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Lesedauer 8 Min.

„Never give up“ – Sandro Wagner über Rückschläge, mentale Stärke und Neuanfänge

Sandro Wagner im Wandel: Ein Gespräch über G-Shock, Druck und Neuanfänge – geführt kurz vor seiner einvernehmlichen Trennung vom FC Augsburg.
Sandro Wagner
© Casio/G-Shock

Als wir Sandro Wagner an einem kühlen Oktobertag in der Lounge der WWK-Arena zum Interview treffen, liegt bereits ein schwerer Rucksack aus kritischen Wochen auf seinen Schultern. Und doch sitzt uns kein entmutigter Coach gegenüber, sondern einer, der entschlossen wirkt, voller Zuversicht bleibt und zugleich eine wohltuende Bodenständigkeit ausstrahlt – dankbar für die Chance und offen für das, was vor ihm liegt. Geplant war ein gemeinsamer Weg mit dem FC Augsburg von drei Jahren. Nach fünf Monaten, zwölf Bundesligaspielen und zwei Partien im DFB-Pokal ist der Vertrag nun aufgelöst, der FC Augsburg spricht von "wichtigen Prozessen", die Wagner angestoßen habe, und der 38-Jährige betont die "vertrauensvolle Zusammenarbeit".

Mit 38 Jahren gehörte Sandro Wagner zu den jüngeren Köpfen auf der Trainerbank im deutschen Profifußball, die Monate als Cheftrainer des FC Augsburg verliefen alles andere als einfach. Zwischen Aufbruch und hohen Erwartungen entstand ein Gespräch, das einen Trainer zeigt, der längst begriffen hat, dass Rückschläge nicht das Gegenteil von Fortschritt sind – sondern oft dessen Voraussetzung. 

Im Gespräch spricht der ehemalige Nationalspieler und Markenbotschafter von G-Shock über seine frühen Erfahrungen mit G-Shock-Uhren, die Bedeutung von Durchhaltevermögen, darüber, wie er Rückschläge meistert und welche Strategien ihm helfen, trotz aller Herausforderungen fokussiert zu bleiben. Einblicke in seine Persönlichkeit, seinen Stil und seine Sicht auf Zeit geben ein authentisches Bild eines Profis, der sich nie unterkriegen lässt. 

Sandro Wagner im Interview

WatchTime: Ihre erste G-Shock haben Sie von Ihrer Großmutter erhalten. Wie hat dieses Geschenk Ihre Verbindung zur Marke geprägt? 

Sandro Wagner: Damals war das schon etwas Großes. Es war eine andere Zeit, und so eine G-Shock war für Kinder damals einfach die coolste Uhr. Damit gehörte man, zumindest was die Uhr angeht, zu den „Coolen“. Ich erinnere mich noch, wie wir die Stoppuhr-Funktion ausprobiert haben, das Licht und das Piepsen zur vollen Stunde – solche Kleinigkeiten bleiben hängen. So verbindet man die Uhr auch automatisch mit der Kindheit. 

Welche ist Ihre Lieblingsuhr? 

Ich bin Fan der Origin-Serie, aktuell trage ich die 5610. Ich habe sogar zwei Ersatzuhren. Ich habe richtig Angst, sie zu verlieren, deswegen habe ich ein Ersatzmodell immer in der Tasche. 

Vom Spieler zum Trainer – aber Ihr Weg war nicht immer einfach. Das Motto des G-Shock Erfinders „Never give up“ passt gut zu Ihnen. Wie gehen Sie mit Rückschlägen um? 

Rückschläge gehören dazu. Als Spieler, jetzt als Trainer – es gab viele schwere Wochen. Ich habe immer eine Vision, wo ich hinwill, und versuche demütig und dankbar zu sein. Aufgeben kommt für mich nicht in frage. (Lesen Sie auch: G-Shock Erfinder Kikuo Ibe: "Mir war bewusst, dass es kein einfacher Weg werden würde.")

Haben Sie eine Strategie, mit der Kritik umzugehen? 

