Rolex: Submariner

Modelle, Entwicklung, Preise – alles über die Taucheruhren-Legende Rolex Submariner

Gisbert L. Brunner
von Gisbert L. Brunner
am 13. Juni 2017

Die Rolex Submariner ist unverkennbar. Sie ist die wohl bekannteste, beliebteste, meist kopierte und gefälschte Uhr der Welt. Rolex baut die Ikone nun seit rund 60 Jahren, verbessert sie stets im Detail, ohne jedoch ihren unverwechselbaren Look zu verändern. Mit ihrer sportlichen Optik vermittelt die Rolex Submariner ein Gefühl von Abenteuer. Die Submariner ist aber auch eine ideale Wahl, um in die Welt der Luxusuhren einzusteigen.

Die Rolex Submariner “No-Date”

Die Rolex Submariner ohne Datumsanzeige (auch Rolex Submariner “No-Date” genannt) gilt für viele Rolex-Fans als die Submariner in ihrer reinsten Form. Ihr Edelstahlgehäuse schützt das chronometerzertizierte Automatikwerk 3130 bis zu bis zu einer Tiefe von 300 Metern vor eindringendem Wasser. Zeiger und Indexe leuchten blau und sorgen für eine gute Ablesbarkeit. Durch das Oyster-Band mit Glidelock-System, das eine abgestufte Anpassung der Länge ermöglicht, kann die Uhr auch über dem Tauchanzug getragen werden. Sie passt aber ebenso gut zum Business-Anzug (Preis: 6.800 Euro).

Rolex: Oyster Perpetual Submariner
Rolex Submariner mit der Referenz 114060, Preis: 6.800 Euro

Sollten Sie sich also für den Kauf einer Rolex Submariner entscheiden, sollten Sie das Modell und seine Entwicklung genau kennen. Nur so können Sie sich vor einem Fehlkauf schützen. Auch über den Werterhalt aktueller Modelle lässt sich an der Geschichte der Rolex Submariner viel ablesen.

Die erste Rolex Submariner

1953 brachte Rolex die erste Submariner auf den Markt. Seitdem ist sie zum Archetyp der Taucheruhr und zu einer absoluten Uhrenikone ­geworden. Rolex-Gründer Hans Wilsdorf verband Eleganz und Sportlichkeit zu einer langjährigen Erfolgsgeschichte.

1953: Submariner Referenz 6204. Eine ähnliche Uhr kostete 2009 bei Antiquorum 30.000 CHF
1953: Submariner Referenz 6204. Eine ähnliche Uhr kostete 2009 bei Antiquorum 30.000 CHF

Hans Wilsdorf, dem Generaldirektor der von ihm ins Leben gerufenen Montres Rolex SA in Genf, verdanken wir das wasserdichte Gehäuse mit Schraubkrone, genannt Oyster, und den Rotoraufzug für Automatik-Armbanduhren. Diese beiden Elemente sind entscheidend für die Entwicklung der Rolex Submariner. Wilsdorf war nicht nur ein genialer Kaufmann und Marketingstratege, er besaß auch stets ein offenes Ohr für Mitarbeiter mit Ideen. Zu diesen gehörte René-Paul Jeanneret, erfahrenes und geschätztes Mitglied des Rolex-Direktoriums und zudem ein begeisterter Sporttaucher. Von ihm stammte die Idee, einen Hybrid aus wasserdichter Sport- und doch halbwegs eleganter Alltagsuhr zu entwickeln. Man könnte auch von einer Art Instrumentenuhr für strapazierende Einsätze über und unter Wasser sprechen.

