Diese Uhren haben uns auf der WatchTime Düsseldorf 2026 begeistert
Gestern ist die WatchTime Düsseldorf 2026 zu Ende gegangen – geblieben sind viele Eindrücke und einige Uhren, die sich besonders eingeprägt haben. Dabei waren es nicht zwangsläufig die spektakulärsten Neuheiten oder kompliziertesten Werke, die überzeugten. Mal war es ein außergewöhnliches Zifferblatt, mal eine stimmige historische Referenz, eine überraschend eigenständige Gestaltung oder schlicht das Erlebnis, eine Uhr über mehrere Tage am eigenen Handgelenk kennenzulernen. Auch ein Vintage-Modell schaffte es unter unsere Favoriten. Wir zeigen, welche Uhren von diesem Messewochenende besonders in Erinnerung bleiben.
DUG Purist Type 1 37
DUGDaniela Pusch, Unit and Editorial Director x DUG Purist Type 1 37
Während der WatchTime Düsseldorf habe ich die DUG Purist Type 1 37 getragen. Mit ihrem klar strukturierten Zifferblatt, den applizierten Strichindizes und dem kompakten 37-Millimeter-Edelstahlgehäuse ist sie eine angenehm zurückhaltende Uhr für jeden Tag. Im Inneren arbeitet das in Glashütte veredelte Automatikwerk DUG 200 auf Basis des Sellita SW 200. Dazu kommen 100 Meter Wasserdichtigkeit und eine Höhe von nur 10,35 Millimetern – eine stimmige Kombination. Die Referenz Q1DW-LS in Mondweiß mit Datum liegt bei 1.299 Euro.
Straum Jan Mayen Titanium Aurora Sky
StraumJohannes Beer, Junior Editor x Straum – Jan Mayen Titanium Aurora Sky
Wie jedes Jahr gab es auf der WatchTime Düsseldorf zahlreiche Modelle unterschiedlichster Hersteller, die mich begeistert und überrascht haben. Ein ganz besonderes Zifferblatt geht mir jedoch nicht mehr aus dem Kopf: das der Jan Mayen Titanium Aurora Sky, mit der Straum eines der eindrucksvollsten norwegischen Naturphänomene, nämlich das Farbspiel der Polarlichter, ans Handgelenk bringt. Besonders ist dabei die ausgeprägte Oberflächenstruktur des Zifferblatts. Ein vertikales, lineares Wellenmuster wird in mehreren Arbeitsschritten geprägt, aufwendig behandelt und anschließend lackiert. Der Fumé-Verlauf verstärkt die räumliche Wirkung, während Blau- und Grüntöne das wechselnde Leuchten einer Aurora Borealis aufgreifen. Je nach Lichteinfall verändert das Uhrengesicht dadurch immer wieder seinen Charakter. Das 38,7 Millimeter große und 11,5 Millimeter hohe Gehäuse besteht zudem aus Titan Grade 5 und kombiniert perlgestrahlte Flächen mit polierten Akzenten. Dank des leichten Materials und der kompakten Proportionen trägt sich die Uhr ausgesprochen angenehm. Eine verschraubte Krone und die Wasserdichtheit bis 100 Meter unterstreichen ihren sportlichen Anspruch. Auch das integrierte Titanband wird aus Grade-5-Titan CNC-gefräst und auf mindestens 1.200 Vickers gehärtet. Für etwas mehr als 2.100 Euro bekommt man damit nicht nur viel Titan ans Handgelenk, sondern vor allem ein Zifferblatt, das selbst nach einer Messe voller außergewöhnlicher Uhren im Gedächtnis bleibt.
Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1
WatchTimeRüdiger Bucher, Senior Managing Editor x Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1
Ich liebe kleine Chronographen wie die 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1. von Hanhart. Zu ihren großen Stärken gehört das gut proportionierte Zifferblatt: Die Hilfszifferblätter sind groß genug, um gut abgelesen werden zu können - aber nicht so groß, dass man wegen ihnen die sie umgebenden arabischen Ziffern anschneiden müsste. Auch die Unterschrift von Steve McQueen - der Hollywoodstar und Rennfahrer trug seine Hanhart 417 ES mit Begeisterung - fügt sich harmonisch oberhalb der Sechs ein. Die dank Superluminova Light Old Radium GL bei allen Lichtverhältnissen gut ablesbare Uhr entspricht ihrem historischen Vorbild in allen wichtigen Details, inklusive des Lederbands mit Unterlegband, das auch Steve McQueen trug. Das Material ist heute aus Shell Cordovan Pferdeleder. Auch im Innern arbeitet mit dem Handaufzugskaliber Sellita AMT 5100 M mit Flyback und 58 Stunden Gangreserve zeitgemäße Technik. Leider wird die 2.890 Euro teure Uhr nur 300-mal gebaut.
