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Rolex vs. Omega: Die Taucheruhren im Vergleich

Rolex vs. Omega
© PR
Rolex und Omega sind für ihre Taucheruhren bekannt und geliebt. Aber wer taucht im direkten Vergleich tiefer, günstiger, besser?
Die Taucheruhr Submariner ist nicht erst seit ihrer Überarbeitung 2020 eines der begehrtesten Modelle von Rolex. Und auch Omega hat seine beliebten Kollektionen Planet Ocean, Diver 300m und Seamaster 300 in den letzten Jahren erneuert. Doch in welchem Bereich kann Omega Rolex überholen?

Auswahl der Taucheruhren von Rolex und Omega

Rolex hat lediglich drei Taucheruhren im Programm: SubmarinerSea-Dweller und Deepsea. Zählt man die Submariner ohne Datum als eigenes Modell, kommt man auf vier. Zudem gibt es nur wenige Varianten: Die Deepsea ist mit zwei verschiedenen Zifferblättern erhältlich, die Submariner immerhin neben Stahl auch in Gold und in einer Mischung aus beidem sowie in unterschiedlichen Zifferblatt- und Lünettenfarben. Insgesamt zählt die Taucheruhrenkollektion also zwölf Varianten. Bandvarianten oder Funktionen über Zeit, Datum und Drehlünette hinaus sucht man bei den Rolex-Taucheruhren vergeblich. Da bietet Omega deutlich mehr Auswahl: 73 Taucheruhrenvarianten listet die Homepage momentan. In den vier Kollektionen Diver 300m, Seamaster 300, Planet Ocean und Ploprof finden sich unterschiedliche Gehäusegrößen, Materialien, Bandvarianten, Farben, aber auch weitere Funktionen. Neben den Stahl- gibt es auch Titangehäuse und sogar welche aus Keramik in unterschiedlichen Farben. Zudem hat Omega mit der überarbeiteten Seamaster 300 auch im beliebten Retrodesign etwas zu bieten, während Rolex das Design seiner Modelle zwar sehr langsam verändert, aber doch auf einem aktuellen Stand hält.

Die Einstiegsmodelle

Den Einstieg in die Taucheruhrenkollektion stellt bei Rolex die Submariner ohne Datum für 8.350 Euro dar. Günstiger kommt man bei Omega an eine Taucheruhr: Die Seamaster Diver 300m kostet mit Kautschukband 4.800 Euro, mit Edelstahlband 5.100 Euro. Dazu kommt, dass die Nachfrage bei der Submariner so hoch ist, dass es schwierig wird, beim Konzessionär eine zu bekommen. Gehandelt wird sie für mindestens 4.000 Euro mehr.

Daily Wearer von Rolex und Omega

Direkt vergleichen kann man die Planet Ocean und die Submariner Date. Beides sind Uhren, die man täglich tragen kann. Während die Omega bei 6.000 Euro anfängt, muss man bei Rolex mit 9.400 Euro deutlich mehr bezahlen – wenn man das Glück hat, sie zu bekommen.
Besonders gesucht: Rolex Submariner Date mit grüner Lünette (9.900 Euro) © Rolex
Die Wasserdichtheit liegt bei der Omega bei 600 Metern, Rolex begnügt sich mit 300 Metern. Bei Omega erhält man zudem noch ein Heliumventil und das Manufakturkaliber 8900, das selbst stärksten Magnetfeldern trotz Glasboden trotzt. Hier bietet Omega also das deutlich bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings verbaut Rolex seit 2020 das neuere Kaliber 3235 und kann den Preisvorteil von Omega durch einen besseren Werterhalt relativieren.

Die Taucher-Profimodelle von Rolex und Omega

Bei den besonders druckfesten Uhren konkurrieren die Rolex Sea-Dweller und die Omega Seamaster Ploprof miteinander.
Die Omega hält dem Druck bis 1.200 Meter Wassertiefe stand, die Rolex bis 1.220 Meter. Die Ploprof kostet 8.000 Euro in Stahl und 11.100 in Titan. Bei Rolex muss man für die Stahluhr mit 12.050 Euro ähnlich viel bezahlen wie für das Titanmodell von Omega. Mit der nur 900 Euro teureren Deepsea hat Rolex noch ein Ass im Ärmel: Sie ist bis 3.900 Meter Tiefe druckfest. Dafür hat die Marke mit der Krone ein spezielles Gehäusesystem entwickelt, bei dem ein Ring aus besonders hartem, stickstofflegiertem Edelstahl den Druck aufnimmt. So konnte ein Gehäuse realisiert werden, das trotz der enormen Druckfestigkeit relativ flach baut. Bei den extremen Uhren hat also Rolex die Nase vorn.

