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Lesedauer 5 Min.

Burgunderrot aus Glashütte: Die neue DUG Purist 40 im Detail

Neue Farbe für die DUG Purist 40: Burgunderrotes-Zifferblatt, 10,95 mm Höhe, 47,5 mm Lug-to-Lug, Saphirboden. Was die Glashütter Uhr für 1349 Euro kann.
DUG Purist Typ 1, Referenz P1NV-LS

DUG Purist Typ 1, Referenz P1NV-LS

© DUG

DUG Deutsche Uhrenmanufaktur Glashütte erweitert die Purist 40 um eine vierte Zifferblattfarbe. Neben Onyxschwarz, Königsblau und Mondweiß gibt es das Modell jetzt in Burgunderrot, sowohl als Typ 1 mit Strichindizes als auch als Typ 2 mit arabischen Ziffern. Beide kosten 1349 Euro. Die burgunderroten Versionen kommen ausschließlich ohne Datum, wahlweise am schwarzen Lederband oder am Edelstahlband. Dass eine Marke mit einer Farbe in eine neue Saison geht, ist zunächst keine Nachricht. Interessant wird die Purist durch ihre Kombination aus Preis und Herkunftsbezeichnung. Eine mechanische Uhr mit „Glashütte“ auf dem Zifferblatt für unter 1.500 Euro ist im Markt selten. Wer verstehen will, wie DUG das erreicht, muss weniger auf die Farbe schauen als auf das Werk und auf die Frage, was die Glashütte-Verordnung tatsächlich verlangt. 

Kompakte Proportionen, dreiteiliges Gehäuse 

Das Edelstahlgehäuse misst 40 Millimeter im Durchmesser und 10,95 Millimeter in der Höhe. Entscheidender für den Sitz am Handgelenk ist der Wert von Hornspitze zu Hornspitze: 47,5 Millimeter sind für eine 40-Millimeter-Uhr kurz. Die Purist ragt damit auch an schmaleren Handgelenken nicht über den Rand hinaus. Der Bandanstoß liegt bei 20 Millimetern. DUG setzt auf einen dreiteiligen Aufbau aus Lünette, Mittelteil und Boden. Die Flächen sind im Wechsel poliert und gebürstet, dazu kommt eine Fase. Vorne sitzt ein leicht gewölbtes, beidseitig entspiegeltes Saphirglas, hinten ein Saphirglasboden. Die Wasserdichtigkeit von 100 Metern (10 bar) ist für eine Uhr dieses Charakters großzügig bemessen. Beide Bandvarianten lassen sich über ein Schnellwechselsystem ohne Werkzeug tauschen. Das Lederband besteht laut Hersteller aus Büffelleder, das Edelstahlband verfügt über eine Feinverstellung.

DUG Purist Typ 2, Referenz P2NV-LS

DUG Purist Typ 2, Referenz P2NV-LS

© DUG

Zifferblatt: zwei Typen, eine Farbe 

Burgunderrot ist eine heikle Wahl. Zu hell wirkt es schnell modisch, zu dunkel kippt es ins Braune. Dennoch hält sich die Farbe in diesem Jahr wacker auf der Liste vieler Hersteller. Entscheidend ist, wie das strukturierte Zifferblatt das Licht bricht. Die Struktur ist hier mehr als Dekor, denn sie bestimmt, ob die Farbe je nach Einfallswinkel lebendig wirkt oder flach. Die Indizes beziehungsweise Ziffern sind appliziert, nicht gedruckt. Das schafft eine zweite Ebene über dem Blatt. Typ 1 bleibt mit seinen Strichindizes und dem markanten Index bei zwölf Uhr nüchtern und grafisch. Typ 2 mit arabischen Ziffern wirkt klassischer und erinnert stärker an Instrumentenuhren. Auf dem roten Blatt dürfte Typ 1 die ruhigere Variante sein, weil die Farbe dort weniger mit den Ziffern konkurriert. Als Leuchtmasse verwendet DUG Swiss Superluminova BG W9: tagsüber weiß, im Dunkeln blaugrün leuchtend. Ein Detail betrifft nur die Datumsversionen der übrigen Farben, zeigt aber, wie DUG denkt. Die Datumsscheibe bei sechs Uhr wird in Zifferblattfarbe neu bedruckt, statt die Standardscheibe des Werks zu übernehmen. Bei den burgunderroten Modellen entfällt diese Frage, da sie nur ohne Datum angeboten werden. 

Kaliber DUG 400: Schweizer Basis, sächsische Veredelung 

Im Inneren arbeitet das Automatikkaliber DUG 400. Basis ist das Sellita SW400, ein Großserienwerk aus der Schweiz. Es schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde (4 Hz) und bietet 40 Stunden Gangreserve. DUG bearbeitet das Werk in Glashütte weiter. Brücken und Platine sind rhodiniert und mit von Hand aufgebrachter Perlage versehen, die Schrauben tragen eine blaue Oberflächenveredelung. Dazu kommt ein eigener skelettierter Rotor, in Glashütte gefertigt und 24 Karat vergoldet. Laut Hersteller wird jedes Werk vor Ort von Hand montiert und reguliert. Gangwerte oder eine Reglagetoleranz nennt DUG nicht. Ein praktisches Detail verdient Erwähnung. Bei den Versionen ohne Datum hat die Krone keine ungenutzte Zwischenposition, die sogenannte Phantomdatumsstellung („Ghost Date“) entfällt. Viele Hersteller verbauen in No-Date-Modellen schlicht das Datumswerk ohne Scheibe, sodass die Krone eine funktionslose Stellung behält. Dass DUG hier eine saubere Lösung wählt, spricht für eine Werkbearbeitung, die über Kosmetik hinausgeht. 

Was „Glashütte“ auf dem Zifferblatt bedeutet 

Die Herkunftsbezeichnung ist durch die Glashütte-Verordnung des Bundes geschützt. Sie verlangt unter anderem, dass ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung am Uhrwerk in Glashütte erbracht wird. Eine Schweizer Rohwerkbasis schließt das nicht aus, sofern die Bearbeitung, Montage und Regulierung vor Ort entsprechend umfangreich ist. Der Weg ist in Glashütte nicht neu; auch andere Marken am Ort setzen auf Sellita-Basiswerke mit eigenen Modifikationen. 

Die Purist 40 Burgundy kostet als Typ 1 und als Typ 2 jeweils 1349 Euro. DUG verkauft direkt, ohne Händlernetz, und gibt drei Jahre Garantie. Der Direktvertrieb ist ein Grund für die attraktive Preisgetsaltung: Die Händlermarge entfällt, im Gegenzug fehlt die Möglichkeit, die Uhr vor dem Kauf im Fachgeschäft anzuprobieren. Für das Geld bekommt man ein dreiteiliges Gehäuse mit kompakten Maßen, applizierte Indizes, 100 Meter Wasserdichtigkeit und ein sichtbar veredeltes Werk mit eigenem Rotor. 

Die Burgunderfarbe ist der Anlass, nicht der Kern. Die Purist 40 bleibt, was sie war: eine klar gezeichnete Dreizeigeruhr, deren Stärken in den Proportionen und im Finish liegen. Dass DUG die neue Farbe konsequent ohne Datum anbietet und dabei die Phantomstellung der Krone vermeidet, passt zum Namen. Ob das Rot in der Realität so überzeugt wie die Konstruktion, können Sie an dieses Wochenende während der WatchTime Düsseldorf direkt ausprobieren.

Deutsche Uhrenhersteller Uhren bis 2.000 Euro Glashütte Uhren

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