Produkt: Download: Test der Loninges Heritage Military 1938
Download: Test der Loninges Heritage Military 1938
Retro in seiner schönsten Form: Die neue Longines Heritage Mililtary 1938 begeistert durch ausgewogene Schönheit. Chronos hat die Uhr getetest.

5 Fakten über Longines

Eleganz und Sport

Mit jährlich rund 1,5 Millionen Uhren ist Longines einer der größten und erfolgreichsten Schweizer Uhrenhersteller. Beim Umsatz belegt man mit geschätzt 1,65 Milliarden Franken Platz vier hinter Rolex, Omega und Cartier und liegt damit vor Patek Philippe, Audemars Piguet und Tissot. Vor allem in China ist die Traditionsmarke aus Saint-Imier im Schweizer Jura seit Jahrzehnten sehr begehrt. Longines hat eine lange Historie bei Fliegeruhren und in der Sportzeitmessung, setzt aber seit vielen Jahren vor allem auf das Thema Eleganz, was sich ebenso im Uhrendesign ausdrückt wie in der Wahl der Sponsoring-Aktivitäten.

Longines: HydroConquest All Black
Longines: HydroConquest All Black

Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf das Jahr 1832 zurück. 2017 feierte Longines 2017 sein 185-jähriges Bestehen unter anderem mit der neuen Kollektion Record und der Quarzuhr Conquest V.H.P.. Letztere besitzt ein sogenanntes GPD-System (Gear Position Detection) – ein System, das den Gang der Quarzuhr überwacht und erkennt, wenn sie Stößen und Magnetfeldern ausgesetzt ist und sie gleichzeitig davor schützt.

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Wristshot: So sitzt die Longines Conquest V.H.P. am Handgelenk
Wristshot: So sitzt die Longines Conquest V.H.P. am Handgelenk

Doch zurück ins Jahr 1832: In diesem Jahr trat Auguste Agassiz als Teilhaber in das Uhrmacheratelier Raiguel Jeune & Cie. in St. Imier ein. 1846 wurde er alleiniger Inhaber. 1866 kaufte sein Neffe Ernest Francillon, der 1854 in das Unternehmen von Agassiz einstieg, zwei Parzellen Land im Süden der Stadt. Dieses Gebiet trug den Namen “les longines” was so viel wie “längliche Wiesen” bedeutet. Bereits ein Jahr später begann Francillon hier eine Fabrik zu bauen, mit dem Ziel, die Arbeit zu zentralisieren und die Produktion nach und nach zu mechanisieren. Im Jahr 1867 entschied er sich, die Uhren nicht mit seinem eigenen Namen, sondern mit Longines zu signieren und fügte noch ein Symbol hinzu: die geflügelte Sanduhr. Im Jahr 1878 stellt die Firma ihren ersten eigenen Taschenchronographen vor mit dem Kaliber 20H. Dafür nutzte Longines eine Entwicklung des 1848 in die USA ausgewanderten Uhrmachers Henry Alfred Lugrin: ein rückseitig auf gängigen Uhrwerken montierbares Schaltwerk. Sie passten den Stoppmechanismus mit Kegelrad-Vertikalkupplung so an, dass er auf das hauseigene Handaufzugskaliber 20L passte. Der Kronendrücker des 20H steuerte die drei Funktionen Start, Stopp und Nullstellung per Schaltrad nacheinander an.

Longines: The Lindbergh Hour Angle Watch 1927-2017 90th Anniversary
Longines: The Lindbergh Hour Angle Watch 1927-2017 90th Anniversary

In den folgenden Jahren widmete sich das Unternehmen schwerpunktmäßig der Sportzeitmessung und unterstützte wissenschaftliche Expeditionen. So war Longines für die Zeitmessung der historischen Atlantik-Überquerung durch Charles Lindbergh im Jahr 1927 zuständig. Anschließend beriet Lindbergh den Uhrenhersteller bei der Entwicklung einer speziellen Armbanduhr, der “Stundenwinkeluhr”, die später unter dem Namen “Lindbergh-Uhr” erhältlich ist und 2017 ihren 90. Geburtstag feiert.

Der gute Ruf des Unternehmens ist belegbar: Longines erhielt zwischen 1885 und 1929 insgesamt zehn Mal den ersten Preis bei Weltausstellungen. Mit dem Aufkommen der billigen Quarzuhren aus Japan in den 1970er-Jahren, die in der Schweiz zum Untergang vieler traditionsreicher Uhrenhersteller führte, hatte auch Longines zu kämpfen. Doch als die Marke Anfang der Achtziger zur Swatch Group (damals: SMH) kam, stellte deren Chef Nicolas G. Hayek die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft: Longines verzichtete auf eine eigene Werkeproduktion, die stattdessen zentral bei der Konzernschwester Eta angesiedelt wurde, und konzentrierte sich auf Produktentwicklung und Marketing. Bei Letzterem ging es vor allem darum, der Marke weltweit ein einheitliches Profil zu geben. Longines sollte wieder zum Inbegriff der eleganten Uhr werden. Die Strategie wurde ein voller Erfolg.

