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Lesedauer 5 Min.

ArtyA: Mechanik am Limit zur Watches and Wonders 2026

Ein Weltrekord der Uhrmacherei
ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

© ArtyA

Mit der Complexity präsentiert ArtyA auf der Watches and Wonders 2026 eine der spektakulärsten uhrmacherischen Premieren der letzten Jahre. Die auf lediglich neun Exemplare limitierte Kreation vereint erstmals zwei geneigte Tourbillons, sogenannte Cônillons, in einer gemeinsamen Architektur mit Differential. Als Ergebnis zeigt sich weniger eine Armbanduhr im klassischen Sinn als vielmehr eine kinetische Skulptur, die Chronometrie auf ein neues Niveau hebt.

ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

© ArtyA 

Weltrekord der Uhrmacherei

Im Zentrum der Complexity steht eine absolute Weltpremiere: zwei geneigte Tourbillons, positioniert bei zwölf und sechs Uhr und über ein Differential gekoppelt. Während ein klassisches Tourbillon nach dem Prinzip von Abraham-Louis Breguet die Auswirkungen der Schwerkraft in einer einzigen Position kompensiert, verfolgt das Cônillon einen anderen Ansatz. Seine Unruh bewegt sich nicht zylindrisch, sondern auf einer konischen Bahn und korrigiert damit mehrere Lagen gleichzeitig. Durch die Kombination zweier solcher Systeme wird dieser Effekt nochmals erweitert: Die Uhr deckt praktisch alle vertikalen Positionen ab, die sie am Handgelenk einnehmen kann. Entscheidend ist dabei das integrierte Differential. Es sorgt dafür, dass beide Tourbillons stets mit identischem Drehmoment versorgt werden. Ohne diese gleichmäßige Energieverteilung würde jede kleinste Asymmetrie zu Gangabweichungen führen. Mit Differential hingegen entsteht eine kinematische Mittelung der Gangfehler, eine Art mechanische „Feinabstimmung“ in Echtzeit. Die beiden Tourbillonkäfige rotieren jeweils in 30 Sekunden, wobei ihre gegenläufigen Bewegungen ein faszinierendes mechanisches Schauspiel erzeugen. Die Architektur ist dabei so komplex, dass keine der zentralen Achsen, weder Unruh, Käfig noch Ankergabel, parallel zueinander verläuft.

 

ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

© ArtyA 

Architektur jenseits des Standards

Das Herzstück der Uhr ist das eigens entwickelte Kaliber Complexity-01, entstanden in Zusammenarbeit mit der auf Hochkomplikationen spezialisierten Manufaktur Purtec Sàrl in Vallorbe. Das Werk umfasst 287 Komponenten sowie 44 Rubine und wurde speziell für die Anforderungen der Doppel-Cônillon-Architektur konstruiert. Es arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet eine Gangreserve von rund 50 Stunden. Die Dimensionen des Werks sind ebenso beeindruckend wie seine Konstruktion: 37,5 Millimeter Breite, bis zu 38,2 Millimeter Länge und eine Höhe von bis zu 14,1 Millimetern. Die organisch geformte Platine ist so gestaltet, dass sie die beiden Tourbillons optimal freilegt. Große Öffnungen bei zwölf und sechs Uhr ermöglichen einen direkten Blick auf die Mechanik, die durch die transparente Gehäusekonstruktion zusätzlich in Szene gesetzt wird. Trotz der extremen Komplexität wurde besonderer Wert auf Robustheit gelegt. Laut ArtyA übertrifft die Stoßfestigkeit sogar Systeme wie den Gyrotourbillon.

ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

© ArtyA 

Haute Horlogerie bis ins Detail

Besagte Neuvorstellung erfüllt auch in Sachen Verarbeitung höchste Ansprüche der Haute Horlogerie. Sämtliche Komponenten werden individuell veredelt und zeigen ein bewusst inszeniertes Zusammenspiel verschiedener Techniken. Fein sandgestrahlte Oberflächen sorgen für eine homogene, ruhige Lichtwirkung, während handpolierte Anglierungen an allen Kanten präzise gesetzte Reflexe erzeugen. An den Flanken bei drei und neun Uhr treten charakteristische „étiré cabron“-Strukturen hervor, die der Architektur zusätzliche Tiefe verleihen. Ergänzt wird dies durch lasergravierte Details mit schwarzer Lackauslegung. Die mikrogestrahlte Rückseite verstärkt schließlich den räumlichen Eindruck. In der Kombination verbinden sich traditionelle Veredelungstechniken mit modernen Verfahren zu einem Gesamtbild, das den skulpturalen Charakter der Uhr unterstreicht.

ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

© ArtyA 

Zwei Charaktere, eine Philosophie

Angeboten wird der Zeitmesser mit zwei unterschiedlichen Zifferblattvarianten, die jeweils eine eigene visuelle Sprache sprechen. Das sogenannte Griffe-Blatt basiert auf einer dreidimensionalen Gravur, deren Linien strahlenförmig vom Zentrum ausgehen. Die Struktur wird durch rhodiumschwarze Oberflächen verstärkt und steht im Kontrast zu hochglanzpolierten Indizes. Dem gegenüber steht die matte Version mit gleichmäßig sandgestrahlter Oberfläche. Diese wirkt ruhiger und legt den Fokus stärker auf die Klarheit der Anzeige. Beide Varianten sind in Anthrazit oder Silber erhältlich.

 

ArtyA – Complexity, hochkomplizierte Uhr mit zwei Tourbillons und Handaufzugswerk

ArtyA – Complexity

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Transparenz als Konzept

Das Gehäuse ist ein weiteres Highlight der Uhr. ArtyA setzt hier auf vollständig transparenten Saphir, alternativ auf synthetischen Rubin in intensivem „Pigeon’s Blood“-Rot. Beide Materialien erreichen eine Härte von neun auf der Mohs-Skala und erfordern extrem aufwendige Bearbeitungsprozesse. Für die Herstellung werden mehr als 120 Stunden Fräsarbeit und über 140 Stunden Politur benötigt. Die organische Form mit dreifach konkaver Mittelpartie folgt nicht nur ästhetischen, sondern auch strukturellen Überlegungen. Sie reduziert Spannungen im Material und erhöht gleichzeitig die Stabilität. Die beiden integrierten Saphirkuppeln fungieren als optische Linsen, die die Tourbillons vergrößern und ihre dreidimensionale Wirkung verstärken. Die facettierte Krone besteht ebenfalls aus Saphir und fügt sich nahtlos in das Design ein. Mit Abmessungen von 42 mal 48 mal 13 Millimetern bleibt die Uhr trotz ihrer Komplexität gut tragbar. Ein integriertes Kautschukband sorgt für sicheren Sitz am Handgelenk.

Fazit

Mit der Complexity gelingt ArtyA ein beeindruckender Balanceakt zwischen technischer Extremleistung und künstlerischem Ausdruck. Die Kombination aus zwei geneigten Tourbillons, Differentialmechanik und vollständig transparentem Gehäuse hebt die Uhr deutlich über den üblichen Rahmen der Haute Horlogerie hinaus. Gleichzeitig bleibt sie ihrer Funktion treu: Präzision durch Innovation. Die Neuvorstellung ist folglich nicht als reines Konzeptstück anzusehen, sondern als funktionierendes Instrument, das die Grenzen der modernen Uhrmacherei auslotet.

 

Micro Monday: Maghnam – Mohareb

 

Artya ausgefallene Uhren Saphirglas Tourbillon Haute Horlogerie

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