Wenn Geld keine Rolle spielt: die ultimative Uhrensammlung
Wer Sammler nach der perfekten Uhrensammlung fragt, erhält keine einheitliche Antwort. Zu unterschiedlich sind Geschmäcker, Prioritäten und Sammelphilosophien. Der eine sucht technische Höchstleistungen, der andere historische Ikonen, ein Dritter außergewöhnliches Design oder kompromisslose Handwerkskunst. Würde Geld jedoch keine Rolle spielen und müsste man sich auf lediglich fünf Uhren beschränken, entstünde eine besonders spannende Herausforderung. Jede Position sollte einen klaren Zweck erfüllen, jede Uhr einen eigenen Charakter besitzen. Die ideale Kollektion vereint deshalb nicht einfach die teuersten Modelle der Welt, sondern Ikonen, die unterschiedliche Facetten der Uhrmacherei repräsentieren. Die folgenden fünf Modelle bilden genau eine solche Traumsammlung und für viele Sammler möglicherweise das Endziel einer lebenslangen Leidenschaft.
A. Lange & Söhne – Datograph Perpetual Tourbillon Honeygold Lumen
A. Lange & SöhneChronograph: A. Lange & Söhne – Datograph Perpetual Tourbillon Honeygold „Lumen“
Mit dem Datograph Perpetual Tourbillon Honeygold „Lumen“ vereint A. Lange & Söhne drei der anspruchsvollsten Komplikationen der Haute Horlogerie in einem Zeitmesser. Die auf lediglich 50 Exemplare limitierte Edition kombiniert einen Flyback-Chronographen mit exakt springendem Minutenzähler, einen ewigen Kalender mit Großdatum sowie ein Tourbillon mit Sekundenstopp. Erstmals verbindet die Manufaktur diese Konstruktion mit ihrem exklusiven 750er Honeygold und der charakteristischen „Lumen“-Technologie, bei der halbtransparente Zifferblattelemente und nachleuchtende Anzeigen auch im Dunkeln faszinierende Einblicke ermöglichen. Im Inneren arbeitet das Manufakturkaliber L952.4 mit 684 Einzelteilen, Schaltrad-Chronograph, eigener Lange-Unruhspirale und einer Gangreserve von 50 Stunden. Durch den Saphirglasboden offenbart sich zudem die aufwendige Finissierung mit naturbelassenem Neusilber, Goldchatons, gebläuten Schrauben und handbearbeiteten Oberflächen. Wenig verwunderlich also, dass der Datograph Perpetual Tourbillon Honeygold „Lumen“ damit zu den eindrucksvollsten technischen Meisterwerken der sächsischen Manufaktur zählt und höchste Uhrmacherkunst mit einer unverwechselbaren, auch bei Nacht spektakulären Ästhetik vereint. Auch wenn der Preis nicht öffentlich kommuniziert wird, beläuft er sich wohl auf deutlich über 600.000 Euro.
Audemars Piguet – Royal Oak Offshore Flying Tourbillon Chronograph Automatik
Audemars PiguetTaucheruhr: Audemars Piguet – Royal Oak Offshore Flying Tourbillon Chronograph Automatik
Kaum eine Taucheruhr bietet eine derart aufregende Kombination aus Sportlichkeit und höchster Uhrmacherkunst wie die Royal Oak Offshore Flying Tourbillon Chronograph Automatik. Besagte Referenz vereint einen Flyback-Chronographen mit fliegendem Tourbillon und demonstriert eindrucksvoll, dass sich anspruchsvolle Komplikationen und robuste Alltagstauglichkeit keineswegs ausschließen müssen. Das 43 Millimeter große Gehäuse besteht aus schwarzer Hightech-Keramik, deren außergewöhnliche Kratzfestigkeit durch Elemente aus Titan ergänzt wird. Burgunderrote Akzente auf Innenlünette und Zifferblatt verleihen dem Zeitmesser außerdem eine markante Eigenständigkeit. Dank des skelettierten Zifferblatts kann das architektonisch gestaltete Manufakturkaliber, dessen sorgfältig finissierte Brücken und Komponenten die hohe Handwerkskunst von Audemars Piguet widerspiegeln, sogar von der Vorderseite bestaunt werden. Während das Tourbillon die traditionelle Regulierkunst der Haute Horlogerie repräsentiert, ermöglicht die Flyback-Funktion das sofortige Neustarten einer Zeitmessung per Knopfdruck. Die Uhr wird mit einem austauschbaren Kautschukband geliefert, ihr Preis kann bei der Maison erfragt werden.
