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Lesedauer 4 Min.

Micro Monday: E.C. Andersson – Mytilus

Radikal flach, handgefertigt und kompromisslos eigenständig – eine neue Vision mechanischer Uhrenkunst
E.C. Andersson – Mytilus, flache Automatikuhr mit ausgefallenem Design

E.C. Andersson – Mytilus

© E.C. Andersson

Handwerk aus Göteborg

Die E.C. Andersson Watch Co. sticht durch ihre klare, funktionale und zugleich anspruchsvolle Formensprache ins Auge. Ausgehend von den Grundprinzipien nordischen Designs – Klarheit, Funktionalität und kontrollierte Raffinesse – hat die Marke eine eigene gestalterische Identität entwickelt, die bewusst auch Raum für unkonventionelle Formen und Ideen lässt. Im Zentrum der Marke steht das Atelier in Göteborg. Hier entstehen die Schlüsselmodelle weitgehend ohne Outsourcing. Gehäuse, Zifferblätter und Böden werden aus massiven Metallblöcken gefertigt, Oberflächenbehandlungen, Kolorierungen und Gravuren erfolgen in eigener Regie. Darüber hinaus werden zahlreiche Komponenten individuell entwickelt, darunter Schrauben, Saphirgläser und Dichtungen. Diese vertikale Fertigung ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines klaren Ziels: Know-how, Maschinen und Produktionskompetenz möglichst vollständig am Standort zu bündeln.

E.C. Andersson definiert seine Zeitmesser ausdrücklich als Gebrauchsobjekte. Mechanische Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit stehen im Vordergrund. Saphirgläser, verschraubte Kronen und pro Modell mindestens eine wasserfeste Bandoption gehören zur Grundausstattung. Der technische Anspruch setzt sich im Servicegedanken fort: Da viele Komponenten im eigenen Haus gefertigt werden, lassen sich Ersatzteile bei Wartung und Reparatur reproduzieren. Ziel ist eine konstante Qualität und eine langfristige Nutzbarkeit jeder einzelnen Uhr.

Die Struktur des Teams spiegelt die inhaltliche Ausrichtung wider: Erik C. Andersson verantwortet als Co-Founder Design und Uhrmacherei, Wictor Kanerva ist für digitale Kommunikation und Medienproduktion zuständig und Claes-Göran Andersson bringt als Co-Owner seine Expertise in Engineering und Produktentwicklung ein. Gestaltung, Technik und Kommunikation greifen damit bewusst ineinander – mit der Werkstatt als sichtbarem Zentrum.

 

E.C. Andersson – Mytilus, flache Automatikuhr mit ausgefallenem Design

E.C. Andersson – Mytilus

© E.C. Andersson 

Mytilus

Mit der Mytilus v1.4 präsentiert die schwedische Manufaktur E.C. Andersson eine Uhr, die bewusst mit Konventionen bricht. Entstanden im Atelier in Göteborg, vereint dieser außergewöhnliche Zeitmesser retrofuturistisches Design, extreme Flachheit und handwerkliche Fertigung zu einem eigenständigen Konzept. Die Mytilus ist dabei kein klassischer Einstieg in die Welt mechanischer Uhren, sondern ein bewusst gestaltetes Objekt für Individualisten, die Präzision, Design und Manufakturarbeit jenseits etablierter Formen suchen.

Saphir als Gehäuseelement

Das prägendste Merkmal der Mytilus ist ihr einzigartiges Gehäusekonzept. Anders als bei klassischen Uhren bildet hier ein speziell gefertigtes Saphirglas nicht nur die Abdeckung, sondern zugleich auch die Lünette. Dieses Glas ist von allen Seiten sichtbar, facettiert geschliffen, auf der Innenseite entspiegelt und wird mit sechs präzise gefertigten Schrauben sowie zwölf Dichtungen direkt auf das Gehäuse montiert. Dieses Konzept sorgt für eine außergewöhnlich klare, offene Erscheinung und lässt das Zifferblatt wie unter einer transparenten Kuppel schweben. Gleichzeitig garantiert die Konstruktion eine hohe Stabilität und Dichtigkeit.

Ultraleicht und extrem flach

Mit einer reinen Gehäusehöhe von nur 4,1 Millimetern ist besagtes Modell bemerkenswert flach. Selbst inklusive Saphirglas beträgt die Gesamthöhe lediglich 9,5 Millimeter. Die Maße von 38 Millimetern Durchmesser und 44 Millimetern von Bandanstoß zu Bandanstoß sorgen für eine kompakte, ergonomische Präsenz am Handgelenk, während das geringe Gewicht den Tragekomfort fördert.

 

E.C. Andersson – Mytilus, flache Automatikuhr mit ausgefallenem Design

E.C. Andersson – Mytilus

© E.C. Andersson 

Manufakturarbeit aus einem Stück Metall

Ein zentrales Element der Mytilus ist ihre Fertigungstiefe. Gehäuse, Zifferblatt und Gehäuseboden werden aus einem massiven Metallblock herausgearbeitet und im eigenen Atelier bearbeitet. Der Herstellungsprozess umfasst Fräsen, Schleifen, Glasperlenstrahlen, Eloxieren und Gravur mittels Laser. Selbst die Leuchtmasse wird von E.C. Andersson eigenständig produziert und aufgebracht. Das Sandwich-Zifferblatt ist gut abzulesen und überzeugt auch bei Dunkelheit. Die Glasperlenstrahlung und die anodisierte Oberfläche verleihen dem gehärteten Aluminiumgehäuse eine glatte, widerstandsfähige Textur, die sowohl ästhetisch als auch funktional auf Langlebigkeit ausgelegt ist.

Mechanik im Inneren

Im Inneren arbeitet ein automatisches Uhrwerk auf Basis des Miyota 9039, das im Atelier von Andersson individuell reguliert wird. Die Feinjustierung erfolgt auf eine Ganggenauigkeit von etwa -1 bis +6 Sekunden pro Tag. Das Kaliber bietet eine Gangreserve von mindestens 42 Stunden und wird durch einen verschraubten Kronenmechanismus ergänzt, der zur Wasserdichtigkeit von bis zu 70 Metern beiträgt. Damit ist die Uhr nicht nur für den Alltag, sondern auch für sportliche Aktivitäten wie Schwimmen geeignet.

 

E.C. Andersson – Mytilus, flache Automatikuhr mit ausgefallenem Design

E.C. Andersson – Mytilus

© E.C. Andersson

Retrofuturismus als Konzept

Gestalterisch bewegt sich die Mytilus bewusst zwischen Vergangenheit und Zukunft. Die klaren Linien und funktionalen Formen erinnern an industrielle Instrumente vergangener Jahrzehnte, während die Materialwahl und die transparente Konstruktion eine moderne, fast futuristische Ästhetik schaffen. Jedes Exemplar wird einzeln von Hand gefertigt, weshalb der 1.690 Euro teure Zeitmesser ausschließlich über eine Warteliste erhältlich ist. Interessenten können sich für Modelle „Monochrome Metal“ oder „Contrast Black“ registrieren und werden kontaktiert, sobald ein Exemplar zur Bestellung bereitsteht. 

 

Micro Monday: Niton – Prima

 

flache Uhren ausgefallene Uhren

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