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Lesedauer 4 Min.

Uhren als Wertanlage: Funktion und Technik - Teil 1

A.. Lange & Söhne: Saxonia Automatik Großdatum
A.. Lange & Söhne: Saxonia Automatik Großdatum
© PR
Als erstes Thema bei „Uhren als Wertanlage“ möchte ich mich den viel diskutierten Themen der Technik widmen (lesen Sie hier den ersten Artikel zum Thema). Ein klassischer Werttreiber von Uhren sind die Funktionen, die eine Uhr abbilden kann. Dabei beschreibt eine Komplikation bei Uhren alle Zusatzfunktionen eines mechanischen Uhrwerks, die über die übliche Anzeige von Stunde und Minute hinausgehen. Die Komplikationen können als zusätzliche Funktionsebenen verstanden werden, die eine Uhr grundsätzlich noch funktionaler und wertvoller macht. Dabei brauchen Komplikationen stets mehr Einzelkomponenten, sie sind also anspruchsvoller in Bau und Konstruktion. Immer wenn von Komplikationen die Rede ist, sollte man sich zunächst ausschließlich an sich selbst orientieren. Was ist einem bei einer Uhr wichtig? Welche Anzeigen und Funktionen gestalten das Leben leichter und komfortabler? Denn obwohl es „Komplikation“ heißt, wird es im Gegenteil nur unkomplizierter – ich persönlich habe mich zum Beispiel sehr für die recht exotische Anzeige der Kalenderwoche bei Glashütte Original begeistern können. Dadurch dass die Funktionen auf persönliche Bedürfnisse orientiert sind, vereinfachen die Komplikationen den Alltag teils ganz erheblich.
Glashütte Original: Senator Kalenderwoche
Glashütte Original: Senator Kalenderwoche © PR
Welche Komplikationen sind bekannt? Zu allen Zeiten arbeiteten die bekannten Uhrenmanufakturen daran, neue Komplikationen zu entwickeln. Je mehr Komplikationen, desto wertvoller ist die Uhr – eine Art Leistungsschau der Uhrenwelt. Im Wesentlichen sind folgende einfache und anspruchsvollere Komplikationen bekannt: Standardkomplikationen: Diese Komplikationen unterstützen den Wert einer Uhr, bauen ihn aber nicht nachhaltig aus: Uhren mit Datumsanzeige – die häufigste Komplikation einer Uhr, die eine Anzeige für das Datum ergänzt, das in Form eine Zahl oder eines Zeigers dargestellt wird. Uhren mit Wochentagsanzeige – meistens sieht die Anzeige für das Wochentag mit einer Abkürzung für den jeweiligen Tag, z.B. MON für Montag usw. Bei einer Rolex Day Date wird zum Beispiel auch das ganze Wort angezeigt.
Rolex: Day-Date II
Rolex: Day-Date II © PR
Uhren mit Großdatumanzeige -  ist eine vergrößerte Anzeige für das Datum mit zwei getrennten Ziffern zur Anzeige. Die Großdatumanzeige kommt ursprünglich von A. Lange & Söhne und ist heute dort in einer sehr elaborierten Form noch patentiert. Auch die Serie PanoMatic von Glashütte Original glänzt mit einem Großdatum.
Uhren mit Mondphase – eine Mondphasenanzeige wird zusätzlich auf dem Zifferblatt ausgeführt, um damit den aktuellen Stand des Mondes anzugeben. Uhren mit zweiter Zeitzone – eine Funktion, bei der auf einem Zifferblatt 2 Zeitzonen angezeigt werden. Dies geschieht entweder mit einem zusätzlichen Stundenzeiger aus der Mitte, der in der Regel eine andere Farbe hat oder auf einem Zifferblatt werden kleinere Anzeigen präsentiert, sogenannte Hilfszifferblätter. Uhren mit Gangreserveanzeige – ist eine Funktion die meistens auf dem Zifferblatt zu sehen ist. Die Gangreserveanzeige zeigt die noch verbleibende Gangautonomie der Uhr an. Damit ist leicht ersichtlich, wann die Uhr aufgezogen werden muss. Gerade bei Handaufzugsuhren ist diese Funktion sinnvoll. Springende Stunde – der Stundenzeiger „springt“ bei der Anzeige der Stunde, falls die Zahlen nicht in einer Reihenfolge gebracht sind, z.B. bei aus der Franck Muller „Crazy Hours“  Kollektion. Ebenso sind Scheibenuhren mit springenden Anzeigen sowie retrograde Anzeigen verbreitet.
Franck Muller: Crazy Hours
Franck Muller: Crazy Hours © PR
Der Chronograph – eine Uhr mit zusätzlicher Stoppuhrfunktion, oder anders gesagt einer Kurzzeitmesseinrichtung. Die Funktion lässt sich am besten bei sportlichen Aktivitäten anwenden, z.B. bei einem Rennen. Aber auch so hat der Chronograph ein gewisses Funktionspotenzial, gerade wenn man kreativ an die Zeitmessung herangeht. Technisch gesehen ist der Chronograph sicherlich schon den „großen Komplikationen“ zuzuordnen, jedoch wurde er meisterlich industrialisiert und daher auch in allen Qualitätsklassen skaliert. Count-Down – eine Funktion, die meistens von Tauchern benutzt und somit in Taucheruhren eingebaut wird. Count-Down ist ein Mechanismus, welcher einen vorab gewählten Zeitabschnitt rückwärts zählt und nach dessen Ablauf ein akustisches Signal gibt. Das heißt, wenn ein Taucher nur für 30 Minuten Sauerstoff hat, weiß er, wann er wieder auftauchen muss. Diese Funktion ermöglicht den genaueren Überblick auf die übrige Zeit. Im nächsten Artikel schreibe ich über Funktionen, die im Regelfall den Wert einer Uhr zu einem stärkeren Anteil bestimmen und mitunter definieren. Dr. Oliver Hoffmann ist Director Watch Department bei Auctionata und Experte für die Kategorien Armband- sowie Taschenuhren. Seit 2009 ist er auch Leiter des Fachkreises Armbanduhr der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie. Auctionata ist ein traditionelles Auktionshaus, das die Welt der Auktionen erstmalig vollständig online erlebbar macht: www.auctionata.de Auf Watchtime.net schreibt der Experte zum Thema “Uhren als Investment”. Text: Dr. Oliver Hoffmann
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