Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Rolex verliert Marktanteile – und ist trotzdem stärker als vor dem Hype

Der Rolex Report 2026 von Chrono24 zeigt: Der Pandemie-Boom ist vorbei. Doch Preise und Datejust-Nachfrage ziehen wieder an.
Liegende Rolex Oyster Perpetual Datejust 41
©  Rolex/Stojan

Der Hype ist vorbei – Rolex nicht. Zu diesem Schluss kommt der neue „Rolex Report 2026“ von Chrono24, für den abgeschlossene Transaktionen auf dem Marktplatz von 2018 bis zum zweiten Quartal 2026 ausgewertet wurden. Die Zahlen zeichnen das Bild eines Uhrenmarktes, der sich nach den extremen Pandemie-Jahren normalisiert hat. Rolex bleibt mit Abstand die wichtigste Marke, muss seinen Spitzenplatz inzwischen aber mit einem deutlich kleineren Vorsprung verteidigen.

Besonders deutlich zeigt das die Entwicklung des Umsatzanteils: Anfang 2022 erreichte Rolex auf Chrono24 einen Höchstwert von 44,1 Prozent. Im zweiten Quartal 2026 sind davon noch 30,5 Prozent übrig – damit liegt die Marke wieder ungefähr auf dem Niveau vor dem Pandemie-Boom. Trotzdem ist der Abstand zur Konkurrenz beträchtlich: Omega folgt mit 11 Prozent, Patek Philippe mit 5,9 Prozent.

Schaubild, Statistik, Chrono24 Rolex-Report, Age group overtime

 Nach dem Rekordhoch 2022 ist der Rolex-Anteil am Transaktionsvolumen auf Chrono24 auf 30,5 Prozent gefallen.

©  Chrono24

Interessanterweise bedeutet der gesunkene Marktanteil keineswegs sinkende Preise. Der Rolex-Preisindex liegt aktuell rund 55 Prozent über dem Niveau von 2019 und ist allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate um etwa sieben Prozent gestiegen.

Vor allem junge Käufer wenden sich von Rolex ab

Eine der interessantesten Erkenntnisse des Reports betrifft die Altersstruktur. Ausgerechnet Käufer unter 30 Jahren, die während des Booms besonders stark auf Rolex setzten, reduzieren ihre Ausgaben für die Marke am deutlichsten.

Schaubild, Statistik, Chrono24, Rolex-Report, Share over time Euro

Besonders stark ist der Rückgang bei den unter 30-Jährigen: Ihr Rolex-Anteil sank innerhalb von drei Jahren um knapp 30 Prozent.

©  Chrono24

2022 entfiel bei dieser Gruppe zeitweise ungefähr die Hälfte des Uhrenbudgets auf Rolex. Heute sind es noch rund 34 Prozent. Innerhalb von drei Jahren entspricht das einem Rückgang von knapp 30 Prozent – stärker als bei jeder anderen Altersgruppe. Trotzdem bleibt Rolex bei den Jüngsten überdurchschnittlich populär: Bei Käufer über 60 entfallen lediglich rund 27 Prozent des Uhrenbudgets auf die Marke.

Der Rückgang beschränkt sich allerdings nicht auf eine Generation. Seit 2023 verliert Rolex in sämtlichen relevanten Preiskategorien Marktanteile. Besonders auffällig ist das Segment zwischen 10.000 und 20.000 Euro: Hier hielt Rolex auf dem Höhepunkt des Booms mehr als 70 Prozent, aktuell sind es noch rund 61 Prozent. Im Bereich oberhalb von 20.000 Euro kommt die Marke auf knapp 39 Prozent.

Davon profitieren andere große Namen. Cartier gewinnt vor allem zwischen 5.000 und 10.000 Euro hinzu, während Patek Philippe und Vacheron Constantin oberhalb der 20.000-Euro-Marke Boden gutmachen. Auch Audemars Piguet bleibt dort stark vertreten.

Datejust statt Daytona: Bei Rolex verschiebt sich die Nachfrage

Noch bemerkenswerter ist, welche Rolex-Uhren gekauft werden. Submariner, GMT-Master II und Daytona bleiben zwar Schwergewichte und stehen gemeinsam für knapp 38 Prozent des Rolex-Umsatzes auf Chrono24. Doch der Trend bewegt sich weg von den besonders gehypten Sportuhren und hin zu klassischeren Modellen.

