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Lesedauer 4 Min.

Marco Tedeschi MT1.1: Neuer Markenauftritt, sieben Tage Gangreserve und ein fliegendes Tourbillon

Aus Kross Studio wird Marco Tedeschi: Mit der MT1.1 präsentiert der Genfer Uhrmacher erstmals eine Uhr unter eigenem Namen. Im Mittelpunkt stehen ein neu konstruiertes Manufakturkaliber mit fliegendem Tourbillon und sieben Tagen Gangreserve.
Marco Tedeschi: MT1.1 in Roségold

Marco Tedeschi: MT1.1 in Roségold

© Marco Tedeschi

Marco Tedeschi, Gründer und Mastermind der bisher unter dem Namen Kross Studio bekannten Marke aus der Umgebung von Genf, hat Kross Studio umbenannt: Die Marke läuft künftig unter dem Namen Marco Tedeschi. Ihren ersten Auftritt unter der neuen Bezeichnung hatte die Marke auf des Watches and Wonders 2026. Und die Neuheit, die im Mittelpunkt stand, war die MT1.1 – Le Tourbillon 7 Jours. Alle bisher unter Kross Studio bekannten Aktivitäten werden nun in einer eigenständigen Marke gebündelt und neu positioniert. Bereits seit 2020 hatte Marco Tedeschi mit Kross Manufacture und Kross Studio eine integrierte Struktur aufgebaut, die Entwicklung, Konstruktion und Fertigung unter einem Dach vereint. Mit der neuen Marke wird dieses System nun noch besser sichtbar.

Marco Tedeschi

Marco Tedeschi

© Marco Tedeschi

Vom zentralen Tourbillon zur eigenen Marke

Die Wurzeln reichen zurück ins Jahr 2006, als Tedeschi – damals noch Student – sein erstes Zentraltourbillon entwickelte und patentieren ließ. Dieses Konzept bildet bis heute die Grundlage seiner Konstruktionen und definiert seine uhrmacherische Philosophie: „Form follows the movement“. Die MT1.1 ist nun die erste Uhr, die diese Vision unter dem eigenen Namen konsequent umsetzt.

Marco Tedeschi: MT1.1 Titan Boden

Marco Tedeschi: Der große D-Ring auf dem Gehäuseboden dient dem Aufzug und der Einstellung der Uhrzeit.

© Marco Tedeschi

Kaliber MT 7010 IRM: Tourbillon mit 7 Tagen Gangreserve

Im Zentrum steht das neu entwickelte Handaufzugskaliber MT 7010 IRM, das konsequent um zwei Elemente aufgebaut ist: das Tourbillon und ein möglichst großes Federhaus. Die Konstruktion folgt dabei keinem klassischen Layout. Statt mehrere Federhäuser zu kombinieren, nutzt Tedeschi ein einziges, überdimensioniertes Federhaus, das einen Großteil der Werkfläche einnimmt. Die Kombination aus großem Federhaus und kontrollierter Energieabgabe sorgt für eine gleichmäßige Amplitude über die gesamte Laufzeit hinweg. Das übergroße Federhaus sorgt für eine Gangreserve von7 Tagen, ohne zusätzliche Komplexität durch mehrere Energiequellen. Das Werk arbeitet mit einer Frequenz von 3 Hertz und umfasst rund 245 Komponenten. Die Gangreserve wird über eine Anzeige bei 12 Uhr dargestellt, sie bildet zugleich eine zentrale Blickachse mit dem Tourbillon bei 6 Uhr. Dieses ist als fliegendes Tourbillon, konzipiert, d. h. es ist nur einseitig, von unten gelagert, sodass keine über dem Tourbillon angebrachte Brücke die Blicke auf den Mechanismus behindert. Die kleine Sekunde ist ins Tourbillon integriert: Das ist möglich, weil sich dessen Käfig einmal in 60 Sekunden um die eigene Achse dreht.

Marco Tedeschi: MT1.1 in schwarz DLC-beschichtetem Titan

Marco Tedeschi: MT1.1 in schwarz DLC-beschichtetem Titan

© Marco Tedeschi

Gehäuse und Bedienung: vom Werk gedacht

Auch das Gehäuse folgt strikt der Konstruktionslogik des Werks. Mit 44 mm Durchmesser ist es rund ausgeführt, verzichtet jedoch vollständig auf klassische Bandanstöße. Stattdessen ist das Armband direkt in die Gehäusestruktur integriert. Das verstärkt das runde Erscheinungsbild der Uhr, wozu am stärksten das Fehlen einer klassischen Krone bei 3 Uhr beiträgt. Stattdessen befindet sich auf der Gehäuserückseite ein großer, als Krone fungierender Drehring mit Quersteg, den Marco Tedeschi als D-Ring bezeichnet. Über diesen zieht man das Werk von Hand auf. Will man die Uhrzeit einstellen, betätigt man zuvor den ins Gehäuse eingelassenen Drücker bei 3 Uhr. Mit einem Druck wird das Werk vom Räderwerk entkoppelt und in den Zeiteinstellmodus versetzt, sodass man die Zeiger justieren kann. Ein weiterer Druck bringt die Uhr zurück in den Aufzugsmodus und koppelt das Werk wieder vollständig ein.

Marco Tedeschi: MT1.1 Titan Livebild

Marco Tedeschi ist für seine Tourbillons bekannt.

© WatchTime

Finissierung: Kontrast aus Technik und Handarbeit

Besonderes Augenmerk legt Marco Tedeschi auf die handwerkliche Finissierung des Kalibers. Platine und Brücken bestehen aus Neusilber und sind mit einer Kombination aus satinierten, kreisgeschliffenen und teilweise rutheniumbeschichteten Oberflächen versehen. Die Kanten werden von Hand angliert und poliert, während einzelne Komponenten – etwa Räder und Stahlteile – durch feine Schliffe und polierte Fasen zusätzlich akzentuiert werden. Auf der Vorderseite entsteht so ein bewusst kontrastreiches Bild aus offenen Strukturen, geometrischer Klarheit und differenzierten Oberflächen. Die Rückseite folgt einem anderen Ansatz: Eine zentrale Brücke ist mit einem wiederkehrenden konzentrischen Muster verziert. Die Vorderseite der MT1.1 ist vollständig skelettiert, wobei das Werk von Beginn an als offene Konstruktion konzipiert, nicht nachträglich freigelegt wurde.

Marco Tedeschi: MT1.1 mit Tantal-Gehäuse

Marco Tedeschi: MT1.1 mit Tantal-Gehäuse

© Marco Tedeschi

4 Materialvarianten

Die MT1.1 erscheint in vier Ausführungen: in Grade-5-Titan (69.900 CHF), Titan mit schwarzer DLC-Beschichtung (74.900 CHF), Tantal (79.900 CHF) und 18 Karat Roségold (89.900 CHF). Alle Versionen besitzen ein gewölbtes Saphirglas und sind bis 30 Meter wasserdicht. Die Bauhöhe liegt bei rund15,3 mm. Das Armband besteht je nach Version aus Leder und ist über ein Schnellwechselsystem mit dem Gehäuse verbunden. Die Entriegelung erfolgt über Drücker auf der Gehäuserückseite, sodass das Design nicht durch zusätzlich sichtbare Elemente beeinträchtigt wird.

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