A. Lange & Söhne: Lange 1 am Limit

Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender - SIHH 2012

Alexander Krupp
von Alexander Krupp
am 27. Januar 2012
Die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender
Die Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender

Mit der Lange 1 Tourbillon Ewiger Kalender hat die sächsische Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne das vorläufige Maximum an Werkkomplexität erreicht. Laut eigenen Aussagen war keine Lange-Uhr jemals schwerer zu realisieren, was nicht nur in den beiden Komplikationen begründet liege, sondern auch in deren spezieller Umsetzung. So besitzt das Minutentourbillon den im Jahr 2008 von Lange erfundenen Sekundenstopp zur genauen Einstellung und wurde zudem als erster Lange-Drehgang mit Exzentergewichten auf der Unruh statt mit der bekannten Schraubenunruh ausgestattet.
Im Sinne der Ablesbarkeit hat die Uhrenmanufaktur auf einen Tourbillonausschnitt im Zifferblatt verzichtet, und auch die Anordnung der Kalenderanzeigen um das dezentrale Stunden- und Minutenzifferblatt herum stört die Zeitanzeige nicht.

Die wahre Schwierigkeit lag allerdings in der neuartigen Konstruktion des Kalendariums: Der außen laufende Monatsring braucht beim Sprung noch mehr Kraft als das patentierte Lange-Großdatum, der retrograde Wochentag, die Schaltjahresanzeige und die präzise Mondphase. Die Lösung für das Problem lag in einem eigenen Speicherrad, das über den gesamten Monat hinweg Kraft für den anstrengenden Sprung sammelt.

Das Werk erkennt die richtigen Monatslängen mit Hilfe eines Abtastmechanismus, der in unterschiedlich geformte Vertiefungen auf der Unterseite des Monatsrings greift. Zusätzlich zu den versenkten Korrekturdrückern für jede Anzeige gibt es einen Gesamtkorrektor, der alle Indikationen gleichzeitig weiterschaltet. Das fein verzierte Automatikkaliber L082.1 besteht aus 624 Einzelteilen, besitzt eine selbst gefertigte Unruhspirale und wird von einem Rotor aus Gold und Platin effektiv aufgezogen. Das Werk arbeitet in einem 41,9 Millimeter großen Gehäuse aus Platin. Die Platin-Uhr wird nur 100-mal gebaut und kostet 270.000 Euro. ak

Breguet: Wie entsteht ein Tourbillon?

Das Tourbillon gehört zu den komplexesten und teuersten Komplikationen in einer Armbanduhr. Ursprünglich sollte das Tourbillon in Taschenuhren die Ganggenauigkeit erhalten, da diese durch die meist vertikale Position der Taschenuhr und die Erdanziehungskraft beträchtlich gestört wurde. Um den Schwerkraftfehler der Unruh auszugleichen, erfand … » weiterlesen

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