Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 7 Min.

Hands-on: Wie viel Steve McQueen steckt in der neuen 417 ES Limited Edition?

Wir gehen Hands-on mit der auf 300 Stück begrenzten Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1. Sie zitiert die Uhr, die der Hollywoodstar auf vielen privaten Fotos trug, und kommt in einem 39-mm-Stahlgehäuse, mit Flyback-Handaufzug und Star-Signatur auf dem Zifferblatt. Wie gut macht sie sich am Handgelenk?
Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 Aufmacher

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 

© WatchTime

Steve McQueen liebte seine Hanhart. Er trug sie nicht im Rahmen eines Vertrags als Markenbotschafter, sondern im echten Leben. Sie muss ihm wirklich gefallen haben, denn es gibt eine ganze Reihe von Fotos, auf denen der Hollywoodstar, der leidenschaftlich Auto- und Motorradrennen fuhr, mit der 417 ES am Handgelenk zu sehen ist. Eines zeigt ihn mit seiner Frau Neile Adams, ein anderes mit einem Fotografen im Arm, wieder ein anderes im Gras sitzend, vor seinem Motorrad. Neben diesen Privatfotos (es gibt noch weitere) lichtete ihn das Magazin LIFE in typischer King-of-Cool-Pose auf einem Sofa sitzend mit Revolver ab. Auch da trägt er die Uhr, wie immer auf den genannten Fotos mit einem Lederarmband, das mit einem gut erkennbaren Unterlegband ausgestattet war.

Steve-McQueen-Copyright-John-Dominis-The-LIFE-Picture-Collection-Shutterstock

King of Cool: Steve McQueen mit Hanhart und Revolver

© John Dominis/The LIFE Picture Collection/Shutterstock

Was unterscheidet die limitierte von der regulären 417 ES?

Hanhart hat die 417 ES in den letzten Jahren wieder neu aufgelegt. Historisch bezieht sie sich auf die gleichnamige 417 ES, die Hanhart ab 1954 baute. Ab 1957 belieferten die Gütenbacher auch die kurz zuvor neu gegründete Bundeswehr mit Chronographen, namentlich mit den Modellen 417 E mit verchromtem Messinggehäuse und 417 ES aus Edelstahl. Heute gibt es mehrere Modelle des Retro-Chronographen: mit 39 und mit 42 mm Durchmesser, mit Totalisatoren in Kontrastfarbe zum Zifferblatt (Panda, Reverse Panda) oder in der gleichen Farbe (Schwarz). Auch die 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1, die 300-mal gebaut wird, steht in dieser Tradition. Technisch und gestalterisch ist sie der 417 ES 1954 Heritage Flyback am nächsten: Wie diese verfügt sie über ein 39 mm großes Gehäuse aus Edelstahl, ein schwarzes Zifferblatt mit schwarzen Totalisatoren, einen roten Nullstelldrücker und vor allem über ein Chronographenwerk mit Flybackfunktion: das AMT 5100 M von Sellita. Die Steve McQueen bietet darüber hinaus drei weitere Details: die Unterschrift des Schauspielers auf dem Zifferblatt, eine andere Farbe des Leuchtmittels sowie einen Saphirglasboden.

Vergleich: Hanhart-historische-417ES-und-417ES-Steve-McQueen

Vergleich: historische 417 ES und aktuelle 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

© WatchTime

Die Unterschrift auf dem Zifferblatt

Den augenfälligsten Unterschied macht die Unterschrift des Stars aus. Es war eine Idee von McQueens Nachkommen Chase (Enkel) und Madison (Enkelin), sie auf dem Zifferblatt unterzubringen. In der Tat eignet sie sich gut für diesen Zweck: McQueen hatte keine breit ausladende Signatur, sondern unterschrieb in einem engen, zackigen Duktus, bei dem das kantige S und das fast abgehackte Q auffallen, letzteres wird dabei zu einem breiten Unterstrich verlängert. Auf dem Zifferblatt ist die Signatur groß genug, um lesbar, und klein genug, um nicht dominant zu sein. Die Unterschrift befindet sich unter dem Wort "Shockproof". Das stand auch auf der 417 ES, die es zu Steve McQueens Zeiten gab, zusammen mit dem Begriff "Antimagnetic". Dass dieser Zusatz bei der Limited Edition fehlt, liegt nicht am Platzmangel: Anders als bei den Modellen mit Stahlboden fällt bei der Steve McQueen mit Saphirglasboden der Magnetfeldschutz bis 16.000 A/m weg.

