Richard Mille baut ein Tourbillon wie einen Colnago-Rennradrahmen
Richard Mille vertieft seine Verbindung zum professionellen Radsport und präsentiert gemeinsam mit dem italienischen Fahrradhersteller Colnago die RM 64-01 Tourbillon Colnago. Die limitierte Uhr übernimmt nicht nur Farben und Logos der traditionsreichen Rennradmarke: Ihre gesamte Konstruktion ist von der Architektur eines Hochleistungsfahrrads geprägt.
Die skelettierte Architektur der RM 64-01 macht Anleihen an den Rahmen und den Antrieb eines Colnago-Rennrads sichtbar.
Richard MilleEntwickelt wurde das Modell in enger Zusammenarbeit mit den Designteams beider Unternehmen. Im Mittelpunkt standen dabei drei Prinzipien, die sowohl im Radsport als auch bei Richard Mille eine entscheidende Rolle spielen: Leichtigkeit, Transparenz und Volumen. Das Ergebnis ist eine stark skelettierte Konstruktion, deren technische Komponenten weitgehend sichtbar bleiben.
Das Kaliber der Richard Mille RM 64-01 ist aufgebaut wie ein Rennradrahmen
Das neu entwickelte Handaufzugskaliber RM 64-01 besteht aus insgesamt 274 Komponenten. Seine röhrenförmige Architektur erinnert an die RM 012 Tourbillon und überträgt zugleich charakteristische Merkmale historischer Colnago-Rennräder auf die Uhrmacherei.
Platine und Brücken bestehen aus Grade-5-Titan. Die Bauteile werden feingestrahlt, mit handpolierten Anglierungen versehen und anschließend durch eine schwarz-graue PVD-Beschichtung veredelt. Besonders auffällig sind die sternförmig gestalteten oberen Brücken. Sie greifen die Geometrie der Gilco-Rohre auf, die Colnago in den 1980er-Jahren für die Rahmen der Master-Serie entwickelte. Die besondere Rohrform sollte die Torsionssteifigkeit erhöhen, ohne zusätzliches Gewicht zu verursachen.
White und Azure Blue Quartz TPT treffen auf Details aus 5N-Rotgold – darunter die Krone mit Colnago-Kleeblatt.
Richard MilleAuch die Anordnung der technischen Komponenten folgt dem Thema: Das Hochgeschwindigkeits-Federhaus befindet sich bei ein Uhr, während ihm das Tourbillon mit variabler Trägheit bei sieben Uhr diagonal gegenüberliegt. Die Konstruktion erinnert damit an den Antriebsstrang eines Rennrads. Das Federhaus stellt eine Gangreserve von rund 65 Stunden bereit.
Die eigens für das Modell entwickelten Zeiger orientieren sich gestalterisch an den Kurbelarmen eines Fahrrad-Innenlagers. Dadurch setzt sich die Rennrad-Inspiration bis in Details fort, die bei einer klassischen Kooperation häufig lediglich dekorative Funktion hätten.
Quarz TPT trifft erstmals auf markantes 5N-Rotgold
Das 43,2 Millimeter große Gehäuse besteht überwiegend aus White Quartz TPT. Das leichte Verbundmaterial ist für seine hohe mechanische Belastbarkeit und seine charakteristische, durch die Materialschichten entstehende Maserung bekannt. Die gekerbten Elemente der Lünette bestehen aus Azure Blue Quartz TPT – einem neuen Blauton innerhalb der Materialpalette von Richard Mille.
Eine Besonderheit ist der umfangreiche Einsatz von 5N-Rotgold. Erstmals übernimmt die Legierung bei einer Sportuhr der Marke eine zentrale gestalterische Rolle. Der Höhenring besteht aus dem Edelmetall, zudem findet sich Rotgold an den Zeigern und weiteren Details. Auch die Krone greift die Verbindung zu Colnago auf. Ihre Kappe besteht aus Quarz TPT und wird feingestrahlt, satiniert sowie poliert. Ein lackiertes Kleeblatt verweist auf das bekannte Emblem des italienischen Fahrradherstellers.
Die Farbgestaltung orientiert sich an modernen Colnago-Rennrädern und verbindet Weiß, Azurblau und Rotgold zu einem ungewöhnlichen Kontrast. Trotz der Vielzahl technischer und gestalterischer Verweise bleibt die Konstruktion offen genug, um das Tourbillon und große Teile des Räderwerks sichtbar zu machen.
Die Richard Mille RM 64-01 Tourbillon Colnago erscheint in einer weltweit auf 50 Exemplare limitierten Edition. Einen offiziellen Verkaufspreis hat Richard Mille bislang nicht kommuniziert. Medienberichten zufolge soll der Preis bei rund 800.000 Schweizer Franken (etwa 870.000 Euro) liegen – diese Angabe ist jedoch nicht offiziell bestätigt.