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Lesedauer 7 Min.

3 Millionen Euro: Jacob & Co. erfindet den Diamantschliff neu

Zum 40. Firmenjubiläum präsentiert Jacob & Co. mit dem Billionaire Double Tourbillon Angel Cut eine auf 18 Stück limitierte Edition mit patentiertem Schliff.
Jacob & Co. Billionaire Double Tourbillon Angel Cut Uhr

Jacob & Co. Billionaire Double Tourbillon Angel Cut

© Jacob & Co.

Jacob & Co. feiert 40 Jahre mit einem patentierten Diamantschliff, einem Doppeltourbillon – und einem Preis von circa 3 Millionen Euro.

Es ist ein kalter Märztag, das Briefing findet in der New Yorker Flagship-Boutique statt, im edlen Showroom, an den Wänden Dutzende Bilder der berühmten Trägerinnen und Träger. Erst als die Erklärung zum besonderen Jubiläum und dem besonderen Diamantschliff abgeschlossen ist – als klar ist, warum dieser Schliff zwei Jahre gedauert hat, was er optisch anders macht und warum er patentiert werden musste – erst dann kommt die Uhr auf den Tisch. Das ist kein Zufall. Denn als ich die Uhr dann tatsächlich in die Hand nehme, verstehe ich die Reihenfolge. Denn das Erste, was man bei dem Billionaire Double Tourbillon Angel Cut wahrnimmt, ist nicht das Gewicht, nicht die Größe, nicht einmal die schiere Menge an Diamanten. Es ist die Art, wie das Licht sich in ihr verhält. Fast methodisch, bis auf die letzte Facette. 3 Millionen Euro. In einer Branche, die den Begriff „Neuheit" inflationär verwendet, liefert Jacob & Co. zum 40. Firmenjubiläum etwas, das diesen Namen tatsächlich verdient. 

Jacob & Co. Gehäuse mit Diamanten

Der „Angel Cut“ soll die Eleganz rechteckiger Steine bewahren und gleichzeitig die Lichtreflexion verbessern. Anstatt weitere Facetten hinzuzufügen, ging Jacob & Co. den Stein geometrisch an.

© Jacob & Co.

Vierzig Jahre und eine Idee 

Jacob Arabo gründete Jacob & Co. 1986 in New York. Sein Juweliergeschäft wurde in den 1990er-Jahren durch spektakuläre Designs zum Statussymbol von Celebrities und einer neuen Generation von Luxus – laut, selbstbewusst, unangestrengt teuer. Anfang der 2000er startete "Jacob The Jeweler" seine Uhrensparte und entwickelte diese über die Jahre stetig weiter: vom Objekt des Begehrens für Jetsetter mit Quarzwerken zum ernstzunehmenden Akteur der Haute Horlogerie, mit eigenen Kalibern, mechanischen Schaustücken und Komplikationen, die technisch komplex genug sind, um sich auch in Genf und Umgebung Respekt zu verdienen. Ein jüngstes Beispiel ist das im letzten Jahr vierachsige Tourbillon der Astronomia Revolution.

Zum 40. Firmenjubiläum hätte Jacob & Co. auf die naheliegende Lösung setzen können: eine aufgewertete Version eines bekannten Modells, etwas Nostalgie, ein runder Jahrestag. Stattdessen wählte das Haus den ungleich aufwendigeren Weg und bringt seine Anfänge mit der hohen Uhrmacherkunst zusammen: mit der Entwicklung eines eigenen, patentierten Diamantschliffs. Einer, der nicht auf bestehenden Geometrien aufbaut, sondern von Grund auf neu konzipiert wurde. Der "Angel Cut" ist das Ergebnis – und er ist gleichzeitig das Herzstück dieser neuen Uhr. 

Der Schliff: Geometrie als Liebeserklärung 

Der Name Angel Cut leitet sich von Angela ab, der Ehefrau von Jacob Arabo. Der Schliff besitzt exakt 37 präzise kalibrierte Facetten – eine Zahl, die den 37 gemeinsamen Ehejahren des Paares entspricht. Die Verknüpfung von biografischer Bedeutung mit technischer Spezifikation ist ein geschickter Schachzug, der dem Schliff eine emotionale Dimension verleiht, ohne seine ingenieurtechnischen Qualitäten zu schmälern. Denn was der Angel Cut leistet, ist gemologisch tatsächlich bemerkenswert. Die Grundfrage, der sich Jacob & Co. bei seiner Entwicklung stellte, ist eine der ältesten in der Diamantschleiferei: Wie erhält man die elegante, ruhige Ästhetik eines Rechteckschliffs – also die Verwandtschaft zur Asscher-Form oder Emerald Cut – ohne den Preis der für Stufenschliffe typischen, verhältnismäßig gedämpften Lichtpräsenz zu zahlen? 

