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Lesedauer 5 Min.

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red": Glashütter Mut zur Farbe

Mit der Turin Automatik „Bright Red" wagt Bruno Söhnle eine expressiv farbige Uhr – produziert für genau ein Jahr.
Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red" in der Hand gehalten

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red"

© Bruno Söhnle

Das Zifferblatt der neuen Turin Automatik von Bruno Söhnle Glashütte/Sa. ist nicht zu übersehen – und das ist Absicht. Das intensive Orange-Rot, intern „Bright Red" genannt, ist kein Zugeständnis an einen flüchtigen Trend. Es ist die konsequente Weiterführung einer Designphilosophie, die das Atelier bereits 2023 mit der „Lime Green"-Variante der Turin Automatik begründet hat: bewusste Farbsetzung als eigenständige Designaussage, gepaart mit Glashütter Verarbeitungsanspruch. Dass diese Philosophie funktioniert, bewies die „Lime Green" eindrücklich – sie avancierte binnen kürzester Zeit zum Bestseller der Marke. Die „Bright Red" tritt nun in diese Fußstapfen, mit demselben Gehäusekonzept, demselben Werk und demselben Anspruch. Und mit einer Besonderheit, die ihr Wesen schärft: Sie ist ausschließlich im Jahr 2026 erhältlich. Wer sie will, muss sich 2026 entscheiden.

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red", Referenz 17-12230-540

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red", Referenz 17-12230-540

© Bruno Söhnle

Das Zifferblatt: Energie, nicht Effekthascherei 

Das Herzstück der Sonderedition ist das Zifferblatt in einem intensiven, knalligen Orange-Rot – eine Farbe, die je nach Lichtsituation einmal an glutroten Sonnenuntergang erinnert, ein anderes Mal an die Signalfarben professioneller Sportausrüstung. Die silbernen, aufgesetzten Indexe bilden einen klaren, harten Kontrast zu diesem Untergrund und sind – ebenso wie Stunden- und Minutenzeiger – mit weißer Leuchtmasse gefüllt. Das garantiert eine sgute Ablesbarkeit unter allen Lichtbedingungen, einschließlich Dunkelheit. Ein fein gerahmtes Datumsfenster auf der 3-Uhr-Position rundet das symmetrische Erscheinungsbild ab, ohne es zu stören. Die Lünette, schlicht und zurückgenommen, lässt dem Zifferblatt den Raum, den es braucht. Bemerkenswert ist, wie diszipliniert Bruno Söhnle das Zifferblatt gestaltet hat: keine übertriebene Typografie, keine dekorativen Elemente um der Dekoration willen. Das Orange-Rot trägt die Uhr. Alles andere dient ihr. (Auch interessant: Bruno Söhnle Marcato – multifunktionaler Chronograph unter 1000 Euro)

Gehäuse: 39,5 mm mit Charakter 

Das Gehäuse der Turin Automatik misst 39,5 mm im Durchmesser und erreicht eine Höhe von 11,8 mm. Das hochwertige 316L-Edelstahlgehäuse überzeugt durch seine ausgewogenen Proportionen, die markante schräge Lünette verleiht der Uhr eine dynamische Tiefe, die ihr im Handgelenkbild ein sportliches Gewicht gibt. Die verschraubte Krone und der verschraubte Sichtboden gewährleisten eine Wasserdichtigkeit von 10 atm – genug für alle alltäglichen Situationen. Das innenseitig entspiegelte Saphirglas schützt vor Kratzern und sorgt für eine reflexionsarme Ablesbarkeit in schwierigen Lichtverhältnissen. Das Gesamtgewicht der Uhr liegt bei 137 Gramm – spürbar am Handgelenk, aber nicht unangenehm. Das massive Edelstahlband mit fünf separaten Gliedern und einer Breite von 20 mm, die sich auf 18 mm am Verschluss verjüngt, unterstreicht die sportliche Eleganz. Die Faltschließe mit Sicherheitsbügel sitzt sicher und drückt nicht. 

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red", Sichtboden BS 175 mit Basiswerk Sellita SW 200

Sichtboden auf Kaliber BS 175 mit Basiswerk Sellita SW 200

© Bruno Söhnle

Das Werk: Glashütter Veredelung auf Schweizer Basis 

Wer bei einem Preis von 1.490 Euro ein reines Manufakturkaliber erwartet, dürfte die Mechanik der Uhrenbranche noch nicht in allen Facetten kennen. Was Bruno Söhnle hier leistet, ist jedoch beachtlich – und verdient eine differenzierte Betrachtung. Das Atelierkaliber BS 175 basiert auf dem bewährten Sellita SW200, einem zuverlässigen Schweizer Automatikwerk, das in dieser Preisklasse eine solide Grundlage bildet. Der entscheidende Unterschied liegt in dem, was Bruno Söhnle im Anschluss damit anstellt: Wesentliche Komponenten – darunter die Automatikbrücke, die Räderwerkbrücke und der Unruhkloben – werden direkt in Glashütte produziert und bei Bruno Söhnle aufwendig veredelt. Eine per Hand aufgebrachte Perlage, thermisch gebläute Schrauben und vernickelte Oberflächen sind keine Selbstverständlichkeit in diesem Preissegment. Der Fertigungsablauf folgt dem anerkannten Glashütter Modell: Zwischenmontage in der Schweiz, finale Endmontage und präzise Reglage im Atelier in Glashütte. Das Ergebnis trägt das Herkunftssiegel „Made in Glashütte" – ein Begriff, der in der Uhrenbranche klar definiert ist und nicht leichtfertig vergeben wird. Mindestens 50 Prozent der Wertschöpfung müssen in Glashütte erbracht werden. Bruno Söhnle erfüllt diesen Anspruch nicht nur formal, sondern mit erkennbarem Enthusiasmus. Der Blick durch den Sichtboden offenbart ein Werk, das trotz seiner Basis handwerkliche Sorgfalt ausstrahlt.

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red" am Handgelenk

Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red" am Handgelenk

© Bruno Söhnle

Limitierung als Designprinzip 

Jede Jahresedition der Turin Automatik ist ein zeitlich verortetes Objekt, das einen Moment in der Geschichte des Ateliers markiert. Diese bewusst eingesetzte Verknappung unterscheidet sich von den oft inflationären Limitierungen der Branche. Es gibt keine Stückzahlbegrenzung – wer 2026 bestellt, erhält eine „Bright Red". Wer 2027 sucht, wird leer ausgehen. Das gibt der Uhr eine diskrete Dringlichkeit, ohne künstliche Verknappung zu betreiben. 

Die Bruno Söhnle Turin Automatik „Bright Red" ist keine Uhr für Puristen, die ausschließlich auf Manufakturwerke schwören. Sie ist eine Uhr für Kenner, die Glashütter Handwerkskunst, ein charakterstarkes Design und einen fairen Preis zu schätzen wissen. Mit 1.490 Euro positioniert sie sich in einem Segment, in dem sie wenige echte Konkurrenten hat: Uhren mit nachgewiesener regionaler Veredelung, einem unverwechselbaren Gesicht und dem Wissen, dass diese Kombination nur für ein Kalenderjahr existiert. Das Zifferblatt in „Bright Red" wird polarisieren – und genau das ist seine Stärke. Bruno Söhnle zeigt 2026, dass Glashütte nicht nur gediegene Zurückhaltung kann. Manchmal ist Mut zur Farbe die überzeugendste Form der Präzision.

Bruno Söhnle Glashütte Uhren Edelstahl Uhren Uhren bis 2.000 Euro

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