Steve McQueen mit seiner Ehefrau Neile Adams und der Hanhart 417 ES

Steve McQueen mit seiner Ehefrau Neile Adams und der Hanhart 417 ES

© Globe Photos / ZUMA Press

Die Uhr strahlt einen förmlich an

Die dritte Besonderheit besteht in der von Hanhart verwendeten Leuchtmasse. Der bräunlich-beige Farbton "Old Radium" sorgt für einen zusätzlichen Touch Vintage, den die normale 417 ES nicht hat – obwohl es sich bei ihr auch um ein ausgesprochenes Retro-Modell handelt. Das Old Radium rundet das Design ab, aber es ist nicht das erste, das ins Auge fällt. Das können, je nach Betrachter, die roten Elemente oder auch die kompakte Bauweise sein. Für mich persönlich ist es die Lünette. Ihre Rändelung besteht aus vielen kleinen Kerben, und die sind so sauber gearbeitet, dass eine sehr angenehme Lichtbrechung entsteht. Jedes Mal, wenn ich die Uhr anschaue, habe ich das Gefühl, dass sie mich anstrahlt. Damit steht sie in klarem Kontrast zu den satinierten Gehäuseflanken und Oberflächen der Hörner, aber auch zu den – schmaleren – polierten Elemente des Gehäuses.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 Wristshot

Sie strahlt einen förmlich an: die Hanhart 417 ES Steve McQueen am Handgelenk

© WatchTime

Der rote Drücker

Auffällig ist, wie erwähnt, auch der rote Nullstelldrücker, ein wiederkehrendes Feature bei Hanhart-Chronographen. Der Legende nach soll die Frau oder Freundin eines Piloten den unteren Drücker seiner Uhr mit rotem Nagellack bestrichen haben, um ihn vor der unbeabsichtigten Betätigung zu warnen. Auch wenn diese Geschichte wohl nur gut ausgedacht ist, hatte die rote Lackierung tatsächlich eine historische Funktion bei Hanhart. Denn während bei einem normalen Chronographen nichts passiert, wenn man während des Stoppens versehentlich den Nullstelldrücker drückt (das Nullstellen funktioniert erst nach Anhalten des Sekundenzählers), ist es bei einem Flybackchronographen anders: Der Zeiger fliegt unmittelbar zurück auf null, und ein neuer Stoppvorgang beginnt. Die bisherige Messung geht verloren. Zu einer Zeit, als man mit Flybackchronographen Flugzeuge navigierte, konnte das fatale Folgen haben. Heute setzt das Rot einen attraktiven Farbpunkt. Und nicht den einzigen: Auch die Lünette besitzt eine rot lackierte Markierung, mit der man unabhängig von der eigentlichen Chronographenfunktion zusätzliche Zeitabschnitte messen kann.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 Profil

Typisches Hanhart-Merkmal: der rote Drücker

© Hanhart

39 mm: die ideale Chronographengröße

Die Größe von 39 mm steht der Uhr sehr gut. Ich mag Chronographen mit diesem Durchmesser besonders. Die Kompaktheit verhindert, dass es auf dem Zifferblatt zu große Abstände zwischen den Anzeigen gibt. Zugleich ist aber noch genug Platz vorhanden, um alles gut ablesbar zu gestalten. Auch beim Zifferblattdesign folgt Hanhart dem historischen Vorbild recht eng. Die Typografie der arabischen Zahlen, die starken Kontraste, die Form der Zeiger sind analog zu damals gewählt. Selbst die Zahl der Teilchenstriche zwischen den Sekundenmarkierungen bleibt bei fünf, obwohl es im Hinblick auf das mit 4 Hertz getaktete Werk nur vier sein sollten.

