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Lesedauer 5 Min.

MB&F LM Sequential Flyback Evo: Titan, Aquamarin und die Neudefinition des Chronographen

Die MB&F Sequential Flyback Evo beweist: Chronographen können mehr. Viel mehr. MB&F packt Stephen McDonnells Meisterwerk in Titan und zeigt, warum dieser Chronograph anders funktioniert als alle anderen.
MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt

© MB&F

Stephen McDonnell sitzt 2016 mit Maximilian Büsser zusammen. Es geht um ein mögliches Nachfolgeprojekt zur MB&F LM Perpetual. McDonnells Antwort: "Ich habe eine Idee." Vier Worte. Mehr nicht. Aber wer McDonnell kennt, weiß: Wenn dieser nordirische Uhrmacher "eine Idee" hat, wird es kompliziert. Und brilliant. Meistens beides gleichzeitig. Die Idee war simpel. Frustrierend simpel, wenn man bedenkt, dass die Uhrenbranche seit über einem Jahrhundert Chronographen baut: Warum gibt es keinen Chronographen, der wirklich flexibel ist? Die Antwort darauf trägt man mit der Legacy Machine Sequential EVO seit 2022 am Handgelenk. Sie zeichnete sich dank des binären „Twinverter“-Schalters mit einer Kombination von Zeitmessungsmodi (unabhängige Zeitmessung, Sekundenbruchteile, kumulative Zeitmessung und Rundenzeiten) aus. Im gleichen Jahr wurde sie mit dem „Aiguille d'Or“-Preis beim GPHG-Award in Genf ausgezeichnet, einem der begehrtesten Preise der Uhrmacherbranche. Zwei Jahre später folgte die Flyback-Funktion, wleche jetzt auch in Titan erhältlich ist. Mit einem Aquamarin-Zifferblatt, das unter den gewölbten Saphirgläsern schimmert, als hätte jemand ein Stück Mittelmeer eingefangen.

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt und Chronographen-Flyback-System

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt und Chronographen-Flyback-System

© MB&F

Aquamarin trifft auf Titan: Die neue Evo-Edition 

Die neueste Iteration der Sequential-Familie kommt in einem Gehäuse aus Titan Grade 5 – ein Material, das nicht nur leicht ist, sondern auch diese matte, fast industrielle Anmutung mitbringt, die perfekt zur DNA der Evo-Kollektion passt. Das Aquamarin-Zifferblatt ist dabei keine Spielerei, sondern ein bewusster Kontrapunkt: Wo das Titan kühl und technisch wirkt, bringt das Aquamarin eine gewisse Wärme ins Spiel, ohne dabei ins Verspielte abzudriften.

Mit 44 Millimetern Durchmesser und 18,2 Millimetern Höhe ist die Sequential Flyback Evo definitiv eine Ansage am Handgelenk – physisch und konzeptionell. Aber genau darum geht es bei Evo: Diese Uhren sollen getragen werden. Aktiv. Dynamisch. Deshalb die 80 Meter Wasserdichtigkeit, die verschraubte Krone, das integrierte Kautschukarmband. Und vor allem: der FlexRing-Stoßdämpfer, der zwischen Gehäuse und Uhrwerk sitzt und das Kaliber vor den Unwägbarkeiten des Alltags schützt. 

Das geneigte Zifferblatt für die Zeitanzeige bei 6 Uhr ist neu in der EVO-Kollektion – ein Feature, das man bisher nur von der klassischeren LM Sequential kannte. Ein kleines, aber nicht unwichtiges Detail für die Ablesbarkeit. Das Layout ist symmetrisch: Linker Chronograph mit Sekunden bei 9 Uhr und Minuten bei 11 Uhr, rechter Chronograph spiegelverkehrt mit Sekunden bei 3 Uhr und Minuten bei 1 Uhr. 

Stephen McDonnells Meisterwerk: 621 Teile, eine Vision 

Das Sequential-Kaliber ist kein evolutionärer Schritt. Es ist ein Neuanfang. 621 Einzelteile, 63 Lagersteine, 72 Stunden Gangreserve – Zahlen, die beeindrucken, aber noch nicht die ganze Geschichte erzählen. Die eigentliche Innovation liegt in der Architektur: zwei vollständig unabhängige Chronographensysteme, beide angetrieben von derselben Hemmung und demselben Oszillator. Die fliegende Unruh bei 12 Uhr – eine Signatur der Legacy Machine – schwingt mit 3 Hz und orchestriert beide Chronographen mit absoluter Präzision. Die Herausforderung? Ein einzelner Chronograph entzieht einem Uhrwerk bereits spürbar Energie. Zwei Chronographen würden normalerweise die Gangreserve in den Keller schicken. McDonnells Lösung: vertikale Kupplungen, die mit Edelsteinen besetzt sind. Eine Konstruktion, die so ausgeklügelt ist, dass sie praktisch keine Energie verschwendet. Die Amplitude schwankt nicht, ob die Chronographen laufen oder nicht. Das ist Haute Horlogerie auf einem Level, das selbst in dieser Branche selten ist.

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt

© MB&F

Die Flyback-Funktion

Die Geschichte hinter der Flyback-Funktion ist fast so faszinierend wie die Funktion selbst. McDonnells ursprünglicher Prototyp war bereits mit einem Flyback-System entworfen – doch die Umsetzung erwies sich als derart komplex, dass man sich 2022 entschied, die LM Sequential EVO zunächst ohne diese Komplikation auf den Markt zu bringen. Ein kluger Schachzug, wie sich herausstellte: Die Uhr gewann im selben Jahr den Ehrenpreis "Aiguille d'Or" des GPHGs, den Oscar der Uhrmacherbranche. Aber der Traum blieb. Neun Monate dauerte die Entwicklung des Prototyps, vier Monate allein für die Flyback-Funktion. Sechs Re-Designs. Unzählige verworfene Komponenten. Das Problem: Ein Flyback-Mechanismus muss extrem reibungsarm arbeiten, sonst blockiert die Nullstellung. McDonnells Lösung war eine mit Edelsteinen besetzte Walze – ein Bauteil, das kein Zulieferer im Programm hatte. Also stellte er den Lagerstein für den Prototyp selbst her. Eine dieser Geschichten, die zeigen, wie weit manche Uhrmacher gehen, um eine Vision zu realisieren.

 

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt am Handgelenk

MB&F Legacy Machine Sequential Flyback Evo Titan-Edition mit Aquamarin-Zifferblatt am Handgelenk

© MB&F

Twinverter: Der „magische Drücker"

Jeder Chronograph hat seine eigenen Start/Stopp- und Reset-Drücker an der jeweiligen Gehäuseseite – mit Flyback-Funktion, die auf Knopfdruck stoppt, nullstellt und neu startet. Vier Drücker für zwei Chronographen. Soweit, so konventionell. Dann kommt der fünfte: der Twinverter bei 9 Uhr. McDonnell nennt ihn gerne den "magischen Drücker". Der Twinverter funktioniert wie ein binärer Schalter. Er kehrt den aktuellen Status beider Chronographen um. Beide laufen? Beide stoppen. Beide stehen? Beide starten. Einer läuft, einer steht? Der laufende stoppt, der stehende startet. Diese scheinbar simple Logik eröffnet fünf grundlegend verschiedene Zeitmessungsmodi: Erstens den unabhängigen Modus, dann folgt der simultane Modus, der beide Chronographen im exakt selben Moment startet. Anders als bei klassischen Schleppzeiger-Chronographen funktioniert das auch über 60 Sekunden hinaus. Außerdem gibt es einen kumulativen Modus, bei dem der Twinverter zwischen beiden Chronographen hin und her wechselt. Außerdem stoppt der sequenzielle Modus die Rundenzeiten auf der Rennstrecke. Ein Chronograph stoppt für die Ablesung, der andere läuft bereits für die nächste Runde. Und dann folgt der Flyback-Modus: Die neue Funktion. Ursprünglich in den 1930ern für Piloten entwickelt, um Wegpunkte zu messen. Anhalten, Nullstellen und Neustarten in einem einzigen Druck auf den Reset-Drücker.

Preis, Verfügbarkeit und die Frage: Für wen?

Die Uhr kostet 181.000 Euro. Eine Summe, die nicht verschleiert werden soll. Aber auch eine, die im Kontext Sinn ergibt: 621 Teile, fünf patentierte Innovationen, eine Aiguille d'Or-Auszeichnung, Handfinissierung auf höchstem Niveau. Die LM Sequential Flyback Evo ist für jene gedacht, die verstehen wollen, was in der mechanischen Uhrmacherei möglich ist, wenn man sich von Konventionen löst. Stephen McDonnell hat nicht versucht, einen besseren Chronographen zu bauen. Er hat versucht, den idealen Chronographen zu bauen. Und MB&F hat ihm die Freiheit gegeben, genau das zu tun.

MB&F Titan Uhr Chronograph Schweizer Uhren Uhren über 50.000 Euro

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