Rolex als Wertanlage

Welche Rolex-Modelle eignen sich als Geldanlage?

Natürlich kauft man eine Uhr von Rolex­ wegen des Designs und der Qualität. Wenn man einige Dinge beachtet, kann man die Wertsteigerung vieler Modelle aber auch dazu nutzen, sein Geld zu vermehren.

Historische Rolex Daytona-Modelle mit Paul-Newman-Zifferblatt
Diese historischen Rolex Daytona-Modelle mit Paul-Newman-Zifferblatt besitzen heute den Wert eines stattlichen Einfamilienhauses. Foto: Marcus Krüger

 

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Inhalt:

  1. Enorme Wertsteigerung
  2. Wie erreicht man die höchste Rendite?
  3. Welche Rolex-Modelle eignen sich noch als Wertanlage?
  4. Gibt es einen Geheimtipp?
  5. Wo kauft man am besten?
  6. Was steigert noch den Wert?
  7. Worauf sollte man achten?
  8. Welche Renditen sind möglich?

Enorme Wertsteigerung

Die teuerste Armbanduhr der Welt ist eine gebrauchte Rolex. Umgerechnet über 15 Millionen Euro zahlte ein Bieter für die Daytona Referenz 6239 aus dem Besitz von Paul Newman. 1972 ­bekam der Schauspieler die Uhr von seiner Frau geschenkt. Der Neupreis lag unter 1.000 Euro. Damit ist ihr Wert um den Faktor 15.000 ­gestiegen. Das ist natürlich ein extremer Einzelfall, aber auch andere Exemplare dieser Referenz werden deutlich über 30.000 Euro gehandelt. Hätte man das damals gewusst, hätte man natürlich zugegriffen.

Rolex Daytona Paul Newman Referenz 6239
Die Rolex Daytona Paul Newman Referenz 6239 ist die teuerste Armbanduhr der Welt

Historische Uhren als Geldanlage erfordern viel Kenntnis, denn kleinste Zifferblattunterschiede können den Wert stark beeinflussen. Zudem sind die Preise zurzeit bereits sehr hoch, und es ist nicht sicher, ob die rasante Preisentwicklung der letzten Jahre weiter anhält. Außerdem ist es schwer, die Echtheit der Uhren und vor allem der Zifferblätter zu beurteilen. Für Einsteiger eignen sich die neuen Rolex-Uhren besser, bei denen zwar keine Fantasierenditen möglich sind, die dafür aber viel mehr Sicherheit bieten.

Wenn Sie mehr über die Zifferblätter von Rolex und ihre Spitznamen unter den Fans der Marke wissen wollen, dann empfehlen wir unsere Reihe “Rolex-Zifferblätter und ihre Bedeutung”.

Wie erreicht man die höchste Rendite?

Interessanterweise sind es nicht die Gold- oder Platinmodelle, die besonders wertstabil sind, sondern eher die Rolex-Sportmodelle in Stahl. Aber auch dort gibt es Unterschiede: Schließlich bietet Rolex als einzige Uhrenmarke die Chance, eine Uhr neu zu kaufen und am nächsten Tag für 50 Prozent mehr wieder zu verkaufen. Natürlich gibt es einen Haken: Es gestaltet sich äußerst schwer, sie neu zu bekommen. Die Rede ist von dem Chronographen Cosmograph Daytona in Stahl (Referenz 116500, Neupreis 11.300 €).

Rolex Deepsea D-Blue, Sea-Dweller und Daytona
Rolex Deepsea D-Blue, Sea-Dweller und Daytona versprechen hohe Wertzuwächse. Foto: Marcus Krüger

Die Daytona war schon in den letzten Jahren schwer zu bekommen. Seit sie 2016 eine Keramiklünette erhielt, stieg die Begehrlichkeit nicht nur bei den Rolex-Fans weiter. Nicht mal mehr einen Platz auf der Warteliste bekommt man bei den meisten Juwelieren, da die Listen für die nächsten Jahre schon voll sind oder gar nicht geführt werden.
Wie kommt man also an eine neue Daytona? Generell kann man sagen: Wer häufig Gast bei seinem Stammjuwelier ist und hochpreisigen Schmuck und Uhren bei ihm kauft, steigert auch dessen Bereitschaft, eine begehrte Uhr zuzuteilen. Je kleiner der Konzessionär ist, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass das klappt.

