Anoma A1 Prehistoric: Der Run auf die 2026er Edition
Mit der A1 Prehistoric startet Anoma in eine neue Runde: Die für 2026 auf 100 Exemplare limitierte Edition fand innerhalb kürzester Zeit großen Anklang. Kein Zufall, denn die junge Marke setzt auf eigenständiges Design und ungewöhnliche Perspektiven auf die mechanische Uhr. Wer besondere Zeitmesser abseits des Mainstreams sucht, sollte Anoma im Blick behalten.
Die Marke Anoma
Die Kollektion von Anoma umfasst gerade einmal drei Uhren. Wie die Prehistoric gehören auch die Core Collection und die Optical – beide erhältlich in zwei Varianten – zur Modellfamilie A1. Hinter der Marke Anoma steht die 2023 gegründete britische Gesellschaft Forma Watches Limited.
Am Handgelenk nimmt das Gehäuse der Anoma A1 Prehistoric einen Platz von 39 mal 39 Millimetern ein.
AnomaGesicht und Creative Director von Anoma ist Matteo Violet-Vianello, der zuvor bei Sotheby’s und A Collected Man Erfahrungen mit exklusiven Zeitmessern sammelte. Bereits als Kind nahm Vianello in Paris alte Uhren aus einer Schublade seiner Familie auseinander. Diese Mischung aus Sammlerwissen und Designbesessenheit prägt bis heute die Philosophie von Anoma: Uhren nicht als klassische Zeitmesser zu begreifen, sondern als tragbare Skulpturen. Der Name ist Programm – „Anoma" ist die Kurzform von „Anomalie". Entworfen wird in London, gefertigt in der Schweiz. Zentrales Element der Kollektion ist seit dem ersten Modell die A1: ein abgerundetes, dreieckiges, lugloses Gehäuse ohne sichtbare Krone, das wenig mit konventioneller Uhrenarchitektur gemein hat. Mit der A1 Prehistoric bekommt diese Grundform nun eine ihrer bislang radikalsten Interpretationen.
Starke Kontraste: Gehäuse und Blatt der A1 Prehistoric
Für die Gestaltung der A1 Prehistoric setzte Violet-Vianello den Schwerpunkt auf ein Gehäuse aus von Hand gehämmertem Edelstahl. Dessen kräftig konturierte Oberfläche stellt den Kontrast zur Samtanmutung des handgravierten Zifferblatts, über letzterem spannt sich entspiegeltes Saphirglas. Im Inneren der Uhr arbeitet das Automatikwerk SW100 von Sellita.
Die kräftigen Konturen des Gehäuses stehen im Kontrast zum samtig wirkenden Zifferblatt der Anoma A1 Prehistoric.
AnomaVom Design-Objekt zum archäologischen Fundstück
Die Idee hinter der Prehistoric ist so simpel wie konsequent: Anoma nimmt die skulpturale A1-Form und konfrontiert sie mit der Kraft der menschlichen Hand – so, wie sie sich in den ältesten Werkzeugen der Menschheitsgeschichte zeigt. Pfeilspitzen, Faustkeile, roh gehämmerter Stein: Diese Objekte tragen jede einzelne Kerbe als Spur einer bewussten, oft brachialen Bearbeitung, und genau diese Energie überträgt Anoma auf ein Uhrengehäuse. Umgesetzt wird das nicht im eigenen Atelier, sondern von einem externen Spezialisten: Steven Brunel, ein traditioneller französischer Graveur, dessen Arbeiten bereits im Louvre gezeigt wurden. Keine zwei Exemplare fallen am Ende identisch aus – das ist bei dieser Art der Bearbeitung praktisch ausgeschlossen und macht jede Prehistoric zu einem Einzelstück innerhalb der limitierten Serie.
Über 600 Linien – von Hand ins Zifferblatt geschnitten
Das Zifferblatt erhält dieselbe artisanale Behandlung wie das Gehäuse. Statt eines gedruckten oder gestanzten Musters trägt es ein Sonnenschliff-Muster aus rund 600 einzeln von Hand geschnittenen Linien, eingearbeitet in eine Messingbasis. Anschließend wird das Blatt in einem tiefen Anthrazit finalisiert, das an die monochrome Erscheinung früher Werkzeuge aus Stein und Feuerstein erinnert. Das Ergebnis ist ein Zifferblatt, das je nach Lichteinfall zwischen mattem Schwarz und einem leichten Silberglanz wechselt und der Uhr trotz der reduzierten Farbigkeit eine überraschende Tiefe verleiht.
Die weichen Dreiecksformen von Blatt und Gehäuse sind leicht zueinander versetzt und nehmen am Handgelenk 39 auf 39 Millimeter ein. Die Höhe der Zweizeigeruhr liegt bei 9,45 Millimetern. Das Saphirglas ist beidseitig entspiegelt, die Wasserdichtigkeit liegt bei alltagstauglichen 50 Metern. Am Lederband ist die Anoma A1 Prehistoric für umgerechnet rund 3.400 Euro (2.900 Pfund) erhältlich.
Die Kombination aus archaischer Handgravur und der ohnehin schon eigenständigen Dreiecksform ergibt eine Uhr, die weniger nach Zifferblatt und Zeigern aussieht als nach einem Fundstück aus einer anderen Epoche – und genau das ist erkennbar die Absicht. Technisch bleibt die Prehistoric bodenständig, wer die ungewöhnliche Formsprache der A1 mag und bereit ist, für handgemachte Individualität zu zahlen, findet in der Prehistoric eine der eigenständigsten Uhren, die derzeit aus London kommen.