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Lesedauer 3 Min.

Ball Watch Engineer II Galloping Horse – Mehr als Zodiac-Deko?

Ball Watch bringt zum Jahr des Feuerpferds ein Tigerauge-Zifferblatt, 15 Mikrogasröhren und einen 3D-Hengst. Alle Specs, Preiseinordnung und Analyse.
Ball Watch Engineer II Galloping Horse

Ball Watch Engineer II Galloping Horse

© Ball Watch

Neuheit zum Jahr des Feuerpferdes: Ball Watch Engineer II Galloping Horse 

Ball Watch hat mit dem Modell Engineer II Galloping Horse eine Sonderedition zum Jahr der Feuerpferds vorgelegt. Das ist keine unbekannte Übung für die Marke aus La Chaux-de-Fonds mit amerikanischen Wurzeln: Zodiac-Kommemorationen gehören seit Jahren zum Portfolio, und das Konzept folgt einem bewährten Muster. Doch diesmal sitzt ein dreidimensionaler, metallisch ausgearbeiteter Hengst auf dem Zifferblatt, was die Uhr von früheren Editionen dieser Art klar unterscheidet. 

Das Zifferblatt: Tiger's Eye als Materialentscheidung

Der interessanteste Aspekt der Uhr ist nicht das Relief-Pferd, sondern der Zifferblattträger. Ball wählte Tigerauge, einen Quarzit mit ausgeprägter Chatoyanz. Das ist kein dekoratives Zufallsmaterial: Die Marke begründet die Wahl über die chinesische Fünf-Elemente-Lehre, nach der das Feuer-Element die Erde nährt. Tigerauge wird dem Erd-Element zugeordnet. Ob man diesen philosophischen Rahmen für überzeugend hält oder nicht, das Resultat ist materialtechnisch unbestreitbar interessant. Jedes Zifferblatt zeigt ein einzigartiges Streifenmuster in Goldbraun; die Chatoyanz verändert den optischen Eindruck je nach Lichteinfallswinkel deutlich. Für die Verarbeitung zu einem Zifferblatt muss Tigerauge auf die nötige Dicke geschliffen und poliert werden, ohne die Faserfeinstruktur zu zerstören. Bei einem Preis von 2.380 Euro bewegt sich Ball damit im preislich unteren Segment, für das ein Edelsteinzifferblatt noch eine echte Differenzierungsaussage ist. 

Ball Watch Engineer II Galloping Horse

Ball Watch Engineer II Galloping Horse

© Ball Watch

Gehäuse und Kaliber: Funktional, nicht ambitioniert 

Das Gehäuse misst 40 mm, gefertigt aus 904L-Stahl, dem gleichen korrosionsresistenten Werkstoff, den auch Rolex für seine Sportmodelle einsetzt. Mit 11,5 mm Bauhöhe ist es für ein Drei-Zeiger-Werk nicht dünn, aber alltagstauglich. Die Wasserdichtheit liegt bei 100 Metern, das patentierte Amortiser-Anti-Schock-System gehört zum Standardrepertoire der Marke. Angetrieben wird die Uhr vom Automatikkaliber BALL RR1103 auf ETA-Basis 2824-2. Die Gangreserve beträgt circa 42 Stunden.

Funktional: Stunden, Minuten, Sekunden. Keine Komplikation, die vom Zifferblatt ablenken würde. Das ist eine durchdachte Entscheidung angesichts des skulpturalen Designfokus. Was Ball Watch seit Jahrzehnten als Erkennungsmerkmal pflegt, sind die Mikrogasröhren. 15 tritiumgefüllte Röhrchen sitzen auf Zeigern und Stundenindizes, dazu Superluminova auf der Minutenskala. Das ergibt eine selbstleuchtende Lesbarkeit ohne externe Lichtquelle, die bei Sportuhren dieser Preisklasse selten so konsequent umgesetzt wird.

Ball Watch Engineer II Galloping Horse

Ball Watch Engineer II Galloping Horse

© Ball Watch

Die Skulptur: reine Dekoration?

Der galloppierende Hengst in Silber auf dem Tigerauge-Grund ist handwerklich ausgearbeitet. Ball beschreibt ihn als dreidimensional und lebensecht. Das Gegengewicht des Sekundenzeigers nimmt die Form des chinesischen Schriftzeichens für Pferd an, was als stilistisch kohärenter Verweis auf das Thema funktioniert, ohne plakativ zu wirken. Die Frage, die sich bei Zodiac-Editionen immer stellt: Wie viel Sekundärmarkt bleibt nach dem chinesischen Neujahr? Ball limitiert nicht auf eine feste Stückzahl, was gegen ein kurzfristiges Spekulationsobjekt spricht. Als Sammlerperspektive auf ein spezifisches Horoskopjahr hat die Uhr dennoch ihren Platz. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Referenz NM9016C-S11-YTE ist bei 2.380 Euro für ein automatisches Werk mit Edelsteinzifferblatt, 904L-Gehäuse und Gasröhren-Beleuchtung sachlich vertretbar.

Edelstahl Uhren Uhren bis 3.000 Euro Ball Watch Ball Watch Engineer

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