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Lesedauer 7 Min.

Hands-On: Panerai Luminor Marina PAM03312

Wir gehen Hands-On mit der von Panerai redesignten Luminor Marina: Das Resultat des Facelifts ist ein noch konsequenter und puristischer gestaltetes Basismodell mit schlankerer Linie und leicht verbesserter Leistung.
Panerai: Luminor Marina PAM03312 Wristshot WatchTime

Panerai: Die Luminor Marina PAM03312 im WatchTime-Hands-On

© WatchTime

Die Luminor Marina ist eine Art Gralshüterin des historischen Panerai-Designs. Mit ihrem kissenförmigen Gehäuse, dem auffälligen Kronenschutz mit Hebel, dem schwarzen Sandwichzifferblatt und der kleinen Sekunde bei neun Uhr folgt sie den entscheidenden Designmerkmalen, die schon die ersten Luminor-Modelle der frühen 1940er-Jahre auszeichneten. So ein ikonisches Modell muss eine Uhrenmarke behutsam weiterentwickeln. Sie muss seine Selbstähnlichkeit über Jahrzehnte hin bewahren und es gleichzeitig in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen auf aktuelle Bedürfnisse und Sehgewohnheiten hin updaten. Das ist kein leichtes Unterfangen, denn alles, was man hierbei tut und lässt, hat Einfluss auf die Wahrnehmung der Marke selbst.

Panerai hat sich dieser Aufgabe gestellt und im Frühling 2025 schließlich die neue Luminor Marina in fünf neuen Varianten vorgestellt. Neben der Luminor Marina PAM03312 mit schwarzem Zifferblatt, gibt es die PAM03313 mit blauem und die PAM03314 mit weißem Zifferblatt, die PAM03323 mit Stahlband – alle mit Edelstahlgehäuse – sowie die PAM03325 im Titangehäuse. Bei einer Uhr, die sich so eng an einem historischen Design orientiert, sind keine revolutionären Änderungen zu erwarten. Umso spannender ist es, sich die Details anzuschauen. Und da gibt es einiges.

Panerai: Luminor Marina PAM03312 Vorder- und Rückseite

Facelift: Die neu gestaltete Luminor Marina PAM03312 mit neuem Automatikkaliber P.980

© Panerai

Feine Änderungen auf dem Zifferblatt

Auf den ersten Blick erkennt man im Vergleich zum Vorgängermodell, der Luminor Marina PAM01312, zwei Veränderungen auf dem Zifferblatt, die die Uhr noch puristischer machen. Durch den Verzicht auf das Wort „Automatic“ wurde der Text auf ein Minimum reduziert, nur Modell- und Markenname sind übriggeblieben. Dazu ist der Zeiger der kleinen Sekunde jetzt nicht mehr gebläut, sondern wie Stunden- und Minutenzeiger rhodiniert. So ist eine Farbe weniger im Spiel, wodurch das Gesamtbild noch harmonischer wird. Gleichzeitig hat das Datumsfenster einen gestuften Rahmen erhalten – ein Detail, das man, Schwarz auf Schwarz, kaum erkennt, das aber mithilft, das Zifferblatt noch eleganter wirken zu lassen.

Die Ablesbarkeit ist so gut, wie sie beim Verzicht auf 48 der 60 Minutenstriche sein kann: Das Zifferblatt ist aufgeräumt und lebt von seinen starken Kontrasten, auch bei Nacht. Für die untere Schicht des ikonischen Sandwichzifferblatts und die Zeiger hat Panerai Superluminova X2 gewählt. Diese neue Generation zeichnet sich gegenüber X1 durch ein längeres und stärkeres Nachleuchten aus. Über das Zifferblatt spannt sich nach wie vor ein leicht gewölbtes Saphirglas: Es macht einen wichtigen Teil des Gesamtdesigns aus, ist aber wie die polierte Lünette anfällig gegenüber Fingerabdrücken.

Panerai: Luminor Marina PAM03312

Das Zifferblatt wurde puristischer: Panerai Luminor Marina PAM03312

© Panerai

Flacheres Profil

Noch eleganter wird die Luminor Marina im Vergleich zur Vorgängerin, wenn man sie von der Seite betrachtet. Sie ist deutlich flacher geworden: Statt der bisherigen Gesamthöhe von 15,45 Millimetern stehen nun offiziell 13,4 Millimeter (wir messen auf der Schieblehre 13,6 mm) zu Buche. Das tut ihrer Herkunft als Toolwatch, die von Kampfschwimmern und Marinetauchern getragen wurde, keinen Abbruch. Es verleiht ihr aber eine ausgewogenere Form und macht sich auch am Handgelenk angenehm bemerkbar.