Ich visualisiere viel, insbesondere beruflich, und bin dankbar für alles, was ich habe. Privat muss man nicht alles steuern; da zählt die Basis wie Gesundheit und Familie. Beruflich versuche ich, mir Ziele klar vorzustellen. 

Gab es Momente in Ihrer Karriere, in denen Sie Widerstandsfähigkeit und Belastbarkeit unter Beweis stellen mussten? 

Absolut. Im Profifußball wird man oft geprüft, mental manchmal noch mehr als körperlich. Auch als Trainer ist der Druck enorm – die sozialen Medien, die Erwartungen, die permanente Sichtbarkeit. Ich habe mein erstes Bundesligaspiel mit 18 oder 19 gespielt. Damals war der mediale Druck schon groß, aber längst nicht so extrem wie heute. Fußball hat sich enorm verändert: Alles wird beobachtet und kommentiert. Die sozialen Netzwerke haben das noch einmal verstärkt. Ich kenne das Spiel, ich war ja selbst als TV-Experte tätig und weiß, wie Medien funktionieren und welche Themen Aufmerksamkeit erzeugen. Trotzdem ist das eine enorme Belastung. Der mentale Druck ist heute viel größer als früher – und als Trainer noch einmal deutlich intensiver als als Spieler. Körperlich versuche ich, im Gleichgewicht zu bleiben: Ich mache jeden Tag Sport, achte auf meine Ernährung und trinke kaum Alkohol. Das sind für mich wichtige Bausteine, um dauerhaft belastbar und widerstandsfähig zu bleiben.

Sandro Wagner mit der neuen G-Shock GST-B1000D-1AER

Sandro Wagner mit der neuen G-Shock GST-B1000D-1AER

© Casio/G-Shock

"In der Bundesliga zählt am Ende vor allem eines: Erfolg. Zeit für langfristige Entwicklung ist kaum vorhanden – du musst funktionieren, sonst bist du schnell weg."

Sandro Wagner

Sie sind dieses Jahr in ein neues berufliches Kapitel gestartet. Was reizt Sie an einem Neuanfang?

Es gibt viele Bereiche, auf die ich mich in meiner neuen Rolle freue. Als Trainer arbeitet man in erster Linie mit Menschen – und das geht weit über die Mannschaft hinaus. Es sind längst nicht nur die elf Spieler auf dem Platz oder die 20 im Kader, sondern je nach Vereinsgröße auch 50 bis 80 Mitarbeiter, für die man Verantwortung trägt. Diese Zusammenarbeit macht mir großen Spaß. Mental ist ein solcher Neuanfang aber immer eine Herausforderung, weil man nie genau weiß, wie das Umfeld funktioniert und welche Dynamiken einen erwarten. Man hat bestimmte Vorstellungen und Ideen im Kopf, doch dann kommen Variablen dazu, die man vorher nicht einschätzen kann. Als Trainer hast du eine klare Spielidee – und stellst dann fest, dass sie mit dem vorhandenen Spielermaterial gar nicht umsetzbar ist. Dann muss man flexibel und pragmatisch handeln, um Ergebnisse zu erzielen. In der Bundesliga zählt am Ende vor allem eines: Erfolg. Zeit für langfristige Entwicklung ist kaum vorhanden – du musst funktionieren, sonst bist du schnell weg. Das ist ein ständiger Balanceakt: Auf der einen Seite der Wunsch, als junger Trainer etwas zu gestalten und sich weiterzuentwickeln, auf der anderen Seite der enorme Druck, sofort zu liefern. 

Haben Sie einen Tipp für junge Menschen, wie man Druck und Rückschläge besser wegsteckt? 

