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Lesedauer 3 Min.

Chronoswiss Neo Digiteur: Die Rückkehr der mechanischen Rebellion

Chronoswiss bringt die Digiteur zurück – als kantige Neo Version in Stahl. Eine mechanische Digitaluhr, schärfer und moderner denn je.
Chronoswiss Neo Digiteur
© Chronoswiss

Nach Cartier, Louis Vuitton und Bremont reiht sich nun auch Chronoswiss in die Reihe jener Marken ein, die 2025 die springende Stunde und rotierende Scheiben mit Fensteröffnungen neu interpretieren. Chronoswiss nutzt dafür ein Archivmodell, das seiner Zeit schon damals voraus war. Die Neo Digiteur ist ein Manifest mechanischer Moderne. Seine Wurzeln reichen zurück zu den 1920er- und 30er-Jahren, einer Ära, in der die Uhrmacherei die ersten Schritte in eine neue, digitale Zukunft wagte – lange vor der Elektronik. 

Mechanische Uhren ohne Zeiger, sogenannte montres sans aiguilles, zeigten die Zeit über springende Stunden und rotierende Scheiben. Diese Form der Anzeige galt als visionär, als Ausdruck von Präzision und Fortschritt. Jahrzehnte später, im Jahr 2005, griff Gerd-Rüdiger Lang, Gründer von Chronoswiss, diesen Geist auf und schuf mit der Digiteur eine Armbanduhr, die erneut die Regeln brach: mechanisch, rechteckig, zeigerlos. Zwanzig Jahre später bringt Chronoswiss die Digiteur zurück. 

Chronoswiss Neo Digiteur zwei Uhren aus dem Archiv

Chronoswiss Digiteur aus dem Archiv 

© Chronoswiss

Doch die Neo Digiteur ist mehr als ein Re-Issue – sie ist eine vollständige Neuinterpretation. Das Gehäuse bleibt rechteckig, seine Silhouette vertraut, aber jede Linie wurde geschärft. Aus den weichen Kurven von einst sind architektonische Kanten geworden. Die Modelle sind aus Edelstahl gefertigt, die Geometrie ist zugleich massiver und präziser. Besonders auffällig ist das Zusammenspiel von Oberflächen: sandgestrahlte Seiten, polierte Kanten, satinierte Flächen – jedes Detail erzählt von handwerklicher Kontrolle und bewusstem Kontrast. Selbst die Krone, einst klassisch zwiebelförmig, wurde neu gedacht: flacher, kantiger, funktionaler. 

Die Neo Digiteur wirkt weniger nostalgisch, dafür umso zeitgenössischer. Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber C.85757 – ein Werk, das Chronoswiss speziell für diese Uhr entwickelt hat. Es schlägt mit drei Hertz, bietet eine Gangreserve von 48 Stunden und trägt auf seiner Rückseite die Handschrift des Luzerner Ateliers: handguillochierte Brücken, Genfer Streifen, vergoldete Details. Durch den Saphirglasboden lässt sich die Bewegung der Zahnräder verfolgen, wie sie die Energie für die drei rotierenden Scheiben liefern – ein analoges Schauspiel, das digital wirkt. 

Die Neo Digiteur zeigt Zeit nicht über Zeiger, sondern über Fenster. Oben springt die Stunde, in der Mitte laufen die Minuten, unten rotieren die Sekunden. Die Anzeige ist ruhig, minimalistisch, grafisch.

Chronoswiss Neo Digiteur in Granit

Chronoswiss Neo Digiteur Granit

© Chronoswiss

Chronoswiss bietet die Neo Digiteur in zwei Varianten an, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Das Modell Granit trägt ein anthrazitfarbenes, vertikal satiniertes Zifferblatt mit kühlen, blauen Akzenten – ein nüchternes Statement, das an industrielle Präzision erinnert. Sand dagegen wirkt wärmer: ein sandgestrahltes Zifferblatt in 4N-Goldton, kombiniert mit marineblauen Ziffern – eine Komposition, die Understatement und Extravaganz gleichermaßen verbindet. Beide Versionen sind auf je 99 Stück limitiert, beide tragen das neue Chronoswiss-Legacy-Logo – und beide zeigen, dass Handaufzug und Digitalanzeige keine Gegensätze sein müssen. 

Wo die erste Digiteur eine Provokation war, beweist die neue Variante, dass auch in einer Ära von Smartwatches und OLED-Displays noch Platz ist für eine Uhr ist, die „digital“ denkt, aber mechanisch fühlt.

Chronoswiss ausgefallene Uhren springende Stunde limitierte Uhren-Editionen

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