Als Material verwendet Panerai bei der PAM03312 einen Edelstahl, der sich gegenüber den meist in der Uhrenindustrie verwendeten Edelstählen durch eine erhöhte Korrosionsbeständigkeit auszeichnet, die sich besonders in Meerwasser bemerkbar macht. Dieser AISI-Edelstahl 316L der Werkstoffgruppe 1.4441 weist gegenüber dem häufigeren Edelstahl 316L der Werkstoffgruppe 1.4404 einen größeren Anteil an Nickel und Molybdän auf. Mit ihm sind noch glänzendere Polituren möglich, gleichzeitig ist er teurer und schwerer zu bearbeiten, was sich zusätzlich in einem erhöhten Preis niederschlägt. Angesichts der Historie von Panerai, Uhren und Geräte für die Marine zu bauen, ist die Entscheidung für diesen exklusiveren, besonders salzwasserbeständigen Edelstahl durchaus konsequent.

Auch an den Bandanstößen hat Panerai gearbeitet. Sie sind jetzt von vorn betrachtet länger und seitlich in ihrer leichten Stromlinienform etwas heruntergezogen. Somit sollte der Tragekomfort sehr gut sein. In der Praxis ist es allerdings so, dass man die Uhr so eng wie möglich ans Handgelenk schnallen sollte. Ist das aufgrund des Lochabstands im Band nicht möglich, rutscht der Uhrenkopf ungewollt an die Außenseite des Handgelenks.

Panerai: Luminor Marina PAM03312 liegend

Trotz deutlich erhöhter Wasserdichtheit ist die PAM03312 flacher als ihre Vorgängerin.

© Panerai

Drei Tage Gangreserve mit neuem Werk

Was das Innenleben angeht, setzt Panerai auf ein neues Werk. Statt dem bisher verwendeten P.9010 sorgt jetzt das neue Panerai-Kaliber P.980 für Vortrieb, ebenfalls mit Automatikaufzug und Zentralrotor und von der konzerneigenen Werkeschmiede Valfleurier entwickelt und jetzt auch mit einer Unruhbrücke ausgestattet, die dem Schwingorgan zusätzliche Stabilität verleiht. Auch das P.980 bietet die Gangreserve von drei Tagen, für die Panerai-Uhren berühmt sind. Im Gegensatz zum P.9010 schafft das neue das aber mit einem einzigen Federhaus, ähnlich wie das bekannte P.900. Und wie dieses ist es mit einer Gesamthöhe von 4,2 Millimetern deutlich flacher als das sechs Millimeter hohe P.1010. Das bringt zwei Vorteile mit sich: zum einen, wie oben beschrieben, ein flacheres Gehäuse. Zum anderen konnte Panerai die Dichtungen so verstärken, dass sich die Wasserdichtheit der Uhr von 300 auf 500 Meter erhöht.

Ebenfalls neu ist bei der Luminor Marina der Glasboden. Das darunter liegende Werk kann sich durchaus sehen lassen. Dabei verbirgt es nicht seine Identität als industriell hergestelltes Kaliber, sprich: Es glänzt nicht durch handgefertigte Polituren oder Gravuren. Es präsentiert sich allerdings weniger zugebaut als frühere Panerai-Kaliber: Der teilskelettierte Rotor und die im Durchmesser kleinere Automatikbrücke lassen einen dreidimensionalen Eindruck entstehen, und der matte Schliff der Brücken wird ergänzt durch gebrochene Kanten und polierte Schraubenköpfe.

Panerai: Luminor Marina PAM03312 Boden

Das Automatikkaliber P.980 bietet drei Tage Gangreserve und ist durch einen Glasboden sichtbar.

