Geschichte schreibt.

©  Rolex

Die Einstellung der GMT-Master II „Pepsi“ von Rolex gehört zu den prägendsten Momenten der diesjährigen Messe. Chrono24-Daten zeigen, wie sensibel der Markt auf solche Signale reagiert – und wie stark sich Erwartungen in reale Bewegungen übersetzen.

Bereits die ersten Gerüchte Anfang März lösten eine erste Welle aus: Kaufanfragen stiegen um rund 500 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt von 2025. Parallel dazu sank das Angebot deutlich, da viele Besitzer ihre Uhren bewusst zurückhielten – ein klassisches Verhalten in Erwartung steigender Preise. Interessant ist die Zwischenphase: Die Nachfrage blieb stabil auf etwa doppelt so hohem Niveau wie üblich, während das Angebot weiter schrumpfte. Ein klares Zeichen dafür, dass sich der Markt nicht sofort beruhigt, sondern auf einem erhöhten Spannungsniveau verharrt.

Mit der offiziellen Bestätigung auf der Watches & Wonders folgte schließlich die zweite Welle – erneut ein Nachfrageanstieg von rund 500 Prozent. Besonders bemerkenswert: Die Bestätigung verstärkt den Effekt stärker als das Gerücht selbst. Der Markt reagiert nicht nur emotional, sondern strukturell.

Liegende Rolex Oyster Perpetual GMT-Master II "Pepsi" mit grünem Zifferblatt

Neue GMT-Master II mit grün-schwarzer Lünette: frischer Look, der die nächste Generation der Travel-Watch definiert.

©  Rolex

Noch extremer fällt die Entwicklung bei der Weißgold-Version aus. Hier stiegen die Kaufanfragen um über 700 Prozent, bei gleichzeitig ohnehin geringer Verfügbarkeit. Das Ergebnis: maximale Knappheit trifft auf maximale Begehrlichkeit.

Cartier Roadster: Der unterschätzte Revival-Effekt

Während Rolex ein klassisches Knappheitsszenario liefert, zeigt Cartier eine ganz andere Dynamik. Das Comeback der Roadster wirkt wie ein Katalysator für den Sekundärmarkt – allerdings nicht durch Verknappung, sondern durch Aufmerksamkeit.

Die Nachfrage nach dem Originalmodell hat sich mehr als verzehnfacht. Und das aus einem zuvor vergleichsweise ruhigen Markt heraus. Entscheidend ist hier: Das Angebot bleibt stabil. Besitzer halten ihre Uhren – offenbar in Erwartung steigender Preise oder wachsender Relevanz.

Dieser sogenannte „Halo-Effekt“ ist besonders spannend, weil er zeigt, wie stark ein neues Modell die Wahrnehmung eines alten verändern kann. Die Neuauflage wirkt wie ein Spotlight auf die erste Generation – und macht sie plötzlich wieder begehrenswert.

Zwei Mechaniken, ein Ergebnis

Was die Daten deutlich machen: Der Sekundärmarkt folgt klaren Mustern – aber nicht immer denselben: Bei Rolex dominiert die klassische Logik von Knappheit und Begehrlichkeit. Ein Modell verschwindet, das Angebot sinkt, die Nachfrage explodiert. Bei Cartier hingegen entsteht Wert durch Kontext. Ein Comeback verändert die Perspektive auf das Original und macht es neu relevant. Beide Wege führen zum gleichen Ergebnis: steigendes Interesse, höhere Marktaktivität und eine Neubewertung bestehender Modelle.

Warum diese Entwicklung entscheidend ist

Die Watches & Wonders 2026 unterstreicht eine zentrale Wahrheit des modernen Uhrenmarktes: Die Grenze zwischen Primär- und Sekundärmarkt existiert faktisch nicht mehr. Neuheiten beeinflussen nicht nur die Zukunft einer Marke, sondern unmittelbar auch ihre Vergangenheit. Modelle werden nicht nur gekauft, weil sie neu sind – sondern weil sich ihre Geschichte verändert.

Watches and Wonders Rolex Rolex GMT-Master II Cartier Luxusuhren

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