Gerade im Fußball ist die Aufmerksamkeit enorm, und damit umzugehen, ist nicht immer leicht. Was mir hilft, ist eine grundsätzliche Haltung der Dankbarkeit. Ich versuche, nichts als selbstverständlich zu sehen – weder Familie noch Freunde, nicht einmal gutes Wetter. Diese Perspektive hilft mir, geerdet zu bleiben. Das Zweite ist die richtige Einordnung von Dingen. Fußball ist im Kern ein sehr einfacher Sport – jeder kann ihn spielen, jeder kann ihn bewerten. Deshalb darf man sich selbst nie zu wichtig nehmen. In guten Phasen neigt man vielleicht dazu, sich als König zu fühlen, aber genauso schnell kann man in einer schwierigen Phase hart fallen. Wenn man sich immer wieder bewusst macht, dass man einfach Glück hat, in diesem Beruf arbeiten zu dürfen, bleibt man demütig. Ich sehe mich nicht überlegen – im Gegenteil: Wenn ich den Rasenwart sehe, der in Perfektion seinen Job macht, denke ich mir oft, dass er wahrscheinlich sogar qualifizierter ist als ich. Diese Haltung hilft mir, die Dinge im richtigen Verhältnis zu sehen. Das ist meine persönliche Formel – ob sie für andere funktioniert, weiß ich nicht, aber für mich passt sie. 

Wenn Sie auf Ihre Karriere zurückblicken, gibt es einen Moment, den Sie gerne erneut erleben würden? 

Ich würde keinen Moment meines Weges ändern. Natürlich habe ich im Laufe der Jahre einige Fehler gemacht, aber genau die sehe ich heute als wertvolle Lektionen. In dem Moment sind solche Erfahrungen oft unangenehm, manchmal sogar schmerzhaft, doch mit etwas Abstand erkennt man, dass sie notwendig waren, um sich weiterzuentwickeln. Ich durfte viele tolle Momente erleben. Als Spieler war ich einer von vielen, aber als Trainer hat man die Chance, wirklich etwas zu gestalten und zu entwickeln. Wenn ich einen Moment noch einmal erleben dürfte, dann wäre es wohl der Aufstieg mit dem SpVgg Unterhaching von der Regionalliga in die 3. Liga. Das war meine erste Trainerstation, ich hatte dort eine enge Beziehung zu den Menschen und lebe auch heute noch in der Gegend. Dieser Erfolg war etwas ganz Besonderes – emotional, intensiv und unvergesslich.

Sandro Wagner und Daniela Pusch

Sandro Wagner im Gespräch mit Daniela Pusch, Head of Editorial, in der WWK-Arena in Augsburg.

© Casio/G-Shock

Wie definieren Sie Stil – im Fußball und im Alltag?

Ich sehe Stil als Ausdruck der Persönlichkeit. Natürlich gibt es viele, die viel stilbewusster sind oder ein besseres Gespür für Mode haben als ich. Ich persönlich ziehe mich gerne gut an und mag es, mich mit Kleidung ein Stück weit auszudrücken. Deshalb trage ich auch als Trainer am Spielfeldrand selten nur Trainingsklamotten – darin fühle ich mich nicht hundertprozentig wohl. Im Fußball ist das aber nur begrenzt möglich. Wenn man ein Spiel verliert, heißt es schnell: „Der Trainer kümmert sich lieber um seine Klamotten.“ Deshalb versuche ich, einen Mittelweg zu finden: chic genug, um mich wohlzufühlen, aber nicht zu extravagant. Ich bin ohnehin eher der schlichte Typ.

Was bedeutet Zeit für Sie?

Zeit bedeutet für mich, wenn ich frei von Arbeit und Handy bin. Zum Beispiel ein Sonntag in den Bergen mit meinen Kindern. Zeit ist für mich mittlerweile die wertvollste Währung. Man hat im Job oft nie das Gefühl, wirklich fertig zu sein. Zu Hause denkt man noch über Aufgaben nach, im Auto kommen neue Ideen, nachts wacht man auf und macht sich Notizen, damit man nichts vergisst. Richtig freie Zeit, in der man komplett abschalten kann, ist selten.

 

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Hinweis: Das Interview erscheint in der aktuellen Ausgabe der WatchTime Januar/Februar 2026. Zum Redaktionsschluss stand noch nicht fest, dass der FC Augsburg und Sandro Wagner den Vertrag einvernehmlich auflösen würden.

Casio G-Shock

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