Patek Philippe – World Time Rare Handcrafts Ref. 5231G-001
Patek PhilippeWeltzeituhr: Patek Philippe – World Time Rare Handcrafts Ref. 5231G-001
Spielt das Budget ohnehin keine Rolle, kann statt einer GMT- auch eine Weltzeituhr getragen werden. Solche Modelle von Patek Philippe gehören seit Jahrzehnten zu den großen Ikonen der Haute Horlogerie. Mit der Referenz 5231G-001 verbindet die Genfer Manufaktur ihre traditionsreiche World-Time-Komplikation mit außergewöhnlicher Emaillekunst und schafft einen Zeitmesser, der technische Raffinesse und dekorative Handwerkskunst auf höchstem Niveau vereint. Herzstück der Uhr ist das ultraflache Automatikkaliber 240 HU mit Mikrorotor. Es zeigt die Uhrzeit von 24 Zeitzonen gleichzeitig an und ermöglicht es, die Ortszeit jeder Weltmetropole auf einen Blick abzulesen. Über die charakteristische Drückerfunktion lässt sich die lokale Zeitzone komfortabel anpassen, während Stundenring, Städtering und 24-Stunden-Scheibe synchron weiterschalten. Trotz dieser komplexen Funktion bleibt das Werk außergewöhnlich flach und elegant. Den eigentlichen Blickfang bildet jedoch das Zifferblatt. Im Zentrum zeigt ein in aufwendiger Grand-Feu-Cloisonné-Emaille gefertigtes Kunstwerk eine detailreiche Karte Südostasiens und Ozeaniens. Feine Goldstege trennen die einzelnen Emaillefelder voneinander, die in zahlreichen Brennvorgängen ihre beeindruckende Farbintensität und Tiefe erhalten. Jedes Zifferblatt entsteht in aufwendiger Handarbeit und zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen traditioneller Genfer Emaillekunst. Das 38,5 Millimeter große Gehäuse aus Weißgold unterstreicht den eleganten Charakter und wird von einem dunkelblauen Alligatorlederband ergänzt. Für 99.539 Euro kann die Weltreise beginnen.
F.P. Journe – Tourbillon Souverain Vertical Joaillerie
F.P. JourneDresswatch: F.P. Journe – Tourbillon Souverain Vertical Joaillerie
Häufig zeichnen sich Dresswatches durch Zurückhaltung aus. Für aufregende Galaabende der ganz besonderen Art oder den nächsten Auftritt auf dem Roten Teppich darf es aber auch mal etwas expressiver sein. François-Paul Journe, einer der bedeutendsten unabhängigen Uhrmacher der Gegenwart, hat genau für solche Anlässe das ideale Modell im Programm. Mit dem Tourbillon Souverain schuf er bereits 1999 einen der technisch anspruchsvollsten Zeitmesser seiner Generation. Die Interpretation zum 20-jährigen Jubiläum hebt dieses Meisterwerk auf ein neues Niveau und verbindet höchste Uhrmacherkunst mit außergewöhnlicher Juwelierarbeit. Im Zentrum steht das vollständig aus 18-karätigem Roségold gefertigte Handaufzugskaliber 1519. Sein vertikal angeordnetes Tourbillon dreht sich in nur 30 Sekunden um die eigene Achse und arbeitet mit einem Remontoir d’égalité (Konstantkraftmechanismus) sowie einer springenden Sekunde. Der Konstantkraftmechanismus sorgt für eine gleichmäßige Energieabgabe an die Hemmung und verbessert dadurch die Gangstabilität über die gesamte Gangreserve von 80 Stunden. Damit noch nicht genug: Das 44 Millimeter große Platingehäuse wird von insgesamt 93 Baguette-Diamanten mit einem Gesamtgewicht von rund 22,5 Karat veredelt. Ergänzt wird die Konstruktion durch ein Grand-Feu-Emaille-Zifferblatt bei drei Uhr. Selbstverständlich wird der Listenpreis auch bei diesem Modell nicht öffentlich kommuniziert. Ohnehin erhalten nur die wenigsten Freunde der Marke überhaupt die Möglichkeit, ein solches Modell kaufen zu dürfen.
