Vulcain Cricket Titan: Der mechanische Armbandwecker erhält einen neuen Klang
Vulcains mechanischer Armbandwecker erhält einen neuen Klang
Kaum eine mechanische Armbanduhr ist so eng mit einer akustischen Funktion verbunden wie die Vulcain Cricket. Ihr kräftiges, an das Zirpen einer Grille (englisch "cricket") erinnerndes Wecksignal gehört seit 1947 zur Identität der Marke aus Le Locle. Nun erhält der Klassiker eine technisch weitreichende Neuinterpretation: Bei der neuen Vulcain Cricket Titan bestehen das 39 mm große Gehäuse, die Lünette, das Zifferblatt und sogar wesentliche tragende Komponenten des Uhrwerks aus Titan. Neben der Tatsache, dass Titan ein leichtes, angenehm zu tragendes und hautfreundliches Gehäusematerial ist, beeinflusst das Material auch die Übertragung und Charakteristik des mechanischen Alarms positiv. Daher hat Vulcain zusätzlich zentrale Elemente des Cricket-Mechanismus neu auf das Material abgestimmt.
Verbesserter Klang dank Titangehäuse: Vulcain Cricket Titan
VulcainKaliber V14 mit Platine und Brücken aus Titan
Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber V14, das vollständig in der Vulcain-Manufaktur in Le Locle montiert wird. Seine konstruktive Besonderheit liegt in den tragenden Werkkomponenten: Grundplatine und Brücken bestehen aus Titan. Das ist in der mechanischen Uhrmacherei selten, denn der Werkstoff bietet zwar ein ausgezeichnetes Verhältnis von Festigkeit zu Gewicht, ist in der Bearbeitung jedoch deutlich anspruchsvoller als Messing oder Neusilber. Insbesondere das präzise Einsetzen von Stahlkomponenten und Lagersteinen in die Titanbrücken erforderte laut Vulcain umfangreiche technische Anpassungen. Titan reagiert bei Bearbeitung, Reibung und Montage anders als die üblicherweise verwendeten Werkstoffe. Entsprechend mussten die Konstrukteure das Wecksystem nicht nur konstruktiv anpassen, sondern auch akustisch neu abstimmen.
Das Werk besteht aus 157 Komponenten und arbeitet mit gemächlichen 18.000 Halbschwingungen pro Stunde. Die Gangreserve beträgt 52 Stunden. Wie bei den historischen Cricket-Kalibern erfolgt der Aufzug von Hand. Durch den Saphirglasboden sind die mit Genfer Streifen verzierten Brücken, gebläute Schrauben und die Gravur „Titane“ auf der Räderwerksbrücke sichtbar.
Durch den Glasboden sieht man das Handaufzugskaliber V14.
VulcainTitan verändert den Cricket-Klang
Das Prinzip des mechanischen Alarms bleibt erhalten: Ein Hammer schlägt auf einen Amboss, der unmittelbar mit dem Gehäuseboden verbunden ist. Dieser gerät dadurch in Schwingung und verstärkt das charakteristische Geräusch. Beim neuen Modell bestehen sowohl der Amboss als auch das daran befestigte Vulcain-„V“ aus Titan. Vulcain nutzt damit gezielt die Schwingungseigenschaften des Materials. Das Ergebnis soll nicht lauter, sondern feiner ausfallen. Vulcain selbst spricht deshalb auch von einer sanfteren und raffinierteren Interpretation des bekannten Cricket-Klangs. Der Weckton bleibt rund 20 Sekunden lang hörbar.
Für die Energieversorgung verfügt das Werk weiterhin über zwei voneinander unabhängige Federhäuser. Eines versorgt das Räderwerk, während das zweite ausschließlich die Energie für den Alarm speichert. Dadurch beeinflusst das Auslösen der Weckfunktion nicht unmittelbar die Gangreserve des eigentlichen Uhrwerks. Hinzu kommt das Vulcain-System Exactomatic: Es stabilisiert die an die Unruh abgegebene Energie und soll dadurch eine möglichst gleichbleibende Amplitude und Ganggenauigkeit gewährleisten – unabhängig davon, wie weit die Zugfeder bereits entspannt ist.
Wie immer nutzt Vulcain den Gehäuseboden als Klangkörper.
VulcainDeutlich hörbar dank Resonanzkörper
Die Cricket zählt zu den bedeutendsten Konstruktionen in der Geschichte mechanischer Armbandwecker. Erste Versuche, eine Alarmfunktion am Handgelenk zu realisieren, gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Miniaturisierung brachte jedoch ein grundlegendes Problem mit sich: In einem kleinen Gehäuse mussten ausreichend Energie und Resonanz erzeugt werden, damit das Signal im Alltag gut hörbar war. Nach fünf Jahren Entwicklungsarbeit präsentierte Robert Ditisheim 1947 das Vulcain-Kaliber 120. Der Weckerhammer schlug auf einen mit dem Gehäuseboden verbundenen Resonanzkörper und erzeugte einen ungewöhnlich kräftigen Ton. Der Name „Cricket“ bezog sich auf die Grille, deren Zirpen trotz der geringen Körpergröße über große Entfernungen hörbar ist. Die Uhr wurde besonders in den Vereinigten Staaten bekannt. Mehrere US-Präsidenten trugen eine Vulcain Cricket, darunter Harry S. Truman, Dwight D. Eisenhower, Lyndon B. Johnson und Richard Nixon. Dadurch erhielt sie den bis heute gebräuchlichen Beinamen „The Presidents’ Watch“. Anfang der 2000er-Jahre modernisierte Vulcain die historische Konstruktion. Daraus entstand unter anderem das Kaliber V10, das die technische Grundlage späterer Cricket-Modelle bildete. Das neue V14 führt dieses Konzept nun mit Titan als zentralem Konstruktions- und Klangmaterial weiter.
Zifferblatt mit Guilloché-Effekt: Vulcain Cricket Titan
VulcainKomplett aus Titan gestaltet
Auch äußerlich setzt Vulcain das Materialkonzept konsequent um. Das 39-mm-Gehäuse besteht aus Grade-5-Titan; Gleiches gilt für die Lünette und das graue Zifferblatt. Dessen geometrische Struktur erzeugt einen Guilloché-Effekt und erinnert optisch an sich überlagernde Schallwellen. Vernickelte Stundenindizes heben sich vom grauen Untergrund ab. Die Stunden- und Minutenzeiger sind gebläut, während die zentrale Sekunde schwarz ausgeführt ist. Ein zusätzlicher vernickelter Zeiger mit schwarzer Pfeilspitze dient zum Einstellen der gewünschten Alarmzeit. Die Bedienung ist so, wie man sie von früher her kennt: Über die Krone bei 3 Uhr werden die Uhrzeit eingestellt und die beiden Federhäuser aufgezogen. Der Drücker bei 2 Uhr ist der Weckfunktion zugeordnet. Getragen wird die Uhr an einem schwarzen Kalbslederband mit Schnellwechselsystem.
Die Vulcain Cricket Titan ist auf 100 Exemplare limitiert. Der Preis für Deutschland liegt bei 6.760 Euro.