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Lesedauer 8 Min.

Hands-on: Hublot Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

Mit der Big Bang Original führt Hublot seine Ikone in eine neue Generation. Das Modell kombiniert die charakteristische Big-Bang-Architektur mit dem hauseigenen Unico-Chronographenwerk und einem überarbeiteten Design.
Hublot: Big Bang Original Titanium Ceramic

Hublot: Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

© Hublot

Die Big Bang gehört zweifellos zu den großen Uhrenikonen des bisherigen 21. Jahrhunderts. Und sie ist ihrem Namen, englisch für Urknall, gerecht geworden. Denn sie schlug tatsächlich wie ein Big Bang in die Uhrenszene ein, als Jean-Claude Biver 2005 mit ihr die neue Zeitrechnung bei Hublot einführte. Rückblickend erscheint sie vielen als das Uhrendesign der Nullerjahre. Während das bullaugenartige Äußere („hublot“ ist das französische Wort für Bullauge) mit den seitlichen „Ohren“ und den sechs Lünettenschrauben der Big Bang ihren optischen Rahmen gab, war es vor allem ihre Vielfältigkeit, die ihren Erfolg ausmachte. Dank eines aus über 50 Komponenten bestehenden Gehäuses, das um einen Titancontainer mit dem Uhrwerk im Innern herumgebaut war, konnte Hublot in ein und derselben Big Bang die unterschiedlichsten Materialien und Farben integrieren. Die dahinterstehende Philosophie der Fusion hatte Biver von der damals ungewöhnlichen Kombination aus Goldgehäuse und Kautschukband abgeleitet, durch die sich schon die frühen Hublot-Uhren unter Markengründer Carlo Crocco in den 1980er-Jahren ausgezeichnet hatten.

Von der Big Bang zur Big Bang Unico

Doch auch das erfolgreichste Design kommt irgendwann in die Jahre und bedarf der ein oder anderen Anpassung. Als Hublot 2013 die Big Bang Unico mit dem ersten hauseigenen Chronographenkaliber vorstellte, dem HUB1242 mit Beinamen Unico, debütierte mit ihm auch eine neue Unterform der Big Bang: die Big Bang Unico. Sie unterschied sich von der weiterhin bestehenden Big Bang unter anderem durch runde Drücker, ein etwas bulligeres Gehäuse und nicht zuletzt durch die in den mittleren Bandanstoß integrierten Drücker für das One-Click-System, ein Schnellwechselsystem für das Armband. Wer einen Hublot-Chronographen mit Manufakturwerk wollte, musste fortan zur Unico greifen. Die normale Big Bang blieb einstweilen mit einem Großserienkaliber ausgestattet.

Hublot: Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

Hublot: Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

© Hublot

Unmittelbare Vorläufer: die Jubiläumsuhren von 2025

Wie die Zukunft der Big Bang Original aussehen würde, sah man 2025, als Hublot den 20. Geburtstag seiner Ikone feierte. Zu der großen Zahl der zu diesem Anlass lancierten Uhren gehörte auch eine veränderte Big Bang. Unter dem Namen Big Bang 20th Anniversary präsentierte sie sich nicht nur mit der inzwischen zweiten Generation des Unico-Werks, Kaliber HUB1280, sondern auch mit einem neuen Gehäusedurchmesser von 43 mm sowie im Design leicht überarbeitet. Zwar war die Big Bang 20th Anniversary eine Jubiläumsedition, deren einzelne Modelle auf 100, 250 oder 500 Exemplare limitiert waren. Doch von Design und Innenleben her entsprachen sie schon ganz der neuen Big Bang Original Unico, die Hublot im Januar 2026 eingeführt hat. Sie ersetzt ab sofort die bisherige Big Bang Original. Die Unterschiede zu den Jubiläumsmodellen beschränken sich auf Details. So besaßen die Jubiläumsuhren unter anderem besondere Akzente auf dem Zifferblatt wie einen roten Sekundenzähler oder rote Skalenstriche, dazu einen speziellen goldenen Rotor und eine Krone mit Jubiläumslogo. Die entscheidenden Features aber sind geblieben – vom 43 mm großen Gehäuse bis zum Manufakturwerk.

