Der Aluminium-Trick: Warum Bulgari mit diesem Material punktet
Die Bulgari Bulgari Aluminium-Kollektion bekommt im Sommer zwei neue Varianten. Beide teilen sich Gehäuse, Kaliber und Grundstruktur, differenzieren sich aber klar über das Zifferblatt: eine konsequent monochrome Version in All-White, sowie eine auf 500 Stück limitierte Ausführung mit Sonnenstrahl-Zifferblatt in sattem Blau.
Die Bulgari Bulgari-Kollektion existiert seit 1975, das Aluminium-Modell debütierte 1998 – damals eine Provokation, da Aluminium und Kautschuk im Luxussegment schlicht nicht vorkamen. Der doppelt eingravierte Markenname auf der Lünette, angelehnt an antike römische Münzinschriften, war von Anfang an prägend: Bulgari als römische Schmuckmaison und Schweizer Uhrenhersteller zugleich. Seit 2020 läuft in der Aluminium-Kollektion ein modifiziertes Kaliber B77, auf Basis eines Eta 2892. Die neuen Varianten setzen keine konstruktiven Akzente – das Kaliber B77 bleibt unverändert – sondern arbeiten rein auf der Ausdrucksebene. Bereits 2024 lancierte die Marke eine weiße Variante, der Sekundenzeiger setzte damals rote Akzente, nun geht Bulgari den komplett monochromen Weg und stellt dazu eine weitere Zifferblattfarbe vor.
Bulgari Bulgari Aluminium, Referenz 104335
BulgariGehäuse und Material
40 Millimeter Durchmesser, sandgestrahltes Aluminium, Titan-Gehäuseboden, ebenfalls sandgestrahlt und satiniert. Die Lünette aus weißem Kautschuk trägt die doppelte Bulgari-Signatur, das integrierte Armband besteht aus dem gleichen Material. Die Wasserdichtheit beträgt 100 Meter. Die Uhr kommt auf eine Bauhöhe von 9,40 Millimeter. Das Gehäusematerial ist das eigentliche Argument: Aluminium ist leichter als Stahl, korrosionsbeständig und angenehm im Tragekomfort. In Verbindung mit Kautschuk entsteht eine Kombination, die Bulgari 1998 als erste Luxusmarke konsequent eingesetzt hat – und die bis heute ihr Markenzeichen in diesem Segment bleibt.
Zwei Zifferblätter
Hier unterscheiden sich die beiden Modelle. Die monochrome Version (Ref. 104335) trägt ein opalines, lackiertes Zifferblatt mit rhodinierten Indexen und Zeigern; Stunden- und Minutenzeiger sind mit Superluminova gefüllt, der zentrale Sekundenzeiger endet weiß lackiert. Alles bleibt im Weiß-Silber-Spektrum. Die Uhr stellt keine Komplexität zur Schau, sondern lebt von Materialität und Proportion.
Die blaue Variante (Ref. 104309) arbeitet dagegen mit einem Sunray-Finish in saturiertem Blau, blau lackierten Indexen und Zeigern sowie einem rhodinierten Sekundenzeiger mit rot lackierter Spitze. Der rote Akzent ist das einzige Kontrastprogramm – knapp, aber wirksam. Das Modell ist auf 500 Stück limitiert.
Bulgari Bulgari Aluminium, Referenz 104309
BulgariIm Bulgari Bulgari Aluminium-Modell arbeitet das Kaliber B77, ein Automatikwerk mit beidseitigem Aufzug. Es zeigt Stunden, Minuten, Zentralsekunde sowie das Datum bei 3 Uhr. Die Werkhöhe beträgt 3,60 Millimeter, die Gangautonomie 42 Stunden. Mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde läuft das B77 auf einer Frequenz von 4 Hz – solide, aber ohne kalibertechnische Ambitionen jenseits des Pflichtprogramms. Das Kaliber leistet, was es soll – mehr Ambitionen stecken hier nicht dahinter.
Für den Sommer-Opportunismus
Bulgari behandelt die Aluminium-Kollektion erkennbar als Sommervehikel. Die Farbauswahl – Weiß und Blau – folgt einer markterprobten Saisonlogik. Das ist keine Kritik: Wenn eine Plattform funktioniert, ist das die sinnvolle Herangehensweise. Die monochrome Variante ist dabei die mutigere Wahl, weil sie alles der Formsprache überlässt und nichts kaschiert. Die Blauvariante bedient einen klaren Kundenwunsch nach Farbigkeit, nach dem Gefühl von Sommer, Strand und Meer. Die Limitierung auf 500 Stück gibt ihr zusätzlichen Reiz ohne Knappheitsdruck zu erzeugen. Die Modelle kosten jeweils 3.700 Euro.
Die Bulgari Bulgari Aluminium hat 1998 etwas Unerwartetes getan. 2026 verwaltet Bvlgari dieses Erbe innerhalb einer etablierten Kollektion mit reifer Marktposition.