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Lesedauer 4 Min.

Die Louis Vuitton Escale en Alaska ist die komplexeste Taschenuhr der Maison

Mit Tourbillon, Minutenrepetition und neun Animationen setzt Louis Vuitton neue Maßstäbe in der Welt der Taschenuhren.
Front der Louis Vuitton Escale en Alaska Pocket Watch
©  Louis Vuitton

Kaum eine Uhrenkategorie bietet so viel Raum für große Komplikationen und künstlerische Freiheit wie die Taschenuhr. Mit der Escale en Alaska präsentiert La Fabrique du Temps Louis Vuitton die technisch anspruchsvollste Taschenuhr ihrer Geschichte – ein Einzelstück, das hochkomplizierte Uhrmacherei, Automatenspiel und Métiers d'Art in außergewöhnlicher Weise miteinander verbindet.

 Louis Vuitton nutzt Mechanik als Bühne

Auf der Front sieht man eine Szene, die den Margerie-Gletscher in Alaska zeigt. Doch das Zifferblatt ist weit mehr als eine Miniaturmalerei. Über einen aufwändigen Jacquemart-Mechanismus erwacht die Landschaft zum Leben: Ein Blauwal hebt Kopf und Schwanz aus dem Wasser, ein Orca öffnet sein Maul, Pinguine bewegen sich über Eisschollen und sogar die berühmten Louis-Vuitton-Koffer öffnen und schließen sich, um die Monogramm-Blüten freizugeben. Insgesamt sorgen 17 bewegliche Elemente für neun unterschiedliche Animationen, während ein goldener Kompass am oberen Zifferblattrand rotiert und ein winziger LV-Monogram-Star-Diamant als Sternschnuppe über die Szene zieht. Es handelt sich dabei um den kleinsten jemals geschliffenen LV Monogram Star Cut mit lediglich 0,05 Karat.

Front und rückseite der Louis Vuitton Escale en Alaska Pocket Watch

Die Louis Vuitton Escale en Alaska vereint ein aufwändig animiertes Emailzifferblatt mit einem hochkomplexen Manufakturwerk auf der Rückseite.

©  Louis Vuitton

Angetrieben wird das Schauspiel vom vollständig in Genf entwickelten und gefertigten Handaufzugskaliber LFT AU14.03. Das Werk besteht aus 751 Einzelteilen, integriert neben dem Automatenmodul auch ein Tourbillon sowie eine Minutenrepetition und stellt damit das bislang komplexeste Kaliber von La Fabrique du Temps Louis Vuitton dar. Bemerkenswert ist auch die Entscheidung, Stunden und Minuten nicht auf der Vorderseite, sondern auf der Rückseite der Uhr anzuzeigen. So bleibt das gesamte Zifferblatt vollständig der kunstvollen Szenerie vorbehalten. Das Werk arbeitet mit 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hertz), verfügt über 81 Lagersteine und bietet eine Gangreserve von acht Tagen. Allein für Montage und Finissage des Uhrwerks waren rund 500 Arbeitsstunden erforderlich.

Detail, Emaille der Louis Vuitton Escale en Alaska Pocket Watch

Mehr als 300 Stunden Emailarbeit fließen in die Gestaltung der arktischen Landschaft der Escale en Alaska.

©   Louis Vuitton

Mehr als 300 Stunden Emaillekunst

Nicht weniger beeindruckend ist die handwerkliche Ausführung des Zifferblattes. Die Werkstätten von La Fabrique des Arts kombinieren Grand-Feu-, Champlevé-, Cloisonné- und Miniatur-Emaille miteinander. Insgesamt kommen 32 verschiedene Farbtöne zum Einsatz, die in 35 Brennvorgängen aufgetragen werden. Bereits die Auswahl der passenden Farben nimmt mehrere Wochen in Anspruch. Anschließend folgen über 300 Stunden Emaillearbeit, bevor der Master-Graveur weitere 160 Stunden damit verbringt, Wale, Orcas, Pinguine, Eisberge und Polarlichter plastisch herauszuarbeiten. Selbst winzige Details wie die Zähne des Orcas oder die Strukturen der Eisschollen werden einzeln graviert und anschließend farblich veredelt.

Detailaufnahme, Front, Handarbeit an der Louis Vuitton Escale en Alaska Pocket Watch

In zahlreichen Arbeitsschritten entsteht das vielschichtige Emailzifferblatt, das später die bewegte Szenerie der Taschenuhr trägt.

©  Louis Vuitton

Auch das 50 Millimeter große Weißgoldgehäuse wird aufwendig graviert und greift mit Schneeflocken- und Regentropfenmotiven die Landschaft des Zifferblatts auf. Die Lünette trägt 60 Edelsteine aus Saphiren, Diamanten und Turmalinen, während eine passende Weißgoldkette sowie eine eigens gefertigte blaue Ledertasche die Taschenuhr begleiten.

Ein Manifest für die Haute Horlogerie

Die Escale en Alaska ist kein Serienmodell, sondern ein Unikat. Gerade deshalb zeigt sie eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Uhrmacherei inzwischen innerhalb von Louis Vuitton einnimmt. Statt möglichst viele Komplikationen zu kombinieren, verschmelzen hier Uhrwerk, Animation und Kunsthandwerk zu einer zusammenhängenden Geschichte. Die Taschenuhr dient dabei nicht nur als technischer Leistungsausweis, sondern als Bühne für feinste Gravur-, Emaille- und Uhrmacherkunst – ein Ansatz, der die Escale en Alaska zu einer der außergewöhnlichsten Haute-Horlogerie-Kreationen des Jahres macht.

Louis Vuitton nennt für die Escale en Alaska offiziell keinen Preis. Die Uhr wird als Unique Piece (Einzelstück) geführt und ist nicht regulär im Handel erhältlich. Auf der offiziellen Produktseite fehlt ebenfalls eine Preisangabe. 

Da die Escale en Alaska laut Louis Vuitton die bislang komplexeste Taschenuhr der Maison ist – mit 751 Bauteilen, 17 beweglichen Elementen, neun Animationen sowie erheblichem Mehraufwand bei Gravur und Emaille – liegt die aber Vermutung nahe, dass sie mindestens im Bereich der Escale au Mont Fuji, also um 1,3 Millionen Euro oder darüber, angesiedelt ist. 

Louis Vuitton Uhren als Wertanlage

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