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Frische Perspektiven aus Genf: Neuheiten von Trilobe, Pequignet, Charriol und BRM Chronographes

Die unabhängigen Marken zeigen auf der Watches and Wonders 2026, wie vielfältig, eigenständig und mutig moderne Uhrmacherei heute interpretiert wird
Trilobe – Trente-Deux-Kollektion, goldene Uhr mit ungewöhnlicher Zeitanzeige
© Trilobe

Neben den großen Namen sind es oft auch die unabhängigen Marken, die auf der Watches and Wonders für interessante Impulse sorgen. Ohne den Druck historischer Ikonen oder globaler Stückzahlen können sie frei denken und sich in Mechanik, Gestaltung und Markenidentität kreativ ausleben. Die Neuheiten von Trilobe, Pequignet, Charriol und BRM Chronographes zeigen genau diese Bandbreite: von konzeptionell neu gedachten Anzeigen über klassische Manufakturkaliber bis hin zu expressivem Design mit Motorsport-DNA. Gemeinsam zeichnen sie das Bild einer Uhrmacherei, die nicht nur auf Tradition baut, sondern ihre Zukunft aktiv mitgestaltet.

#1 BRM Chronographes – V6 Moon Master

BRM Chronographes – V6 Moon Master, blaue Uhr mit Skelettierung und Automatikwerk

BRM Chronographes – V6 Moon Master

© BRM Chronographes 

Mit der V6 Moon Master entwickelt BRM Chronographes seine charakteristische Handschrift konsequent weiter. Im Zentrum steht eine vollständig von Hand ausgeführte Skelettierung, die das mit einer Frequenz von 28.800 Halbschwingungen pro Stunde arbeitende Automatikwerk freilegt und zur gestalterischen Hauptaussage macht. Räderwerk, Hemmung und Brücken treten offen zutage und präsentieren sich präzise finissiert. Darüber legt sich ein Zifferblatt aus echtem Perlmutt, das je nach Lichteinfall changiert und die technische Offenheit um eine weiche Dimension erweitert. Dieses Spannungsfeld prägt den gesamten Auftritt. Unterstützt wird es durch die Wahl der Gehäusematerialien: Polierte Bronze, die mit der Zeit eine individuelle Patina entwickelt, trifft auf eine blaue, keramische Behandlung mit moderner, klarer Anmutung. Für 9.310 Euro wechselt die 42 Millimeter große Neuvorstellung ans eigene Handgelenk.

#2 Charriol – St-Tropez Haute Couture

Charriol – St-Tropez Haute Couture, Damenuhr mit grünem Zifferblatt und Metallband

Charriol – St-Tropez Haute Couture

© Charriol 

Mit der St-Tropez Haute Couture erweitert Charriol eine seiner bekanntesten Linien um eine deutlich luxuriösere Facette. Die Kollektion bleibt ihrem Ursprung, der Verbindung von Uhrmacherei und Schmuckkunst, treu, interpretiert diesen Ansatz jedoch mit gesteigerter Materialpräsenz und klarer Ausrichtung auf dekorative Raffinesse. Im Zentrum steht die Lünette, besetzt mit 18 Baguette-Edelsteinen, wahlweise Saphiren oder Tsavoriten, deren präzise gesetzte Geometrie das Licht reflektiert. Die farblich abgestimmten Zifferblätter greifen diese Wirkung auf und verstärken sie durch feine Sonnenschliff-Strukturen, die je nach Blickwinkel unterschiedliche Nuancen entfalten. Charakteristisch bleibt das Armband: das markentypische Stahlseil, hier in einer sechsfädigen Ausführung, kombiniert mit maritimen Kettengliedern. Es verleiht der Neuvorstellung nicht nur Wiedererkennbarkeit, sondern auch eine gewisse Leichtigkeit, die im Kontrast zur opulenteren Edelsteinlünette steht. Technisch reduziert auf ein präzises Quarzwerk, rückt die Funktion zugunsten der Gestaltung bewusst in den Hintergrund. Die St-Tropez Haute Couture versteht sich damit weniger als klassischer Zeitmesser denn als Schmuckobjekt mit uhrmacherischer Basis. Die Preise starten ab umgerechnet rund 15.000 Euro.

