G-Shock x Coca-Cola GA-2100CC: Zwei Kultmarken, ein Zifferblatt
Ich gebe es zu: Ich bin Coca-Cola-Fan. Das Zischen beim Öffnen einer gekühlten Flasche im Sommer, die XL-Größe zum Jumbo-Popcorn im Kino, das Kondensieren des Glases im Sommer, das vertraute Gewicht in der Hand – das ist kulturelles Gedächtnis. Wenn G-Shock und Coca-Cola jetzt gemeinsam eine Uhr herausbringen, um das 140-jährige Bestehen der Marke zu feiern, reagiere ich also nicht neutral. Und genau deshalb lohnt es sich, genau hinzuschauen.
Nostalgische Verpackung: G-Shock x Coca-Cola
G-ShockCasio hat für die GA-2100CC das bewährte Basismodell GA-2100 herangezogen, eine Referenz mit achteckiger Lünette aus Carbon und Bio-Harz, die unter Enthusiasten oft als "CasiOak" bezeichnet wird, weil ihre Gehäuseform an eine bekannte Schweizer Sportuhr erinnert. Das Modell liegt seit Jahren gut im Markt, ist mit 48,5 x 45,4 x 11,8 mm großzügig dimensioniert, dabei aber mit 51 Gramm überraschend leicht. 200 Meter Wasserdruck, Carbon Core Guard-Konstruktion, Stoßfestigkeit nach G-SHOCK-Standard. Das Fundament ist solide. Was Casio darauf aufgebaut hat, ist interessanter als die meisten Kollaborationen dieser Preisklasse.
G-Shock und Coca-Cola – Referenz GA-2100CC-3A
G-ShockDie Farbgebung der Uhr folgt dem Grünton der Coca-Cola-Konturflasche von 1915 – nicht dem Rot der Dose, nicht dem Weiß der Schrift. Das ist eine Entscheidung, die eine treue Kennerschaft anspricht. Die 1915er-Flasche ist formal das ikonischste Objekt im Coca-Cola-Universum, wiedererkennbar allein durch ihre Silhouette. Casio hat dieses Motiv weitergeführt: Der Zeiger der Tagesanzeige an der 9-Uhr-Position und die Bandschlaufe tragen je ein geriffelte Flaschengravur, das Zifferblatt kombiniert Coca-Cola-typische Farbtöne mit einer Grafik, die prickelnde Kohlensäure zitiert. Den Gehäuseboden ziert ein geprägter Kronkorken.
G-Shock und Coca-Cola – Referenz GA-2100CC-3A
G-ShockTechnisch bleibt das Werk ein Quarzlaufwerk mit ±15 Sekunden pro Monat Ganggenauigkeit, also weit entfernt von mechanischer Horologie. Für die Zielgruppe dieser Uhr ist das irrelevant. Die GA-2100CC bringt World Time (31 Zeitzonen, 48 Städte), einen 1/100-Sekunden-Stoppuhr-Modul, 5 Tagesalarme, einen 24-Stunden-Countdown-Timer und einen Double-LED-Illuminator mit. Das Mineral-Glas ist robust, das Kautschukband aus Bio-Harz gefertigt, die Bandlänge passt Handgelenke von 145 bis 215 mm ab. Betriebsdauer: rund 3 Jahre auf zwei SR726W-Knopfzellen.
Was mich an der Kollaboration von einer strategischen Warte aus interessiert: Sowohl G-Shock als auch Coca-Cola betreiben sogenanntes "Heritage Marketing" mit einer gewissen Zuverlässigkeit. Das 140-jährige Jubiläum gibt dem Modell einen narrativen Anker jenseits des reinen Produktkaufs. Die Sondereditionsverpackung im Coca-Cola-Rotton verstärkt diesen Effekt. Wer diese Uhr kauft, kauft primär ein kulturelles Artefakt. Und genau da zeigt sich die GA-2100CC zugänglich. Sie kostet 179 Euro und ist ab dem 3. Juni über Casio erhältlich. Sie ist limitiert, nicht nummeriert. Und sie dürfte auf dem Sekundärmarkt schnell über ihrem Ausgabepreis gehandelt werden, weil das Publikum für solche Pieces existiert und wächst. (Lesen Sie auch: So werden die Uhren von G-Shock gefertigt)
Für Sammler, die Kollaborationen als eigenständige Kategorie ernst nehmen, ist die GA-2100CC stimmig: Das Design ist kohärent. Der Preis ist fair. Und das Kino-Gefühl? Das kommt gratis.