Hochfrequente Neuheiten von Zenith: Hundertstelsekunden-Chronographen in Lapislazuli und Violett
Die Defy Extreme ist innerhalb der Kollektion von Zenith jene Uhr, die das technische Selbstverständnis der Manufaktur am kompromisslosesten verkörpert. Ihr Gehäuse ist groß, kantig und mehrschichtig aufgebaut, ihr Zifferblatt legt einen erheblichen Teil der Mechanik offen, und ihre Chronographen-Komplikation arbeitet in einem Tempo, das sich nicht nur rechnerisch, sondern auch visuell deutlich von herkömmlichen Konstruktionen unterscheidet. Der zentrale Chronographenzeiger benötigt lediglich eine Sekunde für eine vollständige Umdrehung. Die umlaufende Skala ist entsprechend in 100 Abschnitte gegliedert, sodass sich gestoppte Intervalle theoretisch auf die Hundertstelsekunde genau ablesen lassen. Möglich wird diese Anzeige durch eine separate Chronographenhemmung, die mit 50 Hertz beziehungsweise 360.000 Halbschwingungen pro Stunde arbeitet. Für die reguläre Zeitanzeige steht eine zweite Hemmung mit der Zenith-typischen Hochfrequenz von fünf Hertz bereit. Die beiden Neuheiten verändern dieses technische Grundkonzept nicht. Stattdessen zeigen sie, wie unterschiedlich sich die Defy Extreme über Materialien, Farben und Oberflächen inszenieren lässt.
Zenith – Defy Extreme Lapis Lazuli II
Zenith#Defy Extreme Lapis Lazuli II: Naturstein trifft Hochleistungstechnik
Die Defy Extreme Lapis Lazuli II ist die exklusivere der beiden Neuheiten. Zenith fertigt sie in einer limitierten Auflage von lediglich 25 Exemplaren. Inhaltlich knüpft sie an eine frühere Ausführung mit Lapislazuli an, schlägt gestalterisch jedoch eine deutlich technischere Richtung ein. Statt Edelstahl und Gelbgold verwendet Zenith nun geschmiedetes Carbon und Titan. Damit entsteht ein ausgeprägter Kontrast zwischen dem organischen Erscheinungsbild des Natursteins und der funktionalen Ästhetik moderner Hochleistungswerkstoffe. Die Kombination wirkt weniger luxuriös im klassischen Sinn als vielmehr futuristisch und kantig.
Geschmiedetes Carbon mit individueller Struktur
Das 45 Millimeter große Gehäuse setzt sich aus Elementen aus geschmiedetem Carbon und Titan zusammen. Carbon besitzt nicht die gleichmäßige Oberfläche eines gefrästen Metalls. Seine unregelmäßige Faserstruktur erzeugt ein individuelles Muster, das bei jedem Gehäuseteil leicht anders ausfällt. Dadurch gleicht keine der 25 Uhren in allen Details exakt der anderen. Die dunklen, matten Flächen absorbieren einen großen Teil des einfallenden Lichts. Gerade bei der komplexen Geometrie der Defy Extreme ist dieser Effekt bemerkenswert: Die vielen Kanten, Drückereinfassungen und konstruktiven Ebenen treten durch die grafischen Übergänge umso klarer hervor. Trotz ihres Durchmessers von 45 Millimetern und einer Höhe von 15,4 Millimetern profitiert die Uhr vom geringen Gewicht der verwendeten Materialien. Die Länge von 51 Millimetern zwischen den Bandanstößen bleibt allerdings eine deutliche Ansage. Mit einer Wasserdichtigkeit von 20 Bar beziehungsweise 200 Metern ist sie im Grunde für alle Eventualitäten eines sportlichen Alltags geeignet.
