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Lesedauer 7 Min.

Piaget Limelight Gala: Gold, das unter den Händen lebt

Mit neuen Limelight Gala-Modellen zelebriert Piaget die Kunst der Goldbearbeitung. Decor Palace-Gravur, Schuppenschliff und Grand Feu Email – ein Blick auf Handwerkstechniken, die in der Haute Joaillerie ihresgleichen suchen.
Piaget Limelight Gala Precious G0A51187 und G0A51188

Piaget Limelight Gala Precious G0A51187 und G0A51188

© Piaget

Mit zwei neuen Piaget Limelight Gala-Modellen zeigt die Genfer Manufaktur, was sie seit über einem halben Jahrhundert auszeichnet: die Verschmelzung von Uhrmacherei und Haute Joaillerie zu Objekten, die man nicht nur trägt, sondern erlebt. 

Limelight Gala: Eine Ikone seit 1973 

„Eine Uhr ist in erster Linie ein Schmuckstück“, sagte Yves G. Piaget – und prägte damit das Selbstverständnis des Hauses nachhaltig. Gegründet 1874 von Georges-Edouard Piaget in La Côte-aux-Fées, spezialisierte sich die Manufaktur zunächst auf die Fertigung hochwertiger Uhrwerke und Komponenten. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlangte sie Weltruf durch ihre außergewöhnliche Expertise in ultraflachen Kalibern. Diese technischen Meisterleistungen eröffneten neue gestalterische Freiräume: Schlanke Werke schufen Platz für kreative Experimente mit Zifferblättern und Gehäusen. Anfang der 1960er-Jahre schlug Piaget deshalb konsequent den Weg der vertikalen Integration ein. Die Marke begann, mit Schmuck- und Edelsteinen, innovativen Gravurtechniken, markanten Gehäuseformen und neuartigen Armbanddesigns zu arbeiten. Daraus entstanden aufwendige Veredelungen wie die charakteristische Decor-Palace-Technik, bei der nahezu tausend winzige Glieder einzeln von Hand verlötet werden, um eine makellos fließende Metalloberfläche zu schaffen.

Die Geschichte der Limelight Gala beginnt 1973, in den glamourösen Räumen des Gstaad Palace in der Schweiz. Piaget präsentierte damals eine Damenuhrenkollektion, die den Zeitgeist traf: elegant, aber nicht steif. Verspielt, aber nicht kitschig. Luxuriös, aber nicht theatralisch. Der Designer Jean-Claude Gueit hatte eine Uhr entworfen, die sich von den dramatischen Cuff-Watches der Marke abhob – die Limelight Gala sollte eine Uhr für den Übergang sein, von Cocktailparty zu Ball, von abends bis in die Nacht. 

Das Konzept war ebenso einfach wie brillant: ein ovales, horizontal ausgerichtetes Gehäuse, umrahmt von Diamanten, deren Linien sich nicht brav um die Uhr schmiegten, sondern ausbrachen – nach oben, nach unten, entlang des Armbands. Asymmetrisch, fließend, als wollten die Edelsteine sich von der Ordnung befreien. Die Bandanstöße – jene funktionalen Elemente, die das Gehäuse mit dem Armband verbinden – wurden zu dekorativen Akzenten, besetzt mit Edelsteinen, die ihre technische Rolle verschleierten. 

Seit 1973 hat sich die Limelight Gala weiterentwickelt. 2024 brachte ein Zifferblatt aus Chrysopras und Gold in Intarsienarbeit. 2025 folgte ein tiefes Burgundrot in Grand Feu Email, kombiniert mit neuen Gravurtechniken am Armband. Und nun, im Frühjahr 2026, kommen zwei Modelle, die zeigen, was Piaget unter seinem viel zitierten Begriff „Extraleganza" versteht – einem Begriff, den die Marke für jene Kreationen reserviert, bei denen Handwerk und Fantasie keine Grenzen kennen.