Wie die Rolex Submariner entstand

Wilsdorf und Jeanneret hatten sich nicht nur einmal die Frage nach dem Sinn und Zweck von Armbanduhren gestellt. Handelte es sich primär um Schmuckstücke zur Zierde des Handgelenks, zur Befriedigung eines persönlichen Hedonismus? Oder waren sie in erster Linie Werkzeuge zum Messen der kostbaren Zeit in allen möglichen Lebenslagen? Bei genauerer Betrachtung besaßen Rolex-Armbanduhren bereits seit mehreren Jahrzehnten etwas von beidem. Mit unterschiedlicher Akzentsetzung, versteht sich. Spätestens seit der Lancierung des Oyster-Gehäuses verlangte das Tragen einer Uhr am Handgelenk keine besondere Rücksichtnahme mehr hinsichtlich Schmutz und Feuchtigkeit. Mit der Vorstellung funktionaler Sportmodelle erlangte dieser Pragmatismus ab 1953 noch zusätzliche Bedeutung. Mit den Boliden wie Turn-O-Graph, Explorer, Submariner, Milgauss und GMT-Master avancierte Rolex in der Folge zu einer festen und geradezu unübersehbaren Größe auf dem Sektor der vielseitigen, so gut wie allen Situationen gewachsenen Armbanduhren, die ihre Legitimation aus uhrmacherischer Kompetenz sowie der überaus gekonnten Synthese zwischen Optik und Funktionalität bezogen.

Jubiläumsmodell 2003: Submariner Referenz 16610LV mit grüner Lünette; 2010 bei Antiquorum für 5.750 CHF verkauft

Der Unterwasser-Thematik hatte sich der Uhrenhersteller bereits Anfang der 1930er-Jahre zugewandt. 1935 fand sich im Katalog die 47 Millimeter große Referenz 2533 mit kissenförmiger Oyster-Schale, Taschenuhr-Handaufzugswerk vom Typ Lépine und dadurch kleiner Sekunde bei der Neun. Allein schon angesichts der damals unpopulären Gehäusedimensionen avancierte diese Kreation keineswegs zu einem Welterfolg.

Vorläufer der Rolex Submariner

Aber diese Uhr dürfte den Weg geebnet haben für eine interessante Kooperation mit Panerai, einem italienischen Rolex-Konzessionär und Spezialisten für Unterwasser-Equipment. Dessen Radiomir-Modelle mit kissenförmigen Oyster-Gehäusen und von Rolex gelieferten Cortébert-Kalibern brachten den Genfern einen nicht zu unterschätzenden Gewinn an einschlägigen Erfahrungen. Diese dürften aller Wahrscheinlichkeit nach auch in die Genese der von René-Paul Jeanneret inspirierten Submariner ab Beginn der 1950er-Jahre eingeflossen sein. Der begeisterte Sporttaucher pflegte eine enge Freundschaft mit Jacques-Yves Cousteau und wusste so um die technischen und gestalterischen Notwendigkeiten einer Taucheruhr. Auf diese Weise dürfte es ihm nicht schwergefallen sein, den innovationsbeflissenen Rolex-Chef vom Projekt einer professionellen Taucheruhr zu überzeugen. Deren erste Lebensjahre standen allerdings im Zeichen vor allem gestalterischer Experimente. Von einer einheitlichen Zifferblatt-Typologie konnte noch keine Rede sein.

Test-Tauchgänge ebnen der Rolex Submariner den Weg

Im September 1953 machte Rolex auf spektakuläre Weise von sich reden: Professor Auguste Piccard stieg mit seinem Bathyscape FNRS-2 stolze 3.131,8 Meter in die Tiefen des Ozeans hinab. Hans Wilsdorf hatte ganz spektakulär einen speziell entwickelten Stahl-Zeitmesser mit markantem Leuchtzifferblatt, unübersehbarer Signatur samt Logo und  nicht minder ausgeprägter Aufzugs- und Zeigerstell-Schraubkrone an der Außenwand des Tauchgeräts befestigen lassen. Nach dem Auftauchen tickte das Instrument völlig unbeeindruckt.