Fakt #1 über Longines: Erschwingliche Beständigkeit

Die Uhren von Longines zeichnen sich durch ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus. So dominiert die Marke den Preisbereich für mechanische Uhren zwischen 1.000 und 3.000 Euro; Automatikchronographen gibt es bereits ab 1.800 Euro. Longines produziert jährlich rund 1,4 Millionen Uhren, deren Kaliber von der Konzernschwester Eta – teilweise auch exklusiv für die Marke – hergestellt werden. Schon seit jeher stellt die Marke Uhren mit hohem Alltagsnutzen her, die sich durch ein klassisch-elegantes Design auszeichnen. Präzision und Zuverlässigkeit werden großgeschrieben. So kommt in der neuen eleganten Kollektion Record ein Kaliber mit Siliziumspirale zum Einsatz, das von der COSC als Chronometer ausgezeichnet ist.

Longines: Record
Longines: Record

Fakt #2 über Longines: Die berühmte Wankdorf-Uhr

Jeder deutsche Fußballfan kennt die große Stadionuhr mit Longines-Werbung, die bei der WM 1954 im Berner Wankdorfstadion stand und auch den 3:2-Finalsieg Deutschlands gegen Ungarn ­anzeigte. Nach dem Abriss des alten Stadions steht sie, teil­renoviert, seit 2007 vor dem an gleicher Stelle neu gebauten Stade de Suisse.

Longines-Werbung beim WM-Finale 1954 im Berner Wankdorfstadion
Longines-Werbung beim WM-Finale 1954 im Berner Wankdorfstadion

Fakt #3 über Longines: Das älteste Markenzeichen der Welt

Am 27. Mai 1889 meldete Ernest Francillon, Eigentümer der Uhrenmarke Longines, das Logo mit der geflügelten Sanduhr beim Schweizerischen Patentamt als Wahrzeichen seiner Firma an. Dies macht Longines zum ältesten eingetragenen Markenzeichen der Welt, das heute noch in seiner ursprünglichen Form verwendet wird. Die Sanduhr ist ein Instrument zur Zeitmessung und gleichzeitig ein Symbol für das Verstreichen der Zeit. Die geflügelte Sanduhr symbolisiert die Messung der Zeit, die wie im Flug vergeht. Schon 1876 gehörte das Symbol zu einer echten Longines-Uhr. Die damals sehr geschätzten Longines-Uhren wurden gerne gefälscht. Als Signatur der Echtheit und zum Schutz gegen Fälschungen ließ Ernest Francillon die geflügelte Sanduhr in seine Uhren gravieren – und zwar ins Werkinnere, auf den Unruhkloben. 1893 meldete Francillon das Logo auch als international geschütztes Zeichen an. Bis in die 1950er Jahre blieb die Sanduhr jedoch im Werkinneren verborgen. Erst während des Aufschwungs der Nachkriegsjahre, in den Fünfzigern, schaffte sie es zusammen mit dem mittlerweile ebenfalls geschützten Longines-Schriftzug auf die Zifferblätter der Armbanduhr.

Das älteste Logo der Welt ist auf diesem Werbeplakat von 1900 noch sehr naturalistisch dargestellt
Das älteste Logo der Welt ist auf diesem Werbeplakat von 1900 noch sehr naturalistisch dargestellt

Fakt #4 über Longines: Retro ist Trumpf

Unter dem Namen “Heritage” lässt Longines regelmäßig spannende Modelle aus der eigenen Geschichte als wieder neu aufleben. Das tun viele Uhrenmarken, aber kaum eine so konsequent wie Longines. Bereits seit Ende der 1980er Jahre setzt Longines auf Retro. ­Das Ganze begann 1987 mit der Lindbergh Hour Angle Watch, die die Marke aus Saint-Imier zum 60-jährigen Jubiläum von Charles Lindberghs Nonstop-Transatlantikflug von New York nach ­Paris herausbrachte. Diese Uhr verkaufte sich wesentlich besser als Longines selbst zu hoffen gewagt hatte und bildete den Grundstein für spätere Neuauflagen historischer Zeitmesser, deren Vorbilder sich in den gut gepflegten Archiven der Marke finden.