Gelungene Mischung aus Original und Unico

Für unser Hands-on haben wir die Hublot Big Bang Original Unico Titanium Ceramic ausgesucht. Im Design nähert sie sich der Big Bang Unico weit an. Wie diese besitzt sie an den mittleren Bandanstößen die trapezförmigen Entriegelungstasten für das One-Click-Bandwechselsystem, flankiert von je einer H-förmigen Titanschraube. Und wie bei der Unico wirkt das Gehäuse massiver und noch sportlicher als das der Original. Um den Grund dafür zu erkennen, muss man genau hinschauen: Die Hörner der Original Unico sind kürzer und stärker abgeknickt als bei der Original, dadurch wirkt sie kompakter und kräftiger. Ihre Kanten bilden keine gemeinsame Linie mehr mit dem mittleren Bandanstoß, wie das noch bei der Original der Fall war. Dazu ist die Gehäusegröße praktisch neu: 43 mm gab es bisher weder bei der Original noch bei der Unico – nur bei den Jubiläumsmodellen.

Hublot-Big-Bang-Original-Unico-Titanium-Ceramic-Wristshot

43 mm am Handgelenk: Hublot Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

© WatchTime

Doch es gibt auch deutliche Unterschiede zur Unico. Anders als sie setzt die Original Unico nicht auf runde, sondern auf längliche, eckige Drücker. Und vor allem auf geschlossene Zifferblätter. Während man bei den Unicos dem Chronographenmechanismus von vorn, durch das skelettierte Zifferblatt bei der Arbeit zuschauen kann, ist das Innenleben bei der Original Unico nur von hinten sichtbar. Stattdessen findet sich bei ihr ein Schachbrettmuster auf dem Zifferblatt, das man von frühen Big Bangs her kennt. Es imitiert die Struktur von Kohlefaser, resultiert jedoch aus einer unterschiedlichen Oberflächenverarbeitung – je nach Lichteinfall ergeben sich stärkere oder schwächere Kontraste. Dreimal wird dieses Muster an anderen Stellen zitiert: auf dem Seitenrand der Lünette, auf den Kautschukeinsätzen der Drücker und auf dem Armband, das ebenfalls aus Kautschuk besteht. Wäre die Lünette drehbar, würde die Nagelmusteroberfläche sie wunderbar griffig machen. So aber handelt es sich um einen reinen Designaspekt. Bei unserer Testuhr ist die Lünette aus schwarzer Keramik gearbeitet und mit einer Satinierung verziert. Im Vergleich zum Titanmodell mit Titanlünette, das es auch gibt, ist die Keramiklünette vielleicht das etwas raffiniertere Modell, denn je nach Lichteinfall wirkt die Keramik mal sehr dunkel, mal fast so hell wie Titan.

Hublot: Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

Die Big Bang Original Unico Titanium Ceramic ist leicht und angenehm zu tragen.

© WatchTime

Jetzt mit Manufakturkaliber

Während Hublot schon vor Jahren die Big Bang Unico mit dem gleichnamigen hauseigenen Chronographenkaliber einführte, behielt die ursprüngliche Big Bang mit dem Eta Valjoux 7753 ein Großserienkaliber bei. Mit der Big Bang Original Unico schließt sich nun der Kreis: In ihr arbeitet das vollständig von Hublot entwickelte und gefertigte Manufakturkaliber HUB1280. Bei diesem handelt es sich um die zweite Generation des Hublot-eigenen Unico-Kalibers. Wie die erste Generation, das HUB1242, verfügt es über Automatikaufzug, Flybackfunktion und eine mehrschichtige Konstruktion mit Säulenrad. Anders als das ältere Werk ist das HUB1280 aber deutlich flacher: 6,75 statt 8,05 Millimeter. Um die geringere Höhe zu erreichen, verzichtet Hublot im Vergleich zum 1242 auf verschiedene Bauteile und verwendet eine andere Art des beidseitigen Automatikaufzugs. Statt eines Doppelklinkensystems wie beim 1242 kommt beim 1280 ein Untersetzungsgetriebe mit zwei Umkehrrädern zum Einsatz. Dieses System nimmt zwar mehr Raum ein, baut aber niedriger. Darüber hinaus zeichnet sich das Kaliber durch weitere Detailverbesserungen aus, die zum Teil patentiert sind, etwa ein spielfreies Zahnprofil in der Kupplung, das ein Springen des Chronographenzeigers beim Starten verhindert, oder eine verbesserte Rückervorrichtung mit Exzenterschraube. Der Blick durch den Glasboden offeriert ein modern gestaltetes, monochromes Werk ohne messingfarbene Komponenten, das den gleichen technisch-sportlichen Look ausstrahlt wie die Uhr selbst. An mehreren Stellen findet sich das H-förmige Markenlogo: groß auf dem skelettierten Rotor aus Wolframkarbid, mittelgroß auf der zentralen Werkbrücke und winzig auf dem Rückerzeiger.