Tauchboot Trieste, 1960
Tauchboot Trieste 1960, mit an Bord: Ein Prototyp der Rolex Deep Sea Special

Am 23. Januar 1960 stach das Tauchboot Trieste mit seinem Tiefsee-Ballon zum 65. Mal in See. Diesmal mit dem Ziel, im Marianengraben die Challenger Deep, die tiefste Stelle des Ozeans, zu erreichen. Zur Besatzung der Trieste, bestehend aus Auguste Piccard und dem amerikanischen Marineleutnant Don Walsh, gesellte sich abermals eine ganz besondere Uhr von Rolex. Der Spezialist für wasserdichte Armbanduhren wollte die Leistungsfähigkeit seines innovativen Oyster-Gehäuses einmal mehr unter Beweis stellen. Zu diesem Zweck hatten die Techniker an der zwölf Zentimeter dicken Außenhaut der 13 Tonnen schweren Tauchkapsel eine eigens konstruierte und in winziger Auflage gefertigte Armbanduhr befestigt. Beim Hinabsinken in 10.916 Meter Tiefe würde diese einem gewaltigen Druck von rund 1.125 Kilogramm pro Quadradzentimeter ausgesetzt sein. Und Rolex wollte beweisen, dass seine Extrem-Oyster auch dieser Tortur widerstehen würde.

Erreichte 1960 den tiefsten Punkt des Meeres: Der am Tauchboot Trieste befestigte Prototyp Rolex Deep Sea Special
Erreichte 1960 den tiefsten Punkt des Meeres: Der am Tauchboot Trieste befestigte Prototyp Rolex Deep Sea Special

Als das kugelförmige Gebilde nach seinem Tauchgang wieder an der Meeresoberfläche erschien, war die Spannung groß. Wie würde das Zeitmessinstrument aussehen? Würden die Zeiger noch die korrekte Zeit darstellen? Und erneut war die Furcht völlig unbegründet – die Uhr lief nach wie vor.

1954: Die Markteinführung der Rolex Submariner

Solche Höchstleistungen sorgten für Aufmerksamkeit. Die tägliche Praxis verlangte allerdings nach gut tragbaren Uhren. In diesem Sinne staunten die Besucher der Basler Uhrenmesse 1954 nicht schlecht: Eines der fünf großen Schaufenster des Rolex-Stands präsentierte eine Armbanduhr mit mattschwarzem Zifferblatt, unübersehbaren Leuchtziffern und -indexen sowie Leuchtzeigern für Stunden, Minuten und Sekunden. Hinzu gesellte sich eine griffige Drehlünette mit deutlichen Markierungen im Abstand von fünf Minuten. Den Nullpunkt symbolisierte eine ins Zentrum gerichtete Pfeilspitze mit zentral positioniertem Leuchtpunkt. Eine kleine Tafel erklärte die Uhr: “Submariner – the diver’s friend.” Mit anderen Worten: Rolex hatte eine professionelle Taucheruhr mit automatischem Aufzug kreiert, deren Wasserdichtheit dank doppelt gesicherter Twinlock-Krone bis 100 Meter reichte.

Modell mit braunem Zifferblatt, genannt Tropical Dial. Diese Referenz 5513 von 1967 versteigerte Antiquorum 2011 für 15.000 CHF
Modell mit braunem Zifferblatt, genannt Tropical Dial. Diese Referenz 5513 von 1967 versteigerte Antiquorum 2011 für 15.000 CHF

Ganz so neu, wie es den Messebesuchern in Basel schien, war die Rolex Submariner indessen nicht. Ihre ersten Bewährungsproben hatte sie bereits im Jahr zuvor bestanden. Zum Beispiel berichtete das Institut für Tiefseeforschung in Cannes am 26. Oktober 1953 über Tests mit dieser Armbanduhr. Zuvor waren innerhalb von fünf Monaten 132 Tauchversuche in Wassertiefen zwischen 12 und 60 Metern über die Bühne gegangen.

