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Chrono24 lanciert Uhrenmarkt-Index

Rolex Uhr, Patek Philippe Uhr
© PR

Chrono24 hat den ersten auf realen Verkaufsdaten basierenden Uhrenindex vorgestellt. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Unternehmens greift die Datenbank namens "ChronoPulse" auf über 4,6 Millionen Datensätze aus zwei Jahrzehnten historischer Analysen sowie realer Verkaufsdaten zurück und bildet Verkaufstrends, Marktentwicklungen und somit eine Repräsentation des Sekundärmarktes für Luxusuhren. Dazu nutzt Chrono24 die anonymisierten Verkaufsdaten der eigenen Plattform.

Chrono24 ChronoPulse © Chrono24

Die Essenz der Datenkunst

Für den Start wurden vierzehn der wichtigsten Marken nach Handelsvolumen untersucht, der Index wird tagesaktuell aktualisiert. Auswahl und Gewichtung der einzelnen Hersteller und Uhrenmodelle wird alle sechs Monate reevaluiert und gegebenenfalls angepasst. Vertreten sind die Marken Rolex, Omega, Patek Philippe, Audemars Piguet, Breitling, Cartier, IWC, Panerai, TAG Heuer, Jaeger LeCoultre, Hublot, Vacheron Constantin, Grand Seiko und Zenith. Die Uhrenhersteller wurden nicht zufällig ausgewählt, sie repräsentieren laut Chrono24 mehr als 80 Prozent des weltweiten Handelsvolumens des Sekundärmarktes für Luxusuhren. Der Index zieht jedoch nicht lediglich die Begehrlichkeit von Modelllinien in Betracht, derzeit sind die zehn umsatzstärksten Modelle jedes Herstellers im ChronoPulse-Index vertreten – damit startet die Übersicht mit insgesamt 140 Referenzen. Der Preisindex verwendet außerdem eine Kombination aus neuen und gebrauchten Uhren und berücksichtigt unterschiedliche Varianten für jede Referenz.

Die ChronoPulse-Daten: am Puls der Zeit

ChronoPulse Uhrenindex Chono24 © PR

Tim Stracke, Co-CEO von Chrono24, erklärt: "Schon lange sind wir die erste Anlaufstelle für Uhrenhändler, -enthusiasten und -sammler, wenn es um Preisinformationen sowie Wertentwicklungen einzelner Referenzen geht. In unserer 20-jährigen Geschichte hat sich ein umfangreicher Schatz an objektiven Daten angesammelt, die eine unschlagbare Darstellung des Gebrauchtuhren-Marktes bieten. Es ist uns eine Freude, diese Daten als Service für die gesamte Uhrenindustrie zur Verfügung stellen zu können und sie mit der Chrono24-Community zu teilen."

Laut dem Uhrenindex ist die Rolex Datejust 41 Referenz 126334 in den letzten vier Jahren um 63,81 % gestiegen, im letzten Jahr aber um -3 ,04 % gefallen – ähnlich verhält es sich bei einer Patek Philippe Nautilus 5726A-001, die mit 98,88 % an Interesse seit 2019 zugelegt hat, die Begehrlichkeit im letzten Jahr aber wieder um - 19,70 % gesunken ist.

Wir haben bei Tim Stracke über Nutzung und Nutzen des Uhrenindex nachgefragt:

WatchTime: Welchen Nutzen können Sammler und Liebhaber aus der Nutzung des Uhrenindex ziehen?

Tim Stracke: Durch die Nutzung realer Verkaufsdaten ist ChronoPulse in der Lage, die präziseste Repräsentation des Sekundärmarktes für Luxusuhren darzustellen. Darüber hinaus wird ChronoPulse von mehr Marken und Referenzen beeinflusst als jeder andere Index und repräsentiert so ein breiteres Spektrum des Uhrenmarktes, anstatt sich auf die großen drei Brands zu fokussieren. Wir wollen unsere, über 20 Jahre aufgebaute, Datenpower mit der weltweiten Community teilen und für noch größere Transparenz am Markt Sorgen, die bei der Entscheidung übers Kaufen, Verkaufen oder Behalten helfen soll.