Hublot: Big Bang Original Unico Titanium Ceramic Boden

Unter dem Glasboden: das Manufakturkaliber HUB1280, genannt "Unico"

© Hublot

Gute Gangergebnisse

Auf der Zeitwaage lieferte die Testuhr gute Ergebnisse ab, sowohl ohne als auch mit laufender Chronographenfunktion. Einziger Wermutstropfen war der maximale Unterschied (Delta) zwischen den sechs gemessenen Lagen, vor allem bei eingeschalteter Chronographenfunktion. Die durchschnittliche Gangabweichung erwies sich als minimal, wenn auch am Handgelenk etwas höher.

Hoher Tragekomfort, einfacher Bandwechsel

Die Big Bang Original Unico lässt sich sehr angenehm tragen. Dank Titan und Kautschukband ist sie recht leicht, wiegt exakt 100 Gramm. Das Bedienen von Krone und Drücker geht leicht von der Hand, dabei lässt sich der obere Drücker besonders weich pressen. Die Einfach-Faltschließe drückt nicht, der Uhrenkopf rutscht nicht zur Seite. Dazu trägt auch das Band mit seinen 14 Verstellmöglichkeiten bei. Damit ist es auf nahezu jedes Handgelenk anpassbar. Sehr gute Werte bei Amplitude (Schwingungsweite der Unruh) und Abfall (hörbar an der Gleich- oder Ungleichmäßigkeit des Tickens) zeugen von einem zuverlässigen und in allen Details optimierten Werk.

Hublot-Kaliber HUB1280 Unico (Unterzifferblattansicht)

Hublot-Kaliber HUB1280 Unico (Unterzifferblattansicht)

© Hublot

Mithilfe des Schnellwechselsystems kann man das Band schnell, einfach und ohne Werkzeug vom Uhrenkopf lösen – und ein anderes genauso schnell wieder befestigen. Dieses System fehlte der alten Original, während es die Unico von Anfang an hatte. Ein schneller Druck mit dem Fingernagel, und schon löst sich das Band vom Gehäuse. Dieses „One Click“ genannte System macht bei Hublot besonders viel Sinn, denn die Uhren bieten sich geradezu dazu an, ihnen mit einem andersfarbigen Band ein anderes Aussehen zu geben.

Fazit

Mit der neuen Big Bang Original Unico lässt Hublot das ursprüngliche Big-Bang-Design der Nullerjahre endgültig hinter sich. Die Form der Big Bang Original Unico ist auch eine Verbeugung vor dem erfolgreichen Design der Big Bang Unico. Mit den eckigen Drückern und dem geschlossenen Zifferblatt kommt der Original Unico aber genügend Eigenständigkeit zu. Und gerade das geschlossene Blatt dürfte sich künftig zu einer neuen Plattform entwickeln, auf der die Big Bang Original Unico ihre Stärken ausspielt.

Technische Daten

Hublot Big Bang Original Unico Titanium Ceramic

Referenznummer 431.NM.1370.RX

Hersteller Hublot SA, chemin de la Vuarpillière 33, 1260 Nyon, Schweiz

Funktionen Stunden, Minuten, kleine Sekunde, Datum, Sekundenstopp, Flyback-Chronograph mit 60-Minuten-Totalisator und schleichendem Minutenzähler 

Gehäuse Titan, poliert und satiniert. Entspiegeltes Saphirglas. Lünette aus satinierter und polierter schwarzer Keramik, Seitenrand mit Nagelbrettmuster. Verschraubte Krone, 6-fach verschraubter Titanboden mit Fenster aus entspiegeltem Saphirglas. 100 m wasserdicht

Zifferblatt mattschwarz mit Schachbrettmuster. Aufgesetzte Zahlen und Indizes sowie skelettierte Zeiger mit Leuchtmasse ausgelegt

Maße 43 mm Durchmesser, Höhe 13,2 mm, Horn zu Horn 50 mm, Bandanstoßbreite 21 mm, Gewicht 100 g

Werk Manufakturkaliber HUB1280 Unico mit Schaltrad, horizontaler Doppelkupplung und skelettiertem, rhodiumplattierten Rotor aus Wolframkarbid. Automatik, 72 h Gangreserve. Frequenz 4 Hertz = 28.800 A/h

Armband und Schließe schwarzes Kautschukband mit Rautenstruktur, „One Click“-Schnellwechselsystem mit Drückern, Faltschließe aus Titan und schwarzer Keramik

Preis 21.100 Euro

Hublot Hublot Big Bang Titan Uhr Schweizer Uhren Luxusuhren Uhren bis 30.000 Euro

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