Welche Rolex-Modelle eignen sich noch als Wertanlage?

Neben der Daytona gibt es einige weitere Modelle, die begehrt sind und über dem Ladenpreis ­gehandelt werden, die man aber durchaus schon mal mit Glück oder auf Auslandsreisen direkt beim ­Rolex-Händler erwerben kann. Das gilt für:

  • GMT-Master II mit blau-schwarzer Lünette (Referenz 116710BLNR, Spitzname „Batman“, Neupreis 8.100 €)
  • Submariner Date mit grüner Lünette und grünem Zifferblatt (Referenz 116610LV, Spitzname „Hulk“, Neupreis 8.200 €)
  • Deepsea mit blauem D-Blue-Zifferblatt (gleiche Referenz wie schwarzes Zifferblatt: 126660, Spitzname „Cameron“, Neupreis 11.450 €)
  • Sea-Dweller (Referenz 126600, Neupreis 10.350 €)

Da die Sea-Dweller erst 2017 vorgestellt wurde und bisher wenige Exemplare ausgeliefert sind, könnte es sein, dass sich die Liefersituation etwas entspannt und dadurch die Preise kurzfristig nicht weiter steigen.

Rolex Submariner Date mit grüner Lünette und ganz grüne Submariner Date
Wer die nicht mehr gebaute Rolex Submariner Date mit grüner Lünette oder die ganz grüne Submariner Date bekommt, freut sich über steigende Preise. Foto: Marcus Krüger

Diese Modelle sind uneingeschränkt empfehlenswert, wenn man sie für den Originalpreis beim Rolex-Konzessionär bekommt. Aber auch die meisten anderen Rolex-Sportmodelle in Stahl versprechen einen Wertzuwachs. Empfehlenswert sind vor allem die Submariner Date in Schwarz (Referenz 116610LN, 7.750 €), die GMT-Master II in Schwarz (Referenz 116710LN, 7.650 €) sowie die Explorer (Referenz 214270, 5.900 €).

Rolex GMT-Master II Referenz 116710BLNR: gesucht und mit gutem Wertzuwachs
Rolex GMT-Master II Referenz 116710BLNR: gesucht und mit gutem Wertzuwachs

Gibt es einen Geheimtipp?

Ein Geheimtipp könnte die Explorer II (Referenz 216570, 7.350 €) sein, die zurzeit am wenigsten gefragt ist und bei der es die größten Rabatte gibt. Sollte sie überarbeitet werden, steigt erfahrungsgemäß auch das alte Modell im Wert. So war es bei der Sea-Dweller 4000, die nicht besonders nachgefragt wurde, bis sie 2017 von der neuen Sea-Dweller abgelöst wurde. Sprunghaft stiegen die Preise des alten Modells um 50 Prozent an.

Wo kauft man am besten?

Erste Wahl ist ein Rolex-Konzessionär in Deutschland. Denn hier sind Echtheit, eine deutsche Seriennummer und Garantiekarte sowie eine vollständige Box und eine Rechnung garantiert. Beim Kauf über renommierte Auktionshäuser kann man ebenfalls von der Echtheit der Uhren ausgehen. Bei anderen Händlern und vor allem bei Privatpersonen ist aber Vorsicht geboten: Diebesgut, unechte Uhren oder – deutlich schwerer zu erkennen – gefälschte Zifferblätter in echten Uhren, wie es bei der Deepsea mit D-Blue-Zifferblatt mitunter vorkommt, sind keine Seltenheit.

Was steigert noch den Wert?

Neben der Echtheit steigern natürlich auch die Papiere, der Zustand und eine vollständige Box den Wert. Leichter wird der spätere Verkauf auch, wenn die Garantiekarte den Ländercode LC100 für Deutschland ausweist. Denn damit ist man bei späteren Fragen nach der Einfuhrumsatzsteuer auf der sicheren Seite. Perfekt sind außerdem originalverklebte Uhren.

Das Rolex-Chronometersiegel
Das Rolex-Chronometersiegel gehört zu einer vollständigen Box wie die Garantiekarte. Foto: Marcus Krüger

Worauf sollte man achten?

