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Lesedauer 6 Min.

Bulgari: Die Octo Finissimo wird kleiner

Bulgari zeigt 2026 die neue Octo Finissimo in 37 mm mit hauseigenem Kaliber BVF 100 und beindruckendem Line-up sowie neue Serpenti Tubogas und Aeterna Iterationen.
Bulgari Octo Finissimo Referenz 104120 und 104351, zwei Uhren

Bulgari Octo Finissimo Referenz 104120 und 104351

© Bulgari

Zum zweiten Mal ist Bulgari auf der Watches and Wonders in Genf vertreten. Das Programm ist breiter als im Vorjahr. Bulgari zeigt fünf distinkte Produktbereiche: die lang ersehnte Octo Finissimo in kleinerer Größe, die Octo Finissimo Ultra Tourbillon in Platin, die Serpenti Aeterna in Gelbgold sowie eine Serpenti Tubogas Studs Capsule Collection, die erstmals von Schmuckneuheiten als Tubogas Jewelry Set unter dem Thema „Gold & Stahl" begleitet werden. Das ist ein Signal: Bulgari will Genf nicht nur als Uhrenplattform nutzen, sondern als Bühne für die Maison als Ganzes.

Bulgari Octo Finissimo 104089 im Vergleich zur 40 mm Version

Die neue Bulgari Octo Finissimo 104089 in 37 mm im Vergleich zur 40 mm Version

© Bulgari

Octo Finissimo 37 mm: kleiner aber mit neuem Kaliber im Kern 

Die wichtigste Neuheit ist konzeptionell unscheinbar, technisch aber signifikant. Bulgari verkleinert die Octo Finissimo von 40 auf 37 mm, entwickelt dafür ein vollständig neues Manufakturkaliber und repositioniert das Modell explizit als Alltagsuhr für ein breites Publikum. Dahinter steckt aber auch eine Reaktion auf eine Diskussion, die in der Sammlergemeinschaft seit Jahren geführt wird. Die 40-mm-Octo-Finissimo ist trotz ihrer Flachheit von 5,15 mm Gesamtdicke auf schmalen Handgelenken eine Präsenzuhr. Wer unter 17 cm Handgelenkumfang trägt, kennt das Problem: geometrisch korrekt in der Höhe, aber in der Fläche dominant. Auf einschlägigen Foren und in der Sammler-Community war der Wunsch nach einer kleineren Octo Finissimo deshalb ein Dauerthema. Bvlgari hat das registriert. Mit 37 mm reduziert sich nicht nur der Durchmesser, sondern durch das neu entwickelte Kaliber BVF 100 auch das Gesamtvolumen der Uhr um rund 20 Prozent gegenüber der 40-mm-Variante. Das neue Automatikkaliber BVF 100 ist das Resultat von drei Jahren Entwicklungsarbeit, aufbauend auf den Piccolissimo- und Solotempo-Werken der Serpenti-Linie.

Bulgari Octo Finissimo 104351, Titanuhr am Handgelenk

Bulgari Octo Finissimo 104351 am Handgelenk

© Bulgari

Das Ergebnis: 2,35 mm Bauhöhe bei 31 mm Durchmesser, Mikrorotor-Aufzug, 21.600 Halbschwingungen pro Stunde (3 Hz) und 72 Stunden Gangreserve. Das BVF 100 ist damit 0,12 mm dicker als das Werk der 40-mm-Version, baut aber durch den reduzierten Durchmesser insgesamt kompakter. Bvlgari hätte ein bestehendes Werk anpassen können. Stattdessen wurde neu entwickelt. Das ist ein Aufwand, der sich nur lohnt, wenn die 37-mm-Linie dauerhaft weitergeführt werden soll. Zum Vergleich: Das bisherige Kaliber der 40-mm-Octo-Finissimo misst 2,23 mm in der Höhe. Das BVF 100 ist also geringfügig dicker, kompensiert das aber durch den kleineren Gehäusedurchmesser und die veränderte Gehäusearchitektur. Die Finissierung des Werks folgt Bulgaris etablierter Formensprache: strahlenförmige Côtes de Genève statt der geradlinigen Genfer Streifen, handwerklich aufwändiger und im direkten Vergleich sichtbar feiner. Preislich starten die Titanmodelle bei 17.700 Euro. Für die Goldversion werden circa 50.700 Euro fällig.

Bulgari Octo Finissimo 104120, Manufaktur-Automatikwerk BVF 100 mit Mikro-Rotor

Manufaktur-Automatikwerk BVF 100 mit Mikro-Rotor

© Bulgari

Vier Versionen werden zur Einführung gezeigt. Sandgestrahltes Titan (Ref. 104089) und satiniert-poliertes Titan (Ref. 104351) sind die sportlichen Basisvarianten, beide mit opaliniertem Titan-Zifferblatt. Die Gelbgoldversion (Ref. 104120) richtet sich an das Segment, das die Octo Finissimo als Dressuhr trägt. Und dann ist da noch die Minutenrepetition in Titan (Ref. 104250), angetrieben vom BVL 362, ebenfalls auf 37 mm gehäust, mit 3,12 mm Werkhöhe. Dass Bulgari eine Minutenrepetition in das kleinste Octo-Finissimo-Gehäuse integriert, ist keine Selbstverständlichkeit und dürfte das Sammlerinteresse auch jenseits der Größendebatte wecken. Das Gesamtgewicht der montierten 37-mm-Titan-Variante liegt bei 65 Gramm. 

Der Gehäuse-Armband-Übergang wurde auf ein Verschraubungssystem umgestellt, das materialübergreifend funktioniert. Die Positionierung zwischen Lifestyle-Produkt und ernsthafter Sammleruhr ist bei der 37-mm-Octo-Finissimo tatsächlich breiter als bei der 40-mm-Version. Wer die 40er bislang wegen ihrer Größe gemieden hat, bekommt jetzt einen technisch gleichwertigen Einstieg.