Longines: Avigation Watch Type A7 1935
Longines: Avigation Watch Type A7 1935

Ein aktuelles Beispiel ist die 41 Millimeter große Avigation Watch Type A-7 1935: Sie zitiert die historische Avigation Type A-7 mit ihrem um 40 Grad gedrehten Zifferblatt, das auch dann ein schnelles Ablesen ermöglichte, wenn Piloten sie, wie damals üblich, an der Handgelenksinnenseite trugen. Uhren des Namens Avigation Type A-7 hatte Longines in den dreißiger Jahren für US-Militärpiloten entwickelt. Uhren, die die strengen Standards der US Army erfüllten, wurden als Type A-7 klassifiziert.

Fakt #5 über Longines: Die ältesten Longines-Uhren Deutschlands

Im Frühjahr 2019 veranstaltete Longines einen Wettbewerb zur Suche nach der ältesten Longines-Uhr Deutschlands. Das überraschende Ergebnis: Gleich sechs Taschenuhren aus dem Jahr 1869 wurden eingereicht. Den Sieg holte sich ein Sammler aus Nordrhein-Westfalen mit einer silbernen Savonnette-Taschenuhr mit dem Kaliber AA4 und der Seriennummer 3166. Es handelt sich erst um das neunte bekannte Exemplar, bei dem das bekannte Firmenlogo von Longines, die geflügelte Sanduhr, auf dem Unruhkloben und nicht versteckt unter dem Zifferblatt zu finden ist.

Älteste Longines-Uhr Deutschlands: Diese silberne Savonnette-Taschenuhr von 1869 gewann den Wettbewerb mit geringem Vorsprung
Älteste Longines-Uhr Deutschlands: Diese silberne Savonnette-Taschenuhr von 1869 gewann den Wettbewerb mit geringem Vorsprung

Doch das Uhrwerk bietet noch eine weitere Überraschung: In den Jahren nach der Unternehmensgründung 1832 als „Comptoir d’établissage“ wurden Longines-Uhren noch an unterschiedlichen Fertigungsstätten in Heimarbeit produziert. Das Kaliber AA4 ist das letzte dieser seltenen Comptoir-Werke aus den Anfangstagen der Marke. Eigentlich war es im Jahr 1869 bereits durch das 1867 lancierte, erste „industriell“ gefertigte Longines-Kaliber 20A aus der noch jungen Fabrik in Saint-Imier ersetzt worden. Die Taschenuhr ist also ein rares Relikt aus einer bedeutenden Übergangsphase bei Longines.

Im Wettbewerbssieger tickt das Longines-Handaufzugskaliber AA4
In der ältesten Longines-Uhr Deutschlands tickt das Longines-Handaufzugskaliber AA4

Fortlaufend aktualisierter Artikel, erstmals online gestellt im Juni 2016.

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Produkt: Download: Vergleichstest Eindrücker-Chronographen von Hanhart, Longines und Montblanc
Download: Vergleichstest Eindrücker-Chronographen von Hanhart, Longines und Montblanc
Ein Drücker und zwei Counter: Die Chronographen von Hanhart, Longines und Montblanc zitieren in zweierlei Hinsicht die Geschichtsbücher. Das UHREN-MAGAZIN hat sie getestet.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Sehr interessante Berichte über Werdegang von der Firma. Grosse Bedeutung von Logo nachschaulich erklärt. Somit noch mehr stolz ein Besitzer einer Longines Zäunen sein. Danke

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  2. Besitze eine Longines Damenuhr,die vom ortsansässigen Uhrmacher nicht mehr repariert werden kann. Da es sich um ein Geburtstagsgeschenk handelt wollte ich anfragen ob es irgendeine Adresse gibt, wo man die Uhr einsenden kann. Die Uhr ist ca. 25 Jahre alt. Bitte um Antwort. Mit freundlichen Grüßen Elfriede H.

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  3. Über folgenden Link können Sie ein Service-Center in Ihrer Nähe suchen: https://www.longines.de/servicecenter-suchen

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  4. Hallo,
    ich besitze ein Taschenuhrwerk auf desen Zifferblatt Longines steht. Auch die Bauweise des Werkes erinnert an Longines. ABER, weder ist ein Signum zu erkennen und die Werknummer 1941808 kann ich ebenfalls nicht zuordnen. Können Sie mir helfen, zu klären was ich da habe ? MfG A.Bartko

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  5. Guten Tag! Vielen Dank für Ihre Anfrage. Wenden Sie sich doch damit direkt an Longines – denn ohne die Uhr zu sehen, können wir leider keine Auskünfte geben. Vielleicht gibt es ja ein Service-Center in Ihrer Nähe: https://www.longines.de/servicecenter-suchen
    Vor kurzem hatte sich Longines auch in einem Wettbewerb auf die Suche nach der ältesten Longines-Uhr gemacht. Unter folgender Telefonnumer konnte man dort Details zu den Uhren abklären lassen. Der Wettbewerb ist zwar schon vorbei, aber vielleicht ist die Nummer ja noch aktiv: +49/6196/88777-2099. Beste Grüße, Ihr Watchtime.net-Team

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