5 Fakten über Mühle-Glashütte

Mühle-Glashütte steht seit mehr als 150 Jahren für Unternehmertum in Glashütte

Mühle-Glashütte blickt als deutsche Uhrenmarke auf eine einzigartige Geschichte zurück, die bis ins Jahr 1869 zurückreicht. 2019 feierte Mühle-Glashütte sein 150-jähriges Bestehen seit der Firmengründung durch Robert Mühle und zugleich den 25. Jahrestag der Neugründung als Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik im Jahr 1994. Seit mehr als 150 Jahren steht der Name für die Glashütter Tradition des präzisen Messens. Über die Jahre hinweg ist dies zu einer Familientradition geworden. Seit 1994 fertigt Mühle-Glashütte Schiffsuhren und Marinechronometer, heute vor allem aber auch hochwertige mechanische Armbanduhren. In diesen kam im Jubiläumsjahr ein besonderer Jubiläumsrotor zum Einsatz. Er war auf die Modelle beschränkt, die 2019 neu vorgestellt und gefertigt wurden.

Mühle-Glashütte: 150-Jahre-Jubiläumsrotor
150-Jahre-Jubiläumsrotor

2020 stellte Mühle-Glashütte zahlreiche Neuheiten vor, darunter zwei Bronzeuhren sowie ein Sondermodell zum 30-jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit in den Farben Schwarz, Rot und Gold:

29er Casual
Panova in Grau
Terrasport IV Bronze mit grünem Zifferblatt
Terrasport IV Bronze mit braunem Zifferblatt
Teutonia IV Mondphase
Teutonia IV zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit
Teutonia Sport II
Mühle-Glashütte & Wempe S.A.R. Rescue-Timer „SK Hamburg“

Klicken Sie hier für ein Video zur Terrasport IV Bronze.

Und hier geht’s zur detaillierten Betrachtung der Terrasport IV Bronze in unserem Hands-on.

Auch wenn sich die Firmierung im Laufe der Zeit mehrfach geändert hat, befindet sich Mühle-Glashütte noch immer in der Hand der Gründerfamilie.

Standort von Mühle-Glashütte am Ortseingang von Glashütte
Hans-Jürgen Mühle, Gründer des Unternehmens der Neuzeit (links), weiß immer Spannendes aus der Firmengeschichte zu erzählen
Mühle-Glashütte und die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger
Geschäftsführer Thilo Mühle führt während einer Leserreise durch den Familienbetrieb

Fakt #1 über Mühle-Glashütte: Unternehmen in Familienbesitz

Die Firmengeschichte reicht bis in das Jahr 1869 zurück. Nach seiner Ausbildung beim Uhrenfabrikanten Moritz Grossmann gründete Robert Mühle in Glashütte sein eigenes Unternehmen und belieferte die ansässigen Uhrenmanufakturen mit präzisen, feinmechanischen Messinstrumenten.

Mühle-Glashütte: Seit 150 Jahren ein Familienbetrieb
Produktion um 1950
Heutige Produktion bei Mühle-Glashütte: modernes Bearbeitungszentrum

In den frühen 1920er-Jahren wandelte sich der Betrieb mit Tachometern, Autouhren, Drehzahlmessern und Messgeräten zum Zulieferer für die Automobilindustrie. Auch die Bordinstrumente der legendären Horch- und Maybach-Fahrzeuge fertigte Robert Mühle an. In den 1930er-Jahren kamen noch Autouhren für Lastkraftwagen, Nutzfahrzeuge und Motorräder hinzu. Mit der Enteignung und Demontage durch die sowjetische Besatzungsmacht im Jahr 1945 wurde der Betrieb zerschlagen und in Teilen als “Messtechnik Glashütte” an die Zeiss-Werke im thüringischen Jena angegliedert. Hans Mühle, ein Enkel von Robert Mühle, gründete im gleichen Zeitraum eine neue Firma: Er produzierte messtechnische Geräte für die Foto- und Kinoindustrie und entwickelte sich zum alleinigen Hersteller von Zeigerwerken für die Druck- und Temperaturmessindustrie in der gesamten DDR. Hans-Jürgen Mühle übernahm dieses Unternehmen nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1970, aber auch er musste zwei Jahre später mit der Enteignung und Umwandlung in den volkseigenen Betrieb “VEB Feinmechanik Glashütte” einen schweren Schlag verkraften. 1980 wurde das Unternehmen komplett in den Volkseigenen Betrieb Glashütter Uhrenbetriebe (VEB GUB) eingegliedert. Hans-Jürgen Mühle arbeitete in der Vertriebsabteilung, später übernahm er deren Leitung. Nach der Wende firmierte das Unternehmen in eine GmbH um. Hans-Jürgen Mühle wurde zu einem der Geschäftsführer ernannt, beendete aber 1992 seine Tätigkeit, um den Familienbetrieb im Jahr 1994 wiederzubeleben.

