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Lesedauer 4 Min.

Hermès veredelt den ewigen Kalender in Roségold und Braun

Warm, flach, kompromisslos Hermès: Der Slim d’Hermès ewige Kalender kehrt in Roségold mit schokoladenbraunem Zifferblatt zurück.
Slim d’Hermès Quantième Perpétuel in Roségold und Braun, Close-up Zifferblatt

Slim d’Hermès Quantième Perpétuel in Roségold und Braun

© Hermès

Zehn Jahre nach der Vorstellung der Slim-Linie zeigt Hermès seinen ewigen Kalender erstmals in Roségold mit braunem Zifferblatt – und plötzlich wirkt diese ohnehin außergewöhnliche Uhr noch reifer, ruhiger und selbstverständlicher. Die Slim d’Hermès war von Beginn an eine Design-Aussage: reduziert, zeitgenössisch, eindeutig Hermès. 

Typografie als Signature

Als die Kollektion 2015 debütierte, standen zwei Modelle im Zentrum – eine Dreizeigeruhr und ein ewiger Kalender mit Mondphase und zweiter Zeitzone. Letzteres ist bis heute das Flaggschiff der Linie, dank maximaler Komplexität ohne visuelles Drama. Dafür verantwortlich sind drei Namen. Philippe Delhotal, Kreativdirektor der Hermès-Uhrensparte, entwarf das schlanke Gehäuse mit seinen charakteristisch angewinkelten Bandanstößen. Der französische Grafikdesigner Philippe Apeloig steuerte die Typografie bei – lockere, segmentierte arabische Ziffern, die mehr Rhythmus als Autorität ausstrahlen. Und Jean-Marc Wiederrecht, Mitgründer von Agenhor, entwickelte das ultraflache Modul für den ewigen Kalender, welches von Vaucher umgesetzt wurde. Dass Hermès seit 2006 mit 25 Prozent an der Vaucher Manufacture beteiligt ist, erklärt, warum diese Uhr technisch so kompromisslos umgesetzt werden konnte. (Auch interessant: Eine stilisierte Neuinterpretation eines Pferdes: Slim d'Hermès Cheval Brossé)

Slim d’Hermès Quantième Perpétuel in Roségold und Braun

Slim d’Hermès Quantième Perpétuel in Roségold und Braun

© Hermès

Mikrorotor und Handwerkskunst

Das 39,5 Millimeter große Gehäuse aus Roségold misst gerade einmal 9,06 Millimeter in der Höhe. Für einen ewigen Kalender mit automatischem Aufzug, in GMT-Funktion und Mondphase ist das bemerkenswert – und am Handgelenk spürbar. Die Uhr trägt sich flach, elegant, fast beiläufig. Ein Drücker bei vier Uhr erlaubt das Verstellen der zweiten Zeitzone in Stundenschritten, ohne das Gesamtbild zu stören. Das neue braune Zifferblatt ist der eigentliche Star. Die galvanisierte Mitte spielt subtil mit dem Licht, während der gebürstete Rehaut einen klaren Rahmen setzt. Vier Hilfszifferblätter sind logisch und ausgewogen angeordnet: Datum bei zwölf, Mondphase bei drei, Monat und Schaltjahr bei neun, eine zweite Zeitzone bei sechs Uhr. Die Apeloig-Ziffern tauchen auf dem Rehaut und in drei der Totalisatoren auf – nie dominant, immer lesbar. Goldene Stabzeiger, vergoldete Rahmen und Anzeigen greifen den warmen Ton des Gehäuses auf. 

Ein kleines, leicht zu übersehendes Detail zeigt, wie ernst Hermès Funktionalität nimmt: Zwischen Mondphase und GMT liegt die Tag-/Nachtanzeige. Sie färbt sich kurz nach Mitternacht rot und verhindert so, dass der Kalender in der „Gefahrenzone“ verstellt wird. Die Mondphase selbst ist klassisch poetisch umgesetzt: ein Mond aus schimmerndem Perlmutt vor einem tiefblauen Aventurin-Himmel.

Im Inneren arbeitet das Vaucher-Kaliber H1950, ein besonders elegantes Automatikwerk seiner Art. 2,6 Millimeter flach, ergänzt um ein 1,4 Millimeter starkes Modul, ergibt sich eine Gesamthöhe von nur vier Millimetern. Die Frequenz liegt bei 21.600 Halbschwingungen pro Stunde, die Gangreserve bei 48 Stunden. Durch den Saphirglasboden sieht man den Mikrorotor und die von Hand anglierten Brücken, dekoriert mit einem feinen Streumuster aus kleinen „H"s. 

Luxus ohne Aufdringlichkeit

Die Slim d’Hermès Quantième Perpétuel erklärt sich nicht über Superlative, sondern über Haltung. Die Uhr ist technisch hochkomplex, gestalterisch zurückhaltend und emotional überraschend warm. Am Havanna-braunen Alligatorband wirkt das Modell weniger wie ein klassischer ewiger Kalender, sondern eher wie ein sehr eleganter Begleiter für Menschen, die wissen, was sie tragen. Der Preis liegt bei 39.550 Euro. Viel Geld, ohne Frage. Aber auch eine Erinnerung daran, dass Hermès Uhrmacherei nicht als Nebenprodukt versteht, sondern als eigenständige Ausdrucksform.

Hermès Hermès Slim d’Hermès Schweizer Uhren Goldene Uhr ewiger Kalender Uhren bis 50.000 Euro

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