Im Bericht des Testlabors ist zu lesen: “Trotz des besonders hohen Salzgehaltes der Mittelmeergewässer, der tropischen Temperatur und der Luftfeuchtigkeit, denen die Uhr zwischen den einzelnen Tauchversuchen ausgesetzt war, konnte nicht die geringste Spur von Korrosion festgestellt werden. Ebensowenig ließ sich irgendeine Spur von Feuchtigkeit im Innern der Uhr bemerken. Bei allen früheren Versuchen mit wasserdichten Uhren der besten Marken waren vom ersten Augenblick des Tauchens an immer Anzeichen beobachtet worden, dass Wasser ein­gedrungen war, was sich leicht an einem Niederschlag an der Innenseite des Glases erkennen ließ. Die Uhr wurde mehrmals beim Tauchen mit herausgezogener Krone getragen (das heißt, mit der Krone in Stellung zum Zeigerstellen). Als Abschluss dieser Prüfungen wurde die Uhr am Ende eines dünnen Taues bis auf eine Tiefe von 120 Metern hinabgelassen, also zweimal so tief wie die maximale, mit autonomen Pressluftapparaten erreichbare Tiefe von 60 Metern. Selbst nach einem einstündigen Aufenthalt in dieser Tiefe war kein Leck festzustellen.”

Bei der Kreation dieser anfänglich bis 100 Meter wasserdichten Automatikuhr hatte Rolex eine ganze Reihe kompetenter Fachleute zu Rate gezogen. Zu ihnen gehörte auch der erwähnte Rolex-Mitarbeiter und Sporttaucher Jeanneret, der zahlreiche Hinweise lieferte für die optische Gestaltung von Gehäuse, Zifferblatt und dem überaus hilfreichen, damals noch in beiden Richtungen verstellbaren Drehring zum Ablesen der verbleibenden Zeit unter Wasser.

Die ersten 3 Modelle der Rolex Submariner sind erhältlich

1954 offerierte Rolex bereits drei verschiedene Submariner-Referenzen: Die bereits 1953 vorgestellte Referenz 6200 mit massivem Gehäuse, wuchtigerer Krone und dem Automatikkaliber A.296 widerstand dem nassen Element bis zu einer Tiefe von 200 Metern. Hinzu kam die Referenz 6204, der zunächst eine Wasserdichtheit bis 100 Meter zugeschrieben wurde. Diesen Wert setzte Rolex schon bald auf 180 Meter hoch.

Die ersten Submariner ohne Kronenschutz werden oft James-Bond-Rolex genannt. Die Referenz 6538 von 1959 brachte 2006 bei Antiquorum 44.840 CHF
Die ersten Submariner ohne Kronenschutz werden oft James-Bond-Rolex genannt. Die Referenz 6538 von 1959 brachte 2006 bei Antiquorum 44.840 CHF

Dritte im Bunde war die ebenfalls bis 100 Meter wasserdichte Referenz 6205 mit dem Automatikkaliber A.260. Auf den Zifferblättern aller frühen Serienexemplare suchte man den weißen Schriftzug „Submariner“ jedoch vergebens. Er findet sich erst gegen Ende des Jahres 1954. Auch der markante Flankenschutz für die Aufzugskrone existierte noch nicht.

Starkes Team: Rolex Submariner und James Bond

In Sammlerkreisen tragen diese Modelle übrigens den Beinamen “James Bond”. Nicht ohne Grund: In den ersten vier Filmen – “James Bond jagt Dr. No”, “Liebesgrüße aus Moskau”, “Goldfinger”, “Feuerball” – vertraute der Superagent 007 (gespielt von Sean Connery) wie in den Romanvorlagen von Ian Fleming auf Rolex-Armbanduhren.

Sean Connery alias James Bond in “Dr. No”
Sean Connery alias James Bond in “Dr. No”

Es handelte sich um die Submariner-Referenzen 6200, 6538 sowie 5510. Ihre weiteren Auftritte am Bond-Hangelenk hatte die Submariner in den Filmen “Im Geheimdienst ihrer Majestät”, vermutlich auch in “Leben und sterben lassen” und “Der Mann mit dem goldenen Colt” sowie mit Sicherheit in “Lizenz zum Töten”. Zwischendurch kommen verschiedene andere Uhrenmodelle zum Einsatz, 1977 bis 1983 stellt der Sponsor Seiko die Zeitmesser. Dann tritt Omega auf den Plan: Seit “Goldeneye” aus dem Jahr 1995 bleibt James Bond den Uhren von Omega treu.