Gibt es Beispiele für Erkenntnisse oder Trend, die durch den Uhrenindex entdeckt wurden?

Hier gibt es einige spannende Beispiele, zum Beispiel in Bezug auf Jaeger LeCoultre: Spannend ist hier, wie konstant das Wachstum ist. Bei JLC handelt es sich um eine Brand, die wahrscheinlich noch nicht so stark im Mainstream angekommen ist. Die konstante Erhöhung die Listenpreise hat aber allem Anschein nach im Sekundärmarkt mitgezogen.Bei Omega verhält es sich dagegen, so dass auch wenn der Index bei Omega hier in letzter Zeit etwas gefallen ist, kann man hier eine recht konstante Entwicklung sehen. Zumindest sollte es Käufern Sicherheit geben, dass man bei einem Kauf einer Omega-Uhr mit keinen großen Verlusten rechnen muss. Auch Cartier zeigt eine super starke Entwicklung und die Daten belegen, dass die Marke "im Trend" ist. Und über Rolex sollte man definitiv sprechen. Unsere Zahlen zeigen Anfang des Jahres eine deutlich konstantere Entwicklung als andere Indizes. Hier spielt sicherlich eine Rolle, dass das Preisniveau der Inserate Anfang des Jahres deutlich über dem Niveau der Verkaufspreise lag. Die Inseratspreise haben sich aber mittlerweile sehr stark an die Verkaufspreise angenähert. Da unser Index auf realen Verkaufswerten basiert, sehen wir hier also nicht so einen starken Rückgang, wie in anderen Indizes.

Gab es schon Feedback von der Uhrenindustrie oder von Uhrensammlern, wie hat dies den Uhrenindex beeinflusst?

Uns war es besonders wichtig, den Ball so früh wie möglich an Experten aus der Industrie zurückzuspielen. So haben wir in frühen Entwicklungsschritten unabhängige Experten involviert, mit denen Komposition und verschiedene Modelle diskutiert wurden. Zu diesen Experten gehören u.a.:

Jack Wong – Uhrensammler aus Singapur – Jack ist ein Banker aus Singapur, der sich schon lange für Uhren interessiert. Seine Sammlung reicht von FP Journe über Blancpain bis Rolex und darüber hinaus. Außerdem restauriert er als Hobby alte Uhren.

Eric Wind – Inhaber von Wind Vintage: Wind ist ein in Florida ansässiger Unternehmer, der Vintage-Uhren kauft und verkauft und Liebhabern hilft, außergewöhnliche Sammlungen zusammenzustellen. Er ist ein ehemaliger Hodinkee-Mitarbeiter, der später als Senior Specialist und Vice President bei Christie's arbeitete. Eric gilt als einer der berühmtesten Uhrenhändler der Welt, zu dessen Kunden Berühmtheiten wie Fred Savage, Jimmy O Yang oder Seth Curry gehören.

Brendan Cunningham – Horologic Economic Advisor: Brendan is Professor für Wirtschaft an der Eastern Connecticut State University, Mitarbeiter von Time + Tide Watches und offizieller Berater von Watchsignals. Brendan lehrt und forscht seit über 20 Jahren als Wirtschaftswissenschaftler. Die meisten seiner Forschungen liegen auf dem Gebiet der Industrieorganisation, die auch in die Analysen einfließen, die er auf Horolonomics, seinem Blog über die Ökonomie der Uhrmacherei, präsentiert. Brendan hat an der Columbia University in Wirtschaftswissenschaften promoviert und am Oberlin College einen BA in Wirtschaftswissenschaften (mit Auszeichnung) und Geschichte erworben.

Hier können Sie auf ChronoPulse zugreifen.

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