Zenith – Defy Extreme Lapis Lazuli II
ZenithLapislazuli als leuchtender Gegenpol
Die Bühne gehört den Zählern aus Lapislazuli. Sie sind in das offen gearbeitete Zifferblatt integriert und bilden einen intensiven Kontrast zur dunklen Gehäusearchitektur. Der tiefblaue Naturstein besitzt Einschlüsse aus Pyrit, die je nach Lichteinfall wie kleine goldene Partikel aufleuchten. Zenith greift die besondere Wirkung durch die Anzeigen auf. Die applizierten Stundenindizes und die facettierten Zeiger sind gelbgoldfarben beschichtet und mit weiß leuchtender Superluminova versehen.
Skelettierte Anzeige
Die Defy Extreme Lapis Lazuli II zeigt die Stunden und Minuten zentral an. Die kleine Sekunde befindet sich bei neun Uhr. Bei drei Uhr ist der 30-Minuten-Zähler des Chronographen untergebracht, während bei sechs Uhr die laufenden Chronographensekunden gezählt werden. Die Gangreserve wird bei zwölf Uhr angezeigt. Der eigentliche Hauptdarsteller ist jedoch der bereits erwähnte zentrale Chronographenzeiger. Nach dem Start setzt er sich mit hoher Geschwindigkeit in Bewegung und vollführt pro Sekunde eine komplette Umdrehung. Auf der äußeren Skala lassen sich die Hundertstelsekunden ablesen. Das Zifferblatt bleibt trotz der zahlreichen Anzeigen bewusst offen. Brücken, Räder und Teile des Uhrwerks werden nicht verborgen, sondern in die Gestaltung einbezogen.
Zwei Hemmungen für zwei Aufgaben
Im Inneren arbeitet das automatische Manufakturkaliber El Primero 9004. Seine Besonderheit besteht in der konsequenten Trennung von Zeitanzeige und Kurzzeitmessung. Die erste Hemmung arbeitet mit fünf Hertz beziehungsweise 36.000 Halbschwingungen pro Stunde und ist für die normale Zeitanzeige zuständig. Diese Frequenz gehört seit der Vorstellung des ursprünglichen El Primero im Jahr 1969 zu den zentralen technischen Merkmalen von Zenith. Die zweite Hemmung wird ausschließlich beim Start des Chronographen aktiviert. Sie erreicht 50 Hertz beziehungsweise 360.000 Halbschwingungen pro Stunde. Erst diese zehnfach höhere Frequenz ermöglicht die mechanische Unterteilung einer Sekunde in 100 Einheiten. Diese Konstruktion hat einen entscheidenden Vorteil: Die besonders energieintensive Chronographenfunktion belastet die reguläre Zeitanzeige nicht unmittelbar. Beide Systeme verfügen über eigene Energiereserven. Das Uhrwerk bietet rund 50 Stunden Gangreserve für die Zeitanzeige, während der Chronograph bis zu 50 Minuten betrieben werden kann. Durch den Saphirglasboden ist die Architektur des Werks sichtbar. Die sternförmige Schwungmasse erhält bei der Lapis-Lazuli-Ausführung eine satinierte Veredelung und fügt sich damit in den eher matten, technischen Gesamtcharakter der Uhr ein.
Zwei Armbänder für unterschiedliche Einsätze
Zenith liefert die limitierte Ausführung mit einem schwarzen Kautschukarmband und einer Faltschließe. Zusätzlich liegt ein schwarzes Klettverschlussarmband bei. Beide Varianten lassen sich dank des integrierten Schnellwechselsystems unkompliziert austauschen. Der Preis der auf 25 Exemplare limitierten Defy Extreme Lapis Lazuli II liegt bei 36.800 Euro.
Zenith – Defy Extreme Ultraviolet
Zenith#Defy Extreme Ultraviolet
Die Defy Extreme Ultraviolet verfolgt einen anderen Ansatz. Hier steht nicht der Kontrast zwischen Naturstein und Technik im Mittelpunkt, sondern eine konsequente Farbidee. Die Marke verwendet Violett bereits seit der 2020 vorgestellten Defy 21 Ultraviolet als Symbol für besonders hohe Frequenzen. Die Farbe verweist auf den ultravioletten Bereich des elektromagnetischen Spektrums, der sich jenseits des sichtbaren violetten Lichts befindet. Für einen Chronographen, dessen zweite Hemmung zehnmal schneller arbeitet als ein klassisches Fünf-Hertz-El-Primero, ist diese Assoziation durchaus plausibel.