© Panerai

Gangwerte im Chronometerbereich

Da die Luminor Marina weder Minutenstriche noch eine detaillierte Skalenaufteilung der kleinen Sekunde aufweist, lässt sich die tägliche Abweichung auf dem Zifferblatt nicht so leicht ermitteln. Nach mehreren Tagen Tragezeit ergab sich ein durchschnittlicher Nachgang von zwei Sekunden auf 24 Stunden. Auf unserer Witschi-Zeitwaage erreichte sie jedenfalls in allen sechs Positionen Werte im Chronometerbereich. Der größte Vorgang lag bei gerade einmal zwei Sekunden täglich in der Position „Krone rechts“, den größten Nachgang von ebenfalls zwei Sekunden gab es in „Position Krone“ unten. Das erfreulich einheitliche Ergebnis weist daraufhin, dass Panerai seine Uhren in allen sechs Lagen reguliert, was längst nicht alle Hersteller tun. Das Regulieren selbst gestaltet sich beim P.980 allerdings recht schwierig, weil es keine Feinregulierung über einen Rückerzeiger gibt. Stattdessen muss der Uhrmacher oder die Uhrmacherin die aktive Länge der Spiralfeder durch manuelles Verschieben des Spiralschlüssels verändern. Gut ist wiederum, dass die Unruh selbst, wie schon beim P.9010, in einer Unruhbrücke statt in einem Unruhkloben gelagert ist – eine Bauweise, die Stabilität erhöht. Insgesamt ergab sich ein erfreulicher Durchschnittswert von null Sekunden Abweichung in 24 Stunden. Nur der sogenannte „Abfall“ (ein Uhrmacherbegriff für ungleichmäßiges Ticken) lag in einer Position außerhalb der Toleranz.

Panerai: Luminor Marina PAM03312 Nachleuchtschema

Superluminova X2 zeichnet sich durch ein längeres und stärkeres Nachleuchten aus.

© Panerai

Zwei Armbänder, leicht zu wechseln

Wie schon die PAM01312 wird auch die PAM03312 mit zwei Armbändern ausgeliefert, einem schwarzen Alligatorlederband und einem Kautschukband in derselben Farbe. So kann man die Uhr an einem Tag als elegante Dresswatch tragen und am nächsten als sportliche Toolwatch. Das Krokoband zeichnet sich durch schöne große Schuppen aus, wie man sie bei einer Luxusuhr erwartet.

Um den Bandwechsel einfacher zu gestalten, hat Panerai die Luminor Marina erstmals mit dem PAM Click Release System versehen. Für den Wechsel braucht man kein Werkzeug und schont zugleich, anders als bei den häufig verwendeten Schnellwechselfederstegen, die Fingernägel. Stattdessen ist ins Band ein Drückersystem integriert. Drückt man auf die vorgesehene Fläche, wird im Innern ein Sperrstift, der den Federsteg normalerweise blockiert, nach hinten geschoben und man kann den Federsteg herausziehen. Das System ist einfach und bequem. Man muss es nur am Anfang zwei-, dreimal üben, denn der Federsteg kommt nicht direkt heraus, sondern muss erst zur Seite und dann nach vorn bewegt werden. Das Wiederbefestigen schafft dagegen schon der Ungeübte im Bruchteil einer Sekunde. Am Arm gehalten werden beide Bänder von der Panerai-typischen Schließe in Trapezform, die wie das Gehäuse in satiniertem Edelstahl gehalten ist.

Panerai: Luminor Marina PAM03312 mit offenem Bügel

Die Panerai Luminor kostet in der neuen Edelstahl-Generation genauso viel wie vorher: 8.900 Euro.

© Panerai

Fazit

Panerai hat die Luminor Marina einem sanften Relaunch unterzogen. Grundsätzlich bleibt das Kultdesign seiner Herkunft treu und passt in der aktuellen Form bestens in die Jetztzeit. Optisch gibt es geringfügige Änderungen, die der Uhr guttun, technisch freut sich der Käufer über Verbesserungen wie die flachere Bauweise, die erhöhte Wasserdichtheit, die hellere Leuchtmasse oder das einfache Bandwechselsystem. Zugleich nimmt Panerai auch den Kritikern, die die PAM01312 zu teuer fanden, ein bisschen Wind aus den Segeln. Denn der Preis von 8.900 Euro bleibt trotz der Verbesserungen gleich – auch wenn er, absolut betrachtet, immer noch recht hoch ist.

Blancpain: Fifty Fathoms

Blancpain: Fifty Fathoms

© Blancpain

Alternativmodell: Blancpain Fifty Fathoms – 17.500 Euro

Wie die Panerai hat die Blancpain Fifty Fathoms eine Vergangenheit als Toolwatch für Kampfschwimmer. Mit ihrer breiten Saphirglaslünette steht sie der Luminor Marina in Sachen Auffälligkeit kaum nach, auch hier spielen der hohe Kontrast zwischen Leuchtmasse und schwarzem Zifferblatt sowie die gute Ablesbarkeit eine Hauptrolle. Die Fifty Fathoms punktet mit einem Fünftagewerk samt Siliziumspirale, dafür ist die Uhr aber auch deutlich teurer. 

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