#3 Pequignet – Royale Paris Chrono

Pequignet – Royale Paris Chrono, Chronograph mit Automatikwerk aus französischer Fertigung

Pequignet – Royale Paris Chrono

© Pequignet 

Pequignet betont die technische Eigenständigkeit und präsentiert erstmals einen eigenen Manufaktur-Chronographen. Die Erweiterung der Royale-Paris-Linie um den Royale Paris Chrono markiert den Anspruch, zunehmend aufwendigere Komplikationen konsequent selbst zu entwickeln und umzusetzen. Gestalterisch bleibt die Uhr der charakteristischen Formensprache der Kollektion treu. Die angesetzten Bandanstöße verleihen dem Gehäuse eine angenehme Präsenz, während die fein modellierte Vertiefung entlang des Zifferblattrands Spannung erzeugt. Im Zentrum steht ein körnig strukturiertes Uhrengesicht, das mit Licht spielt und durch zwei klar abgesetzte Totalisatoren Tiefe gewinnt. Die horizontale Anordnung der Anzeigen – kleine Sekunde bei drei Uhr, 30-Minuten-Zähler bei neun Uhr – sorgt für eine ausgewogene, funktionale Klarheit. Im Inneren arbeitet das Kaliber Initial Chronograph, eine Weiterentwicklung der bestehenden Manufakturplattform. Die Konstruktion mit Nockenschaltung setzt bewusst auf Robustheit und Alltagstauglichkeit, ohne die mechanische Raffinesse aus dem Blick zu verlieren. Gleichzeitig bleibt das Werk vergleichsweise flach, was zu den ausgewogenen Proportionen des 6.950 Euro teuren Zeitmessers beiträgt. Finissierungen wie perlierte Flächen oder satinierte Strukturen sowie skelettierte Komponenten verleihen dem Werk eine moderne Optik. 

#4 Trilobe – Trente-Deux

Trilobe – Trente-Deux, Golduhr mit Automatikwerk und ungewöhnlicher Zeitanzeige

Trilobe – Trente-Deux

© Trilobe

Dank der Weiterentwicklung der Trente-Deux-Kollektion gelingt Trilobe eine neue Balance zwischen gestalterischer Eigenständigkeit und Alltagstauglichkeit. Erstmals kombiniert die Marke ihr charakteristisches Roségoldgehäuse mit einem integrierten Kautschukband. Das Band greift die Linienführung des Gehäuses präzise auf, setzt dessen satinierte und facettierte Oberflächen subtil fort und fügt sich nahezu nahtlos in die Gesamtarchitektur ein. Parallel dazu erweitert Trilobe die Kollektion um neue Zifferblattfarben in Grün und Silber, die das Spiel mit Licht und Tiefe verstärken. Die Gestaltung bleibt dabei klar reduziert und folgt dem markentypischen Anzeigeprinzip: rotierende Ringe für Stunden, Minuten und Sekunden, gelesen über einen festen Indikator. Dieses patentierte System verleiht der Neuvorstellung eine eigenständige visuelle Dynamik. Eine besonders persönliche Dimension bringt die „Secret Edition“ ins Spiel. Hier wird das Zifferblatt zur individuellen Sternkarte. Im Inneren arbeitet das hauseigene Kaliber X-Nihilo, entwickelt und montiert in Paris. Mit Mikrorotor, klar strukturierter Architektur und konsequenter Fertigung am eigenen Standort unterstreicht es den Anspruch der Marke, Unabhängigkeit nicht nur gestalterisch, sondern auch technisch zu definieren. Der Preis der abgebildeten Referenz beläuft sich auf 47.400 Euro.

 

Drei Visionen: Wie unabhängige Haute Horlogerie auf der Watches and Wonders zur Kunstform wird

Watches and Wonders Trilobe Pequignet ausgefallene Uhren Chronograph Automatik Chronograph

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