Piaget Limelight Gala Precious, Referenz G0A51187

Piaget Limelight Gala Precious, Referenz G0A51187

© Piaget

Decor Palace in Cognac-Tönen 

Das erste Modell (Ref. G0A51187) ist eine Hommage an eine der ikonischsten Techniken von Piaget: die Decor Palace-Gravur. Entwickelt 1961, wurde sie 1969 zu einem prägenden Merkmal der bahnbrechenden 21st Century Collection – jener Kollektion, die die Uhrmacherei mit Juwelierkunst in einer Weise verschmolz, die bis dahin undenkbar war. Decor Palace ist eine freihändige Gravur, ausgeführt mit einem Grabstichel – einem Burin –, dessen scharfe Spitze Linie für Linie ins Gold getrieben wird. Jede Rille entsteht einzeln, von Hand, mit unterschiedlichem Druck, unterschiedlichem Winkel, unterschiedlicher Geschwindigkeit. Nach jedem Schnitt werden die feinen Goldspäne weggeblasen – ein rhythmischer, meditativer Prozess, der Stunden, manchmal Tage dauert. Das Ergebnis ist nie identisch. Jeder Goldschmied hat seine eigene Technik, seine eigene Handschrift. Manche arbeiten mit mehr Druck, andere mit flacheren Winkeln. Das Licht läuft unterschiedlich über die Oberflächen, je nachdem, wie tief die Rillen sind, wie eng sie liegen, wie sie sich kreuzen. Decor Palace ist kein industrieller Prozess. Gravieren ist ein Handwerk, das die Persönlichkeit des Ausführenden trägt. 

Bei der neuen Limelight Gala zeigt sich die Decor Palace-Gravur auf dem Armband und dem Zifferblatt – in 18-Karat-Roségold, dessen warmer Ton perfekt mit den Cognac-Diamanten harmoniert. 42 Diamanten (4,74 Karat) umrahmen das 32-mm-Gehäuse, in einem sorgfältig abgestuften Farbverlauf von Weiß bis Cognac. Jeder Stein wird nach Farbton, Helligkeit und Nuance ausgewählt und in einer Sequenz gesetzt, die von der Natur inspiriert ist, aber die Hand des Menschen braucht, um sie zu vollenden. 

Das Decor Palace-Finish lässt das Licht über das Gold tanzen, als wäre es lebendig. Die Cognac-Diamanten bringen Wärme, ohne aufdringlich zu wirken. Und das Armband – ebenfalls in Decor Palace graviert – schmiegt sich ans Handgelenk wie ein Seidenband.

Piaget Limelight Gala Precious, Referenz G0A51188

Piaget Limelight Gala Precious, Referenz G0A51188

© Piaget

Schuppeneffekt und flammendes Orange 

Das zweite Modell (Ref. G0A51188) ist extrovertierter. Ein leuchtendes Orange dominiert das Zifferblatt – Grand Feu Email über Gold, das mit einem Schuppeneffekt graviert wurde. Diese Technik, 2019 bei der Extremely Lady eingeführt, imitiert die Schuppen einer Schlangenhaut: sinuös, undulierend, mit einem Trompe-l'oeil-Effekt, der Tiefe und Textur suggeriert. Jede einzelne Schuppe wird ins Gold getrieben, von Hand, mit einem Grabstichel. Die Linien müssen gleichmäßig sein, die Abstände konsistent, die Übergänge fließend. Erst dann wird das Email aufgetragen – in mehreren Schichten, bei über 800 Grad Celsius gebrannt, bis das transluzente Orange die gewünschte Tiefe und Leuchtkraft erreicht. 

Grand Feu Email ist unberechenbar: Die Farbe verändert sich während des Brennens, die Temperatur muss millimetergenau kontrolliert werden, und selbst kleinste Verunreinigungen können das Ergebnis ruinieren. Das Gehäuse ist mit 20 Diamanten (1,46 Karat) und 22 Spessartit-Granaten (4,20 Karat) besetzt. Die Spessartite – in satten Sonnenuntergangsfarben von Orange bis Cognac – fließen vom Gehäuse aufs Armband, das ebenfalls den Schuppeneffekt trägt. Auch hier zeigt sich die Kunst der Gradation: Die Steine sind nach Farbton, Sättigung und Helligkeit sortiert, sodass ein nahtloser Übergang entsteht, der an die Natur erinnert, aber nur durch menschliche Hand möglich wird. 