Hier können Sie weiterlesen: Alles über dier Uhren von James Bond erfahren Sie auf www.watchtime.net/nachrichten/james-bond-und-seine-uhren/

Das Erfolgsrezept der Rolex Oyster Perpetual Submariner

Revolutionen hat es bei Rolex noch nie gegeben. Evolution ist das treffendere Schlagwort. Die Rolex Submariner wirkt durch und durch gelungen, ja sie ist geradezu zeitgemäß, obwohl das Design schon vor über 60 Jahren konzipiert wurde. Anders als den Klassikern Breitling Navitimer oder Omega Speedmaster Professional sieht man ihr das Alter nicht an.

Die folgende Tabelle dokumentiert einen wichtigen Teil der Submariner-Evolutionsgeschichte:

Jahr Referenz (Ref.) Merkmale
1955 6538 Ehemalige Referenz 6204 mit dem 1950 entwickelten Kaliber 1030.
6536 Ehemalige Referenz 6205 mit dem 1950 entwickelten Kaliber 1030; beide verfügen über eine etwas größere Aufzugskrone.
6536/1 Chronometerversion der Referenz 6536 mit dem Kaliber 1030.
6538 Die britische Royal Navy entscheidet sich für die Rolex Submariner.
1956 Geändertes Zeigerdesign. Der Leuchtpunkt des Sekundenzeigers wandert in Richtung Zentrum. Die Drehlünette erhält eine Minutenteilung für die erste Viertelstunde.
6538A Die Referenz 6538 erhält das gleich dicke Gehäuse wie die Referenz 6200.
6536 Rotes Nullpunkt-Dreieck auf der Drehlünette.
6538 Die Royal Canadian Navy entscheidet sich für die Rolex Submariner. Die Militärversionen tragen Identifikations- und Servicenummern auf dem Gehäuseboden. Im Übrigen entsprechen sie den normalen Modellen.
1958 5510 Ehemalige Referenz 6200 mit dem 1957 vorgestellten Kaliber 1530.
5508 6536/1 mit Kaliber 1530; die Nullen auf der Drehlünette erhalten eine kantigere Form.
1959 5512 Flankenschutz für die Aufzugskrone, Gehäusedurchmesser 40 Millimeter statt bislang 36 Millimeter, Schriftzug „Superlative Chronometer, Officially Certified“ auf dem Zifferblatt.
6538 Schriftzug „Superlative Chronometer, Officially Certified“ auf dem Zifferblatt.
1962 5513 Formal geänderter Flankenschutz für die Krone, Kaliber 1530.
1963 5513 Ausgestattet mit dem im gleichen Jahr lancierten Kaliber 1520.
1966 1680 Datumsanzeige, Plexiglas mit eingeschliffener Lupe, roter Schriftzug „Submariner“ auf dem Zifferblatt (bis 1973); die Zeit bewahrt das neue Kaliber 1575.
1969 1680/8 Die Rolex Submariner wird auch in Gold vorgestellt.
1979 16800 Die Rolex Submariner erhält ein Saphirglas. Die Wasserdichtigkeit erhöht sich auf 300 Meter.
1981 16800 (später 168000), 16808 Die Rolex Submariner erhält eine einseitig rastende Drehlünette; beim unbeabsichtigten Verstellen wird die restliche Tauchzeit kürzer, niemals länger. Außerdem wird nun das erst 1981 vorgestellte Kaliber 3085 verbaut.
1983 16803 Die Rolex Submariner ist zusätzlich in „Rolesor“, einer Kombination aus Stahl und Gold, lieferbar.
1988 16610, 16613, 16618, 14060 Die Rolex Submariner bekommt das Kaliber 3135. Die Rolex-Referenz 14060 mit dem Kaliber 3000 kam als Nachfolger der 5513 auf den Markt
2000 14060M Die Referenz 1460M mit dem Kaliber 3130 löst die Referenz 14060 ab.
2003 16610 LV Es erscheint eine Jubiläums-Submariner mit grüner Drehlünette, auch „Hulk Submariner“ genannt. Das Modell ist bis heute in der Submariner-Kollektion zu finden.
2008 116618 LN, 116618 LB, 116619 LB Die Rolex Submariner erhält eine neue, dickere Gehäuseform und eine Lünetteneinlage aus Keramik.
2009 116613 LN, 116613 LB Die Rolesor-Modelle (Bicolor) der Rolex Submariner gibt es nun auch in Schwarz und in Blau.
2010 116610 LN, 116610 LV Die Rolex Submariner Date in Edelstahl mit schwarzer oder grüner Lünette.
2012 114060 Die Rolex Submariner No-Date in Edelstahl mit Cerachrom-Lünette.
Spitzname Red Sub: Referenz 1680, hier von 1970 mit rotem Schriftzug, 2006 bei Antiquorum für 20.060 CHF verkauft
Spitzname Red Sub: Referenz 1680, hier von 1970 mit rotem Schriftzug, 2006 bei Antiquorum für 20.060 CHF verkauft