Steve-McQueen-Copyright-Dieter-Demme
Auch beim Motorradrennen vertraute Steve McQueen auf seine 417 ES. © Dieter Demme

Chronographenwerk mit Schaltrad und Handaufzug

Wie bei den anderen aktuellen Modellen der 417 ES tickt auch in der Steve McQueen das Chronographenkaliber AMT5100 M der Abteilung AMT von Sellita. Anders als die Großserienkaliber vom Schlage eine SW500 verfügt es über ein Schaltrad zur Steuerung der Chronographenfunktionen. Dieses ist nicht nur freigelegt – dafür sorgt eine fast kreisförmige Aussparung in der obersten Brücke –, sondern auch, wie das Gros der Schrauben, chemisch gebläut. Die Gangreserve von 58 Stunden entsprechen (fast) dem heutigen Stand der Technik, der bei 60 Stunden beginnt. Dass das Werk von Hand aufgezogen werden muss, ist kein Nachteil, denn das Aufziehen ist bei der großen, griffigen Krone ein Spaßfaktor. Allerdings darf man es nicht vergessen, was schon mal passieren kann, wenn man nur Automatikuhren trägt. Am besten tut man es jeden Morgen.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 Boden

Durch den Glasboden blickt man auf das Schaltradkaliber Sellita AMT5100 M mit Handaufzug.

© WatchTime

Pferdeleder mit Unterlegband

Die 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1 kommt genau wie die Lieblingsuhr des Hollywoodstars mit einem auffälligen Unterlegband. Es ist aus dem gleichen Material gefertigt wie das eigentliche Band: aus dunkelbraunem Shell Cordovan Pferdeleder. Es zeichnet sich durch eine besonders weiche, geschmeidige Oberfläche aus, über die man gern mit dem Finger streicht. Obwohl ich persönlich kein Fan von Unterlegbändern bin, hat dieses mich positiv für sich eingenommen: Es passt gut zur Uhr, hebt sie von ähnlichen Modellen ab – und ist eben authentisch für eine Uhr, die Steve McQueen gewidmet ist. Den einzigen Kritikpunkt verdient sich die sehr einfach gestaltete Schließe mit umgebogenen, nicht auf dem Vollen gefrästen Dorn.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Lume

Zahlen und zentrale Zeiger leuchten im Dunkeln.

© Hanhart

Preis und Limitierung

Beim Preis liegt die Uhr mit 2.890 Euro nur unwesentlich über dem der 417 ES 1954 Heritage Flyback, die 2,640 Euro kostet. Für das Gebotene ist das immer noch ein sehr guter Preis, zumal die Limited Edition in einer schönen Sammlerbox mit Plakette kommt. Diese ist mit den Gravuren "King of Cool", der Signatur Steve McQueens sowie der Limitierungsnummer graviert. Dazu erhält man ein gestempeltes Zertifikat, das von Enkel Chase und Enkelin Madison unterschrieben ist. 300 Exemplare sind erhältlich – oder vielmehr: waren. Denn Hanhart meldet nur wenige Tage nach der offiziellen Vorstellung den Ausverkauf der Limited Edition No 1. Doch deren Name weist darauf hin, und das ist der Trost, dass es in absehbarer Zeit eine zweite geben wird.

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

Hanhart: 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

© Hanhart

Technische Daten

Hanhart 417 ES Steve McQueen Limited Edition No. 1

Hersteller Hanhart 1882 GmbH, Hauptstr. 33, 78148 Gütenbach

Funktionen Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Flybackchronograph mit 30-Minuten-Zähler, Sekundenstopp

Gehäuse Edelstahl, satiniert und poliert; kannelierte Lünette mit roter Markierung, beidseitig stufenlos drehbar; roter Nullstelldrücker aus HyCeram, verschraubter Boden mit innen entspiegeltem Saphirglas und eingravierter Limitierungsnummer, Deckglas aus Saphirkristall, innen und außen entspiegelt; wasserdicht bis 100 m