Größter Umsatzträger innerhalb des Rolex-Portfolios ist inzwischen die Datejust mit rund 28 Prozent. Gemeinsam mit der Oyster Perpetual fungiert sie häufig als Einstieg in die Marke. Der Report sieht darin auch einen Ausdruck des veränderten Marktes: Vielseitige, elegante Modelle gewinnen gegenüber jenen Sportreferenzen an Bedeutung, die während der Pandemie teilweise wie Spekulationsobjekte gehandelt wurden.

Dass begehrte Sportmodelle dennoch jederzeit für Ausschläge sorgen können, zeigt die GMT-Master II „Pepsi“. Nach der Einstellung der Stahlversion auf der Watches and Wonders 2026 stieg ihr Wert laut Chrono24 auf rund 23.000 Euro – etwa 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

 

Auch geografisch verschieben sich die Gewichte. In Nordamerika entfallen mittlerweile rund 35 Prozent des Uhren-Transaktionsvolumens auf Rolex; 2018 waren es etwa 27 Prozent. Europa liegt bei rund 29 Prozent. In Asien verlief die Entwicklung dagegen in die andere Richtung: Dort fiel der Anteil vom niedrigen 30-Prozent-Bereich auf rund 20 Prozent.

Das vielleicht wichtigste Ergebnis des Reports lautet deshalb: Rolex verliert nicht seine dominante Position, sondern einen Teil der außergewöhnlichen Dominanz der Boomjahre. Käufer verteilen ihr Geld wieder auf mehr Marken – während Rolex selbst mit stabilisierten und zuletzt erneut steigenden Preisen aus der Pandemie-Ära hervorgeht. Der Marktführer ist also kleiner geworden, ohne wirklich klein zu werden.

Rolex Cartier Audemars Piguet Patek Philippe Luxusuhren

Neueste Beiträge

Blancpain Lady B: Neuinterpretation der Ladybird zum 70. Jubiläum
Die Blancpain Lady B lässt die Ladybird-Formsprache im Kugelgehäuse neu aufleben – mit Manufakturkaliber 615 und wechselbarem Lederband.
4 Minuten
18. Sep 2026
Jeff Koons wird Hublot-Botschafter und bringt den Balloon Dog ans Handgelenk
Hublot macht Jeff Koons zum neuen Markenbotschafter: Mit der Classic Fusion Balloon Dog bringen sie eine gemeinsame Uhr auf den Markt, die zeitgenössische Kunst und Schweizer Uhrmacherei verbindet.
3 Minuten
75 Uhren, 75 Unikate: Gérald Charles zeigt die Masterlink Atelier Edition
Gérald Charles schafft bei der neuen Masterlink Atelier Edition eine Verbindung aus ultraflacher Mechanik und traditionellem Handwerk. Der Clou: Die Zifferblätter aus Maillechort werden einzeln von Hand gehämmert – und machen jedes der insgesamt 75 Exemplare einzigartig.
4 Minuten
Top Thema: Casio Edifice EFK-200D-2A – Der heimliche Star unter 500 Euro

Casio Edifice EFK-200D-2A – Der heimliche Star unter 500 Euro

- Top Thema
Squale Galeazzi Artiglio: Taucheruhr zum 100-jährigen Galeazzi-Jubiläum

Squale Galeazzi Artiglio: Taucheruhr zum 100-jährigen Galeazzi-Jubiläum

- Hotspot
WatchTime September 2026

Das aktuelle WatchTime Magazin

- Jetzt erhältlich

Das könnte Sie auch interessieren

Rolex: Diese Uhren verschwinden 2026 aus dem Sortiment
Rolex sortiert 2026 aus: Mit „Pepsi“ GMT und „Cookie Monster“ verschwinden zwei der begehrtesten Modelle aus dem aktuellen Sortiment.
4 Minuten
Warum Patek Philippe bei SammlerInnen weiter die Nase vorn hat
Der Uhren-Zweitmarkt erholt sich. Doch neue Daten zeigen: Vor allem Patek Philippe, Rolex und Audemars Piguet profitieren – mit deutlichem Abstand.
4 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige