Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Zenith: 40 Jahre El Primero

zen_theoriginalsstahl
Im Gegensatz zum Ur-Modell überlappen sich bei der Kollektion The Originals die Totalisatoren
© PR
Unzählige Anzeigen, ein Uhrwerk aus hunderten von Teilen, ein kostbares Gehäuse – so stellt man sich die bevorzugte Uhr eines Museumsdirektors vor. Zumal, wenn dieser das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen leitet und aus der Schweiz stammt. Doch danach gefragt, antwortet Professor Eduard C. Saluz: „Ich habe nicht eine Lieblingsuhr, sondern viele. Die Sammlung des Deutschen Uhrenmuseums umfasst 8.000 Uhren aller Art. Jedes Jahrhundert zeigt eine andere Facette der Uhrengeschichte, und in jedem finde ich einen Liebling.“ Nun gut, darunter wird wenigstens eine Luxus-Komplikation sein. Doch Saluz erzählt munter weiter: „Da ist die Reiseuhr von 1552: Sie hat Tastknöpfe für das Ablesen der Zeit im Dunkeln und eine Skala zum Umrechnen der Zeitangaben in den verschiedenen Gegenden.“ Doch das Schönste kommt noch: „Für die Verschleißteile bediente man sich nachwachsender Rohstoffe. Sowohl die Schweineborsten für die Unruh wie auch die Darmsaite für die Federschnecke finden sich jederzeit und überall.“
Saluz’ Favorit aus dem 17. Jahrhundert ist eine von Martin Hyllius in Dresden gefertigte Taschenuhr: „Sie fasziniert mich durch ihre extreme Kleinheit – das Werk mit einem Durchmesser von gerade mal 11,5 Millimetern läuft sicher nicht sehr zuverlässig, aber ich stelle mir immer die reizende Frau vor, die, wenn sie mal wieder verspätet ist, ganz unschuldig auf ihre kleine Uhr zeigen kann.“ Dann wendet er sich endlich den Komplikationen zu, genauer gesagt einer Uhr mit astrologischen Anzeigen aus dem Kloster St. Peter im Schwarzwald (18. Jahrhundert). Doch edle Materialien? Von wegen – das buntbemalte Zifferblatt und das Räderwerk bestehen aus Holz. Für Saluz haben die Uhren ihren Wert nicht nur als Gegenstände, sondern als Dokumente der Geschichte: „Uhren sind Kinder ihrer Zeit und deren Umstände. So steht für mich das 21. Jahrhundert für die Erkenntnis, dass uns die Elektronik von der Uhr befreit hat. Die Zeitanzeige haben wir heute vielfältig zur Verfügung: am Computer, auf dem Handy, im Auto und so weiter. Ich persönlich trage schon lange keine Uhr mehr.“ Möglicherweise hat Saluz sich diese nüchterne Sicht auf die mitunter Luxus-fixierte Uhrenbranche bewahrt, weil er ein Quereinsteiger ist. Der gelernte Mechaniker schafft über einen Job als Hilfspräparator den Sprung zum Konservator und wird 2003 Leiter des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen. Als Fachmann und Schweizer muss er sich auch fragen lassen, wie er die Situation der Branche in der Schweiz und Deutschland aus ihrer Geschichte beurteilt. Die Antwort fällt gewohnt differenziert aus: „Es ist faszinierend zu sehen, wie die heutigen Schweizer Firmen modernste Verfahren mit altehrwürdigen Konstruktionen kombinieren und wie ihren Produkten mit ausgeklügelter Kommunikation eine Aura hohen Wertes verpasst wird. Deutschland steht für den Aufstieg eines Außenseiters zum Musterschüler. Die Deklarierung vermeintlich minderwertiger Importware als 'Made in Germany' entwickelte sich zum weltbekannten Gütesiegel.“ Und er ergänzt: “Die wichtigste Uhrengegend war übrigens lange der Schwarzwald. Dort wurde 1850 die erste Uhrmacherschule in Deutschland eröffnet, aus ihrer Studiensammlung ist das Deutsche Uhrenmuseum entstanden.“ Zur Zukunft der Branche gefragt, sagt Saluz schlicht: „Wenn die Geschichte eines zeigt, dann dass die Zukunft nicht vorhersehbar ist.“ Protokoll: Gwendolyn Benda Die "Lieblingsuhr" ist eine Artikelserie des UHREN-MAGAZINS über Persönlichkeiten mit besonderem Bezug zur mechanischen Uhr. Worin liegt die Faszination der Mechanik? Wie kommt man überhaupt dazu, sich mit mechanischen Uhren auseinanderzusetzen? Welche ist die Lieblingsuhr dieser Person? Um diese – und manchmal auch völlig andere – Themen drehen sich die Gespräche.
Archiv

Neueste Beiträge

Hamilton Khaki Field Mechanical 36 mm: Rückkehr einer seltenen Militäruhr
Mit der neuen Khaki Field Mechanical 36 mm belebt die Marke mit amerikanischen Wurzeln eine seltene historische Referenz neu. Vorbild ist die wenig bekannte FAPD 5101 aus den frühen 1970er-Jahren, die an die Navigatoren der US-Luftwaffe ausgegeben wurde. Wie das Original wartet sie mit einem Handaufzugswerk auf.
3 Minuten
20. Mai 2026
Alternativen zur Royal Oak: Markante Sportuhren mit integriertem Stahlband
Nach dem Hype um die Swatch Royal Pop ist auch die Royal Oak von Audemars Piguet in aller Munde. Wer die Royal Oak cool findet, aber nicht das passende Budget hat und dennoch eine feine mechanische Uhr in einem ähnlichen Design sucht, wird bei uns fündig: Wir stellen 7 Alternativen in verschiedenen Preisklassen vor.
7 Minuten
20. Mai 2026
Schlichte Schönheit: Tutima Glashütte lanciert Zweizeiger-Patria
Mit der neuen Patria präsentiert Tutima Glashütte erstmals eine puristische Zweizeiger-Variante in seiner Manufakturlinie. Schwarzer Polierlack, ein Highend-Handaufzugswerk aus eigener Fertigung und ein Gehäuse aus Titan Grade 5 verbinden sich zu einem Zeitmesser, der Minimalismus zelebriert.
3 Minuten
20. Mai 2026
Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

Titoni Seascoper Summer Edition – Limitierter Taucher mit markantem Farbkonzept

- Marke im Fokus
Top Thema: Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

Meistersinger präsentiert die Panthero Jumping Hour mit Guilloché-Zifferblatt

- Top Thema
Hotspot: Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

Yema – Skin Diver Slim Full Lume CMM.20 Limited Edition

- Hotspot

Das könnte Sie auch interessieren

Nach der Watches and Wonders: Die wichtigsten Uhrentrends 2026 - Wohin sich die Luxusuhrenbranche bewegt
Die Watches and Watches 2026 zeigte, was in diesem Uhrenjahr angesagt ist: kompaktere Gehäuse, gedecktere Farben und skelettierte Zifferblätter. Keine völlig neuen Trends, sondern Entwicklungen, die sich verstärkt haben und auf noch breiterer Basis zu sehen sind als zuvor.
7 Minuten
Zenith Chronomaster Revival A384 Tropical – mit einer Patina, die Sammler lieben
Mit der neuen Chronomaster Revival A384 Tropical interpretiert Zenith eines seiner prägendsten Modelle neu – und greift dabei ein Detail auf, das in der Vintage-Welt längst Kultstatus hat.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige