Warum Quarzuhren wieder spannend sind: 3 neue Modelle von Junkers, Mondaine und Mido
Mechanische Uhren stehen oft im Rampenlicht, doch daneben bleiben Quarzuhren ein wichtiges Kapitel moderner Uhrmacherei. Die Technik ist präzise, robust, vergleichsweise schlank und im Alltag angenehm unkompliziert. Dass Quarzuhren dabei sehr unterschiedlich auftreten können, zeigen drei aktuelle Neuheiten: Junkers verbindet bei der Flieger D-2000 Luftfahrtgeschichte mit Großdatum, Mondaine setzt bei der neuen Doppio-Kollektion auch auf Solar-Quarz, und Mido bringt die Multifort TV 28 als kompakte, roségoldfarbene Schmuckuhr mit Schweizer Quarzwerk.
Junkers Flieger D-2000: Chronograph mit Großdatum
Junkers: Flieger D-2000 blau
JunkersDie neue Junkers Flieger D-2000 ist ein Chronograph mit historischer Klammer. Sein Name verweist auf die Kennung des ersten Exemplars der Junkers G38, die am 6. November 1929 erstmals abhob. Dieses Flugzeug galt mit 44 Metern Spannweite und rund 305 Quadratmetern Flügelfläche als eines der größten Landflugzeuge seiner Zeit. Besonders ungewöhnlich war das Raumflügelkonzept: Motoren, Tanks, Frachträume und sogar Passagierbereiche waren in die Tragflächen integriert. Gebaut wurden nur zwei Exemplare, D-2000 und D-2500.
Die Fliegeruhr übersetzt diesen Hintergrund nicht in ein großes Gehäuse, sondern in eine auffällige Anzeige: Bei 12 Uhr sitzt ein Großdatum. Anders als bei einem einfachen Datumsfenster arbeiten hier zwei Scheiben, eine für die Zehner- und eine für die Einerstelle. Dadurch fällt das Datum größer und besser lesbar aus. Passend dazu formuliert Junkers die Idee knapp: großes Flugzeug, großes Datum.
Der gravierte Gehäuseboden zeigt die Junkers G38: Flieger D-2000
JunkersDas bis 50 Meter wasserdichte 42-mm-Gehäuse zeichnet sich durch ein Saphirglas und eine verschraubte Krone aus. Im Inneren arbeitet das Quarzkaliber Ronda 8040. Angeboten wird die Flieger D-2000 in drei Varianten: mit silberfarbenem oder schwarzem Wellblech-Zifferblatt sowie in einem blauem Sonnenschliff-Blatt. Der gravierte Gehäuseboden zeigt die Junkers G38. Die Preise liegen bei 490 Euro für die beiden Wellblech-Ausführungen und 520 Euro für die blaue Variante.
Mondaine Doppio: Quarz und Solar-Quarz
Mondaine stellt mit der Doppio eine neue Kollektion vor, die die bekannte Gestaltung, die sich von den Designcodes der Schweizer Bundesbahn SBB ableitet, etwas weicher und räumlicher interpretiert. Der Name verweist auf das Prinzip der Dualität. Sichtbar wird es unter anderem in doppelten Linien an Stunden- und Minutenzeiger sowie in entsprechenden Zifferblattindexen. Dazu kommen doppelt gewölbtes Saphirglas, Zifferblätter mit Sonnenschliff, der typische rote Sekundenzeiger und ein konkaves Zifferblatt, das der Uhr mehr Tiefe gibt.
Mondaine: Doppio Solar
MondaineDie Doppio-Kollektion umfasst insgesamt 14 Modelle. Darunter sind klassische Quarzuhren in 33 und 41 mm sowie fünf Solar-Quarz-Modelle mit 41-mm-Gehäuse. Gerade die Solarvarianten erweitern das Quarzthema sinnvoll: Solarzellen unter dem Zifferblatt wandeln Sonnen- und Raumlicht in elektrische Energie um, die in einer wiederaufladbaren Batterie gespeichert wird. Eine voll geladene Batterie soll die Uhr bis zu acht Monate ohne weitere Lichteinwirkung versorgen. Zwei Minuten Sonnenlicht reichen laut Mondaine, um ein vollständig entladenes Werk wieder in Gang zu setzen und die Uhr für einen Tag laufen zu lassen.
Die Gehäuse bestehen aus 316L-Edelstahl, die Wasserdichtigkeit beträgt 50 Meter. Die 33-mm-Modelle bauen 7,8 mm hoch, die 41-mm-Modelle 9,1 mm. Bei den Bändern setzt Mondaine unter anderem auf veganes Traubenleder sowie Edelstahlgewebe; der verwendete Edelstahl soll bis zu 91 Prozent recyceltes Material enthalten. Preislich reicht die Doppio-Kollektion von 249 bis 389 Euro.
Mido Multifort TV 28: kleine TV-Form mit Diamanten
Mido: Multifort TV28
MidoEinen ganz anderen Ansatz verfolgt Mido mit der neuen Multifort TV 28. Die Marke hatte die markante TV-Form 2023 innerhalb der Multifort-Kollektion wieder eingeführt. Nun folgt eine deutlich kleinere Variante für schmalere Handgelenke. Das Edelstahlgehäuse misst 28 x 27,6 mm und ist vollständig mit einer roségoldfarbenen PVD-Beschichtung versehen. Das braun lackierte Zifferblatt arbeitet mit tiefen Schokoladenreflexen. Drei Diamanten bei 12, 3 und 9 Uhr setzen Schmuckakzente, acht facettierte Indexe ergänzen die Anzeige. Bei 6 Uhr sitzt ein rundes Datumsfenster, eingefasst von poliertem, roségoldfarben beschichtetem Metall. Stunden- und Minutenzeiger sind diamantgeschliffen, facettiert und mit Superluminova versehen.
Im Inneren arbeitet das Eta-Quarzwerk F04.115. Das Gehäuse ist mit Saphirglas ausgestattet und bis 50 Meter wasserdicht. Das integrierte Edelstahlband trägt ebenfalls eine roségoldfarbene PVD-Beschichtung; die polierten Mittelglieder verstärken den Schmuckcharakter der Uhr. Der offizielle Europreis liegt bei 580 Euro.
Mido: Multifort TV28 mit grünem Zifferblatt
MidoZusammen zeigen die drei Neuheiten, dass Quarzuhren keineswegs eindimensional sein müssen. Bei Junkers stehen Funktion und Fliegeruhrenanmutung im Vordergrund, bei Mondaine die Verbindung von Design und Solar-Technik, bei Mido die elegante Miniaturisierung einer sportlichen Gehäuseform. Gemeinsam ist ihnen die Alltagstauglichkeit: präzise, pflegeleicht und preislich deutlich zugänglicher als viele mechanische Alternativen.