Unerwartet: Für diese Rolex-Ikone kommt das Aus
Wenn eine Marke wie Rolex ein Modell aus dem Programm nimmt, ist das selten nur eine Produktentscheidung. Es ist ein Einschnitt. Mit dem Produktionsstopp der GMT-Master II mit rot-blauer Lünette, besser bekannt als „Pepsi“, endet eines der prägendsten Kapitel der modernen Sportuhren. Die Nachricht kam ohne große Inszenierung: autorisierte Händler wurden informiert, dass keine weiteren Lieferungen mehr erfolgen werden. Wartelisten, die über Jahre hinweg zu den längsten der Branche gehörten, verlieren damit schlagartig ihre Perspektive. Und am Zweitmarkt setzt unmittelbar eine Dynamik ein, die man bereits aus der Geschichte ikonischer Uhren kennt.
Rolex GMT-Master II
RolexEine Uhr für die globale Moderne
Um die Tragweite dieser Entscheidung zu verstehen, lohnt ein Blick zurück auf die Ursprünge der Rolex GMT‑Master. Besagtes Modell entstand 1954 in enger Zusammenarbeit mit der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am. Piloten, die mehrere Zeitzonen durchquerten, benötigten ein Instrument, das ihnen eine zweite Zeit simultan anzeigen konnte. Rolex entwickelte daraufhin ein robustes Tool-Watch-Konzept mit einer zusätzlichen 24-Stunden-Anzeige. Die zweifarbige Lünette – rot für die Tagesstunden, blau für die Nacht – war dabei nicht nur funktional, sondern auch visuell prägend. Schnell erhielt sie im Sammlermilieu ihren Spitznamen: „Pepsi“.
Von der Tool-Watch zur Ikone
Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die GMT-Master – später die GMT-Master II – vom professionellen Instrument zur globalen Stil-Ikone. Prominente Besitzer trugen wesentlich zu diesem Status bei. So sah man etwa Marlon Brando mit einer GMT-Master am Handgelenk während der Dreharbeiten zu „Apocalypse Now“. Auch Piloten, Geschäftsreisende und Politiker machten das Modell zu einem Symbol internationaler Mobilität. Mit der Einführung moderner Materialien wie der kratzfesten Cerachrom-Keramiklünette in Rot-Blau übersetzte Rolex die Tradition in die Gegenwart. Diese charakteristische Cerachrom-Lünette dürfte ein wesentlicher Faktor für die Entscheidung gewesen sein, die „Pepsi“ aus dem aktuellen Portfolio zu nehmen. Seit geraumer Zeit halten sich Hinweise, dass die Fertigung des blau-roten Keramikeinsatzes mit hohen Ausschussraten verbunden ist und sich technisch anspruchsvoll gestaltet.
Die GMT-Master II Pepsi ist auch in Weißgold erhältlich.
RolexDie „Pepsi“ als Sammler-Trophäe
In ihrer heutigen Ausführung zählt die GMT-Master II „Pepsi“ in Edelstahl zu den begehrtesten Serienmodellen der modernen Uhrmacherei. Ihr Status gründet auf mehreren Faktoren, die sich über Jahrzehnte hinweg gegenseitig verstärkt haben. Zum einen steht die Referenz in direkter historischer Kontinuität zur ursprünglichen GMT-Master der 1950er-Jahre und verkörpert damit eine der langlebigsten Designlinien der Branche. Hinzu kommt die wohl markanteste Farbkombination der gesamten GMT-Familie. Entscheidend ist jedoch auch die Verfügbarkeit. Die Nachfrage übersteigt seit Jahren das Angebot deutlich, sodass ein Erwerb beim autorisierten Händler in der Praxis oft mit langen Wartezeiten verbunden ist. Diese Knappheit hat einen lebhaften Zweitmarkt hervorgebracht, auf dem die Modelle regelmäßig deutlich über dem offiziellen Listenpreis gehandelt werden.
Preise im Höhenflug
Mit der nun bestätigten Einstellung der Produktion reagiert der Markt erwartungsgemäß unmittelbar. Bereits vor der offiziellen Ankündigung lagen die Preise auf dem Sekundärmarkt deutlich über den offiziellen Verkaufspreisen von 11.350 beziehungsweise 11.550 Euro – abhängig von der jeweiligen Bandvariante. Seit Dezember des vergangenen Jahres sind die Preise auf dem Handelsportal Chrono24 um 6,4 Prozent gestiegen und bewegen sich aktuell bei durchschnittlich rund 21.400 Euro. Mit dem Produktionsstopp dürfte sich diese Entwicklung weiter beschleunigen und die Preisdynamik zusätzlich verstärken.
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