Rolex ist bei der Submariner Design-Experimenten jedweder Art stets aus dem Weg gegangen. Sonst wäre diese herausragende Armbanduhr wahrscheinlich nie so alt geworden. Eine Frage drängt sich aber auf: Warum ließ die einseitig rastende Drehlünette bis 1981 auf sich warten? Die einfache Antwort: Schon 1952 hatte sich Blancpain für die Fifty Fathoms eine rastende Drehlünette patentieren lassen. Dieser anscheinend wasserdichte Schutz blockierte nicht nur Rolex auf diesem Gebiet.

Innovative Veränderung der Rolex Submariner: das Heliumventil

Die Taucher, die die französische Compagnie Maritime d’Expertise (Comex) unter Vertrag nahm, waren Profis durch und durch. Als Mitglied der Crew um Jacques-Yves Cousteau hatte Gründer Henri-Germain Delauze viel Erfahrung sammeln können. Während ihrer schwierigen Unterwassermissionen vertrauten die meisten der Taucher auf ihre Rolex Submariner mit der Referenz 5513.

Begehrt: Submariner für den französischen Tauchkonzern Comex. Die Referenz 5513 von 1970 ist ein Prototyp mit Heliumventil und kostete 2006 bei Antiquorum 76.700 CHF
Begehrt: Submariner für den französischen Tauchkonzern Comex. Die Referenz 5513 von 1970 ist ein Prototyp mit Heliumventil und kostete 2006 bei Antiquorum 76.700 CHF

Dann gestattete die Verwendung neuartiger Atemgase mit Wasserstoff- und/oder Heliumanteil immer größere Tauchtiefen. Und mit dem gleichen Gemisch befüllte Dekompressionskammern veränderten die Arbeitsbedingungen und brachten die bewährten Submariner-Modelle in echte Bedrängnis. Während des Aufenthalts in der Druckkammer drangen Heliummoleküle durch Plexigläser und Dichtungen ins Gehäuseinnere. Am Ende ihrer Tätigkeit in der Welt der Stille wurden die Taucher deutlich schneller wieder dem normalen atmosphärischen Druck ausgesetzt, als das eingedrungene Heliumgas aus dem Uhrengehäuse entweichen konnte. Der solcherart aufgebaute Überdruck war so stark, dass er das Glas sprengte. Dieser Umstand bewog Comex, den Partner Rolex um Abhilfe zu bitten. Es wurde ein spezielles Heliumventil entwickelt, das 1967 patentrechtlichen Schutz erhielt. Mit seiner Hilfe konnte das schädliche Gas problemlos aus dem Gehäuse entweichen. Anfangs verwendete Rolex die innovative Erfindung in normalen Submariner-Modellen mit der Referenznummer 5513. Die modifizierte Version wurde in Genf eigens für Comex gefertigt. Sie trug den Schriftzug des Tauchspezialisten auf dem Zifferblatt und eine spezielle Identifikationsnummer im Boden. Die zweite, ebenfalls zusätzlich Comex signierte Serie erhielt bereits eine eigene Referenznummer: die Referenz 5514.