Kauft man im Ausland, muss man bei der Einfuhr die deutsche Mehrwertsteuer bezahlen sowie eventuelle Zollgebühren. Im Gegenzug kann man sich bei der Ausfuhr in vielen Ländern deren Mehrwertsteuer erstatten lassen. In jedem Fall sollte man genau rechnen. Denn manches Schnäppchen entpuppt sich so als unrentabel. Verkauft man eine Uhr innerhalb eines Jahres wieder, muss man den Gewinn versteuern.

Welche Renditen sind möglich?

Die Wertsteigerung neuer Modelle kommt vor ­allem durch drei Phänomene zustande: Erstens bekommt man beim Kauf einer Rolex Sportuhr in Stahl – anders als bei Modellen der meisten anderen Marken – extrem wenig bis gar keinen Rabatt. Zweitens erhöht Rolex die Preise regelmäßig, und drittens gelten fast alle Sportmodelle von Rolex als Klassiker, die optisch teilweise seit über 60 Jahren nur leicht angepasst wurden.
Kauft man eine neue Uhr, so steigt sie über die Jahre mit den Preiserhöhungen im Wert. Bei der Submariner Date in Stahl liegt der Verkaufspreis 2017 3,6-mal so hoch wie 1994. Das bedeutet eine durchschnittliche jährliche Wertsteigerung von elf Prozent.

Die Rolex Submariner Date, Referenz 116610, ist eine sichere Anlage
Die Rolex Submariner Date, Referenz 116610, ist eine sichere Anlage

Verglichen mit den Minimalzinsen, die es zurzeit auf Festgeld gibt, ein guter Wert. Und anders als bei Gold und Aktien kennt der ­Rolex-Preis nur eine Richtung: aufwärts. Das Allerbeste aber ist: Man kann die Uhr sogar tragen, wenn man pfleglich mit ihr umgeht, und erreicht trotzdem einen Wertzuwachs – auch wenn Gebrauchsspuren beim Verkauf natürlich für einen Abschlag sorgen.
Wer also eine Rolex beim Konzessionär zum regulären Preis kauft, sie zehn Jahre trägt und dann wieder verkauft, ohne einen Service zu machen, erreicht etwa fünf Prozent Wertzuwachs pro Jahr und hat auch noch etwas von seinem Geld. Hätte man 2007 die Submariner Date für 4.400 Euro erworben, würde man heute etwa 15 Prozent weniger als den derzeitige Neuwert von 7.750 Euro bekommen. Sie ist also um 50 Prozent im Wert gestiegen. Eine ähnliche Wertentwicklung kann man auch für die nächsten zehn Jahre prognostizieren.
Im Extremfall der Daytona in Stahl kann es sich sogar lohnen, den hohen Aufschlag zu bezahlen, der fällig wird, wenn man die Uhr sofort haben möchte. Denn es ist nicht zu erwarten, dass sich die Liefersituation entspannt, der Aufschlag wird also ähnlich hoch bleiben. Da Rolex den Verkaufspreis weiter kontinuierlich anheben wird, lässt sich auch hier ein höherer Verkaufspreis und damit eine Wertsteigerung erzielen.

Alles über Rolex lesen Sie in der Ausgabe Chronos Spezial Rolex 2017, die sie hier für 13,90 Euro herunterladen oder hier versandkostenfrei zum Preis von 15,90 Euro bestellen können.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. Interessanter Artikel, gut geschrieben und recherchiert!

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  2. … genau eine investigative und journalistische Meisterleistung 😉

    Vorschläge für den Pulitzer-Preis bitte an die Jury weitergeben 🙂

    Der richtige Artikel für den Rolex Enthusiasten….

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  3. Hallo Lars,
    Du trägst sicherlich Swatch…stimmt’s?;))

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  4. Hallo zusammen,

    wenn das alles so einfach wäre! Ich hätte mir 1969 am besten auch 20 Daytonas gekauft, die ca. um die Zeit echte Ladehüter waren aber immer noch teuer. Oder bei der Übernahme von Porsche durch Herrn W. für 10000 Euro Aktien, obwohl Porsche damals faktisch als bankrott galt. Vor 5 Jahren hätte ich dann 500000 Euro gehabt. Weiß man aber vorher nicht. Also, wenn Euch eine Uhr gefällt, kauft sie, tragt sie und erfreut Euch täglich an ihr.
    Alles andere wird sich zeigen!:-)

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  5. Obwohl mir rolex Uhren zu klein sind, will ich mir ein paar zulegen und ab in den Safe. Nur welche??

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