Hans-Jürgen und Thilo Mühle
Thilo Mühle leitet das Familienunternehmen in fünfter Generation

Seit 2007 ist sein Sohn Thilo Mühle Geschäftsführer der Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik und leitet damit das Unternehmen mittlerweile in fünfter Generation.

Fakt #2 über Mühle-Glashütte: Nautische Instrumente

Die Mühle-Glashütte GmbH nautische Instrumente und Feinmechanik stellt Schiffschronometer mit Quarztechnik – nach Glashütter Tradition mit dezentraler Sekunde – und Schiffsuhrenanlagen her. Im Bereich der nautischen Instrumente kann sich Mühle-Glashütte mit großen Namen schmücken. Das Unternehmen stattet Kreuzfahrtschiffe, wie etwa die Aida-Flotte, genauso wie Luxusjachten mit Chronometern und Schiffsuhrenanlagen aus. Die Mühle Hauptuhr TCS-1 (Time Control System) ist die Schaltzentrale automatisierter Uhrenanlagen und liefert das Zeitprotokoll für eine unbegrenzte Anzahl von Nebenuhren und alle integrierten Automatisierungssysteme.

Tidenuhr
Chronometer und Sextant

Ein Marine-Navigationsset vereint die traditionellen Instrumente zur astronomischen Positionsbestimmung auf See. Es besteht aus einem Mühle-Marinechronometer und einem Freiberger Trommelsextanten.

Fakt #3 über Mühle-Glashütte: Funktionale Armbanduhren

Seit 1996 produziert Mühle-Glashütte Armbanduhren. Wie die Marine-Chronometer und Schiffsuhren verstehen sie sich als Instrumente zur Zeitmessung. Deshalb konzentriert sich Mühle-Glashütte bei der Entwicklung neuer Armbanduhren auf die drei nautischen Tugenden Präzision, Zuverlässigkeit und Ablesbarkeit, die nicht nur in den sportlich-maritimen Uhrenlinien wie ProMare oder S.A.R. zum Ausdruck kommen.

Mühle-Glashütte: ProMare Go
Mühle-Glashütte: S.A.R. Flieger-Chronograph
Mühle-Glashütte: Seebataillon GMT
Mühle-Glashütte: S.A.R. Rescue-Timer

Fakt #4 über Mühle-Glashütte: Traditionelle Manufakturlinie

2014 präsentierte Mühle-Glashütte die Sonderedition Robert Mühle mit den Modellen Auf/Ab in Gold und Edelstahl sowie die Kleine Sekunde. Sie stellten den Auftakt der Linie “R. Mühle & Sohn” dar, deren Werke aus eigener Entwicklung und Fertigung stammen und nur noch wenige Teile von Schweizer Basiskalibern enthalten.

Mühle-Glashütte: R. Mühle & Sohn Zeigerdatum
Mühle-Glashütte: R. Mühle & Sohn Auf/Ab Gold
Mühle Glashütte: R. Mühle & Sohn Mondphase Gold

Das Erbe des Glashütter Uhrenbaus äußert sich in den Kalibern namens “RMK” mit verschraubten Goldchatons, Glashütter Streifen- und Sonnenschliffen, dem Glashütter Gesperr und einem fein gravierten Unruhkloben. Bei der Feinregulierung und mit der Deckplatine gehen die Werke jedoch eigene Wege: Zum Einsatz kommt die patentierte Spechthalsregulierung, und als Deckplatte fungiert eine Dreifünftelplatine mit separatem Ankerradkloben.

Fakt #5 über Mühle-Glashütte: Glashütter Wertschöpfung

Die Herkunftsbezeichnung “Glashütte/Sa.” auf dem Zifferblatt verpflichtet zu einer Wertschöpfung am Uhrwerk von über 50 Prozent vor Ort. Alle zum Einsatz kommenden Basiswerke werden bei Mühle in Glashütte komplett demontiert, geprüft und modifiziert. Die Unruh wird in dem von Mühle hergestellten Unruhkloben gelagert und mit der eigenen Feinregulierung – der sogenannten Spechthalsregulierung – ausgerüstet. Die 2003 entwickelte und patentierte Spechthalsfeder greift in eine halbkreisförmige Vertiefung des Rückers. So drückt sie den Rückerzeiger nicht nur seitlich gegen die Feinregulierschraube, sondern gleichzeitig auch nach unten auf den Unruhkloben und sichert ihn so zusätzlich bei heftigen Erschütterungen gegen unbeabsichtigtes Verstellen.

Dreiviertelplatine
Kaliber MU9412
Ankerradbrücke
Kaliber RMK 03
Hauseigener Rotor
Kaliber MU9408
Spechthalsregulierung

Auch den Rotor fertigt Mühle nach eigenen Entwürfen in Glashütte selbst. Er besteht aus einem gravierten Mittelsegment und einem Schwermetallreif, den vergoldete Nieten fixieren. Die Dreiviertelplatine verfügt über eine integrierte und abnehmbare Ankerradbrücke mit einem roten Lagerstein und zwei gebläuten Schrauben. MaRi

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