Mikrogestrahltes Titan
Das 45 Millimeter große Gehäuse besteht vollständig aus Titan und erhält eine matte, mikrogestrahlte Oberfläche. Diese Bearbeitung reduziert Reflexionen, der Werkstoff ist zudem deutlich leichter als Stahl, korrosionsbeständig und hautfreundlich. Selbstverständlich ist auch dieses Modell bis 200 Meter wasserdicht und verfügt über eine verschraubte Krone.
Zenith – Defy Extreme Ultraviolet
ZenithViolett getöntes Saphirglaszifferblatt
Das Zifferblatt besteht aus violett getöntem Saphirglas. Dadurch bleibt die Uhrwerksarchitektur sichtbar, erhält aber zugleich einen farbigen Filter. Die drei Hilfszifferblätter greifen den Violettton auf und schaffen eine monochrome Optik. Die Transparenz verhindert, dass die kräftige Farbe zu flächig oder plakativ wirkt. Statt eines geschlossenen violetten Zifferblatts entsteht ein Wechselspiel aus durchscheinenden Ebenen, dunklen Werkteilen und farbigen Anzeigen. Je nach Lichteinfall wirkt die Uhr mal fast schwarz, mal intensiv violett. Rhodinierte, facettierte und mit Superluminova beschichtete Indizes und Zeiger heben sich deutlich von diesem Hintergrund ab. Die Anordnung der Anzeigen entspricht jener der Lapis-Lazuli-Ausführung.
Violette Schwungmasse und drei Armbandvarianten
Durch den Saphirglasboden ist das El Primero 9004 mit seiner violett getönten, sternförmigen Schwungmasse zu sehen. Damit setzt Zenith die Farbidee bis in die Werkansicht fort. Zum Lieferumfang gehören drei Armbänder. Ab Werk kann die Uhr am violetten Kautschukarmband getragen werden, das die Farbe des Zifferblatts direkt aufnimmt. Zusätzlich liegen ein mikrogestrahltes Titanarmband und ein schwarzes Klettverschlussarmband bei. Der Preis der Defy Extreme Ultraviolet beträgt 20.200 Euro.
Zenith – Defy Extreme Lapis Lazuli II
ZenithFazit
Zenith verändert bei den beiden neuen Defy-Extreme-Modellen nicht die Mechanik, sondern deren Wahrnehmung. Das El Primero 9004 bleibt eines der spektakulärsten serienmäßig eingesetzten Chronographenkaliber am Markt: Zwei unabhängige Hemmungen, eine 50-Hertz-Frequenz für die Kurzzeitmessung und ein zentraler Zeiger, der pro Sekunde eine vollständige Umdrehung vollführt, machen die Hundertstelsekunde unmittelbar sichtbar. Die Defy Extreme Lapis Lazuli II verbindet diese Technik mit einer ungewöhnlichen und überzeugenden Materialdramaturgie. Lapislazuli, geschmiedetes Carbon und Titan erzeugen einen Kontrast, der die technische Radikalität der Uhr nicht abschwächt, sondern zusätzlich betont. Aufgrund ihrer Limitierung auf 25 Exemplare bleibt sie allerdings eine besonders exklusive Interpretation. Die Defy Extreme Ultraviolet ist weniger selten, aber visuell ebenso konsequent. Ihr mikrogestrahltes Titangehäuse und das violett getönte Saphirglaszifferblatt übersetzen die Hochfrequenztechnik in eine eigenständige Farbwelt, ohne den funktionalen Charakter der Uhr aus den Augen zu verlieren. Für Technik-Liebhaber mit nicht allzu kleinen Handgelenken also jeweils eine tolle Wahl.
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