Der Angel Cut versucht, diesen Widerspruch durch Geometrie aufzulösen. Sein charakteristisches Merkmal ist eine rautenförmige Tafel, eingebettet in einen abgestuften rechteckigen Grundriss mit abgeschnittenen Ecken. Diese ungewöhnliche Kombination verändert den internen Lichtweg des Steins: Statt linearer Reflexionsmuster entsteht ein dreidimensional wirkender Leuchtbereich, der das Licht moduliert und zurückwirft, anstatt es statisch zu bündeln. Die Kronenhöhe, die Tiefe und die Facettenausrichtung sind so aufeinander abgestimmt, dass auch unter eingeschränkten Lichtverhältnissen – etwa innerhalb eines dicht besetzten Gehäuses – ein hoher Lichtaustrag nach oben gewährleistet bleibt. 

37 Facetten sind dabei deutlich weniger als bei vielen konventionellen Brillantschliffen, aber das ist Absicht: Jede einzelne Facette trägt eine klar definierte optische Aufgabe. Weniger, dafür präziser. Am fertigen Objekt zeigt sich, dass die Beschreibung nicht übertrieben ist. Das Leuchten des Angel Cut hat tatsächlich etwas Architektonisches. Kein aggressives Blitzen, sondern ein kontinuierliches Glühen. Dass dieser Schliff patentiert ist, schützt Jacob & Co. vor schnellen Kopien und untermauert den Anspruch, echte Gemologie zu betreiben – kein kosmetisches Rebranding eines bestehenden Musters.

Der Jacob & Co. „Angel Cut“ feiert als patentierter Diamantschliff sein Debüt im „Billionaire Double Tourbillon“, Uhr am Handgelenk

Der Jacob & Co. „Angel Cut“ feiert als patentierter Diamantschliff sein Debüt im „Billionaire Double Tourbillon“.

© Jacob & Co.

Das Gehäuse: 79 Karat

In welches Objekt führt Jacob & Co. diesen neuen Schliff ein? In die Billionaire-Linie, die seit 2015 das Flaggschiff des Hauses bildet. Frühere Billionaire-Modelle arbeiteten mit Emerald- und Asscher-Schliffen, um die für diese Linie typischen nahtlosen Lichtfelder zu erzeugen. Jetzt übernimmt der Angel Cut diese Rolle – und die Bühne, auf der er debütiert, ist denkbar opulent. Das Gehäuse misst 54 × 41 Millimeter bei einer Bauhöhe von 13,2 Millimeter, gefertigt aus 18-karätigem Weißgold. Allein die Lünette und die Flanken des Gehäuses sind mit 98 Angel-Cut-Diamanten besetzt, die zusammen 51,13 Karat wiegen – darunter ungewöhnlich große Einzelsteine. Die Krone besteht aus einem einzigen Rose-Cut-Diamanten mit 1 Karat. Das Zifferblatt ist ebenfalls vollständig paviert: 88 Angel-Cut-Diamanten (ca. 11 Karat) und 80 Baguette-Steine (ca. 1,14 Karat) rahmen die beiden Tourbillon-Öffnungen ein. Das Armband aus blauem Alligatorleder ist mit weiteren 30 Angel-Cut-Steinen (ca. 15,72 Karat) auf der Schließe gerahmt. 

In der Gesamtschau: 298 weiße Diamanten, rund 79 Karat. Diese Zahlen sind für sich genommen eindrucksvoll. Entscheidend ist aber, dass die unsichtbare Fassung das Grundprinzip erhält: keine Metallstege zwischen den Steinen sichtbar, keine Unterbrechung der Lichtfläche. Das setzt an einem Gehäuse dieser Komplexität handwerkliche Präzision voraus, die in der Haute Joaillerie nur wenige Häuser beherrschen.

Hands-on-Bilder: Billionaire Double Tourbillon Angel Cut von Jacob & Co.

Hands-on-Bild: Die "Angel Cut"-Diamanten des Billionaire Double Tourbillons von Jacob & Co. verfügen über 37 präzise kalibrierte Facetten.

© WatchTime
Das Handaufzugskaliber JCAM50

Hands-on-Bild: Verbaut ist das exklusive Handaufzugskaliber JCAM50

© WatchTime
Hands-on-Bilder: Jacob & Co. Diamantschließe

Hands-on-Bild: Auch die Weißgoldschließe ist mit 30 weißen Angel-cut Diamanten (~ 15,72 ct.) besetzt.

© WatchTime

Das Kaliber: Doppeltes Tourbillon, 460 Teile 

Unter diesem Strahlenmeer arbeitet das Manufakturkaliber JCAM50, ein von Hand aufzuziehendes Werk mit 460 Komponenten. Seine wichtigste Eigenschaft: zwei fliegende Ein-Minuten-Tourbillons, positioniert bei 12 und 6 Uhr. Diese symmetrische Anordnung schafft eine mechanische Achsensymmetrie, die dem optischen Spiegelbild der Diamantfassung darüber direkt entspricht. Licht oben, Mechanik unten – beide folgen derselben Ordnung. Das JCAM50 bietet eine Gangreserve von 72 Stunden und läuft mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz). Durch den Saphirglasboden lässt sich die skelettierte Werkarchitektur betrachten – ein vollständig in-house entwickeltes Kaliber, ist für die Positionierung dieser Uhr nicht nebensächlich. Das Modell Billionaire war schon immer das Stück, mit dem das Haus seinen Anspruch als vollwertige Uhrenmanufaktur formuliert – nicht als Gehäusebauer mit fremdem Innenleben.

Das Kaliber JCAM50 hat eine Gangreserve von 72 Stunden

Das Kaliber JCAM50 hat eine Gangreserve von 72 Stunden

© Jacob & Co.

Einordnung: Was 3 Millionen rechtfertigen müssen 

3,4 Millionen US-Dollar, umgerechnet also circa 3 Millionen Euro. Diese Zahl steht nicht isoliert im Raum. Sie muss sich messen lassen an dem, was andere Häuser im gleichen Preissegment liefern. Was Jacob & Co. hier anbietet, ist nicht dasselbe Angebot in buntem Gewand, sondern eine prinzipiell andere Philosophie: maximale Dichte, maximales Statement, null Understatement. Jacob & Co. hat nie Bescheidenheit simuliert. Die Konsequenz, mit der das Haus diese Linie über vier Jahrzehnte durchgehalten hat, verdient zumindest Respekt – auch von jenen, deren Geschmack in eine andere Richtung geht. Die Limitierung auf 18 Stück ist bei diesem Preis keine kommerzielle Knappheitsstrategie, sondern handwerkliche Realität: Die Beschaffung der Steine und Besetzung eines Gehäuses dieser Größe sowie Komplexität mit hunderten unsichtbar gefassten Angel-Cut-Steinen ist schlicht nicht beliebig skalierbar.

Das Billionaire Double Tourbillon Angel Cut ist kein Modell, über das man neutral berichten kann, ohne eine Position einzunehmen. Jacob & Co. fordert eine Haltung heraus. Das ist beabsichtigt. Was das Stück von einem bloßen Prestige-Objekt unterscheidet, ist der ehrliche Erkenntnisbeitrag, den der Angel Cut zur Gemologie leistet. Zwei Jahre Entwicklung, ein eigenständiges Patent, ein konzeptionell kohärenter Ansatz zur Lichtarchitektur in rechteckigen Steinen – das ist nachvollziehbare Arbeit. Ob dieser neue Schliff die Branche nachhaltig beeinflusst oder auf die 18 Exemplare dieser Erstauflage beschränkt bleibt, wird die Zeit zeigen. Im Wettbewerb der ultra-luxuriösen Schmuckuhren positioniert sich Jacob & Co. damit als das Haus, das nicht nur die teuersten, sondern die technisch eigenständigsten Stücke produzieren will. Das ist ein Anspruch. 3 Millionen Euro sind die Eintrittskarte zu seiner Überprüfung.

„Die ‚Billionaire‘ war schon immer unser kompromisslosester Ausdruck von Uhrmacherkunst und Edelsteinfassung. Die Einführung des ‚Angel Cut‘ im Rahmen dieser Linie war eine bewusste Entscheidung. Wenn man einen patentierten Schliff entwickelt, der die Art und Weise neu definiert, wie ein Diamant mit Licht interagiert, verdient er eine Bühne von gleicher Intensität. Bei der Billionaire Double Tourbillon Angel Cut geht es nicht nur um Seltenheit oder Karatgewicht. Es geht um Erfindungsreichtum, Präzision, Symmetrie und das Selbstbewusstsein, einen neuen Standard zu setzen.“

Benjamin Arabov, CEO von Jacob & Co

Jacob & Co. Billionaire Double Tourbillon Angel Cut

Weißgold, 54 × 41 mm. 

Kaliber JCAM50, Handaufzug, zwei fliegende Tourbillons, 72 Stunden Gangreserve

298 Diamanten, ca. 79 Karat

Limitiert auf 18 Stück

Preis: 3.400.000 US-Dollar

Jacob & Co. ausgefallene Uhren Uhren über 50.000 Euro Tourbillon limitierte Uhren-Editionen Schweizer Uhren

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