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Was ist Nivaflex?

Nivaflex
© PR
Nivaflex ist eine ausgehärtete Speziallegierung auf Kobaltbasis. Der Werkstoff besteht neben diesem Material aus Zusätzen von Eisen, Nickel, Chrom, Beryllium, Molybdän, Titan und Wolfram. Er ist dehnbar und weist eine hohe Korrosionsbeständigkeit auf. Das Material ist also rostfrei, hochelastisch, zudem antimagnetisch und damit optimal, daraus bruchsichere Federn in kleinsten Dimensionen herzustellen, weshalb Nivaflex für Trieb und Druckfedern in der Uhrenindustrie eingesetzt wird. Entwickelt wurde das Material 1948 von Reinhard Straumann (1892 – 1967), der nach seinem Studium am Technikum Le Locle bedeutende Erfindungen für die Uhrenindustrie machte. Zum Beispiel baute er mit Siemens zusammen die erste Zeitwaage und entwickelte eine Nickel-Eisen-Legierung mit dem Zusatz von Beryllium, welche die Bezeichnung "Nivarox" erhielt und mit der selbstkompensierende Unruhspiralfedern möglich wurden.
Um Nivaflex industriell herstellen zu können, gründete Reinhard Straumann 1951 in Saint-Imier die Nivaflex SA. »Sein« Nivaflex ist aus 42 bis 48 Prozent Kobalt, 15 bis 25 Prozent Nickel, 16 bis 22 Prozent Chrom sowie je zwei bis sechs Prozent Molybdän, Wolfram und Eisen und außerdem aus Spuren von Titan und Beryllium legiert. Der Kohlenstoffanteil liegt unter 0,1 Prozent. Jahrzehntelang bestanden Zugfedern nämlich aus reinem rostanfälligen und bruchgefährdeten Kohlenstoffstahl, bevor struktur- und kaltgewalzte Legierungen, wie Nivaflex, die anfälligen Federspeicher ablösten. Das Brechen von Federn war jahrhundertelang eine der häufigsten Pannen bei Uhren – bis hin zu den Taschen- und später auch Armbanduhren. Nivaflex-Zugfedern bestechen neben ihrer exzellenten Korrosionsbeständigkeit und über 800 Vickers Härte auch durch extreme Zugfestigkeit und hohe Biegewechselfestigkeit sowie gute Temperaturbeständigkeit zwischen minus 50 und plus 350 Grad Celsius. Die Gangautonomie eines Uhrwerks hängt bei Verwendung klassischer Nivaflex-Federn aber auch von deren Länge ab. An die Stelle einer sehr langen Zugfeder können auch mehrere kurze treten, welche ihre Kraft seriell oder parallel geschaltet an das Räderwerk abgeben. Nivaflex beschert Zugfedern auch eine wesentlich gleichmäßigere Kraftentladung als frühere Stahlfedern. Deshalb kann man heute auf Hilfskonstruktionen wie Kette und Schnecke oder Malteserstellungen, die dafür sorgten, dass vor allem die mittlere Federkraft genutzt wurde, verzichten. MaRi
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