5 Fakten über Mühle-Glashütte

Mühle-Glashütte steht seit 150 Jahren für Uhrmachertradition

Martina Richter
von Martina Richter
am 16. Mai 2018

Mühle-Glashütte hat als deutsche Uhrenmarke eine einzigartige Geschichte. Seit fast 150 Jahren steht ihr Name für die Glashütter Tradition des präzisen Messens. Auch wenn sich die Firmierung im Laufe der Zeit mehrfach geändert hat, befindet sich Mühle-Glashütte noch immer in der Hand der Gründerfamilie.

Mühle-Glashütte: Standort
Mühle-Glashütte: Standort

Fakt #1 über Mühle-Glashütte: Unternehmen in Familienbesitz

Die Firmengeschichte reicht bis in das Jahr 1869 zurück. Nach seiner Ausbildung beim Uhrenfabrikanten Moritz Grossmann gründete Robert Mühle in Glashütte sein eigenes Unternehmen und belieferte die ansässigen Uhrenmanufakturen mit präzisen, feinmechanischen Messinstrumenten.

Mühle-Glashütte: Seit 150 Jahren ein Familienbetrieb
Mühle-Glashütte: Seit 150 Jahren ein Familienbetrieb

In den frühen 1920er-Jahren wandelte sich der Betrieb mit Tachometern, Autouhren, Drehzahlmessern und Messgeräten zum Zulieferer für die Automobilindustrie. Auch die Bordinstrumente der legendären Horch- und Maybach-Fahrzeuge fertigte Robert Mühle an. In den 1930er-Jahren kamen noch Autouhren für Lastkraftwagen, Nutzfahrzeuge und Motorräder hinzu. Mit der Enteignung und Demontage durch die sowjetische Besatzungsmacht im Jahr 1945 wurde der Betrieb zerschlagen und in Teilen als “Messtechnik Glashütte” an die Zeiss-Werke im thüringischen Jena angegliedert. Hans Mühle, ein Enkel von Robert Mühle, gründete im gleichen Zeitraum eine neue Firma und produzierte messtechnische Geräte für die Foto- und Kinoindustrie und entwickelte sich zum alleinigen Hersteller von Zeigerwerken für die Druck- und Temperaturmessindustrie in der gesamten DDR. Hans-Jürgen Mühle übernahm dieses Unternehmen nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1970. Aber auch er musste zwei Jahre später mit der Enteignung und Umwandlung in den volkseigenen Betrieb “VEB Feinmechanik Glashütte” einen schweren Schlag verkraften. 1980 wurde das Unternehmen komplett in die “VEB Glashütter Uhrenbetrieb” (GUB) eingegliedert. Hans-Jürgen Mühle arbeitete in der Vertriebsabteilung, später übernahm er deren Leitung. Nach der Wende firmierte das Unternehmen in eine GmbH um. Hans-Jürgen Mühle wurde zu einem der Geschäftsführer ernannt, beendete aber 1992 seine Tätigkeit, um den Familienbetrieb im Jahr 1994 wiederzubeleben.

Mühle-Glashütte: Thilo Mühle führt das Unternehmen in fünfter Generation
Mühle-Glashütte: Thilo Mühle führt das Unternehmen in fünfter Generation

Seit 2007 ist sein Sohn Thilo Mühle Geschäftsführer der Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik und leitet damit das Unternehmen mittlerweile in fünfter Generation.

Fakt #2 über Mühle-Glashütte: Nautische Instrumente

Die Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik stellt Schiffschronometer mit Quarztechnik – nach Glashütter Tradition mit dezentraler Sekunde – und Schiffsuhrenanlagen her. Im Bereich der nautischen Instrumente kann sich Mühle-Glashütte mit großen Namen schmücken. Das Unternehmen stattet Kreuzfahrtschiffe, wie etwa die Aida-Flotte, genauso wie Luxusjachten mit Chronometern und Schiffsuhrenanlagen aus. Die Mühle Hauptuhr TCS-1 (Time Control System) ist die Schaltzentrale automatisierter Uhrenanlagen und liefert das Zeitprotokoll für eine unbegrenzte Anzahl von Nebenuhren und alle integrierten Automatisierungssysteme.

Mühle-Glashütte: Tidenuhr
Mühle-Glashütte: Chronometer und Sextant

Ein Marine-Navigationsset vereint die traditionellen Instrumente zur astronomischen Positionsbestimmung auf See. Es besteht aus einem Mühle-Marinechronometer und einem Freiberger Trommelsextanten.

Fakt #3 über Mühle-Glashütte: Funktionale Armbanduhren

Seit 1996 produziert Mühle-Glashütte Armbanduhren. Wie die Marine-Chronometer und Schiffsuhren verstehen sie sich als Instrumente zur Zeitmessung. Deshalb konzentriert sich Mühle-Glashütte bei der Entwicklung neuer Armbanduhren auf die drei nautischen Tugenden: Präzision, Zuverlässigkeit und beste Ablesbarkeit, die in solch signifikanten Uhrenlinien wie Pro Mare, S.A.R., Rasmus oder Teutonia zum Ausdruck kommen.

Mühle-Glashütte: Rasmus 2000
Mühle-Glashütte: Pro Mare
Mühle-Glashütte: S.A.R. Flieger-Chronograph
Mühle-Glashütte: Seebataillon GMT
Mühle-Glashütte: S.A.R. Rescue-Timer

Fakt #4 über Mühle-Glashütte: Traditionelle Manufakturlinie

2014 präsentierte Mühle-Glashütte die Sonderedition Robert Mühle mit den Modellen Auf/Ab in Gold und Edelstahl sowie die Kleine Sekunde. Sie stellten den Auftakt der Manufakturlinie “R. Mühle & Sohn” dar, deren jüngstes Mitglied die neue Robert Mühle Zeigerdatum ist.

Mühle-Glashütte: R. Mühle & Sohn Zeigerdatum
Mühle-Glashütte: R. Mühle & Sohn Golduhr mit Gangreserveanzeige

Das Erbe des Glashütter Uhrenbaus äußert sich in den Kalibern namens “RMK” mit verschraubten Goldchatons, Glashütter Streifen- und Sonnenschliffen, dem Glashütter Gesperr und einem fein gravierten Unruhkloben. Bei der Feinregulierung und mit der Deckplatine gehen die Werke jedoch eigene Wege. Zum Einsatz kommt die patentierte Spechthals-Feinregulierung. Als Deckplatte fungiert eine Dreifünftelplatine mit separatem Ankerrad-Kloben.

Fakt #5 über Mühle-Glashütte: Glashütter Wertschöpfung

Die Herkunftsbezeichnung Glashütte verpflichtet zu einer Wertschöpfung von über 50 Prozent vor Ort. Alle zum Einsatz kommenden Basiswerke werden bei Mühle in Glashütte komplett demontiert, geprüft und modifiziert. Die Unruh wird in dem von Mühle hergestellten Unruhkloben gelagert und mit der eigenen Feinregulierung – der sogenannten Spechthals-Feinregulierung – ausgerüstet. Die 2003 entwickelte und patentierte Spechthalsfeder greift in eine halbkreisförmige Vertiefung des Rückers. So drückt sie den Rückerzeiger nicht nur seitlich gegen die Feinregulierschraube, sondern gleichzeitig auch nach unten auf den Unruhkloben und sichert ihn so zusätzlich bei heftigen Erschütterungen gegen unbeabsichtigtes Verstellen.

Mühle-Glashütte: Dreiviertelplatine
Mühle-Glashütte: Ankerradbrücke
Mühle-Glashütte: Rotor
Mühle-Glashütte: Spechthals-Feinregulierung

Auch den Rotor fertigt Mühle nach eigenen Entwürfen in Glashütte selbst. Er besteht aus einem gravierten Mittelsegment und einem Schwermetallreif, den vergoldete Nieten fixieren. Die Dreiviertelplatine verfügt über eine integrierte und abnehmbare Ankerradbrücke mit einem roten Lagerstein und zwei gebläuten Schrauben. MaRi

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