Die Sondermodelle

Bei den Sondermodellen kann Omega aus dem Vollen schöpfen: Zahlreiche limitierte Uhren für Olympia, das Segelteam Emirates Team New Zealand oder James Bond legte die Marke auf.
Rolex baut die Submariner mit grüner Lünette sowie die Deepsea mit Farbverlauf auf dem Zifferblatt, limitiert sind sie aber nicht. Wer seltene Varianten einer Taucheruhr haben möchte, muss bei Rolex zu extrem teuren historischen Stücken greifen. Hier bietet Omega mehr.

Die Uhrwerke der Taucheruhren

Bei Rolex kommen seit letztem Jahr nur noch zwei unterschiedliche Manufakturwerke zum Einsatz: bei der Submariner das 3230 ohne Datum und bei allen anderen Taucheruhren das 3235. Beide bieten 70 Stunden Gangdauer. Omega setzt meist Kaliber der 8000er-Linie und Chronographenwerke der 9000er-Reihe ein. Sie verfügen über die effektive Co-Axial-Hemmung und 60 Stunden Gangreserve. Die Rolex-Kaliber haben sich als äußerst robust und präzise herausgestellt, bei Omega haben wir in den letzten Tests aber sogar noch bessere Gangwerte ermittelt. Zudem hat Omega immensen Aufwand getrieben, um einen weitreichenden Magnetfeldschutz ohne Weicheisenkäfig zu realisieren: Durch amagnetische Werkteile können Magnetfelder die Ganggenauigkeit nicht beeinträchtigen, ein Glasboden ist möglich und bei Omega fast immer verbaut. Auch Rolex verbessert seine Werke ständig. Hier liegen beide auf einem gleich hohen Niveau.

Aktuelle Projekte

Rolex unterstützte 2017 die Expedition „Under the Pole III“, bei der Taucher das Meer unter der polaren Eiskappe und in der Antarktis erforschten. 2012 beteiligte sich die Marke an der Deepsea Challenge: Der Filmemacher James Cameron erreichte dabei als erster Mensch nach der Expedition von 1960, die ebenfalls von Rolex unterstützt wurde, den tiefsten Punkt der Meere. Außen am U-Boot befand sich wieder eine speziell für diesen Anlass entwickelte Rolex-Konzeptuhr, die bis 12.000 Meter druckfeste „Deepsea Challenge“. Sie konnte auf das Ringlock-System des Modells Deepsea zurückgreifen und erreichte so tragbare Ausmaße von 51,4 Millimetern Durchmesser und 28,5 Millimetern Höhe. Als Hommage an diese Expedition entstand das Modell Deepsea mit „D-blue“-Verlaufszifferblatt.
2019 machte Omega es Rolex nach und schickte eine Uhr in den Marianengraben. Die für diesen Zweck entwickelte Seamaster Planet Ocean Ultra Deep Professional erreichte außen am Tauchboot „Limiting Factor“ des Extremabenteurers Victor Vescovo eine Rekordtiefe von 10.925 Metern. Omega baute nur drei unverkäufliche Exemplare der 55 Millimeter großen und 28 Millimeter hohen Uhr, die den Druck in der Tiefe heil überstand. Omega unterstützt außerdem die Stiftung Nekton, die sich dem Schutz der Meere widmet, und hat ein Sondermodell der Seamaster Diver 300m mit dem Nekton-Tauchboot auf der Rückseite herausgebracht. Hier legen sich also beide Marken ins Zeug und schenken sich nichts.

James Bond und Rolex / Omega

Autor Ian Fleming hatte seinem Geheimagenten James Bond in den Büchern die Rolex Submariner an den Arm geschrieben, und auch in den ersten sieben Filmen trug der Doppelnull-Agent die Taucheruhr mit der Krone. Nach einem Seiko-Zwischenspiel mit damals hochmodernen LCD-Uhren kehrte Bond in „Lizenz zum Töten“ (1989) noch einmal zur Submariner zurück. In den acht 007-Filmen danach wurde Omega Partner der Reihe, und James Bond begleiteten verschiedene Seamaster-Taucheruhren.
Zusätzlich steigerte Omega mit vielen Anzeigen die Aufmerksamkeit für die Verbindung der Marke mit James Bond. Und auch im mehrmals verschobenen James-Bond-Film „Keine Zeit zu Sterben“ trägt der Agent wieder Omega, und die Marke hat zwei spannende Sondermodelle dazu herausgebracht. Hier hat Omega es geschafft, in die Fußstapfen von Rolex zu treten.

Fazit zu den Taucheruhren von Rolex und Omega

Insgesamt besitzt also jede Marke ihre eigenen Stärken. Rolex hat historisch mit der Erfindung des Heliumventils und der Reise seiner Uhren zur tiefsten Stelle des Meeres mehr geleistet. Aber Omega konnte in den letzten Jahren vor allem mit den Co-Axial-Werken mit eingebautem Magnetfeldschutz einiges an Boden gutmachen. Dazu kommt der Imagegewinn für Omega durch die Übernahme von James Bond. Während Rolex heute mit der besonders druckfesten und raffiniert konstruierten Deepsea beeindruckt, bietet Omega eine enorme Modellvielfalt. jk

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