Bulgari Octo Finissimo 104250, Minutenrepetition mit zwei Hämmern

Bulgari Octo Finissimo 104250, Minutenrepetition mit zwei Hämmern

© Bulgari
Bulgari Octo Finissimo 104250, Manufaktur-Handaufzugswerk BVL 362

Manufaktur-Handaufzugswerk BVL 362

© Bulgari

„Die Octo Finissimo 37 ist für uns eine neu gedachte, leere Leinwand. Durch die Verkleinerung ihres Durchmessers haben wir einen Raum geschaffen, in dem sich Kreativität in ihrer reinsten Form entfalten kann. Sie ist Ausdruck kontinuierlicher Innovation, bei der jedes Detail die Möglichkeit bietet, die Uhrmacherkunst immer wieder neu zu interpretieren.“

Fabrizio Buonamassa Stigliani, Executive Director Product Creation bei Bulgari.

Octo Finissimo Ultra Tourbillon Platinum

Zehn Exemplare, 1,85 mm Bauhöhe: Die Octo Finissimo Ultra Tourbillon ist keine Neuentwicklung. Das fliegende Tourbillon-Kaliber BVF 900, das diese Uhr antreibt, stellte Bulgari 2025 vor und holte damit den zehnten Weltrekord in der Octo-Finissimo-Saga für Dünnheit: 1,85 mm Gesamtdicke. Die Titanversion gewann 2025 die Aiguille d'Or beim Grand Prix d'Horlogerie de Genève. Was 2026 neu ist: Das Gehäuse ist aus Platin. Limitiert auf zehn Exemplare. Das ist eine materialbedingte Steigerung des Exklusivitätsanspruchs. Platin stellt dabei eigene Anforderungen. Das Material ist dichter als Titan, deutlich schwerer zu bearbeiten und hat andere Klangeigenschaften. Ob letzteres für ein fliegendes Tourbillon relevant ist, ist diskutierbar. Für eine Minutenrepetition wäre es entscheidend, für ein Tourbillon ohne akustische Funktion bleibt es ein ästhetisches Argument. Technisch kennzeichnet die Platin-Edition eine angepasste Hauptplatine mit galvanischer Behandlung, ein Riegelrad aus sandgestrahltem Stahl sowie ein Armband, das satinierte und polierte Flächen kombiniert. Das charakteristische blaue Detail auf dem skelettierten Zifferblatt bleibt erhalten, es ist eine der wenigen farbigen Akzente, die Bvlgari in der Ultra-Linie zulässt. Kostenpunkt: 799.000 Euro exklusive Steuern.

Bulgari Octo Finissimo Ultra Tourbillon Platinum, Ref 104344

Bulgari Octo Finissimo Ultra Tourbillon

© Bulgari

Serpenti Tubogas Studs Capsule: Nieten als Markensignatur 

Die Serpenti Tubogas Studs Capsule Collection ist das dritte große Thema. Bvlgari kombiniert die ikonische Tubogas-Konstruktion (geschwungene Metallbänder ohne Lötung, seit den 1940er Jahren ein Markenzeichen des Hauses) mit pyramidenförmigen Nieten aus dem Schmuckvokabular. Das Ergebnis sind vier Schmuckuhren mit Quarzwerk (Stunden, Minuten), einem 35-mm-Gehäuse und Zifferblättern aus Perlmutt, Karnelian, Sodalith und Malachit. Das zugrundeliegende Konzept, „Gold & Stahl", ist keine neue Idee bei Bvlgari. Die Maison verwendet diese Materialkombination seit den 1970er Jahren. Neu ist die Anwendung auf die Studs-Ästhetik: Die Nieten, in Gelbgold oder Roségold, heben sich von der polierten Stahloberfläche des Tubogas-Bandes ab. Drei der vier Varianten kombinieren Stahl mit Gold, eine Version ist vollständig in Gelbgold gehalten. Uhrmacherisch sind diese Modelle, mit Quarzwerk und Schmuckkaliber, keine Argumente für Sammler mechanischer Uhren. Als Schmuckuhren im oberen Preissegment sprechen sie eine andere Zielgruppe an. Die neuen Modelle starten preislich bei 16.400 Euro, die Gelbgoldvariante liegt bei 50.700 Euro.

Bulgari Serpenti Aeterna, Ref. 104312, besetzt mit Brillanten und einem Brillantsaphir

Bulgari Serpenti Aeterna, Ref. 104312, besetzt mit Brillanten und einem Brillantsaphir

© Bulgari

Serpenti Aeterna und Gold & Stahl

Die Serpenti Aeterna erscheint 2026 erstmals in Gelbgold (Ref. 104341/104352) und ist mit 24 mm Durchmesser im Mini-Format unterwegs: weißes Perlmutt-Zifferblatt, 68 runde Brillanten am Armband, Gesamtgewicht deutlich unter der Roségold-Version mit 122 farbigen Steinen und 493 Brillanten (Ref. 104312).

Bulgari Serpenti Tubogas Studs Capsule 104301 / 104347

Bulgari Serpenti Tubogas Studs Capsule, Ref. 104301 / 104347

© Bulgari

„Mit der Serpenti Tubogas Studs Capsule Collektion bekräftigen wir erneut Bulgari's gewagte Vision in der Uhrmacherkunst. Dies ist nicht nur eine Uhr, sondern ein Meisterwerk, in dem Schmuck und Industriedesign miteinander verschmelzen und sich Gold und Stahl in einer unverwechselbaren „Gold & Stahl“-Ästhetik vereinen.“

Jonathan Brinbaum, Geschäftsführer von Bulgari Uhren
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