1966 – die erste Rolex Submariner mit Datumslupe

1966 folgte das erste Modell mit Datum unter der charakteristischen Lupe – die Rolex Submariner Date. Für eine bessere Ablesbarkeit ist die Datumslupe antireflexbeschichtet. An der Zykloplupe scheiden sich jedoch die Geister der Rolex-Fans, die einen lieben sie, die anderen hassen sie.

Wie die Rolex Submariner Date live aussieht, sehen Sie im folgenden Video. Der englischssprachige Kommentar und die Bilder geben einen ausführlichen Eindruck von der Uhr:

Weiterentwicklung der Rolex Submariner: die Sea-Dweller

Schon 1966 hatte Rolex zudem die bis 600 Meter wasserdichte Sea-Dweller entwickelt. Dieses Uhrenmodell, Referenz 1665, wurde ab 1967 allgemein verkauft und gilt als weiterentwickelte Version der Rolex Submariner.

Rolex: Oyster Perpetual Sea-Dweller 4000
Die zur Baselworld 2014 vorgestellte Rolex Sea-Dweller 4000 ist nicht mehr erhältlich.

1978 lancierte Rolex die neue Referenz 16600 mit Saphirglas und einem verbesserten Heliumventil. Diese Armbanduhr nahm Wassertiefen bis zu 1.220 Meter problemlos hin. Bis 1981 herrschte in den Rolex-Katalogen friedliche Koexistenz zwischen ihr und der Referenz 1665. Danach gab es nur noch die extrem belastbare Version, die schon bei der Herstellung realistischen Druckverhältnissen ausgesetzt wurde. 2014 stellte Rolex die Oyster Perpetual Sea-Dweller 4000 vor. Ihr leitet sich von ihrer Druckfestigkeit ab: Sie beträgt 4.000 Fuß, das sind umgerechnet 1.220 Meter. Mit ihren 40 Millimetern im Durchmesser fiel sie nicht so wuchtig aus wie die 2008 lancierte, bis 3.900 Meter wasserdichte Rolex Deepsea im 44-Millimeter-Stahlgehäuse mit 5,5 Millimeter dickem Saphirglas und einem Titanboden, der bei großen Drücken nachgibt.

Rolex: Oyster Perpetual Deepsea
Seit 2008 gibt es die bis 3.900 Meter wasserdichte Rolex Deepsea. Preis: 11.000 Euro

2014 gesellte sich zur Rolex Deepsea das Modell Deepsea D-Blue mit Farbverlauf auf dem Zifferblatt hinzu. In dieser Version tickt ebenfalls das Automatikkaliber 3135 mit Parachrom-Spirale.

Rolex: Oyster Perpetual Deepsea D-Blue
Seit 2014 erhältlich: Die Rolex Deepsea D-Blue mit Farbverlauf auf dem Zifferblatt. Preis: 11.250 Euro

2017 lancierte Rolex die bis 1.220 Meter wasserdichte Sea-Dweller mit Datumslupe, die Sea-Dweller 4000 ist nun nicht mehr erhältlich. Damit ist die bis 3.900 Meter wasserdichte Sea-Dweller die einzige aktuell erhältliche mit schwarzem Blatt ohne Zykloplupe.

Hat Rolex mit der neuen Sea-Dweller alles richtig gemacht? Lesen Sie dazu hier den Kommentar von Rolex-Experte Jens Koch.

Rolex: Oyster Perpetual Sea-Dweller
Die Rolex Sea-Dweller von 2017 mit Datumslupe. Preis: 10.350 Euro

Fortlaufend aktualisierter Artikel, ursprünglich online gestellt im August 2014.

Mehr über das berühmte Rolex-Design erfahren Sie hier im Video-Vortrag von Rolex-Experte Jens Koch.

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