Berneron – Mirage 34 Lapis Lazuli
BerneronHingucker: Berneron – Mirage 34 Lapis Lazuli
Mit Berneron zählt seit wenigen Jahren eine der spannendsten Neugründungen der unabhängigen Uhrmacherszene zu den aufstrebenden Namen der Branche. Die Mirage 34 Lapis Lazuli verkörpert den kompromisslosen Ansatz der Marke exemplarisch: Statt sich an klassischen Gehäuseformen zu orientieren, entstand ihre organische Silhouette konsequent nach dem Prinzip „Form follows Function“. Zur Feinabstimmung der Proportionen griff Berneron sogar auf die Fibonacci-Folge zurück – mit einem ebenso ungewöhnlichen wie harmonischen Ergebnis. Für Präzision sorgt das eigens entwickelte Handaufzugskaliber 215, dessen Hauptplatine und Brücken vollständig aus 18-karätigem Gold gefertigt sind. Das ausschließlich für dieses Modell entwickelte Manufakturwerk bietet eine Gangreserve von 72 Stunden und folgt der Philosophie „one watch, one movement“. Jede Uhr erhält dabei ein speziell für sie konstruiertes Kaliber. Den größten Eindruck hinterlässt jedoch das Zifferblatt. Es besteht aus hochwertigem Lapislazuli aus Afghanistan, dessen intensive Blautöne und goldene Pyriteinschlüsse jedes Exemplar zu einem Unikat werden lassen. Besonders außergewöhnlich ist die kleine Sekunde: Sie wird direkt in die Hauptplatine des Uhrwerks eingearbeitet, die hierfür in aufwendiger Handarbeit auf lediglich 0,4 Millimeter Materialstärke ausgearbeitet wird. Mit einer Jahresproduktion von lediglich 48 Exemplaren zählt die Berneron Mirage 34 Lapis Lazuli zu den exklusivsten Kreationen der unabhängigen Haute Horlogerie und kostet umgerechnet rund 63.200 Euro ohne Steuern.
Swatch – Hawai‘i Nei
SwatchSicherheitsrelevante Ergänzung: Swatch – Hawai‘i Nei
Da es nicht in jeder Situation ratsam ist, einen Zeitmesser im Gegenwert eines Einfamilienhauses oder Sportwagens am Handgelenk zu tragen, sollte selbst die luxuriöseste Traumsammlung auch eine Uhr für den unbeschwerten Alltag bereithalten. Ein Modell also, das weder schlaflose Nächte bereitet noch das Amputations-Interesse räuberischer Banden weckt, dabei aber dennoch Charakter, Funktionalität und jede Menge Coolness mitbringt. Unsere Wahl fällt dabei auf Swatch. Mit der Destination-Art-Kollektion verbindet die Marke ihre charakteristische Designfreiheit mit regionaler Kunst. Gemeinsam mit dem auf Oʻahu lebenden Künstler Nick Kuchar entstand eine Uhr, die den entspannten Surf-Lifestyle und die farbenfrohe Natur Hawaiis aufgreift. Das detailreich gestaltete Zifferblatt zeigt Strände, Wellen und Surfer und ist in ein 41 Millimeter großes Gehäuse eingebettet. Fluoreszierende Stunden- und Minutenzeiger sorgen für gute Ablesbarkeit, während das Quarzwerk den unkomplizierten Charakter der Uhr unterstreicht. Die 110 Euro sprengen das Budget dieser Sammlung glücklicherweise nicht. Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Wie aus einer Uhr plötzlich zwanzig werden: Die fünf Phasen eines jeden Uhrensammlers- Chronograph: A. Lange & Söhne – Datograph Perpetual Tourbillon Honeygold „Lumen“
- Taucheruhr: Audemars Piguet – Royal Oak Offshore Flying Tourbillon Chronograph Automatik
- Weltzeituhr: Patek Philippe – World Time Rare Handcrafts Ref. 5231G-001
- Dresswatch: F.P. Journe – Tourbillon Souverain Vertical Joaillerie
- Hingucker: Berneron – Mirage 34 Lapis Lazuli
- Sicherheitsrelevante Ergänzung: Swatch – Hawai‘i Nei