Heinrich Deco
Dominik FriessKatharina Weitzer, Content Editor x Heinrich Deco
Mein diesjähriges Highlight der WatchTime Düsseldorf war die Heinrich Deco, weil sie mit ihrem rechteckigen Art-Déco-Gehäuse und den außergewöhnlichen Naturmaterialien eine eigenständige Alternative zu klassischen runden Uhren bietet. Das 40 × 28,2 Millimeter große Edelstahlgehäuse ist nur 7,2 Millimeter hoch und wird von Saphirglas geschützt. Besonders prägnant ist das Zifferblatt aus echter Pfauenfeder, die jedes Exemplar individuell wirken lassen. Im Inneren arbeitet das nur 1,9 Millimeter hohe Ronda 1062, ein Schweizer Zweizeiger-Quarzwerk mit rund sechs Jahren Batterielaufzeit. Die bis 5 bar wasserdichte Deco ist mit verschiedenen Leder- und Metallbändern erhältlich und kostet 550 Euro.
Serica Parade Leinen, Ref. 1174-3
Dominik FriessCharlotte Frieß, Director Events x Serica Parade Leinen, Ref. 1174-3
Mein Messehighlight trug ich drei Tage lang am Handgelenk: die Parade Leinen von Serica in der Farbe Tabak. Braun ist die Farbe der Saison, und dieses Zifferblatt zeigt, warum. Das Leinenrelief fängt das Licht ein und changiert je nach Blickwinkel zwischen Braun und Grün. Zwölf polierte Halbkugeln führen den Blick, mehr braucht es nicht, denn die Parade zeigt nur Stunden und Minuten. Das Stadium-Gehäuse wirkt elegant genug für die Award-Bühne, doch im Inneren steckt eine Toolwatch: COSC-zertifiziertes Automatikwerk, 100 Meter Wasserdichtigkeit. Zwischen Aufbau, Talks und After Hour hat sie jeden Messetag mitgemacht und zu jedem Outfit gepasst. Eine Dresswatch, die den Alltag nicht scheut.
Venezianico Arsenale Calendario 622181C
VenezianicoErika Sasse, Head of International Partnerships x Venezianico - Arsenale Calendario 622181C
Die Venezianico Arsenale Calendario bei der Show aus nächster Nähe zu erleben, war für mich besonders spannend. Mich hat vor allem fasziniert, wie harmonisch die verschiedenen Kalenderanzeigen in das Zifferblatt integriert sind, ohne dass die Uhr an Eleganz verliert. Je länger ich sie getragen habe, desto mehr Details sind mir aufgefallen und desto mehr habe ich das durchdachte Design geschätzt. Man bekommt ein Gefühl für die Verarbeitung, die Details und den Charakter eines Modells, das Fotos allein kaum vermitteln können. Die Arsenale Calendario war für mich ein schönes Beispiel dafür.
Cartier Baignoire „Mini“
Dominik FriessEmily Seemann, Junior Event Managerin x Cartier Baignoire „Mini“ – Vintage-Schmuckstück bei Dorotheum
Mein Messehighlight war in diesem Jahr keine Neuheit, sondern ein besonderes Vintage-Modell: die Cartier Baignoire, die das Auktionshaus Dorotheum auf der WatchTime Düsseldorf präsentierte. Zwischen zahlreichen Neuheiten zog sie mit ihrem charakteristischen ovalen Gehäuse sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Das goldene Armband und der funkelnde Steinbesatz verleihen der Uhr eine elegante, fast schmuckhafte Ausstrahlung. Gerade diese Verbindung aus klassischem Uhrendesign und zeitloser Eleganz macht sie für mich so besonders. Gleichzeitig zeigt die Baignoire, welchen Reiz Vintage-Uhren ausüben können: Sie sind nicht nur Zeitmesser, sondern auch Stücke mit Geschichte und eigenem Charakter.
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