Zifferblatt schwarz mit historischem Hanhart-Logo und Unterschrift von Steve McQueen, Superluminova Light Old Radium GL auf Stundenzahlen und -zeiger sowie Minuten- und Sekundenstoppzeiger 

Maße 39 mm Durchmesser, 13,3 mm Höhe, Horn zu Horn 46 mm. Gewicht 90 g

Werk Sellita AMT 5100 M, Handaufzug, 58 Stunden Gangreserve. Frequenz 4 Hz = 28.800 A/h

Armband und Schließe Dunkelbraunes Shell Cordovan Pferdeleder und Unterlegband, Dornschließe aus satiniertem Edelstahl 

Limitierung 300 Stück

Preis 2.890 Euro

Hanhart Deutsche Uhrenhersteller Uhren bis 3.000 Euro limitierte Uhren-Editionen Edelstahl Uhren Fliegeruhren

Neueste Beiträge

Hamilton American Classic Cushion: Art déco neu interpretiert
Die Traditionsmarke mit amerikanischen Wurzeln lässt mit der American Classic Cushion ein charakteristisches Design aus den 1920er-Jahren wieder aufleben. Zwei Größen, mehrere Zifferblattvarianten und ein neues Handaufzugskaliber verbinden Historie mit zeitgemäßer Technik.
3 Minuten
10. Okt 2026
Micro Monday: Ianos – Amfivios
Mit der Amfivios macht Ianos das Konzept seiner bislang nicht frei erhältlichen Oyk erstmals einem breiten Publikum zugänglich. Die Taucheruhr übernimmt dabei Titangehäuse sowie Konstruktion und bleibt der funktionalen Ausrichtung treu.
5 Minuten
12. Okt 2026
Parmigiani Fleurier Toric Petite Seconde Platinum Morning Blue: Schlichtheit in schönster Form
Platin, ein von Hand finissiertes Weißgoldzifferblatt und ein außergewöhnlicher Blauton: Mit der Toric Petite Seconde Morning Blue zelebriert Parmigiani Fleurier erneut die Kunst des feinen Understatements.
4 Minuten
11. Okt 2026
Citizen feiert 50 Jahre Eco-Drive – Zwei neue Promaster-Modelle zum Jubiläumsjahr

Citizen feiert 50 Jahre Eco-Drive – Zwei neue Promaster-Modelle zum Jubiläumsjahr

- Top Thema
Hotspot: Miyota 9000 Series und Kaliber 9075: Mehr Möglichkeiten für mechanische Uhren

Miyota 9000 Series und Kaliber 9075: Mehr Möglichkeiten für mechanische Uhren

- Hotspot
WatchTime September 2026

Das aktuelle WatchTime Magazin

- Jetzt erhältlich

Das könnte Sie auch interessieren

Patek Philippe in Mailand: Sieben exklusive Limited Editions für Italien
Zur Watch Art Grand Exhibition in Mailand präsentiert Patek Philippe sieben Sondermodelle, die ausschließlich auf den italienischen Markt kommen. Das Spektrum reicht von einer Aquanaut und drei Calatrava-Varianten bis zum neuen Chronographen mit augenblicklichem ewigem Kalender und zwei Weltzeit-Minutenrepetitionen.
5 Minuten
Bulova Lunar Pilot Black Hole: Tiefschwarz und in neuem Format - Uhr mit Weltraum-Historie
Bulova präsentiert die Lunar Pilot Black Hole erstmals mit 41,2 Millimetern Durchmesser. Neu ist auch das Zifferblatt in Musou-Schwarz, das 99,4 Prozent des einfallenden Lichts absorbiert.
3 Minuten
Von Frankfurt in die Welt: Sinn lanciert 103 St Sa zum 100-jährigen Jubiläum der Lufthansa - Auf 100 Exemplare limitierte Edition
Mit dunkelgrauem Zifferblatt und gelben Akzenten spiegelt der automatische Flieger-Chronograph die charakteristische Farbwelt der Lufthansa wider.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige