Armbänder wechseln

 Redaktion
von Redaktion
am 10. Mai 2010

 

Lederbänder von Hirsch
Lederbänder von Hirsch

Wann haben Sie zuletzt das Uhrenarmband gewechselt?

Das Lederband der Uhr ist ein Verschleißteil und als Naturprodukt besonders empfindlich. Vor allem durch Feuchtigkeit, Schweiß, Chemikalien und Abrieb wird der Verschleißeffekt gefördert. Das Leder wird brüchig und in den feinen Poren sammeln sich Unreinheiten und Bakterien. Das Armband hat deshalb nur eine begrenzte Lebensdauer und sollte je nach Tragegewohnheit ein Mal im Jahr ersetzt werden. Bei dieser Gelegenheit können sogleich das Gehäuse von Schmutzrändern gereinigt und die Federstege kontrolliert werden.
Wird das Lederband nass, sollte es schnellstmöglich trocken gewischt werden, da es sonst spröde werden kann.


Lederbänder wechseln

Lederbänder werden meist durch auswechselbare Federstege gehalten. Federstege sind dünne Röhrchen mit zwei federnd gelagerten Zapfen an den Enden. Diese sind in unterschiedlichen Längen und Stärken, ohne und mit einem kleinen umlaufendem Ansatz erhältlich.  bandstege

Hinweise:
Federstege ohne Ansatz sollten nur an Uhren mit durchbohrten Anstößen verwendet werden. Umgekehrt können Stege mit Ansatz an durchbohrten Anstößen verwendet werden. Es gibt diverse Arten von Federstegen; jedoch sollten nach Möglichkeit stets dieselben Federstege verwendet werden, mit denen das Armband befestigt ist.

federstegbesteckZum Auswechseln der Federstege dient ein Spezialwerkzeug, das sogenannte Federstegbesteck. Dabei handelt es sich um eine Art Stift, bei dem ein Ende mit einer Gabel, das andere mit einer Spitze versehen ist (diese gibt es jedoch auch einzeln, siehe Abbildung). Zuerst muss festgestellt werden, ob die Gehäuseanstöße, an denen das Band befestigt ist, durchbohrt sind. Wenn dies der Fall ist, lässt sich der Federsteg mit der Spitze des Federstegwerkzeuges von außen her zusammendrücken.
Vorsicht: Das Verkanten des Werkzeugs kann zu einem Abbrechen der Spitze führen.

Sind die Anstöße nicht durchbohrt, kommt die Seite des Federstegwerkzeuges zum Einsatz, die wie eine kleine Gabel aussieht. Mit dem gabelförmigen Ende fasst man zwischen Anstoß und Armband, greift den beweglichen Teil des Federstegs, den sogenannten Haltestift, und drückt den Federsteg zusammen. Der Haltestift rutscht aus der Bohrung und gibt das Band frei. Auf die gleiche Weise wird der zweite Federsteg entfernt. Danach kann das Armband gewechselt werden.

armband-massaiVor dem Anbringen des neuen Bandes sollten die alten Federstege auf ihren Zustand hin überprüft werden. Federstege sind stark belastete Teile der Uhr, das Band ist immer in Bewegung. Im Zweifel sollten die Stege, die realtiv preiswert sind, durch gleichartige neue ersetzt werden. Beim Anbringen des neuen Armbands ist zu beachten, dass der Teil mit der Schließe an das obere Ende des Gehäuses, bei zwölf Uhr, angebracht wird.

Der Federsteg wird durch das Armband geführt und der Haltestift an einem Ende in den Gehäuseanstoß eingesetzt. Danach wird der gegenüberliegende Haltestift in den Federsteg mit Hilfe des gabelförmigen Endes des Federstegbestecks eingedrückt und sauber in den Anstoß eingeführt. Nach dem Absetzen des Federstegbestecks wird der Haltestift durch die Feder im Federsteg ganz in den Gehäuseanstoß gedrückt – der Federsteg rastet ein und sitzt jetzt fest an der Uhr.

Besonderheiten:
Bei bestimmten Uhrenmodellen sind die Federstege durch eine seitlich am Gehäuse angebrachte Öffnung auszudrücken. Hierfür eignet sich das Ende des Federstegbestecks mit dem spitzem Ausdrückinstrument.

 
Uhr von Panerai
Uhr von Panerai

Es finden sich auch immer wieder Bandstege, die am Bandanstoß verschraubt sind. Diese lassen sich mit einem Uhrmacher-Schraubendreher schnell lösen. Es sollten jedoch keine Feinmechaniker-Schraubendreher verwendet werden, denn diese sind in der Regel viel zu groß und beschädigen Schrauben und Armbänder.

Metallarmbänder verschleißen kaum, ihr Design ist meist Bestandteil der kompletten Uhr. So kann meist von der gleichen Lebensdauer wie bei der Uhr selbst ausgegangen werden.

 

 

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