Das Werk: Bescheiden, aber solide 

Beide Modelle laufen mit dem Manufakturkaliber 501P1, einem automatischen Werk mit Stunden- und Minutenanzeige. Keine Sekunde, keine Komplikationen, keine Gangreserveanzeige. Für Uhrensammler, die auf Technik schwören, mag das enttäuschend wirken. Aber bei Schmuckuhren zählt das Werk nicht als Hauptdarsteller – es ist die Bühne, auf der sich das Handwerk entfaltet. Das Kaliber 501P1 ist dünn, zuverlässig, unauffällig. Es erfüllt seine Aufgabe mit einer Gangreserve von circa 40 Stunden, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. 

Die Wasserdichtigkeit beträgt 3 atm (30 Meter). Das Gehäuse misst 32 mm im Durchmesser, 10 mm in der Höhe. Kompakt, aber nicht zu klein. Elegant, aber nicht zu fragil. 

Piaget in der Haute Joaillerie: Konkurrenzlos oder nicht? 

Die Frage, ob Piaget in der Schmuckuhren-Liga konkurrenzlos ist, lässt sich nicht einfach beantworten. Denn die Antwort hängt davon ab, was man sucht. Cartier beherrscht die Kunst der Haute Joaillerie-Uhren ebenso virtuos. Die Marke setzt auf ikonische Designs und kombiniert sie mit spektakulären Edelsteinbesätzen. Cartier ist experimenteller bei Formen. Van Cleef & Arpels ist der Poet unter den Schmuckuhren-Herstellern. Die Marke erzählt Geschichten – mit Miniaturen, mit beweglichen Elementen, mit verspielten Komplikationen wie der Planétarium oder der Lady Arpels Jour Nuit. Van Cleef ist märchenhafter, narrativer, weniger auf reine Eleganz fokussiert. Chaumet setzt auf klassische Pariser Eleganz, auf subtile Raffinesse, auf Understatement. Die Marke ist traditioneller. Was Piaget unterscheidet, ist die Balance zwischen Audacity und Eleganz. Die Marke ist mutig, aber nicht provokant. Verspielt, aber nicht kindisch. Luxuriös, aber nicht protzig. Und vor allem: Piaget beherrscht die Goldbearbeitung wie kaum eine andere Marke. Decor Palace, Schuppeneffekt, Intarsienarbeiten – das sind Techniken, die bei Piaget nicht Ausnahme, sondern Standard sind. Konkurrenzlos? Nein. Aber in einer sehr exklusiven Liga, in der es nur wenige Spieler gibt – und Piaget gehört zu den besten. 

Gold, das lebt

Die Referenz G0A51188 ist für 153.000 Euro erhältlich. Ein Preis für Goldschmiedekunst, die in dieser Form nirgendwo sonst zu finden ist und eine Frage der Wertschätzung. Die neuen Piaget Limelight Gala-Modelle sind keine Uhren für Technik-Fans. Sie sind keine Investitionsobjekte, keine Statussymbole, keine Komplikations-Wunder. Sie sind tragbare Kunstwerke, bei denen jede Linie, jede Rille, jeder Stein von Hand gesetzt wurde. Bei denen das Material nicht Mittel zum Zweck ist, sondern Protagonist.

Technische Daten

Limelight Gala 

Gehäuse: 18 Karat Roségold | 32 mm Durchmesser | 10 mm Höhe

Wasserdicht bis 3 ATM (30 m) 

Werk: Kaliber 501P1 | Manufaktur-Automatikwerk

Funktionen: Stunden, Minuten 

Preis: 153.000 Euro

Piaget Luxusuhren Schweizer Uhren Automatikuhren

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